Geschrieben am 05.05.10 um 17:14 Uhr

Nun, diese Woche reden wir, aus gegebenem Anlass wie man so schön sagt über Trennungen direkt, nachdem man zusammen gezogen ist. Der Autor dieses Artikels hält sich zurzeit für sehr nah am Thema.
Er hat gerade am Tag des Einzugs mit seiner Freundin ... na ja ... sie sind nicht mehr zusammen. Ich sitze hier, sie nicht. Ich denke, sie hat Schluss gemacht.
Der, der geht, macht halt immer Schluss. Es sei denn, man hat ihn rausgeworfen. Richtig? Zumindest das ist leicht und klar zu trennen bei Trennungen nach dem Zusammenziehen.
Was passiert da eigentlich? Schließlich passiert das häufiger als man denkt. Nähe, Illusionen, Realitätscheck? Freiheit weg? Stress da? Die täglichen Marotten des anderen? Ja! Nein! Zu viel von allem, denke ich. Zu wenig von den Dingen, die das Ganze zu einer guten Erfahrung machen. Übermäßige Nähe verstärkt halt auch einfach alles ins Unerträgliche, was man vorher gar nicht so sehr als Problem sah. Und dass man einer Situation nicht mehr entkommt, kann ja durchaus dazu führen, dass man plötzlich zum ersten Mal darüber nachdenkt. Ich habe dabei die irrsten Geschichten gehört: Ein Paar zieht nach zehn Jahren eine Woche auf Probe zusammen. um später diesen Schritt konsequent zu gehen - und trennt sich dann für immer. Besser fand ich die Juristin, die ein Jahr im siebten Himmel schwebte, mit ihrem Engel zusammenzog und dann nach 24 Stunden begann, aus Jurabüchern eine Mauer im Zimmer zu ziehen, daraus wieder zwei Wohnungen zu machen. Ich selbst habe es selten bis zum Einzug geschafft. Der Gedanke war schon ein Killer. Wahrscheinlich schaltet der Wunsch nach gemeinsamer Zukunft, den Teil des Verstandes, der für konstruktive Kritik zuständig ist, einfach aus. In jedem Falle ist der Schritt, der eigentlich der nächste sein sollte, oft der letzte.
2 Kommentare (älteste zuerst)
Susanne (25.05.10 16:51)
Ja, das mit dem Zusammenziehen ist so wie "jetzt wird es ernst". Das sollte man eben erst, wenn man sich entschieden hat, auch in schwierigen Zeiten mit dem Menschen sein Leben zu teilen. Es ist nun mal nicht alles "eitel Sonnenschein", wenn man zusammenlebt. Spätestens wenn man Kinder hat, wird dies unweigerlich deutlich. Die haben auch eigene Vorstellungen von Wohnung - Raumgestaltung - und ganz besonders von meiner Zeiteinteilung. Und da kann ich dann auch nicht einfach ausziehen, wenn ich merke, irgendwie gefällt mir es nicht. Ich wünsche Euch echt viel mehr Mut zu dem Experiment: Beziehung und Zusammenleben. Denn es macht auch sehr viel Spaß, einen anderen Menschen von allen Seiten kennen zu lernen und ihn dann auch zu lieben und zu respektieren, wenn er vielleicht nicht zu 100% meinen Vorstellungen entspricht. Aber das ist das Wagnis: Beziehung leben.
Wünsche Euch viel Mut dazu. Gruß Susanne
Christiane Wege (08.05.10 16:22)
Ja und Nein ergibt ein "Jaein."
Was aus diesem Text zu entnehemen ist, wissen wir doch leider schon. Nur weshalb ist es so und nicht anders. Ist es das verlernte Miteinander, weil zu "lange Single"? Wäre es nicht gerade an dieser Stelle notwendig, wieder Artikel zu verfassen, die uns neuer Singlegeneration wieder Wege eröffnet, wie genau es zu schaffen ist, solche kleinen Monster in der Zimmerecke "Beziehungskiller" zu bewältigen.
Gruß C***