1. Frage:
    Gefragt am: 28.05.2010, 22:59 von Gast
    Wie erkenne und durchbreche ich mein (fatales) "Auswahlmuster" bei der Partnerwahl?
    Dass jeder ein (meist unbewusstes) Muster/Raster in sich trägt, das ist wohl unbestreitbar. Wenn es nicht (zumindest auch) an Äußerlichkeiten festgemacht werden kann und auch sonst nicht allzu eindeutig ist, WAS "er" (oder bei Männern:"sie") haben muss, damit man "anspringt" - wie kann ich das trotzdem erkennen und es durchbrechen? Bisher bin ich mit meiner "Auswahl" eher auf die Nase gefallen: Männer, die nicht wirklich eine Beziehung wollen, aber anderes schon... Soll ich jetzt bewusst Männer fokussieren, die zunächst mal "nichts" in mir auslösen, mich nicht explizit anziehen? Einfach, um mal was anders zu machen... und ein eventuell total kontraproduktives inneres Muster zu umgehen? Hat sich schon mal jemand so - glücklich - verliebt? Man sagt doch immer: dass man oft blind ist für viele Meschen, und nur sieht, was man schon kennt (eben bestimmte Typen und die Art und Weise wie sie auf einen zugehen)... sollte man sich ganz bewusst nach etwas anderem umsehen?
    Antworten:
  2. #1 Gast
    29.05.2010 08:44
    Liebe FS, das íst ein weites Thema der Psychologie - und mal so schnell sicher nicht zu lösen. Es hat ja einen Grund, warum Du Dir diese Männer aussuchst - vielleicht auch eine Bindungsangst, die Du bei Dir noch nicht gesehen hast? Oder hat es mit Deiner Selbst- und Eigenliebe zu tun, die vielleicht nicht da ist - oder mit Deiner eigenen Vorstellung von Deinem Wert. Im Außen holt man sich da nur die Bestätigungen von dem, was in einem selbst ist.

    Viel Glück
    w/48

  3. 29.05.2010 11:57
    Nein, ich würde nicht empfehlen, Deine Authentizität bei der Partnerwahl abzulegen und Dich zu verstellen oder künstlich anders zu selektieren -- das wäre in meinen Augen ganz sicher ein Fehler.

    Ich rate stattdessen dazu, länger und sorgfältiger zu prüfen: Also natürlich sollen die Männer in Dir das "gewisse Etwas" auslösen, aber Du musst Dich ja nicht gleich hingeben. Lege ZUSÄTZLICH Wert darauf, dass auch Eure Freizeitinteressen und Ansichten und Wertvorstellungen harmonieren. Mach also etliche Tagesausflüge mit dem Kandidaten, paludere viel über Gott und die Welt, schaue, ob über die offensichtlich sexuelle Anziehung auch noch andere Bereiche kompatibel sind und Ihr wirklich Spaß zusammen habt, also das platonische Zusammensein bereits genießt, Euch aufeinander freut und die Tage schnell vergehen.

    Erst wenn das gegeben ist, dann lasse Dich auf Intimitäten und Partnerschaft ein. In dieser Anbahnungsphase kannst sowohl Du als auch der Kandidat sich seiner Gefühle sicher werden und die wirklichen Draufgänger und wertlosen Männer werden bei der intensiven Kennenlernphase auch abspringen oder beim Plaudern, beim Austauschen von Wertvorstellungen nichts zu bieten haben oder aber anderer Meinung sein. Jeder kann sich in einem Fünf-Mnuten-Gespräch verstellen, aber kaum einer über viele Tage.

    Kurz gesagt: Sage Du nur ja, wenn sowohl Dein Herz (Gefühle der Verliebtheit) als auch Dein Kopf (vernunftmäßiges Erkennen der Kompatibilität) aufrichtig ja sagen können.

