Thema geschlossen
  1. Frage:
    Gefragt am: 26.03.2010, 13:37 von Gast
    Welche Erfahrungen habt ihr mit jähzornigen Männern?
    Welche positive Entwicklungsmöglichkeiten gibt es bei diesem Charakterzug? Wie verhält man sich bei einem Wutausbruch? z.B. Man könnte den Betreffenden informieren, fragen wie lange er braucht, um sich zu beruhigen, und inzwischen aus dem Weg gehen .... oder endgültig aus dem Weg gehen? Danke!
    Antworten:
  2. #1 Gast
    26.03.2010 14:22
    Mein Vater war sehr jähzornig. Meine Mutter kam gut damit zurecht, sie lies in brüllen und nach kurzer Zeit war er wieder normal. Er war allerdings nie gewalttätig, hat einfach nur gebrüllt (war Löwe).
    Ich neige manchmal auch zu Jähzorn, bin in der Jugend dann auch immer mit meinem Vater aneinander gekommen. Da flogen schon manchmal die Fetzen und die Türen knallten.
    Mit zunehmendem Alter werde ich aber immer ruhiger und gelassener. Man sollte mir nach einem Streit dann einfach meine Ruhe lassen und nicht ständig versuchen eine Diskussion zu beginnen.
    Ich finde es allerdings auch schlimm, wenn Menschen zwar nicht explodieren, dafür aber 14 Tage beleidigt sind.
    Ich würde einfach abwarten, bis sich der Mann ausgetobt hat - normalerweise kommt ein jähzorniger Mann dann schon wieder und zeigt dir, dass er wieder normal ist.

    Falls du Probleme damit hast, lass es. er wird sich nicht so schnell ändern und manche Typen passen einfach nicht zusammen.
    W 56

  3. #2 Gast
    26.03.2010 14:25
    Um die eigenen Nerven zu schonen, hilft nur eins. Stehen lassen, warten bis der Herr sich abgekühlt hat um dann vielleicht nach 2 Stunden in Ruhe weiterzusprechen. Wenn ein cholerischer Partner erstmal richtig in Rage ist, ist auf normalem Wege kein rankommen mehr!

  4. #3 Gast
    26.03.2010 14:25
    Was meistens hilft - außer er ist wahnsinnig und gefährlich und handgreiflich - Spiegel vorhalten und auf keinen Fall Angst zeigen. Zurückschreien hilft oft, weil er dann merkt wie blöd er ist.
    Positive Entwicklungsmöglichkeiten? Nun, individuell. Mein Opa war sehr jähzornig, er wurde erst mit 65 "ruhiger". Diese Menschen haben oft eine schlimme Geschichte hinter sich und wenn sie sich angegriffen fühlen (ob man das nun so meint oder nicht) dann schreien sie. Wenn er selbst was verändern will, muss er eine Therapie machen.
    Ich persönlich würde mit einer tickenden Bombe nichts (mehr) zu tun haben wollen. Immer muß man aufpassen was mans sagt oder tut.
    w.29

  5. #4 Gast
    26.03.2010 14:27
    Ein Freund von mir hatte eine jähzornige Frau, er hatte sich nach 6 Jahren Ehe getrennt und das war gut so, es ändert sich in der Regel nichts zum Positiven!

  6. #5 Gast
    26.03.2010 14:36
    Mit einem Mann an meiner Seite muss es mir genauso gehen wie bisher, also was soll ich mit einem jähzornigen Mann an meiner Seite? Positive Entwicklungsmöglichkeiten sehe ich nur in einer Therapie!

    Ansonsten aus dem Weg gehen, es nicht persönlich nehmen, das Thema ansprechen und erfahrungsgemäß wird Mann das Thema abschwächen, weil es ihm peinlich ist.

    Also, ich würde mit einem jähzornigen Mann keine Beziehung eingehen, weil hinter der Jähzorn ne Menge steckt, was eine Beziehung sehr negativ beeinflussen kann.

    w (46)

  7. #6 Gast
    26.03.2010 15:09
    Wenn er nicht in Therapie geht trennen!!! Ich durfte in drei Jahren Ehe zusehen, wie es immer schlimmer wurde, bis es dann zu Gewalt kam. Wenn Du ihn liebst, überrede ihn zu einer Therapie, wenn er nicht will, geh! Klingt hart, ist aber reiner Selbstschutz, wer will schon einen Terroristen zu Hause??

    w, 37

  8. 26.03.2010 15:11
    Ich glaube nicht, dass sich Jähzorn bei erwachsenen Männern noch legt. Mit Jähzorn gehe ich nicht gerne um und wiederholte Agressionen wären für mich ein trennungsgrund. um Glück merkt man so etwas doch meist recht schnell, weil sich ein derartiger Kontrollverlust nicht lange maskieren lässt.

