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Buchtipp: “Zur Sache, Chérie”
Buchtipp: “Zur Sache, Chérie” (Kategorie: Buchtipps)
Schlimme Sache, so ein Kulturschock. Besonders, wenn es einen so unvorbereitet trifft, wie Alain-Xavier Wurst. Als dieser vor einigen Jahren aus Paris nach Hamburg zog, sah er sich mit einem überraschenden Problem konfrontiert: Die deutschen Damen verwechselten die Leichtigkeit des Flirtens offensichtlich mit Leichtsinn und vermuteten hinter Monsieur Wurst einen waschechten Psychopathen.

Humorlose Walküren

Die subtile Flirtkunst der Deutschen war dem galanten Franzosen ein echtes Rätsel. Und für den Journalisten war schnell klar, dass er entweder aufgeben und zurück nach Frankreich oder aber herausfinden musste, was die deutsche Frau will. Er wählte letztere Option und machte sich auf die Suche.
Der preisgekrönte Journalist interessierte sich schon früh für ethnologische Studien und wollte endlich wissen, ob es der Wahrheit entspricht, dass alle deutschen Frauen blond und humorlos seien. So nämlich das Klischee, das durch Supermodels wie Claudia Schiffer und Heidi Klum nach Frankreich transportiert wurde.

Verständigungsprobleme

Die Sprache sei unmöglich, die Deutschen trügen weiße Socken mit Sandalen und streikten nie, so der Kommentar der Pariser Freunde als Wurst ihnen mitteilte, einige Zeit nach Deutschland zu gehen. Aber Berlin sei super. Tatsächlich trifft der Autor in Deutschland auf zahllose kulturell bedingte Probleme.
Beispielsweise die äußerst komplizierte „Neben-dir-sitzen“-Angelegenheit. Während Mann in Frankreich gewohnt ist, mit einem netten Spruch neben einer Dame Platz zu nehmen, erntet Mann in Deutschland mit einem solchen Verhalten häufig kühle Ablehnung. Deutsche Demoiselles finden französischen Humor allzu anzüglich und erweisen sich Monsieur Wursts Komplimenten gegenüber als ausgesprochen resistent. 

Amüsanter Kulturschock

Mit viel Humor und scharfer Beobachtungsgabe analysiert Alain-Xavier Wurst das deutsch-französische Verhältnis und zeigt auch exemplarisch auf, warum deutsche Männer keine Flirtweltmeister sind: „Er war eigentlich nicht unsympathisch, der junge Mann. Aber wenn ein verkrampfter Typ krampfhaft versucht, die Situation zu entkrampfen, kann das nur tragisch enden.“
Der deutsche Mann, so sein Fazit, sei nun einmal das schwache Glied in der Flirtkette. Ihn umzuprogrammieren sei nahezu unmöglich. Für die deutsche Frau hingegen bestehe Hoffnung. Sie habe erstens Potenzial und zudem seien Frauen ohnehin flexibler. Vorschläge, wie es besser laufen könnte, gibt der Autor am Ende des vergnüglichen Buches ebenfalls. Sollten Sie lesen – besser und aufschlussreicher als viele Flirtratgeber.

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