Viele Menschen sind heutzutage mit einer komplett anderen Identität im Internet unterwegs. Da gibt es "gepimpte" Profilbilder bei den zahlreichen Social Media-Portalen oder abgefahrene "Avatare" in irgendwelchen Chaträumen. Es ist erstaunlich, welche Bandbreite einem dabei geboten wird.
Alles ist möglich, vom Kinderfoto zur Zeichentrickfigur, manche eignen sich ganz schamlos Promi- oder Model-Fotos an und nutzen sie, um ihre Identität zu – nun ja – zu optimieren. Wir alle wünschen uns wahrscheinlich tief im Inneren, wir würden besser aussehen oder könnten in diese oder jene Hülle schlüpfen. Tatsächlich scheint es so als könnten wir uns unbefangener im Netz bewegen, wenn wir mit einem Profilbild oder "Avatar" unterwegs sind, das unsere etwas zu große Nase oder den großen Pickel auf der Stirn oder die Falten um die Augen nicht zeigt. Ohne den Ballast sozusagen, der uns real hemmt.
Das hat gewisse Vorteile: Wir trauen uns womöglich Dinge zu sagen oder zu tun, die wir uns im wirklichen Leben nicht trauen würden. Weil sie meistens ohne Konsequenzen bleiben, wenn wir es wünschen. Wir müssen nicht mit unserer wahren Identität und nicht mit unserem realen Aussehen in Erscheinung treten. Das macht vieles leichter.
Aber was ist, wenn wir uns dann doch irgendwann einmal von Angesicht zu Angesicht begegnen wollen? Für die Partnersuche sollte deswegen doch lieber ein Bild gewählt werden, das möglichst nah an der Wirklichkeit ist. Alles andere wäre etwas riskant, weil es das Gegenüber in die Irre führt. Nicht gerade ein guter Start für eine dauerhafte Liebe.