    Mein Rat: Wenn Ihr noch in der Kennenlernphase seid, vergiss ihn.

  9. #8 Gast
    26.03.2010 16:27
    Ich (#1) muss da doch noch einmal etwas schreiben.
    Jähzorn muss nichts mit Gewalt zu tun haben. Und es hat absolut nichts mit früher erfahrenen Dingen zu tun (wie Nr.3 schreibt) und aus einem jähzornigen Menschen wird noch lange kein Terrorist (die sind meistens eben nicht aufbrausend).
    Das ist einfach ein Wesensmerkmal (man kennt ja Sanguinker, Choleriker, Phlegmatiker, Melancholiker). Choleriker sind eben so, eine Therapie macht sie nicht zum Phlegmatiker. Nur wenn sich das Temperament in Gewalt äußert, ist eine Therapie von Nöten, ebenso wie bei einem Melancholiker, der dann depressiv wird.
    Also bitte nichts verwechseln, das ist ungerecht. Jähzornige Menschen sind deswegen nicht gleich schlechte Menschen.
    Ich werde manchmal laut, wenn andere Menschen sich zurückziehen. Aber dafür ist bei mir schnell der Rauch verdampft, wenn Andere noch tagelang schmollen und schlechte Laune haben. Ich habe noch niemanden etwas böses getan und bin ein sehr umgänglicher mensch, allerdings mit viel Temperament - was meistens auch sehr positiv gesehen wird.
    Ich habe viele Freunde, die mich schätzen und mögen und auch mit Männern hatte ich noch nie Probleme.

  10. #9 Gast
    26.03.2010 16:27
    Vergiss es ich hatte so einen Mann und jetzt komme ich mir vor wie im Himmel
    keine Schreierei, keine Angriffe etc. Harmonie pur
    Aber das wirst Du schon noch selbst herausfinden.

  11. #10 Gast
    26.03.2010 16:57
    Ich (w 38) kann mich #9 nur anschließen, hatte auch viele Jahre einen cholerischen Partner, was mich wirklich fertig gemacht hat, denn ich bin sehr friedlich und löse Konflikte gerne in Ruhe und mit viel Geduld. Das ging mit ihm gar nicht, das Schreien / Ausrasten wurde immer schlimmer, es gab keine postive Entwicklung (trotz Therapie und Bemühungen meinerseits) und ihm war auch nicht bewusst, wie unerträglich und verletzend sein Verhalten für mich war.
    Zum Glück sind wir getrennt, verstanden hat er zwar immer noch nichts und ändern wird er sich sicher auch nicht mehr, aber ich bin einfach froh, so einen Menschen nicht mehr um mich zu haben.
    Auf Dauer macht dieser ständige Stress sicher krank, zumindest sehr unglücklich. Was soll man auch tun, wenn man nicht zurückschreien will? Immer in die Defensive geht nicht.
    Bei jedem neuen Mann schaue ich zuerst, ob es Anzeichen für eine cholerische Art gibt, wenn ja, dann nichts wie weg...!
    Also, ich kann definitiv nur abraten!

  12. #11 Gast
    26.03.2010 17:40
    Ich sehe da keine positiven Entwicklungsmöglichkeiten, weil Jähzorn eine Frage der Selbstbeherrschung ist, und wenn die einer nicht von selbst hat, lernt er sie nicht. Von einem jähzornigen Mann würde ich sofort die Finger lassen, weil er ständig unterdrückte Aggressionen in sich trägt, die immer wieder explodieren müssen, und da genügt oft eine Kleinigkeit bzw. wird sie regelrecht gesucht. Richtig, wie #3 schreibt, es sind tickende Zeitbomben - sehr unangenehm im Zusammenleben. Man lebt in permanenter Angst, wann es wohl wieder explodieren könnte, macht sich klein, verstellt sich und wagt nichts mehr zu sagen.

    Man muss sich mal vor Augen führen, welchen Größenwahn solche Menschen haben, dass sie glauben, sich ihre unbeherrschten Wutausbrüche einfach erlauben zu können. Da fehlt die realistische Selbsteinschätzung, und m.E. riskieren sie einfach zuviel, weil sie keine Verlustangst kennen, und warum kennen sie keine? Weil sie eben größenwahnsinnig sind.

