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Verliebt und glücklich sein - So geht's?

Interview: "Das Glück und die Liebe"

Interview: Glück und die Liebe

Dominik Dallwitz-Wegner ist Dipl. Soziologe, Marktforscher, Redner und Autor im Bereich Glücksforschung, Vermittler zwischen Wissenschaft und Praxis, unter anderem im Vorstand des Europäischen Netzwerks für Positive Psychologie (ENPP) und Entwickler der Gluecksakademie.de.





Herr Dallwitz-Wegner, zu welchem Zweck haben Sie die GlücksAkademie gegründet?

Ganz einfach: Weil die Deutschen etwas mehr Glück und Zufriedenheit gut vertragen können. Gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise ist es wichtig, aus sich selbst heraus stabil und leistungsfähig zu sein. Was Glück und Zufriedenheit angeht, gibt es immer noch eine große Lücke zwischen einerseits den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Psychologie, Wirtschaftswissenschaften, Neurologie usw. und andererseits unserem täglichen Leben. So als hätte man das elektrische Licht erfunden, aber nur wenige machen es an. Die GlücksAkademie ist eine Internet-Plattform, die beide Welten zusammen bringt. Die GlücksAkademie soll Ihnen persönlich einen Nutzen bringen und damit der Gesellschaft.

Glücksbücher auf den Bestsellerlisten, Titelthemen in den großen Zeitschriften, das Schulfach Glück - warum ist das Thema Glück gerade so in Mode?

Glück ist seit Jahrtausenden immer wieder in Mode, unter unterschiedlichen Namen. Das 21. Jahrhundert bringt eine neue Qualität. Bisher war man oft der Meinung, dass Glück zu individuell sei, um überhaupt etwas darüber sagen zu können. Heute weiß man, dass es zumindest einige Grundlagen gibt, die uns gemeinsam sind. Das Besondere der jetzigen Situation ist, dass sich sehr viele Richtungen mit dem Glück beschäftigen. Das sind nicht nur Philosophie, Esoterik oder Religionen, sondern auch die Wissenschaften.
Hinzu kommt noch, dass wir eine Zeitspanne "äußerlichen Glücks" hinter uns haben. Wir entdecken heute wieder, dass unser eigenes Glück zu einem großen Anteil aus uns selbst heraus entsteht und dass wir etwas dafür tun können.

Welche Vorteile hat es, ein glücklicher Mensch zu sein? Bin ich dadurch gesünder oder erfolgreicher?

Die Liste der durch Forschung belegten Vorteile eines glücklichen Lebens ist lang. Es wurde gezeigt, dass Glück die Abwehrkräfte stärkt, gesünder, beliebter, sozialer und wohltätiger, produktiver und widerstandsfähiger für Krisen macht, Energie für den Alltag bringt und sogar das Leben verlängert. Glückliche Menschen werden als attraktiver wahrgenommen und sind eher verheiratet.

Gibt es Untersuchungen, die zeigen, ob Frauen oder Männer die glücklicheren Menschen sind?

In modernen Gesellschaften sind Frauen und Männer etwa gleich glücklich. Weltweit gesehen kommt es jedoch stark auf die Umstände an. Angst, Unterdrückung oder deutliche Benachteiligung sind für beide Geschlechter Glückskiller, treffen aber leider oft eher die Frauen.

Wie werde ich ein glücklicherer Mensch? Sicherlich nicht durch den heiß ersehnten Lottogewinn oder die Weltreise?

Auch der Lottogewinn oder die Weltreise machen glücklich - aber leider nur kurz. Viele dieser großartigen Ereignisse haben das gleiche überraschende Schicksal: Wir gewöhnen uns schnell daran. Um ein zufriedener Mensch zu werden, sollten Sie sehen, dass Sie selbst zu einem entscheidenden Teil für mehr Glück und Zufriedenheit verantwortlich sind. Ob gute oder schlechte Dinge geschehen, es kommt auch immer darauf an, wie Sie damit umgehen.

Kann man lernen, sich und das Leben positiv zu sehen? Wie werde ich glücklich?

Glück lässt sich ähnlich trainieren, wie der Körper. Stellen Sie sich vor, Sie hätten noch keine besondere Lauferfahrung und möchten sich auf einen Stadtlauf vorbereiten. Vielleicht lesen Sie Bücher, fragen Freunde oder engagieren sogar einen persönlichen Trainer. Dann geht es ans tatsächliche Üben. Am Anfang sind die Laufbewegungen ungewohnt. Aber je häufiger Sie trainieren, desto leichter fällt ihnen der Rhythmus der Bewegung, desto besser ist Ihre Kondition. Bei Einstellungsänderung hin zu mehr Glück und Zufriedenheit ist es ganz ähnlich. Finden Sie vor allem einen Weg, der Sie immer wieder belohnt, der Ihnen Spaß macht. Trainingsmöglichkeiten finden Sie z.B. in der GlücksAkademie.

Eine amerikanische Studie besagt, dass Optimisten die glücklicheren Beziehungen führen. Wie dürfen wir dieses Ergebnis verstehen?

Optimismus ist eine bestimmte Einstellung. Es geht nicht darum, immer alles positiv zu sehen. Es geht darum, sich an dem Erreichten zu freuen, daran zu glauben, Ziele erreichen zu können oder bei Schwierigkeiten Lösungen zu suchen. So können Sie auch Ihre Beziehung bereichern.

"Pessimisten küsst man nicht." Stimmt das?

Ein schöner Buchtitel von Martin Seligman, der oft als Begründer der positiven Psychologie bezeichnet wird. Richtiger sollte man sagen: Pessimisten werden seltener geküsst.

Kann Pessimismus auch mal nützlich sein?

Pessimismus eher nicht, aber Realismus. Sie wissen selbst, wie häufig Dinge schief gehen, sich schlechter entwickeln als erwartet, oder Krisen über einen hereinbrechen wie ein Tsunami. Man kann diese Dinge nicht wegleugnen oder sie verhindern. Pessimismus hilft hier auch nicht weiter. Aber wenn Sie die negativen Seiten realistisch betrachten und dann optimistisch an Lösungen herangehen, sind Sie eher dazu in der Lage, aus Krisen zu lernen und das Beste aus jeder Situation zu machen. Sie sollten sich durch Training stärken.

Herr Dallwitz-Wegner, wir danken für das Gespräch!

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