Der 6. Juli ist der Tag des Kusses. Philematologie nennt man die wissenschaftliche Erforschung des Kusses, die sowohl physiologische als auch soziale und kulturelle Aspekte des Küssens untersucht.
Dass der Kuss ein Zeichen der Liebe ist, darüber sind sich die meisten Kulturen einig. Aber während das ungenierte Knutschen auf der Straße bei uns kaum eine hochgezogene Augenbraue hervorruft, wäre auch der harmloseste Schmatzer in Indien eine bodenlose Ungeheuerlichkeit.
Küssen ist gesund
Leidenschaftliches Küssen senkt den Blutdruck und die LDL-Cholesterinwerte im Blut, so eine Studie der Wiener Universitätsklinik. Und es hilft auch bei Heuschnupfen, fand ein japanischer Allergologe heraus: Er ließ Allergiker bei sanfter Musik eine halbe Stunde knutschen und prompt zeigten alle deutliche Besserungen. Wahrscheinlich aufgrund der stressdämpfenden Effekte des Küssens.
Und in welche Richtung küssen Sie? Zwei Drittel der Menschen drehen den Kopf während eines Kusses nach rechts. Dennoch: Männer und Frauen küssen vielleicht äußerlich ähnlich, die Absichten sind jedoch meist völlig unterschiedlich. Frauen testen dabei den Mann auf seine Partnerschaftstauglichkeit. Bei längeren Partnerschaften ist es für sie ein Gradmesser für die Beziehung, wie oft und wie gut er küsst.
Männer küssen anders, Frauen auch
Männer legen generell eher weniger Wert auf das Küssen. Sie tun es meist, um die Wahrscheinlichkeit für Sex zu erhöhen. Unromantisch, aber wahr und durch eine kalifornische Studie belegt. Deshalb ist Männern das Küssen im Verlauf einer Beziehung immer weniger wichtig, im Gegensatz zu den Frauen. Insbesondere beim Sex würde nur jede siebte auf das Küssen vor, während oder nach dem Beischlaf verzichten, bei den Männern immerhin die Hälfte.
Zudem ist vielen Männern auch die Qualität des Kusses mehr oder weniger egal: Sie würden auch mit einer schlecht küssenden Partnerin Sex haben, ein No-Go für die meisten Frauen. Sie sind anspruchsvoller, weil sie genauer darauf achten müssen, mit wem sie sich einlassen, so die wissenschaftliche Erklärung. Und deshalb schreckt es auch viele Frauen ab, wenn ein Mann schlechten Atem hat. Das könnte womöglich ein Hinweis auf Krankheiten sein.
Ein Küsschen in Ehren
Doch obwohl Frauen nicht jeden küssen, ergab eine Umfrage, dass die Zahl der Kusspartner bei Männern und Frauen in etwa gleich ist. Schließlich verküssen wir in 70 Lebensjahren durchschnittlich 110.000 Minuten. Dabei trainieren wir bis zu 40 Gesichtsmuskeln und verbrauchen bei einem Dreiminuten-Kuss immerhin zwölf Kalorien. Zum Abnehmen reicht das vielleicht nicht. Aber zum Glücklichsein in jedem Fall!