Geschrieben am 09.04.10 um 10:24 Uhr

Beginnen wir mit einem Witz: Die Gattin des US-Präsidenten Calvin Coolidge (1872 - 1933) besuchte einst einen Musterhof und wunderte sich darüber, dass es nur einen einzigen Hahn gab.
Aber der vollziehe doch den Paarungsakt bis zu zwölf Mal am Tag, wurde ihr erwidert - woraufhin sie gesagt haben soll: "Sagen Sie das meinem Mann!" Als der Präsident von dieser Geschichte erfuhr, fragte er: "Jedes Mal dieselbe Henne?" Die Antwort lautete, es sei jedes Mal eine andere - worauf der Präsident entgegnete: "Sagen Sie das meiner Frau."
Die Wissenschaft spricht deshalb vom Coolidge-Effekt, wenn das sexuelle Interesse an einer Sexualpartnerin zurückgeht, jedoch von einer anderen wieder angefacht werden kann. Ein Phänomen, das bei vielen Säugetieren, beispielsweise Ratten, Stieren, Ziegen- und Schafböcken, durch zahlreiche Studien nachgewiesen wurde. Und tatsächlich sinkt auch in unserer westlichen Welt die Häufigkeit des Sexualverkehrs mit der Dauer der Beziehung. Dennoch ist die Sache bei uns Menschen ein wenig anders gelagert: Ist das sexuelle Interesse erlahmt, lässt es sich mit Hilfsmitteln wie Dessous oder erotischen Accessoires durchaus wieder entfachen. Französische Forscher wiesen nach, dass das männliche Hirn in Sachen sexueller Erregung großen Wert auf das Visuelle legt.
Frauen legen weniger Wert darauf, bzw. sind nicht so abhängig davon. Sie können ihr Begehren besser zügeln, während Männer "keine Wahl" haben - sie sind erregt. Aufgrund ihrer Sexualpsychologie sind Männer also eher geneigt, sexuelle Abwechslung zu suchen. Und solange sie dabei kein großes Risiko eingehen, streben sie außerehelichen Sex an. Das nahm sogar schon der berühmte Sexualforscher Alfred Kinsey in den 1940er Jahren an.
Wenn Männer also könnten und dürften, wie sie wollten, dann wäre wohl nahezu jeder Mann promisk. Dass es nicht so ist, dafür ist in erster Linie unsere Gesellschaft und unsere Kultur verantwortlich. Nicht immer und überall macht Gelegenheit auch tatsächlich Diebe. Und: Manch ein Mann möchte zwar gern die verbotenen Früchte konsumieren, hält sich aber aus Gründen der Moral, des Respekts gegenüber der Partnerin oder aus Furcht vor den Konsequenzen lieber zurück.
2 Kommentare (älteste zuerst)
Jouir (10.05.10 13:19)
Schon komisch. Da berichtet die Anektdote wie unterschiedlich Männer und Frauen denken, wie unterschiedlich die Gerhirne gefühlsmäßig funktionieren... Ich hab grinsen müssen, als ich die Geschichte las. Ich hab irgendwie sofort den parabelhaften Charakter der Geschichte erkannt.
Amelie nimmt sie dagegen eher wörtlich. Sie findest das Hühnerhofbeispiel unpassend. Sie präferiert dagegen lieber monogame Tiere wie Elefanten oder Wale. Ich geh davon aus, dass Hähne also eher polygam sind... Hab mir noch nie Gedanken darüber gemacht. Auch nicht über die Sexualität von Elefanten oder Wale.
Aber Amelie geht noch weiter... Sie verweist daruf, dass zuviel Sex zu Verhaltensänderungen führt und zu Lasten der Kindererziehung geht.
Ich werte ihre Aussagen überhaupt nicht! Im Gegenteil! Aber ich finde, ihr Kommentar unterstreicht 100%ig die besagte Anekdote. Genauso wie meiner! Nämlich: Männer und Frauen funktionieren emotional und rational völlig unterschiedlich...
Annelie K. (12.04.10 19:36)
Was wäre gewesen, wenn das US-Präsidentenpaar statt einen Hühnermusterhof zu besuchen, eine Seereise gemacht hätten, und ihnen gelungen wäre, Waale zu beobachten, die wie die meisten hochentwickelten Tiere: Adler, Störche oder Elefanten monogam sind. Vielleicht könnte sich die Wissenschaft mal mit diesem Phänomen befassen.
Habe vor Jahren im Stern einen sehr interessanten Artikel gelesen. Es ging um Verhaltensveränderungen bei Wildtieren, die sich in der Nähe menschlicher Siedlungen niederlassen: Vögel, die dauernd balzen und die Brutpflege vernachlässigen. Das wurde mit den unnatürlichen Lichtverhältnissen erklärt, die die Hormone durcheinander bringen.