  4. #3 Gast
    29.05.2010 13:17
    Also ob du bewusst dich nach was anderem umsehen solltest, kann ich nur mit JA beantworten. Jetzt allerdings nicht, damit die Paria in der Gesellschaft an ein "Model" kommen, sondern dass du dein Sieb grobmaschiger gestalten kannst. Es gibt bestimmt Leute, mit denen du dir schon gleich mal so gar nicht vorstellen kannst eine Beziehung einzugehen, aber kein Problem hättest deine Freizeit mit ihnen und deren Freunde zu teilen. Genau dass solltest du auch machen. Lerne diese Leute näher kennen, sehr viel näher, aber sorge dafür, dass jedem der dir zu nahe kommt von dem du nichts willst, diesem auch bewusst ist, das du nichts von ihm willst. Auf diese Weise lernst du andere kennen, evtl. sogar deinen künftigen Partner, aber vor allem lernst du, dass dein Raster in einigen Punkten viel zu fein ist. Vielleicht stört ja das überdimensionale Muttermal auf der Nase nach 30 Minuten Gespräch doch nicht mehr so, wie auf den ersten Blick? Vielleicht kannst du ja so manchen davon überzeugen, dass er in einem Anzug besser aussieht als in zerrissener Jeans? Und der Schweigsam hat sich doch sehr gefreut, als du ihn angesprochen hast? Zumindest könnten solche Gedanken aufkommen und deinen Horizont erweitern, als auch dein Suchmuster verbessern, wenn du dich in deiner Freizeit nur der Unterhaltung willens auch mit vermeintlich unpassenden abgibst, auch wenn dich dann manche aus deinem Freundeskreis deswegen vielleicht hänseln :o)

  5. #4 Gast
    29.05.2010 17:43
    @FS, mein Rat ist nur einer:

    Persönlichkeitsentwicklung.

    Du fühlst dich von einer bestimmten Sorte Mann angezogen und ziehst auch selbst solche an, weil du bist wie du bist.

    Wenn du etwas ändern willst, dann beginn bei dir. Ändere dich selbst, das ist das einzige, was du ändern kannst. Möglicherweise glaubst du tief in dir drin, was Besseres stünde dir nicht zu oder was immer der Grund sein mag, er liegt in dir. Kannst du das auflösen, dann siehst du automatisch andere Männer als atttraktiv an, dann ziehst du andere Männer an als bisher, dann bewegt sich die Partnerfindung in eine andere (gewünschte ) Richtung.

    Du selbst erkennst ein Muster - mein Rat an dich kann damit wirklich nur dieser sein: Löse dein Muster auf. Geh nicht ins Außen und schau, was du an deinem Auwahlverhalten ändern kannst oder an den Männern, schau nur bei dir selbst. Der Schlüssel zur positiven Änderung ist allein in dir selbst. Wie du da ran gehst, ob durch Analyse, Gedanken, Gespräche mit Freunden, Forenteilnahme, Austausch mit anderen "Betroffenen", Sachbücher, Coaching, Therapie liegt bei dir. Was das Beste ist, weißt du selbst.

    w, 41

  6. #5 Gast
    29.05.2010 22:05
    liebe Fragestellerin,
    # 4 hat theoretisch recht, aber bist du das alles umgesetzt hast vergehen vielleicht Jahre...

    Ich bin übrigens in einer ganz ähnlichen Lage, mein bisherigen Männer waren auch nicht immer das Beste für mich. Ich habe vor zwei Wochen bei EP einen "netten" Mann kenngelernt und mich bisher einmal mit ihm getroffen. Eigentlich auch nicht mein Auswahlmuster, er findet mich sehr sympathisch und möchte mich wieder sehen. Ich habe nun beschlossen, ihn noch mindestens ein/zweimal zu treffen, entweder springt der Funke dann über, oder ich habe zumindest festgestellt, dass es nicht nur "Blödmänner" gibt, nur leider der Funke nicht übergesprungen ist.
    Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, meine "Beuteschema zu verändern, mal sehen was passiert. Meine "positive Änderung in mir selbst " kann ich ja noch zusätzlich in Angriff nehmen.
    In diesem Sinne viel Glück
    w 47

  7. #6 Gast
    30.05.2010 13:54
    Hallo,

    bei mir =#4 hat es praktisch 9 Monate gedauert. Ich finde das kurz für den durchschlagenden Erfolg. Die Geschwindigkeit der eigenen Veränderung bewirkt man selbst dadurch, wie Ernst man es mit sich meint und wie mutig und konsequent man auf seinem selbstgewählten Weg geht. Doch möglicherweise bin ich ein Einzelfall.

