Trennungsblog: Alles zum Thema

Trennung

Die übereilte Trennung

Geschrieben am 16.04.10 um 11:13 Uhr

Die übereilte Trennung

Raus, raus, raus... Kennen wir nicht alle das Gefühl, fliehen zu müssen, wenn die Beziehung einem scheinbar die Luft zum atmen wegschnürt? Mir ging das häufiger so und ich habe mich meistens beherrscht. Habe mich zurück genommen. Eine lange Sekunde darüber nachgedacht und dann bin ich doch geblieben.




Ja, ihr habt richtig gelesen. Meistens. Das heißt, manchmal habe ich auch die Flucht ergriffen. Die nötigsten Klamotten in die Tasche gepackt und nichts wie weg, weg, weg....  
Der Partner sieht das meistens mehr als Krise, aber meiner Erfahrung nach ist das oft ein Fehler. In 50 Prozent dieser Fälle kommt der andere nämlich nicht mehr zurück. So ein Befreiungsschlag ist von Natur aus etwas, dass einen FREI fühlen lässt. Und wir  alle lieben Freiheit, oder? Natürlich liegen dann die Lieblings-CDs beim Ex, der Computer ist auch noch da. Die Freunde, die am Freitag zum Essen kommen, wissen nix davon und die Post geht leider auch noch in die gemeinsame Wohnung. Man hat halt erstmal seinen Arsch gerettet. Ordentlicher ist das eigene Leben deshalb nicht geworden.  
Warum so was nicht immer gut sein muss, liegt auf der Hand: Der wichtige Brief ist schnell mal weg und der weiße Anzug zufällig bei der Farbwäsche gelandet. Freunde rufen ständig noch unter der alten Nummer an. Es ist alles in allem nicht sehr angenehm. Oder stilvoll. Man kommt halt aus dem Gefängnis raus. ein Gefühl, als ob man aus einem Knast ausbricht. Irgendwie raus und dann rennen.  
Empfehlenswert? Nun, das kommt drauf an vor was man flieht, würde ich sagen.  
Wie alles im Leben ist auch das eine "Kosten-Nutzen"-Rechnung. Nur macht die nicht der Kopf. Nein, noch nicht einmal der Bauch redet mit. Es ist dieses kleine Männchen (oder Weibchen), das uns zuflüstert, wir sollen rennen, wenn es brenzlig wird. Die Evolution hat uns mit einem solchen Verhalten ausgestattet, damit wir besser klar kommen. Funktioniert auch in Beziehungen. Überlebensinstinkt wird das genannt.

1 Kommentare (älteste zuerst)

Peter (19.04.10 16:05)

Ich bin jetzt zum zweiten Mal verheiratet - seit 8 Jahren. Wir waren eine Pachworkfamilie, dadurch gab es viel Krach. Ich habe 100mal an Trennung gedacht, aber nie vollzogen. Ohne meine Frau wollte ich nicht sein.
Na ja zum Schluss hat sich meine Frau getrennt und ich leide wie ein Hund. Wir haben es noch einmal in getrennten Wohnungen versucht, aber es hat nicht geklappt. Hat man sich einmal getrennt, sollte man dabei bleiben.

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Experte

Sebastian Leyendecker

Autor

Sebastian Leyendecker ist eigentlich Jurist und veröffentlichte verschiedene Texte zu allem, was ihm interessant erscheint. Seine Biographie legte nahe, einen Blog über Trennungen zu schreiben. Denn er glaubt, man müsse über Dinge schreiben, die man selber erlebt hat ...


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