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Auswirkungen sexueller Erfahrungen auf die Psyche Heranwachsender
Auswirkungen sexueller Erfahrungen auf die Psyche Heranwachsender (Kategorie: Sexualitätsblog)
Zwei neue Studien geben Auskunft über die Erfahrungen von Teenagern.

Zurzeit wird viel diskutiert über die Ursachen von sexuellem Missbrauch in der Kirche oder an Internaten und Schulen. Ich habe zwei interessante Studien entdeckt, die sich damit beschäftigen, ob und wie die Persönlichkeitsentwicklung bei jungen Erwachsenen durch ihre sexuellen Erfahrungen beeinflusst wird.

In den Studien ging es hauptsächlich darum, festzustellen, ob es einen Unterschied macht, wenn ein Heranwachsender diese sexuellen Erfahrungen in einer lockeren Beziehung bzw. einem "One-Night-Stand" oder in einer einer festen, "romantischen" Beziehung gemacht hat.
Zunächst ergaben die Zahlen eine überaus große Aufgeschlossenheit gegenüber sexueller Aktivität. Über 70 Prozent der Befragten der einen Studie (The Nature of Casual Sex in College Students, The Journal of Sex Research, Vol. 43, No. 3, August 2006, pp. 255-267) hatten schon einmal Sex außerhalb einer festen Beziehung gehabt. Dabei seien angeblich häufig "Drogen und Alkohol" mit im Spiel gewesen. Die Verfasser suggerieren in diesem Zusammenhang, dass sich die jungen Erwachsenen offensichtlich in einer Art enthemmten Zustand ihren vielfältigen sexuellen Aktivitäten hingegeben hätten. Auch eine Beschreibung der zur Anwendung gebrachten Sexualtechniken (wie "normaler Geschlechtsverkehr", Oral- und Analsex) fehlen hierbei nicht. Schließlich wurde auch eruiert, dass die Jugendlichen sich vollends darüber bewusst gewesen seien, dass sie ihre jeweiligen Sexualpartner nur deswegen gewählt hätten, um Sex mit ihnen zu haben: Keineswegs war Liebe im Spiel oder eine in diese Richtung gehende Absicht. Der Clou der Studie aber folgt zum Schluss: Man konstatierte nämlich, dass es bei einer parallelen Auswertung eines klinischen Persönlichkeitstests einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des sexuellen Kontaktes außerhalb einer festen Beziehung und einer depressiven Symptomatik gab. Allerdings nur bei den Frauen! Die Schlussfolgerung der Studie lautete denn auch, dass weibliche Heranwachsende offenbar unter "beziehungslosem" Sex mehr leiden würden als männliche. Ja, dass sie sogar Krankheitssymptome aufzeigen, die die Vergleichsgruppe übertreffen.

Dumm nur, dass drei Jahre später eine ähnlich angelegte Studie (NewsRx Health & Science, December 27, 2009) zu einem vollkommen anderen Ergebnis kam. Hier fand man nämlich heraus, dass es für junge Erwachsene keinen Unterschied machte, ob sie ihre sexuellen Erfahrungen außer- oder innerhalb einer festen, "romantischen" Beziehung gemacht hatten. Zumindest dann nicht, wenn man diese Erfahrungen in Beziehung zu ihrer psychischen Verfassung setzte. Vor allem wurden keine geschlechterrelevanten Unterschiede festgestellt.
Mich hat dieses Ergebnis nicht überrascht, denn in diesem Alter haben zwar Liebesdinge eine nicht unerhebliche Bedeutung – aber so erschütternde Auswirkungen, dass gleich ein ganzes Geschlecht davon psychisch krank werden könnte, konnte ich mir nicht vorstellen. Was dann allerdings wieder zu meinem Erwartungshorizont passte, war die Tatsache, dass die Ergebnisse der ersten Studie auf der Internetseite der "Katholischen Nachrichtenagentur" CNA veröffentlicht wurden – unter dem Untertitel "Abstinenz und Keuschheit".


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