    Ich habe lange mit einem solchen Brüllaffen gelebt (auch Löwe wie in #1) und habe alles versucht, aber er schien nur auf der Lauer zu liegen, wann er wieder toben konnte, und wenn ich dann verletzt reagiert habe, war er auch noch beleidigt und obendrein unversöhnlich. Primadonna-Allüren. Nie wieder!

  13. #12 Gast
    26.03.2010 17:53
    Ich würde mit einem jähzornigen Menschen auch nicht umgehen können. Auch wenn #8 schreibt, dass er "nur" laut wird und sein Zorn dann rasch verdampft ist, sehe ich da noch immer das Problem, dass der nicht-jähzornige Partner hier eine gehörige Menge Nachsicht mitbringen muss. Auch wenn die Wut eines Cholerikers schnell verraucht ist, bedeutet das noch lange nicht, dass das bei mir - als dem Angeschrieenen - ebenso ist. Angeschrieen zu werden empfinde ich als zutiefst respektlos - mal ganz davon abgesehen, dass Anschreien vor allem ein Anzeichen für Unsicherheit und Schwäche darstellt.
    Das Thema Gewalt klammere ich hier einfach mal, da ich wie #8 ebenfalls nicht der Meinung bin, dass ein Choleriker (so man denn Cholerik mit Jähzorn gleichstellt) automatisch zu physischen Gewaltausbrüchen neigen muss.

    Insofern sollten sich Choleriker besser mit Ihresgleichen zusammen tun, da dürfte dann auch die gegenseitige Toleranz hoffentlich etwas größer sein.
    Und was allgemein (jäh)zornige Menschen angeht: Auch damit würde ich mich schwertun. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass übermäßiger Zorn einfach eine charakterliche Prägung ist, die weit über eine augenblickliche Befindlichkeit hinausgeht. Da ich selbst nicht zornig veranlagt bin, würde ich damit wohl nichts anfangen können, selbst wenn sich mein Partner mir gegenüber zurückhalten würde.

    deBaer

  14. #13 Gast
    26.03.2010 19:15
    Wenn dieser Jähzorn ständig aus dem Nichts kommt, fühlst du dich wie ein punshing ball. Wenn du den Jenigen auch noch darauf hinweist und er noch gereizter wird.....
    Obwohl ich damit umgehen wollte, weil ich ihn liebe, blieb mir nur die Trennung. Es hat mich fertig gemacht hat. Grundlegend kann man sich nicht ändern und wie wie #11 schon schreibt, es ist schon ganz schön respektlos dem Anderen gegenüber. Und was ich noch erfahren musste... "Wenn in Wut gerät der Mann, redet er das schlimmste was er reden kann." (oder Frau)

  15. #14 Gast
    26.03.2010 21:47
    Nach meiner Scheidung habe ich recht schnell einen Mann kennengelernt.Mit meinen 3 Kindern und mir versuchte er lieb und korrekt zu sein.Wenn er aber dann sein Gesicht änderte und losschrie,gabs nur die Flucht.Ich musste ihn dann einfach gehen lassen,So konnte er stundenlang einfach autofahren...irgendwohien.Telefon hat er mir dan regelmässig abgehängt.Ja,ich machte mir manchmal grosse Sorgen in so Augenblicken.Ich konnte so auch nicht einschlafen.Wir haben zusammengewohnt und auch zusammen gelitten.Auch ich war schuldig....ich hatte wahnsinnige Mühe mit seinen Ausbrüchen.Wenn ich ihn zurückhalten wollte,hat er auch geschlagen,was ihm nachher sehr weh getan hat!Ja,es war öfters ein richtiges Theater!Ungut für die Kinder und auch für mich.
    Seit Jahren sind wir nun getrennt.Es verbindet uns allerdings eine sehr gute Freundschaft!Zuverlässig,hilfsbereit gegenseitig,kollegial...
    Heute weiss ich,dass viele Sachen unnötig gewesen sind.Ich bereue die Zeit mit ihm nicht.Ich währe aber nicht mehr für mehr als Freundschaft mit ihm zu haben.Seit er weg ist von meinem Zuhause, geht es mir wesentlich besser.Die Kinder sind nun erwachsen und wir sprechen des öfteren über die Zeit mit diesem Mann.
    Ich habe viel gelernt,er auch!Er ist weit gegangen in seinem Jähzorn!Ich könnte keine Beziehung mehr aufbauen unter solchen kränkenden Umständen!Der Mensch war sehr gut,sein Charakter auch,aber sein Jähzorn war ein Horror!

