
Sie haben sich getrennt und jetzt tut es Ihnen leid? Was war der Grund? Oft höre ich in meiner Praxis dann: "Ich wollte noch mal was anderes erleben, ich hatte Angst, etwas zu verpassen, wenn ich am Ende nur diesen einen Partner hatte."
Dieser Gedanke ist durchaus verständlich. Zum einen vermag man vielleicht nicht einzuschätzen, ob der Partner denn wohl "gut genug" ist oder nicht, wenn man keinen Vergleich hat. Zum anderen ist es wohl ein menschlicher Mechanismus, dass man häufig nicht mehr zu schätzen weiß, was einfach "da" ist. In einer langjährigen Beziehung etablieren sich zwangsläufig gewisse Selbstverständlichkeiten, sodass man sich irgendwann gar nicht mehr vorstellen kann, wie es wäre, wenn sie nicht da wären. Erst wenn der vertraute Mensch, über den ich mich vielleicht im Alltag auch häufig geärgert habe, auf einmal nicht mehr da ist, erkenne ich, was er mir bedeutet und was er mir an Zuwendung gegeben hat.
Das erreichen Sie beispielsweise durch folgende Verhaltensregeln bzw. Aktivitäten:
- Fahren Sie getrennt in den Urlaub. Sie haben dann die Chance, auch mal wieder Sehnsucht nacheinander zu spüren und schätzen zu lernen, was Sie am anderen haben. Das soll natürlich nicht heißen, dass Sie dabei keinen Spaß haben sollen. Im Gegenteil: Es gibt Ihnen die Gelegenheit, im Urlaub einfach mal das zu tun, worauf Sie Lust haben und wozu Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin in einem gemeinsamen Urlaub niemals bewegen könnten. Vielleicht machen Sie dann eine Motorradtour mit den Kumpels oder einen Wellness-Urlaub mit Ihrer besten Freundin. Wenn Sie zurückkommen werden Sie sich auch endlich mal wieder etwas Neues zu erzählen haben.
- Falls Sie Kinder haben, rate ich Ihnen: Stellen Sie ruhig auch mal Ihre Partnerschaft in den Mittelpunkt. Wenn Sie irgendeine Möglichkeit haben, die Kinder von jemand anders betreuen zu lassen (Großeltern, Babysitter, Freunde), gönnen Sie sich zwischendurch ein Wochenende zu zweit. Sie werden feststellen, wie gut das Ihrer Partnerschaft tut und wie sich das auch positiv auf Ihr Familienleben auswirken wird. Denn: Wenn es den Eltern gut geht, werden meistens auch die Kinder zufriedener sein.