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Anatomie der Trennung VII: Trennung auf Zeit
Anatomie der Trennung VII: Trennung auf Zeit (Kategorie: Trennungsblog)
Wenn man sich auf Zeit trennt, sollte man das nicht planen. Trennung auf Zeit ist ein verlogenes Ding.

Man weiß nie, wie ernst es gemeint ist. Kann nie neu anfangen, kann nie ganz abschließen und eigentlich hat man nur Angst, es endgültig zu machen.

Wenn man sich nämlich eigentlich noch liebt, erledigt sich das alles von selbst.

Keine Betrachtung von Trennungen wäre komplett, würde ich verschweigen, dass es manchmal auch ein gutes Ende gibt. Und ich meine damit nicht, dass beide mit neuen Menschen glücklich werden. Ich meine damit, dass Beziehungen durch eine Trennung heilen. Es ist nämlich die eine Sache, genervt zu sein, aber die andere, alleine zu sein. Und wenn man dann andere Leute trifft, oder einsam ist, oder sich in die nächste Beziehung stürzt, dann findet man oft heraus, was man eigentlich hatte.
Nicht jeder Mensch bringt uns zum Lachen. Vielleicht sah man das als zu selbstverständlich. Nicht jeder Mensch sagt, er liebe uns und meint es so. Nicht jeder Mensch weiß, wie er unseren Körper zu behandeln hat. Nicht jeder Mensch kennt uns. Nicht jeder Mensch versteht uns. Vielleicht tut das alles nur einer. Und von dem dachte man, er sei nicht mehr der Richtige. Traurige Geschichten entstehen, wenn nur einer so denkt.

Aber manchmal erinnern sich einfach beide, was sie waren. Und ich glaube daran, dass zwei Menschen etwas haben können, das sie niemals woanders finden werden. Ich glaube, dass viele Menschen das nie finden werden, aber wenn … und man merkt es erst, wenn es zu spät ist…
Dann macht man Schluss mit dem Schlussmachen. Man kehrt zurück.
Oft kann so etwas eine Illusion sein. Gerade wenn man das ganze unkritisch betrachtete. Ich verweise auf die On/-Off Beziehungen von denen ich vor ein paar Wochen berichtete. Aber es gibt diese Fälle, da klappt das einfach.

Nicht so lange her, da habe ich die Einladung zur Hochzeit von so einem Paar bekommen. Soll man an solche Happy Ends glauben? Nein. Aber wenn sie trotz aller Zweifel passieren, rennt nicht davor weg.
Und wenn es ein Fehler war, macht es euch im Zweifelsfalle einfach sympathischer, dass ihr ihn gemacht habt.


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8 Antworten zu “Anatomie der Trennung VII: Trennung auf Zeit”

  • Cem sagt:

    Ich selber glaube nicht mehr an Trennung auf Zeit. Meine Ex hat mir eine Trennung auf Zeit angeboten und mir damit die Hoffnung gegeben, dass sich mit der Zeit wieder alles einrenken weürde. Stattdessen hat sie mich nur aus unseren gemeinsamen Wohnung geschafft um sich die Trennung von mir leichter zu machen.
    Also meiner Ansicht nach: Sollte ein Partner eine Trennung auf Zeit vorschlagen, ist es aus.

  • Barbara sagt:

    Ich halte nichts von einer Trennung auf Zeit. Ich habe jetzt über fünf Jahre meinem Mann mehrere Chancen gegeben, sich zu ändern. Am Montag habe ich – nachdem er mich körperlich und seelisch misshandelt hat – unter Polizeischutz die Wohnung verlassen. Um mich selbst zu schützen, muss ich abschließen können. Auch wenn er jetzt darum bettelt, dass ich ihm die Chance geben sollte, nach einer sogenannten Trennung auf Zeit wieder zu ihm zurück zu kehren. Mir ist jetzt schon klar, dass sich nichts ändern würde. Deshalb habe ich ihm definitiv gesagt, dass ich in den nächsten Tagen die Scheidung einreichen werde. So weh es tut, aber der Schmerz und die Wut sind grösser, als die Liebe, die zum jetzigen Zeitpunkt in meinem Inneren in tiefste Versenkung verschwunden ist.

  • piclaire sagt:

    Ich glaube es kommt immer auf die Beziehung an. Alle Beziehungen sind einzigartig, bei den einen mag es klappen und bei den anderen nicht. Bei einer Trennung auf Zeit, sollte jedoch von vorne herein klar sein, ob beide Partner überhaupt noch Interesse an einer gemeinsamen Beziehung haben. Eine zeitweise Trennung kann helfen Abstand zu gewinnen und alles unter einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Im Falle von Barbara, glaube ich, dass sie das Richtige getan hat. Wenn es zu Schlägen kommt, dann kann auch eine Trennung auf Zeit die Beziehung nicht retten. Wer dies vergeben will und es auch wirklich kann, sollte dies mit professioneller Hilfe versuchen.