  16. #15 Gast
    26.03.2010 22:35
    Leider geht Gewalttätigkeit und Choleriker doch sehr oft Hand in Hand, war zumindestens bei meinem Vater so, hat den letzten Funken Selbstbewußtsein aus uns Kindern herausgedroschen, Schwiegermutter misshandelt und ständig gebrüllt und war oft tagelang mies drauf. Später mit Tabletten ruhig gestellt, Folge: Depressiv.
    Eins ist so schlecht wie das andere, hatte nur einen Vorteil für mich, ich wurde zum Verweigerer nicht zum Kopierer, das heißt ich schreie und prügle nicht sondern gehe jedem Konflikt aus dem Weg. Harmonie pur und das ist manchmal erst recht der falsche Weg, weil ich dadurch auch nicht streiten kann und meist meine eigenen Bedürfnisse hintenan stelle.

  17. #16
    26.03.2010 22:48
    ich habe persönlich gott sei dank keine erfahrung mit jähzornigen partnern gemacht. aber eine freundin von mir ist mit einem ziemlich jähzornigen mann zusammen. er wird auch manchmal gewalttätig.

    von außen ist es immer so leicht gesagt: trenne dich! aber wenn man erst mal selbst in einer beziehung steckt mit einem jähzornigen mann, dann schafft man es doch nicht. die meisten männer dieser art haben ja auch was sehr maskulines an sich, was mir schon gut gefällt. nur zu heftig darf es nicht werden.

    Helga, 7E29B67F

  18. #17 Gast
    26.03.2010 23:33
    Mein Mann war jähzornig. In den ersten Jahren der Ehe ist es nur einmal aus ihm herausgebrochen. Aber als die Kinder größer und selbstbewusster wurden, konnte er seinen Jähzorn nicht mehr zügeln. Ungeduld und latente Aggressivität waren unterschwellig immer vorhanden, so dass wir in den letzten Jahren unserer Ehe nur noch die Luft anhielten, wenn er zur Tür herein kam.

    Seit er ausgezogen ist, leben die Kinder und ich sehr entspannt und gemütlich, es dauerte aber eine Weile, bis wir lernten, ohne Anspannung zu hören, wie jemand zur Tür hinein kam.

    Ich habe nun einen sehr ausgeglichenen, sanftmütigen, liebevollen und großherzigen Freund und genieße dieses Leben aus vollen Zügen.

    Jährzorn ist für mich nicht mehr akzeptabel. Nie mehr!!!

  19. #18 Gast
    27.03.2010 09:48
    Ich (Melancholiker) habe mich oft gefragt, was Frauen an Cholerikern finden?

    Nun, ihr Vorteil ist: Sie hadern nicht. Impulsiv wie sie sind, wirken sie auf den ersten Blick lebendig und "stark". Und tatsächlich drängen sie sich im Leben häufig an anderen vorbei und nehmen herausragende Positionen ein.

    Nicht selten sind sie erfolgreiche Macher. Gute Ernährer. Oft selbständig.

    Der Haken wurde in den vorangegangenen Beiträgen hinreichend erläutert.

    Ich habe Frauen erlebt, die ihr Leben an der Seite solcher Choleriker zugebracht haben. Eine ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Ca. 65, diverse Kinder, Mann selbständig und gutsituiert. Frau völlig kaputt und unterdrückt ab in die Klappse und vor der Wahl: Weiter machen oder trennen.

    Cholerikern fehlt das melancholische Moment. Daher sind sie nicht gerade mit Selbstzweifeln "gesegnet". Aus dem Grund sehen sie auch seltenst einen Grund, sich zu hinterfragen und eine Therapie zu beginnen. Mir ist nicht einer bekannt.

    ABER, wie gesagt: Von Frauen werden sie (anfangs) gerne als zupackende, energische Ernährer erwählt. ;-) Irgendwo also auch "selbst Schuld". ;-)

  20. #19 Gast
    28.03.2010 04:22
    an #18:
    "Irgendwo auch selbst Schuld " und der Smiley dazu, ich würde sagen: Da gibt's NICHTS ZU GRINSEN.

    Am Anfang ist die Liebe groß, und manche Charakter- oder Persönlichkeitsmängel treten erst im Lauf der Zeit zutage, oder entwickeln sich dann überhaupt erst. Mein Ex hat auch zuerst nur miese Stimmung verbreitet, dann wurde der Psychoterror immer größer, verbale Beleidigungen und Drohungen nahmen zu, zuletzt hat er mich physisch attackiert, die Mordlust flackerte in seinen Augen. Verlassen ist nicht so einfach wie es sich sagt, gerade dann nicht, wenn man mit dem Schlimmsten rechnen muss.

