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Achtung: Seitensprung-Alarm in der Karnevalszeit
Achtung: Seitensprung-Alarm in der Karnevalszeit (Kategorie: frisch-verliebt)
Die Karnevalstage sind eine Ausnahmezeit, losgelöst vom Alltäglichen können wir ausbrechen und über die Stränge schlagen. Flirtstimmung liegt in der Luft, Bützchen sind schnell verteilt - Alkohol tut sein übriges hinzu. Aber: Was als harmloser Flirt begann, bedeutet oft das Ende einer Beziehung.

"An Karneval ist alles erlaubt", sagt Ulf (36) voller Überzeugung. Dass seine letzte Beziehung an einem Seitensprung scheiterte, den er ausgerechnet in der fünften Jahreszeit begann, blendet der Zahnarzt dabei geflissentlich aus. Klar: An Karneval ist die Flirtbereitschaft enorm. Die tollen Tage seien jedoch keineswegs ein Freifahrtsschein fürs Fremdgehen, findet auch Diplom-Psychologin Lisa Fischbach: "Auch wenn Kostüme, Partystimmung und Alkoholkonsum die Hemmungen eher nehmen. Ein Seitensprung ist auch an Karneval ein Vertrauensbruch." Auch dann, wenn aufgrund eines erhöhten Alkoholkonsums Unzurechnungsfähigkeit vorlag. "Selbst in solchen Situationen entsteht beim Partner Verletzung", warnt die Psychologin. "Denn der Kopf erklärt dem Herz selten erfolgreich, dass der Ausrutscher nur an der Promillegrenze lag." Wer wie Ulf den Karneval zum Anlass nimmt, sich in fremden Betten auszutoben, sollte sich gut überlegen, was er riskiert. Denn der Vertrauensbruch bringt Enttäuschung und Verletzung für den Partner mit und führt häufig zur Trennung.

Soll ich es sagen?

Und was, wenn es doch passiert? Beichten oder verschweigen? Das müsse jeder für sich selbst entscheiden, meint Paar-Therapeutin Lisa Fischbach. "Wie wichtig war das Erlebnis? War es ausschließlich erotisch-sexuell und bleibt es unverbindlich? Dann kann es pragmatisch vertretbar sein, es zu verschweigen." Das geht aber nur, wenn man das auch mit seinen persönlichen Werten vereinbaren kann. Wer zwar bereut, aber sich trotzdem lieber in Schweigen hüllt, um die Partnerschaft nicht zu gefährden, muss die Gewissensbisse mit sich allein ausmachen. Viele gestehen Seitensprünge nur deshalb, weil sie sich ihrer Schuldgefühle entledigen wollen, laut Fischbach ein sehr egoistisches Motiv. Andere beichten, weil sie sich den Vereinbarungen der Beziehung stellen möchten. Tipp der Psychologin: "Warten Sie möglichst einen günstigen Zeitpunkt ab, der Raum und Zeit für die Reaktionen des Partners zulässt. Stellen Sie sich offen allen Fragen und seien Sie bereit, Verantwortung für Ihr Handeln zu übernehmen." Was aber, wenn der Partner nicht beichtet, ich aber einen Verdacht habe? Da hilft nur eines: Ihn oder sie zur Rede zu stellen. Im Idealfall stellt er sich den brenzligen Fragen, statt sich in ein Lügenkonstrukt zu flüchten. Vorsicht: Fragen Sie nicht nach den Details des Betrugs, sondern konzentrieren Sie sich lieber darauf, die Gründe und Umstände zu erfahren. Lisa Fischbach: "Um mit so einer Situation konstruktiv umzugehen, ist es am besten, wenn es sich um einen Ausrutscher in einer Ausnahmesituation handelt. Nehmen Sie das Ereignis dennoch zum Anlass und schauen Sie, wie es um die Erotik in der Beziehung steht. Ein Seitensprung kann nämlich auch Chance sein, latente Krisenthemen eines Paares zur Sprache zu bringen." Liegen die Probleme erst einmal offen auf dem Tisch, kann daran gearbeitet und nach eine Lösung gesucht werden. Bestenfalls profitiert die angeschlagene Beziehung davon. Das ist allerdings wirklich nur der Idealfall – ein Seitensprung ist in jedem Fall eine große Belastung für die Liebe.

Feiern ohne Reue

Grundsätzlich sollten auch in der fünften Jahreszeit die gleichen Regeln gelten, die Paare für sich festgelegt haben und nach denen sie das übrige Jahr über auch leben. Doch es geht auch anders: Marie (35) und Jan-Marc (41) haben beispielsweise vereinbart, die sonst geltenden Regeln an Karneval außer Kraft zu setzen. "Das ist für uns beide in Ordnung", beteuern beide. "So können wir uns kleine Fluchten aus der Langzeitbeziehung erlauben." Solange es funktioniert, ist dagegen nichts einzuwenden. "Sollen die Regeln für die närrischen Tage geändert oder gelockert werden, muss das aber vorher besprochen und von beiden akzeptiert werden", mahnt Psychologin Lisa Fischbach. "Wichtig ist zu klären, was man einander zugesteht und wo Grenzen sind." Ein kleiner Flirt und das eine oder andere Bützchen sind also durchaus erlaubt. Ein Freibrief zum Fremdgehen ist die ausgelassene Karnevalszeit allerdings nicht. Aber schließlich gibt es ja noch so viele andere schöne Seiten am Feiern, die man ohne Reue genießen kann.

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