    Mein Blick auf Männer ist nun ein ganz anderer als "früher". Was mich anzieht hat sich verändert. Wie Singledasein sich anfühlt (das hatte ich natürlich in dieser Zeit) und wie die Partnerschaft jetzt "danach"sich anfühlt, das hat sich verändert. Ich sehe meine Gegenwart und Zukunft nur positiv.

    Meine früheren Muster liegen klar und deutlich vor mir und es fühlt sich an, als gehörte das nicht mehr zu mir. Ich bin jetzt in der Phase, wo ich mir die Dankbarkeit für manches, was ich abgelegt habe und was vergangen ist, abringen muss, weil ich auch gelernt habe, dass alles notwenig war, um zu die zu werden, die ich heute bin.

    Ich ertappe mich trotzdem schon ab und zu bei dem Gedanken, dass ich ganz schön blöd war, diesen Weg nicht 15 Jahre eher einzuschlagen, dass ich mir meine 10 Jahre Ehe besser gespart hätte, dass mir mehr Glück im letzten Jahrzehnt zugestanden hätte. Dass ich dies, das, jenes hätte haben können, wenn ich diesen Weg eher gegangen wäre.

    Aber alles in allem weiß ich, dass ich das irgendwann ganz annehmen kann und was ich jetzt habe, diese innere Zufriedenheit, diese Achtsamkeit und Zuneigung, dieses außergewöhnliche miteinander Umgehen in meiner jetzigen Partnerschaft, das wiegt alles auf.

    Mir zeigt dieses "Noch-nicht-100%-akzeptieren-können" meiner einstigen Muster (und die lebte ich seit meinem 18. Lebensjahr), dass ich immer noch auf dem Weg bin. Trotzdem lebe ich seit 9 Monaten in einer Partnerschaft, über die ich nicht ein einziges negatives Wort verlieren könnte, selbst wenn ich eine Stunde darüber nachdenken würde, wo der Haken sein könnte.

    Ich würde diesen Weg wohl nicht eingeschlagen haben mit dem Gedanken "das kann Jahre dauern". Hätte ich so gedacht, hätte ich vermutlich nicht angefangen. Möglicherweise war auch mein Leidensdruck so hoch, dass ich wusste, wenn ich jetzt nichts ändere, dann bekomme ich wieder so einen Partner wie meinen Mann (und den vorher und den vorher ...) und das war das letzte, was ich wollte: wieder so eine Beziehung, in der zwei Menschen sich tägich gegenseitig verletzen, weil sie jeden anderen mehr wertschätzen, als sich selbst oder den eigenen Partner. Wieder einen, wo ich auf Basis von Äußerlichkeiten und seien sie noch so edel, auf innere Werte schließe. Wieder eine Partnerschaft, in der jeden den anderen für sein eigenes Glück verantwortlich macht ...

    Herauszufinden, wer ich bin und was ich will, das hat sich auf allen Ebenen gelohnt und sich als Nebenwirkung auch noch positiv ausgwirkt auf meine Gesundheit, meine berufliche Zufriedenheit, den Umgang mit meiner Famile, meinen Freundeskreis. Gewinn auf der ganzen Linie würde ich sagen.

  8. #7 Gast
    03.06.2010 09:02
    zu #6

    Toll geschriebener Beitrag! Den sollten sich viele Frauen und auch Männer! ausdrucken und als Vorbild sich dahin hängen, wo sie jeden Tag am meisten hinschauen.

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