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Buchtipp: “Das Ende der Liebe”
Buchtipp: “Das Ende der Liebe” (Kategorie: Buchtipps)
Objektiv betrachtet haben wir es ziemlich gut: Wir leben in einer Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten. Wir können frei wählen in Sachen Liebe, Sex, Lebensform, Karriere, Wohnort und vielen anderen Dingen. Dumm nur, dass wir nur selten diese absolute Freiheit nutzen.

Und so erzählt der Journalist und studierte Soziologe Sven Hillenkamp in seinem provokativen Buch "Das Ende der Liebe" von eben jener Wahlfreiheit, die uns alle so einschränkt. "Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit", so der Untertitel des Buches, bleiben nämlich über allzu weite Strecken unerfüllt und unbefriedigt. So leiden die meisten Menschen unter permanenter Sehnsucht und Scham, weil sie stets hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.

Höher, schneller, weiter

Wir alle, so der Autor, suchen nach der Perfektion in allen Dingen. Als erstes bleibe dabei die Liebe auf der Strecke: Allzu beliebig fällt die Partnerwahl aus. Schließlich könnte es ja noch etwas Besseres, Optimaleres, Perfekteres kommen als das, was wir gerade haben. Und so trennen wir uns aus eigentlich gut funktionierenden Beziehungen, weil wir denken, die Suche müsse immer weitergehen. "Die Bulimiker der Liebe", nennt Hillenkamp das. Wenn aus Hingabe Handeln werde, aber dieses Handeln niemals befriedigend sei, weil wir uns jeden Menschen, den wir finden, einverleiben, aber sogleich wieder erbrechen.
Viele Bücher haben ebenso viele Gründe für die ständige Suche nach dem perfekten Partner, der großen Liebe, dem allumfassenden Glück aufgeführt. Letztlich führt uns diese Suche aber immer weiter in die Enge: Wir finden nicht die Liebe, sondern wir verlieren uns im Beliebigen.

Die Rettung ist die Vernunft

Abschließend kommt Hillenkamp zu dem Schluss, die Rückkehr zur Vernunftehe sei für die Menschen, denen alles möglich schien, eine akzeptable Lösung. Liebe kann nur der erleben, der sich für eine der vielen Möglichkeiten entscheidet, der bereit ist, die Freiheit zu verlieren und jemanden wählt, der ihm "gut tut". Weil die Liebessuchenden weder von den Eltern noch der Gesellschaft zur Vernunft gezwungen werden, müssen sie sich nun selbst zwingen. Das Buch ist aufwühlend und polemisch, brillant gedacht und ebenso gut geschrieben. Eine aufschlussreiche Lektüre für moderne Menschen mit vielen Denkanstößen, das eigene Verhalten zu erkennen und vielleicht sogar zu überwinden. Und so vielleicht doch die wahre Liebe zu finden.

>> Bestellen können Sie das Buch hier


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