  • Elisa sagt:

    Ich finde, dass die Trennung auf Zeit durchaus eine Chance für beide Teile sein könnte, zu sich selbst zu finden, vor allem aber herauszufinden oder abzuwägen, was in der Beziehung passt oder was nicht passt. Was man ändern könnte und was sich nicht ändern lässt. Bei mir hat dieses gut gemeinte Angebot von mir aber auch nicht geklappt, weil mein Ex anstatt ALLEINE nachzudenken, postwendend zu seiner Geliebten gezogen ist. Mit Sack und Pack und innerhalb von 2 Wochen. Er konnte und wollte wohl gar nicht über unsere Beziehung nachdenken, die wohl nur mir so viel bedeutet hat. Zurückgeblieben bin letztendlich ICH alleine, mit einem pubertierenden Kind und einem Haufen Beziehungsscherben.

  • UrsDubach sagt:

    Dieser Beitrag fällt gegenüber den anderen deutlich ab.

  • CarlosKort sagt:

    Eine ungeplannte Trennung auf Zeit könnte klappen, wenn noch etwas da ist, dass das Retten Wert ist.
    Es könnte durch mehr Abstand ein Denkprozess mit weniger Emotion ausgelöst werden. Ein wichtiger Schritt, aber der gute Wille muss aber vorhanden sein, und die Vernunft müsste Sieger sein. Die aufrichtige Liebe zueinander muss unbedingt zentral sein. Und es muss etwas wichtiges geben, wofür es lohnt, zu kämpfen. Man muss auch zur Versöhnung bereit sein. Erst recht, nachdem die Gemüter sich abekühlt haben. Ja, es kann klappen, aber bloß nicht geplannt, es sollte aus der Situation heraus entstehen und sich als die beste aller mögliche Lösungen erweisen.

  • Liz sagt:

    Ich bin jetzt in dieser Situation seit letzten Dienstag. Mein Freund und ich sind schon über 5 Jahre zusammen, getrennte Wohnungen von 60 km Distanz. Er hat schon 5 mal angesprochen Schluss zu machen. Hat Theater gemacht und ist dann wieder gekommen, um mir Ratschläge zu geben für die nächste Beziehung. Dann habe ich ihm die Meinung gesagt und es ging wieder. Nun will er Auszeit, aber gleichzeitig soll ich mich melden, wenn ich Vorschläge habe zur Änderung. Er ist unzufrieden mit seinem Leben und wirft mir vor, unsere Beziehung sei langweilig. Ich bin unschlüssig, ob ich anrufen soll, um dem ein Ende setzen.

  • Fideldidel sagt:

    Bei uns ist es seit vier Tagen "so weit".
    Er eröffnete mir vor fünf Wochen, dass er momentan nicht mehr wisse, ob er mich noch liebt. Dann kam "irgendwas ist da noch". Dann sagte er weinend "ich glaube, da ist doch nichts mehr…".
    Dazu muss man sagen, dass er ein Treffen mit einer verheirateten Faru (mit Kleinkind!!!) hatte, während er auf Dienstreise war…aber nach dieser Dienstreise kam halt der Satz, dass da doch noch was wäre zwischen uns.
    Meine Therapeutin hat ihm erst mal geraten, für zwei Wochen auf Abstand zu gehen. Er wohnt jetzt 130 km weg im Haus eines Kumpels, der verreist ist…um mal in Ruhe nachzudenken, ob da noch was ist, ob er mich vermisst…und für mich gilt das Gleiche. Ich liebe ihn nach wie vor. Ich habe auch Fehler gemacht-60h gearbeitet, auch am WE, Burnout bekommen, Depressionen (die ich zu spät erkannt hab, und viele Männer haben dafür keine Antenne).
    Ich hoffe, dass wir trotz allem wieder zusammenfinden. Ich möchte ihn nicht verlieren und lasse ihn jetzt absolut in Ruhe (keine SMS, Anrufe, Mails….), um ihn nicht noch mehr von mir wegzutreiben. Mal schau’n, was es bringt…ansonsten geht die ganze Sch… mit Auszug für mich aus (gemeinsames eigenes Hasu, Tiere…).
    UND SO WEIT WILL ICH ES NICHT KOMMEN LASSEN! Ich kämpfe, aber ohne, dass er es so offensichtlich merkt…