Einer Umfrage zufolge haben 68 Prozent der deutschen Autofahrer schon einmal während der Fahrt mit einem anderen Autofahrer geflirtet. Jeder fünfte behauptet gar, das sei eine regelmäßige Nebenbeschäftigung beim Fahren.
Und wie flirtet man von Lenkrad zu Lenkrad? Indem man lächelt. Mit ihrer aufgemotzten Karre wollen tatsächlich nur vier Prozent der Autofahrer punkten, ebenso wenige setzen auf Winken und Hupen oder drehen die Musik bei heruntergelassenen Fenstern so laut auf, dass sie unüberhörbar sind.
Zum Glück erdreisten sich lediglich zwei Prozent, den anderen zu überholen und dann scharf zu bremsen. Bescheuerter geht's auch kaum noch. Wer würde bitteschön gern mit jemandem flirten, der einen schon vorm ersten Augenkontakt ausbremst?!
Seltsamerweise flirten die Autofahrer gern, aber nur ein Viertel von ihnen würde den Kontakt auch gern intensivieren. Fragt sich, warum. Vielleicht, weil beim Flirten im Auto so viele Ablenkungen vom tatsächlichen Kennenlernen abhalten? Wahrscheinlicher ist: Wenn wir unterwegs sind, dann meist mit einem ganz bestimmten Ziel. Wer hat da schon die Zeit oder Muße, sich auf einen ernst gemeinten Flirt einzulassen? Und wie bitteschön soll dieser die nächste Ampelphase überdauern? Ein Lächeln kann zwar mehr sagen als tausend Worte, aber auf einer sechsspurigen Schnellstraße ist es doch eher unwahrscheinlich, dass es kommuniziert: "Fahr an der nächsten Kreuzung links und dann wieder rechts und dann treffen wir uns auf dem Parkplatz beim großen Möbelhaus, damit wir uns näher kennenlernen können." Mal ehrlich: Dem stehen zu viele Widrigkeiten im Wege.
A) Wie sollte man derartiges kommunizieren?
B) Wer würde sich darauf einfach so einlassen?
C) Wie findet man sich auf dem überfüllten Parkplatz überhaupt wieder?
Wahrscheinlich ist es genau das, was die Faszination des Autoflirts ausmacht: Dass er so unverbindlich und vergänglich ist. Aber über ein Lächeln an der nächsten Ampel freut sich die Fahrerin des Kleinwagens ebenso wie der Besitzer des Luxusschlittens. Weitermachen.