
51,57Prozent aller Ehen, die in den zehn letzten Jahren geschlossen wurden, sind geschieden. 26,7 Prozent aller Frauen geben Untreue als Trennungsgrund an. 12,7 Prozent aller Paare haben einen gemeinsamen Kinderwunsch.
Jede zweite Beziehung, die dieses Jahr zustande kommt (also 50 Prozent), trennt sich in den nächsten 18 Monaten. Jede zweite Frau denkt über Untreue nach. Einer von fünf Männern genießt außerehelichen Sex mit Prostituierten. Andere Statistiken sagen, einer von 20. Kein Mann hat sich laut Statistik jemals getrennt, weil er seine Freundin unattraktiv fand. Keine Frau hat ihren Kerl je für einen mit mehr Geld verlassen. Sagt die Statistik. Statistiken sind so was wie ein großes Hobby von Singles. Statistiken lügen natürlich, dass sich die Balken biegen und spiegeln meistens nur Objektivität vor. Irgendwer stellt sich vor H&M in die Fußgängerzone und fragt Kiddies die vorbeigehen zu ihrem Beziehungsleben und wir sollen dann daraus Erkenntnisse über unser Sexual- und Beziehungsleben gewinnen? Ja, klar.
Aber ein weiser Funke liegt in Statistiken: Wir alle sind nur Sandkörner im Getriebe. Wir sind nur einer von vielen. Wir sind im Zweifel nur eine Zahl. Und egal wie einzigartig wir uns vorkommen, wie großartig oder schrecklich, wie individuell unsere persönliche Leidensgeschichte zu sein scheint...sie ist irgendwann irgendwem so ähnlich passiert. Sie ist eine Statistik, die noch nicht geschrieben wird.
Es ist unser Ego, unser Glaube, eine wertvolle Schneeflocke zu sein, die uns immer glauben lässt, wir seien das Zentrum der Welt in unserem Leid. Wir würden mehr leiden, schlimmer dran sein etc.
Sechs Milliarden Menschen auf dieser Welt denken wahrscheinlich gelegentlich so. Und das macht den Gedanken, man sei ganz besonders, wahrscheinlich zum größten Klischee der Menschheitsgeschichte. Selbstliebe. Was hat das mit Trennungen zu tun? Eine Menge! Denn: Das ist der Moment, in dem diese eigenen Wichtigkeit gegen einen umschlägt. Das Leid wird ebenso groß wie man selbst es vorher war. Der Ärger, die Tragik. Alles erreicht epische Ausmaße. Manchmal mehrmals im Jahr. Alle paar Jahre zumindest. Und hat man den Partner fürs Leben gefunden, denkt man selten zurück an jene biblisch großen Leidensgeschichten. Man hat sie komischerweise vergessen. Hält man das je für möglich? Während man mitten in der Trennung steckt? Nein!
Deshalb wollte ich mit dem Trennungsrechner 2010 Euch und mich mal kurz daran erinnern, dass wir übermorgen eine geschätzte Zahl in einer Statistik sind. Mehr nicht!