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Die geplante Trennung

Die geplante Trennung

Nun, letzte Woche redeten wir über die überstürzte Trennung. Etwas wofür ich ein wenig Sympathie aufbringen konnte. Dieses Mal gehen wir deshalb auf etwas ein, was weniger nett ist. Die geplante Trennung. Meistens laufen die ungefähr so:

Erst streitet man sich wochenlang. Dann plötzlich wird alles ruhig. Für das Buchen vom gemeinsamen Urlaub hat der Partner auf einmal keine Zeit. Das neue Sofa? Oh, vielleicht später. Kinderwunsch? Och, das sollten wir vielleicht in etwas ruhigeren Zeiten diskutieren. Dann fährt man ein Wochenende weg. Und am Sonntag findet man einen Brief vor und die Hälfte der Sachen sind einfach verschwunden. Er/Sie ist weg. Man ist allein. Und hat das bis zur letzten Sekunde nicht einmal geahnt. Es gehört wohl zu den Alpträumen aller Beziehungsmenschen.  

Dann beginnt das große Spiel, zu rekonstruieren wie der Plan beim Partner entstand. Wozu dies diente und was damit vorbereitet wurde: Hat sie letzte Woche davon erzählt, dass ihre Sachen ins Büro sollten? Wurden Schulden beglichen? Hat er seine Lieblingssachen plötzlich zu seinen Eltern gebracht? Hat er sich das Wochenende frei geschaufelt und ganz nebenbei gefragt, was in der Küche eigentlich wem gehört?  

Am schlimmsten werden die Dinge, die man plötzlich realisiert und als Abschiedsrituale versteht. Ging es im Bett noch einmal besonders hoch her? Oder hat jemand plötzlich eine Woche lang Migräne gehabt? So etwas tut weh. Hatte man versprochen etwas zu tun? Eine Wand wird gestrichen und ein Regal gebaut. Bei betuchten Trennungsplanern ist es ein Kleinwagen, der gekauft wird. Ein Computer wird fertig gemacht und dabei all persönlichen Daten des sich Trennenden gelöscht? Sicherheitskopien werden von allem gezogen. Termine abgesagt. Und dann ist er weg. Oder sie. Ohne Spur. Ohne Probleme. Keine umständlichen Trennungsdialoge. Der Partner hat alles durchdacht. Und einen mit präziser Effizienz aus dem Leben rationalisiert.

Wem solche Leute nicht unheimlich sind, dem kann ich auch nicht helfen.