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Bieten Sie der Morgendepression Paroli, Teil 1
Bieten Sie der Morgendepression Paroli, Teil 1 (Kategorie: Liebeskummerblog)
Morgens ist der Liebeskummer oft am Schlimmsten...

Liebeskummer ist hartnäckiger und hinterhältiger als eine Klette. Er lässt sich weder abschütteln noch bewusst dosieren. Oft mel­det er sich gerade dann umso heftiger zurück, wenn wir zum ers­ten Mal tief durchatmen und zaghaft zu hoffen beginnen, das Schlimmste nun hinter uns zu haben.

Lassen Sie sich von Ihrer Seele nicht verrückt machen! Sie weiß, was sie tut. War der Schmerz eine Weile erträglicher als sonst, so bedeutet das lediglich: Ihre Psyche hat mal Pause ge­macht vom anstrengenden Verarbeiten. Hat sich eine kurze Aus­zeit genommen, um wieder zu Kräften zu kommen. Damit sie sich demnächst mit neuem Schwung daranmachen kann, das in­nere Chaos anzugucken und so zu ordnen, dass Sie eines Tages damit leben und sogar wieder lachen und – lieben können.
Leider oder Gott sei Dank tickt unsere Seele nicht nach einem von uns erstellten Stundenplan. Wir können weder den Zeit­punkt, noch die Dauer der Trauer eigenmächtig festlegen. Aber: Wir können bestimmte Zyklen erkennen, die sich immer wieder­holen und die uns daher die Möglichkeit geben, ihnen bewusst Paroli zu bieten, so schwer das im ersten Moment auch scheinen mag. Die Rede ist von der typischen Morgendepression, die für je­den Menschen, der schon einmal richtigen (Liebes-)Kummer ge­habt hat, eine alte Bekannte ist.
Schon abends, wenn wir schlafen gehen, postiert sie sich ne­ben unserem Bett, um geduldig auf unser Aufwachen zu warten. Kaum sind wir wieder bei uns, haben noch nicht einmal die Augen geöffnet, ist sie da, unerbittlich und gnadenlos. Wie ein dunkles, schweres Tuch legt sie sich auf uns, drückt uns zurück auf die Matratze, versucht, jeden Muskel zu lähmen und jeden Impuls im Keim zu ersticken.

Wie verlockend scheint es, einfach im Bett zu bleiben, die Decke über den Kopf zu ziehen und den Tränen freien Lauf zu lassen. Wir haben ja gerade gelernt, wie wichtig und erlösend das sein kann. Indes: Das hilft uns jetzt nicht wirklich weiter. Weil dieses Lie­genbleiben den Kummer nur noch schlimmer macht und eine Ei­gendynamik entwickelt. Wir wollen nur noch einen Moment lie­gen bleiben, eine Stunde vielleicht – und schon kommen wir den ganzen Tag nicht mehr aus der Waagerechten.
Das ist nicht heilsam, sondern trägt noch zusätzlich zu unserer Verzweiflung und unserem heruntergekommenen Selbstwertge­fühl bei, weil wir nichts mehr auf die Reihe kriegen und der Berg unerledigter Dinge immer größer wird. Überrumpelt Sie der Liebeskummer schon morgens um vier, zu nachtschlafender Zeit also, sollten Sie trotzdem aufstehen. Wenigstens für eine Weile. Machen Sie sich einen Tee. Oder ei­nen warmen Kakao. Setzen Sie sich an Ihren Schreibtisch oder den Küchentisch. Holen Sie sich Ihr Tagebuch und schreiben Sie alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt. Oder schreiben Sie an Ihren Ex. Seitenweise, wenn es sein muss. Stecken Sie den Brief danach in einen Umschlag, kleben Sie ihn zu, und legen Sie ihn in die Schublade. (Aber schicken Sie ihn auf keinen Fall ab!) Nehmen Sie sich Zeit für dieses nächtliche Ritual. Wenn es sein muss, ein oder zwei Stunden. Und gehen Sie erst danach wieder ins Bett. Wahrscheinlich können Sie dann bald wieder einschla­fen.


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3 Antworten zu “Bieten Sie der Morgendepression Paroli, Teil 1”

  • Maria sagt:

    Ich stecke schon seit Monaten im Liebeskummer und diese Tips helfen mir leider nicht. Ich hoffe das es die Zeit tun wird. Bin sehr machtlos und sehr traurig.
    Aber die Tips selbst sind sehr gut!!

  • silviafauck sagt:

    hallo aus berlin, es tut mir sehr leid, dass ihnen meine tipps nicht weiterhelfen. vielleichts steckt noch etwas anderes hinter ihrer trauer?
    gerne stehe ich ihnen mit rat und tat zur seite, wenn sie nicht weiter wissen.
    mit herzlichen grüßen
    silvia fauck—liebeskummerpraxis.

  • Christiane sagt:

    Im März war ich für fast vier Monate im Krankenhaus in Deutschland – Wohnsitz Rumänien, berufliche Gründe meines Expartners. Besuch Mitte Mai im Krankenhaus, Herzlichkeit, Zärtlichkeit-einfach alles schön. Juni Abholung aus Deutschland, bemerke verändertes Verhalten und bekomme auf meine konkrete Frage die Antwort, dass er eine junge Frau (42 Er 66) kennengelernt hat. Alles aus, ohne Pardon. Was gestern noch schön war, ist heute schlecht. Ich bin vor vier Wochen, nach einer Zeit der Dehmütigungen, nach Deutschland zurück und sitze jetzt zwischen Kisten und Kartons allein mit meinem Liebeskummer. Ich begreife einfach nicht, was mit einem Menschen passiert, der alles wegwirft und dann noch sagt, dass Gefühle für mich vorhanden sind. Ich glaube, dass es noch mehr kränkt. Ich bin 61 Jahre und hatte nicht geglaubt, noch einmal neu anfangen zu müssen. Mein Verstand sagt, dass ich endlich zur Ruhe kommen muß, meine Seele wehrt sich dagegen – ich liebe ihn noch immer. Da helfen leider auch nicht die wirklich guten Ratschläge.