Partnersuche

Liebe auf den ersten Blick? Eine wunderbare Vorstellung. Doch 46 Prozent der Deutschen haben sie noch nicht erlebt. Die meisten Paare finden sich also beim ersten Treffen gar nicht so toll. Und doch hat es bei ihnen gefunkt. Diplom-Psychologin Lisa Fischbach mit ihren Tipps für den zweiten Eindruck.
Bei der ersten Begegnung mit einem Menschen sammeln wir blitzschnell Informationen über die Person, der wir gegenüberstehen. Unbemerkt läuft eine Reihe biochemischer Prozesse ab - oft entscheidet sich in den ersten Sekunden, ob ein Mensch potenziell als Partner in Frage kommt. Konnte das Gegenüber diesen ersten unbewussten Check bestehen, heißt das aber nicht, dass wir sofort für ihn entflammen und auf Wolken schweben. Sondern, dass eine Tür geöffnet wurde, durch die ein Weg in eine mögliche Partnerschaft führt. Doch das ist gar nicht unbedingt so offensichtlich: Genau hinschauen ist angesagt!

US-Wissenschaftler wollten wissen, wie entscheidend der erste Eindruck eigentlich ist und starteten ein Interview - direkt vor dem Standesamt. Hie fragten sie Frischverheiratete nach dem ersten Eindruck, den sie beim Kennenlernen von ihrem zukünftigen Partner hatten. Die Überraschung: 20 Prozent hegten im ersten Moment keine offenkundigen Sympathien für den Menschen, mit dem sie nun den Rest ihres Lebens teilen wollten. Die Liebes-Hotspots legen nahe, dass sich ein allmähliches Kennenlernen positiv auf eine Beziehung zu einem Menschen auswirkt: Es funkt am Arbeitsplatz, unter Kollegen. Oder im eigenen Freundeskreis. Weil man die wahren Qualitäten eines Menschen nicht auf einen Blick erfassen kann, sondern die wahren Werte erst mit der Zeit zutage treten. Charakterstärke, Zuverlässigkeit und Tiefsinn offenbaren sich eben nicht auf den ersten Blick.
"Besonders, wenn Sie jemanden über das Internet kennenlernen, empfiehlt sich ein zweiter Blick.", rät Diplom-Psychologin Lisa Fischbach. Denn beim Online-Dating haben Sie bereits vor dem ersten Treffen Hinweise darauf sammeln können, dass es sich lohnen könnte, genauer hinzuschauen. Die Matchingpunkte verraten, dass Sie gut zueinander passen könnten, per E-Mail fanden Sie einander sympathisch, am Telefon haben Sie angeregt miteinander gesprochen. Die Realität entscheidet zwar - doch Nervosität oder ungünstige Rahmenbedingungen können den ersten Eindruck verfälschen.

"Wenn Sie also nicht ganz sicher sind, was das Treffen in Ihnen ausgelöst hat, geben Sie dem ersten Eindruck doch einfach eine zweite Chance!", so Lisa Fischbach. Die berühmte Liebe auf den ersten Blick ist nicht die Regel. Und sie entpuppt sich oftmals lediglich das Gefühl, sich physisch zum anderen hingezogen zu fühlen. Diesem Erleben entspringen oft leidenschaftliche Empfindungen, die aber nicht als Grundlage einer Beziehung dienen können. "Partnerschaftliche Verbindungen brauchen vor allem Zeit und Vertrauen", bestätigt Lisa Fischbach.
Fragen Sie sich: Was erwarten Sie von einer Beziehung? Wie passt dieser Mensch in diese Sichtweise? Wer sich in Selbstreflexion übt, erweitert die eigene Perspektive und kann das eigene Beuteschema entlarven - das Sie womöglich in der Partnersuche einschränkt und den Grund für Ihre bisherigen Enttäuschungen bildet. "Geben Sie sich und Ihrem Gegenüber etwas mehr Zeit. Sie können nur davon profitieren." rät Lisa Fischbach.
Saskia Balke, Redaktion
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