Partnersuche

Der beste Freund vom Menschen? Natürlich das geliebte Haustier! Egal, ob Hund, Katze, Pferd oder Hamster - oft haben die mehr oder weniger kleinen Racker ein erhebliches Wort bei der Partnersuche mitzureden. Schließlich wird nicht mit jeder neuen Bekanntschaft das Herrchen kampflos geteilt.
Vanessa (39) hat zwei Weimaraner: "Die beiden nehmen mich ganz schön in Anspruch. Ich richte mein Leben schon ziemlich stark nach ihnen aus, wenn es um die Freizeitgestaltung oder Urlaubsplanung geht." Ein Partner müsste also schon ziemlich tolerant sein oder ihre Interessen teilen. "Manchmal denke ich, ein Mann hätte gar keine Chance neben den beiden noch einen Platz in meinem Leben zu finden", sagt Vanessa.
Haustierhalter haben unterschiedliche Motive: Für manch einen ist es ein Hobby, den Königspudel auf Ausstellungen prämieren zu lassen, ein anderer unterhält seine kleine Menagerie aus reiner Tierliebe, wieder ein anderer sieht im Kätzchen einen Kind- oder Partnerersatz oder ein Mittel gegen die Einsamkeit. Insbesondere für Singles haben Haustiere oft eine besondere Bedeutung. "Durch die Anwesenheit eines Lebewesens fühlt man sich weniger allein", erklärt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach. "Gerade Hunde und Katzen sind Tiere, die als Gegenüber Fürsorge, Pflege und Aufmerksamkeit brauchen und viel mit ihren Herrchen in Kontakt treten. Sie vermitteln das Gefühl, gebraucht zu werden, spenden Wärme, man kann mit ihnen kuscheln und intensiv in Interaktion gehen."

Vanessa machte anfangs den Fehler, ihre Hunde nicht zu erwähnen. "Ich dachte, es wirkt vielleicht abschreckend, wenn ich das gleich auf den Tisch packe", sagt sie. Doch das erwies sich als Eigentor, denn irgendwann schlug die Stunde der Wahrheit und die war meist ernüchternd: "Einer hatte eine Hundeallergie, ein anderer war passionierter Segler und die meiste Zeit des Jahres auf seinem Boot unterwegs. Das hätte niemals gepasst." Also lieber Klartext reden. Das empfiehlt auch die Psychologin: "Haustiere sind zwar weit verbreitet, aber wenn ein Tier viel Aufmerksamkeit braucht und einschneidende Wirkung auf den Alltag hat, sollte es möglichst gleich kommuniziert werden." Und wenn ein Tierfreund einen anderen trifft, so kann das durchaus eine verstärkende Wirkung haben. So wie bei Dirk (41) und Susanna (36), beide passionierte Reptilienfans: "Wir haben schon beim ersten Date darüber gewitzelt, zusammenzuziehen und ein riesiges Terrarium einzurichten." Keine vier Monate später war es so weit und die beiden schreiben inzwischen ein Handbuch zur richtigen Haltung.
Umgekehrt kann so etwas jedoch auch abschreckend wirken. Wenn das Gegenüber keinen Bezug zu Tieren oder der Rasse hat oder wenn gar Phobien oder eben Allergien vorliegen. Das geht selten gut und endet oft im Dauerstreit. Dirk berichtet von seiner Ex, die sich vor seinen Echsen ekelte, aber ihr Chihuahua durfte nachts in ihrem Bett schlafen. "Von mir erwartete sie Toleranz, aber sie hat total geblockt, wenn es um meine Tiere ging." Kein Wunder, dass diese Beziehung nicht lange hielt. Lisa Fischbach: "Je spezieller die Tiere, umso mehr Unsicherheiten, Berührungsängste oder Antipathien können sie bewirken."
Vanessa hat inzwischen ein Foto mit ihren beiden "Weimis" im Profil eingestellt. "Wer eine intensive Beziehung zu seinem Haustier hat, sollte dies ruhig so dokumentieren", sagt auch Psychologin Fischbach. "Das schafft Klarheit und hat viel Aussagekraft. Außerdem signalisiert es sofort: Man bekommt mich nur mit meinem Haustier."
Wenn es funkt, sollten Sie auch so früh wie möglich so konkret wie möglich darüber sprechen, wie der Umgang mit dem Haustier in der Beziehung ablaufen soll. Das ist besonders bei Tieren wie Hunden oder Katzen wichtig, die viel Aufmerksamkeit und Zeit beanspruchen. So ersparen Sie sich lästige Diskussionen über das Gassigehen, die Urlaubsplanung oder die Platzierung des Katzenklos.
Wer auf einen Haustierhalter trifft, der sollte also gleich damit rechnen, dass das Gegenüber nur in dieser Kombination zu haben ist. Aber zum Glück ist es bei über 23 Millionen Haustieren, die in Deutschland leben, nicht so ungewöhnlich, dass Gleichgesinnte aufeinander treffen oder zumindest eine gewisse Toleranz vorhanden ist.
Annette Riestenpatt
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