Befragen Sie auch Ihr Umfeld, Sie bekommen möglicherweise ein wichtiges, aufschlussreiches Feedback.
Jeder kennt den unvermeidlichen, aber machtvollen Spruch, den schon unsere Eltern dann und wann losließen: "Was sollen denn da die Leute denken!" Ein solcher "Aufschrei" kann jegliche Flirtkompetenz im Keim ersticken.
Wir Menschen sind außenorientiert, manche mehr, manche weniger. Viele sorgen sich darum, was ihre Familie, Arbeitskollegen, Nachbarn usw. von ihnen denken. Meistens hoffen wir, dass wir im Allgemeinen von "den" anderen positiv wahrgenommen werden. Der gegenteilige Fall wäre für viele ein Grund für Depression.
Woher kommt dieses Streben? Nun, man kann davon ausgehen, dass es sowohl (a) evolutionäre als auch (b) sozialisationstheoretische Ursachen hat. Zunächst einige Worte zur "Anlage". Wahrscheinlich haben unsere Vorfahren eher überlebt, wenn sie "von sich aus" ein eher pro-soziales Verhalten zeigten. Diese Präferenz wurde wohl selektiert und ist daher bis heute präsent. Denn: Wäre es von "Natur aus" egal, was die Mitmenschen von uns halten, würden wir Probleme haben, den Alltag zu überstehen. Auf der anderen Seite (b) werden wir auch recht früh von unserem sozialen Umfeld in die Außenorientierung "geführt". Für manche Erzieher ist es entsprechend das Wichtigste, dass der eigene Nachwuchs nicht negativ aus dem Rahmen fällt.
Übertreiben es die Bezugspersonen in dieser Hinsicht, kann daraus später eine übertriebene Angst vor der Meinung der Mitmenschen entstehen. Und die hemmt unter anderem auch die Fähigkeit, "einfach so"mit anderen in Kontakt zu treten, sprich: Zu flirten. Die Wahrheit liegt natürlich, wie bei vielen anderen Dingen auch, mal wieder in der Mitte. Das heißt, eine "Mir ist alles egal"-Einstellung ist genauso kontraproduktiv wie ein "Mach es alles recht und ecke nie an"-Lebensstil. Balancieren Sie Ihre Außenorientierung bei Bedarf aus, besonders, wenn es um das Thema Flirt geht. Befragen Sie auch Ihr Umfeld, Sie bekommen möglicherweise ein wichtiges, aufschlussreiches Feedback.
Auf der anderen Seite sollte man sich auch bewusst machen, dass es unmöglich ist, keinen Korb zu bekommen. Jeder bekomme im Laufe seiner Flirt-Karriere welche. Und? Ich habe auch schon unzählige bekommen. Die "Gesamtquote" muss stimmen, mehr nicht. Man kann es eben nicht allen immer recht machen. Und das ist auch gut so. Eine übertriebene Außenwirkung darf man ruhig ablegen. Man wäre nicht der Mensch, der man ist. Stets würde man sein Auftreten an den Gesprächspartner vorauseilend anpassen. Man wäre ein Chamäleon. Und nach meiner Erfahrung sind Chamäleons auf Dauer langweilig.