Es gibt sie in jedem Bekannten- und Verwandtenkreis. Sie scheinen das Glück gepachtet ...
… und jenes gut gehütete Geheimnis gelüftet zu haben, wie lebenslange Harmonie nicht nur erzeugt, sondern vor allem auch erhalten wird.
Die Rede ist von Traumpaaren. Jenen exotischen Wesen, die auch noch nach Jahren grundsätzlich Hand in Hand anzutreffen sind und vor Glück strahlen. Sie haben ihr Leben und ihre Liebe fest im Griff – bis man den Fehler macht, einmal hinter diese perfekte Fassade zu gucken. Dann wird man nicht selten erstaunt feststellen, dass auch bei Beziehungen gilt: "Es ist nicht alles Gold, was glänzt."
Liebeskummer entsteht keineswegs erst dann, wenn sich einer der beiden Partner in eine dritte Person verliebt und danach trachtet, aus der bisherigen Zweisamkeit auszubrechen. Oft sind es viel subtilere und nur schwer in Worte zu fassende Gründe, warum sich zumindest ein Partner in der Beziehung nicht mehr wohl fühlt.
Gerade so genannte Traumpaare stehen nicht selten unter erheblichem Druck. Haben sie über einen längeren Zeitraum nach außen hin ungetrübtes Liebesglück demonstriert, wird von ihnen bald nichts anderes mehr erwartet. Freunde und Verwandte haben ihnen eine Vorbildfunktion übergestülpt, der sie auch dann gerecht werden müssen, wenn erste Krisen oder Missverständnisse aufgetreten sind. Dann kommt zu dem emotionalen inneren Stress auch noch der äußere: Keiner darf wissen, dass die Liebe bröckelt. Probleme werden vor anderen nicht angesprochen oder gar ausdiskutiert, sondern unter den Teppich gekehrt. Diese Spirale dreht sich immer weiter: So werden mitunter auch dann noch gemeinsame Einladungen angenommen, wenn zu Hause bereits die Einzelheiten der Trennung besprochen werden. Fragen nach dem nächsten Urlaub werden zwar vage, aber bejahend beantwortet. Die Pläne für anstehende Feste zwar zögerlich, aber dennoch zustimmend herausgerückt.
Traumpaare werden allgemein bewundert, beneidet und gerne nach Patentrezepten gefragt, welchem Trick sie ihr vermeintliches Dauerglück verdanken. Das ist eine angenehme und bestätigende Rolle, die niemand gerne wieder abgibt. Schafft man es nicht, den Erwartungen des privaten Umfeldes gerecht zu werden, fühlt man sich als Versager. Das Vorspiegeln falscher Tatsachen scheint da zunächst wesentlich einfacher. Klüger ist es indes nicht, denn: Wer sich zusätzlich zum beginnenden Liebeskummer auch noch zumutet, die Fassade einer heilen Welt aufrechtzuerhalten, überfordert sich heillos. Ist das endgültige Aus dann eines Tages nicht mehr zu verbergen, reagiert das nähere Umfeld regelrecht gekränkt, weil es sich verschaukelt fühlt. Daher unser Rat: Lieber bewusst den Ruf des Traumpaares aufgeben, als hinterher nicht nur die eigene Enttäuschung, sondern auch noch die der Freunde und Bekannten verkraften zu müssen. Die häufigsten Gründe, warum es in zunächst intakten Beziehungen zu Krisen und Trennungen kommen kann, listen wir in dem Kapitel "Die sieben Todsünden gegen die Liebe" gesondert auf.
Hier nur so viel:
- Nehmen Sie erste Irritationen in Ihrem gemeinsamen Alltag ernst.
- Sagen Sie gleich am Anfang, was Sie kränkt.
- Warten Sie nicht darauf, dass sich kleinere Probleme "im Laufe der Zeit" von alleine wieder lösen. Sprechen Sie gleich an, was Sie stört!
- Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch, sobald Sie erkennen, dass Sie alleine nicht mehr weiterkommen!
- Formulieren Sie deutlich und unmissverständlich, was Sie von der Beziehung erwarten.
- Lassen Sie es nicht zu, dass Eltern oder Freunde einseitig Partei ergreifen und Ihnen sagen, was sie von Ihnen erwarten. Nur Sie selbst und Ihr Partner können beurteilen, was für Ihre Beziehung richtig ist oder falsch.
- Streifen Sie das Bild des Traumpaares ab, wenn es nicht mehr den Tatsachen entspricht und für Sie zu einer Belastung wird.