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“Benutzt er mich nur, um von seiner Ex-Frau loszukommen?”
“Benutzt er mich nur, um von seiner Ex-Frau loszukommen?” (Kategorie: Expertenboard)
Ich liebe ihn und spüre, dass er mich auch liebt. Trotzdem habe ich Zweifel: Hat diese Beziehung überhaupt eine Chance oder missbraucht er mich nur, um von seiner Ex loszukommen?

Hallo ElitePartner-Redaktion,

ich habe folgendes ein Problem: Vor einem Jahr lernte ich einen Mann kennen. Anfangs hatten wir nur eine Affäre. Nach ein paar Monaten verliebten wir uns allerdings unerwartet ineinander. Es wuchs ein unglaubliches Gefühl von Nähe, guter Kommunikation, himmlischem Sex.

Eines Tages gestand er mir dann, dass er gerade dabei ist, sich von seiner Frau zu trennen, sie aber nichts von mir wisse. Er habe mir das nicht gesagt, weil wir anfangs ja nur Sex hatten und ich ihn nie gefragt hätte…
Er ist völlig zerrissen, leidet furchtbar, weil er zwei kleine Kinder hat. Mit seiner Frau hat er schon drei Jahre keinen Sex gehabt und auch emotional stimmt es angeblich überhaupt nicht mehr. Trotzdem kann er die Trennung nicht konsequent vollziehen. Gleichzeitig sagt er mir, dass er mich liebe und er sich noch nie von jemandem so verstanden gefühlt habe wie von mir. Ich liebe ihn auch und spüre auch, dass er mich liebt.
Trotzdem bleiben bei mir Zweifel: Hat diese Beziehung überhaupt eine Chance oder missbraucht er mich nur, um von seiner Ex loszukommen? Ich habe mich erst einmal distanziert und ihm gesagt, dass ich zu verletzt sei. Richtig abschließen kann ich das Ganze aber nicht. Es beschäftigt mich sehr, da ich eigentlich immer gut wahrnehmen konnte, was mir gut tut und was nicht.

Was soll ich tun?

Ich bedanke mich,
Lucy*

*Name von der Redaktion geändert

Antwort: Bleiben Sie emotional an seiner Seite, aber machen Sie sich nicht verfügbar!

Hallo Lucy,

die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Partner ist nicht mit der zwischen diesem Mann und seiner Frau zu vergleichen. Beide sind grundverschieden. Sie verbindet Leidenschaft, gute Gespräche, emotionale und sexuelle Nähe. Die Partnerschaft zwischen ihrem Liebhaber und seiner Ehefrau ist durch langjährige Vertrautheit, Intimität, Familiengründung und viele gemeinsame Lebensjahre gekennzeichnet. Häufig geht in solch langjährigen Beziehungen die sexuelle Anziehung und Leidenschaft zunehmend verloren. Manche Paare sind mit der sinkenden Frequenz zufrieden, wenn sie die Sexualität noch als befriedigend erleben. Wer auf Dauer damit aber unzufrieden ist, sucht sich nicht selten eine Außenbeziehung und versucht sich dort das zu holen, was er in seiner langjährigen Partnerschaft vermisst. Eine Affäre ist dann Kompensation und der „einfache“ Weg, anstatt mit der Partnerin in eine klärende und vielleicht sogar bereichernde Auseinandersetzung zu gehen. Denn nicht selten erlebt sie die Situation ähnlich und würde gerne selber etwas daran ändern.

In Ihrem Fall fing es genau so an. Sie hatten eine Affäre. Aber Ihr Miteinander blieb nicht auf der rein sexuellen Ebene. Sie haben sich mehr Intimität geben können und sich ineinander mehr und mehr verliebt. Oft stimmt es, wenn Menschen in solchen Situationen von Liebe sprechen. Dieser Mann wird eine Art Liebe für Sie empfinden und eine Art Liebe für seine Frau. Ich vermute: Für Sie empfindet er aktuell eher freundschaftliche und leidenschaftliche Liebe, für seine Ehefrau überwiegend partnerschaftliche Liebe (siehe die drei Arten der Liebe von Sternberg). Dass dieser Mann zerrissen ist, kann man nachvollziehen. Oft mischen sich Ängste und moralische Bedenken ein, die Sorge, viele dabei zu verletzten und seine Familie und die Kinder zu verlieren. Das ist ein dramatisch emotionaler Prozess und dieser unterliegt meist vielen Schwankungen. Was Sie getan haben, war genau richtig: Sie haben sich abgegrenzt und zurückgezogen. Auf diese Weise kann ihr Partner erkennen, was es bedeutet, sich entscheiden zu müssen und nicht beides gleichzeitig unter den gegeben Vorzeichen behalten zu können.
Sie fühlen, dass Ihnen dieser Mann gut tut. Da Sie nun seine wahre Lebenssituation kennen, wissen Sie aber auch, dass Ihnen der Mann mit seinem Leben in zwei Welten auf Dauer nicht gut tut. Er muss sich entscheiden oder Sie werden dadurch Verletzungen ertragen. In Ihrer Position ist es schwierig, ihm dabei zu helfen. Wenn Sie fühlen, dass Sie ein gemeinsames Leben mit ihm wollen, sagen Sie dies. Bleiben Sie emotional an seiner Seite, aber machen Sie sich nicht so verfügbar, dass ihr Freund keinen Entscheidungsdruck spürt. Denn das Gefühl, ohne große Veränderung auf allen Ebenen das zu bekommen, was er sich wünscht, verführt zum fehlenden Handeln. Dennoch sollten Sie wissen, dass die Trennung ein Prozess ist und Zeit braucht. Aber irgendwann auch vollzogen sein MUSS.

Ich wünsche Ihnen alles Gute,
Lisa Fischbach


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