Ein Flirt ist okay - aber natürlich dürfen gewisse Grenzen nicht überschritten werden.
Die einen sind tolerant, die anderen nicht. "Fremdküssen ist ein unverzeihlicher Untreuebeweise!", sagen die Jüngeren zwischen 18 und 34 Jahren.
Laut einer Studie, die im Focus (Ausgabe 51/2008) zitiert wird, trifft dies auf sage und schreibe 83 Prozent der Probanden zu. Auf der anderen Seite scheint die Generation 50+ viel gelassener zu sein. Die Mehrheit drückt nämlich bei dieser Art des Seitensprungs ein Auge zu, genauer gesagt, etwas mehr als die Hälfte der Befragten. – Dass diese Untersuchung an Engländern durchgeführt wurde, tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache. Wichtig ist das Thema an sich.
Mit dem Geplänkel in fremden Gefilden ist das so eine Sache, das wissen Sie sicherlich selbst. Zunächst kann man annehmen, dass sich die meisten wohl nicht dagegen sträuben, im Alltag die eine oder andere Flirtgelegenheit wahrzunehmen. Im Berufsalltag, das heißt, vor allem dort, wo Kundenkontakt vorherrscht, wird nicht selten geflirtet, wie jeder weiß. Zeichen der Zuneigung und Sympathie ergeben sich grundsätzlich bei zwischenmenschlichen Begegnungen, egal in welchem Zusammenhang. Nun stellt sich für Paare natürlich die Frage: Was ist erlaubt? Oder besser: Wo genau ist die Grenze? Bei vielen Engländern (siehe oben) ist die diese bereits überschritten, wenn sich ein Kuss ereignet. Gut, wenn ich an meinen eigenen Werthorizont denke, neige ich dazu, dem zuzustimmen.
Wenn ich Kursteilnehmer frage, wie sie das sehen, höre ich oft: "Flirten muss schon sein, auch und vor allem dann, wenn man in einer Beziehung ist." Hierzu kann ich mich festlegen: Ja, das macht Sinn!
Sehen Sie, uns laufen jeden Tag Menschen über den Weg, die, ganz unvoreingenommen betrachtet, rein äußerlich zu uns passen. Sympathie aufgrund der Ausstrahlung ergibt sich sogar innerhalb von Sekundenbruchteilen. Lächelt uns eine fremde Person an, die uns gefällt, wirkt das euphorisierend – Dopamin wird ausgeschüttet. Manche Menschen verwehren sich meiner Erfahrung nach gegen Alltagsflirts. Sie sagen so etwas wie: "Ich bin vergeben, ich flirte doch nicht mit anderen." Nun, wie wir gesehen haben, macht Fremdflirten temporär glücklich. Ein Lächeln, eine nette Geste, ein anregender Small Talk – ohne weitere Folgen – sind harmlose Angelegenheiten. Was ist dagegen einzuwenden? Meiner Meinung nach: nicht viel.
Doch es schadet natürlich nicht, die Flirt-Grenzen mit dem anderen genau abzustimmen. Damit es kein böses Erwachen gibt.
Die "verbotenen" Früchte sind einfach die süßesten. Selbst bin ich als Single grad in einen völlig verwirrenden Flirt mit jemandem verstrickt, der verheiratet ist – ich halte mich zurück – aber die Glückshormone sind es einfach jedes Mal wieder wert. Bin mir sicher, dass die wilde Verrücktheit irgendwann im Sande verläuft. Gespannt bin ich auf das, was bleibt!? Vielleicht eine gute, sehr vertraute Freundschaft. Das fände ich toll.
Ja das kann alles sein, habe ich auch schon erlebt. Blöd ist es nur wenn man selbst zum Betrogenen wird, zwei Kids hat und sich dann überlegen muß, wie es weitergeht – ob man einen Seitensprung oder gar, wenn mehr war, einfach so hinnimmt und der Beziehung eine zweite Chane gibt – wenn es irgendjemand interessiert eine beschissene Zeit!