    Und dann darf man sich so grottendämliche Kommentare anhören wie "selbst Schuld" mit Smiley. Auf so was können echt nur Leute kommen, die null, aber auch wirklich NULL AHNUNG haben. Aber ich wäre ja schon zufrieden, wenn sie wenigstens ihre unterirdischen Kommentare stecken ließen.

  21. #20 Gast
    28.03.2010 07:10
    Das zum Thema Jähzorn und meine Erfahrungen. NIE WIEDER! Denn da bleibt nur die Trennung und das schmerzt.

    Ein Mensch, der sich sehr schlecht benahm,
    spürt zwar in tiefster Seele Scham.
    Jedoch, sofern er kein Gerechter,
    benimmt er fortan sich noch schlechter,
    weil du für seine falsche List
    ein wenn auch stummer Vorwurf bist.
    Dies ist der Grundsatz dem er huldigt:
    "Es klagt sich an, wer sich entschuldigt!"
    Auch ist ihm dieser Wahlspruch lieb:
    "Die beste Abwehr ist der Hieb!"
    Und, da er dich einmal beleidigt,
    bleibt ihm nur, dass er sich verteidigt,
    indem er, sich in dir betrachtend,
    in dir sein Spiegelbild verachtend,
    dasselbe zielbewußt verrucht
    endgültig zu zertrümmern sucht.

    Eugen Roth (1895-1976)

  22. #21 Gast
    28.03.2010 11:04
    @19

    Dann such dir einen Melancholiker - den hatte ich. Bei jeder Kleinigkeit hatte er Depressionen und als ich nach langen Jahren (schon fast selbst depressiv) war und ging, hatte ich echt Angst, er würde sich etwas antun.
    Auch nicht besser!

    Ihr tut hier alle, als ob jeder etwas jähzornige Mensch gleich mit dem Messer durch die Wohnung läuft. Streit gibt es doch in jeder Beziehung. Wie sieht denn dann ein Streit von "Nicht-Cholierikern" aus? Wird da niemand laut? Ich habe z.B. große Probleme, wenn mein Partner dann tagelang bockt und nicht mehr mit mir spricht.

    Ich finde, es kommt doch ganz drauf an. Ist jemand sehr temperamentvoll, wird mal ein wenig lauter beim Streit, kühlt aber schnell wieder ab und ist sonst der liebste Mensch, ist das doch kein Problem.
    Aber wenn nur noch gebrüllt oder gar geschlagen wird, hat das nichts mehr mit Jähzorn zu tun sondern ist einfach nur noch Gewalt. Dann nichts wie weg.

    Mein Vater war eher jähzornig, aber meine Mutter hat es wunderbar geschafft, ihm ganz schnell den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sie waren 60 Jahre glücklich verheiratet. Er war ein großzügiger und liebevoller Mann und es war nett, wenn er als 90jähriger manchmal noch einen schwachen Anflug von Jähzorn hatte.


    Ich würde mir einen Choleriker erstmal genauer anschauen und sehen, ob es nur ein Temperamentsausbruch ist oder ob er zu Gewalt neigt.

  23. #22 Gast
    28.03.2010 11:14
    @19

    Doch, ich muss beim "selbst Schuld" - und kein Therapeut würde dich aus der Mitverantwortung entlassen - bleiben:

    WER hat sich denn entschieden und EINGELASSEN?

    (Wie #16 !) von der "maskulinen" Wirkung angezogen zu sein, ist das eine.

    Zu ENTSCHEIDEN, ob das wirklich gut für einen ist, das andere... ;-)

    Melancholiker z.B. brüllen und prügeln in der Regel nicht. Wirken aber nicht "so maskulin". Will sagen (und das gilt auch für mich selbst): Drum schaue genau, was du haben willst und auf was du dich einlässt. ;-)

    Ich für meinen Teil habe meine Antennen noch verfeinert und lasse mich auf bestimmte Menschen (die Dominanten) überhaupt nicht mehr ein. Im Zweifel ziehe ich mich lieber zurück.


    P.S.: Und auch meinen Geschlechtsgenossen muss ich zurufen: Jammert nicht, wenn ihr irgendwann rausgeschmissen werdet und unter Unterhaltszahlungen zusammenbrecht. Das sind die Spielregeln - und jeder entscheideet SELBST, WIEWEIT er/sie sich darauf einlässt. :-O

  24. #23 Gast
    29.03.2010 16:31
    Jähzornige Menschen glauben sie sind immer in Recht und konnen deshalb auch so einfach rumbrüllen. Auch mich wirkt so ein Verhalten wie ein 3-Jähriger der sich im Supermarkt auf den Boden wirft und rumschreit, weil er noch ein Ü-Ei beim Schlangestehen will und die Mutter "Nein" sagt.

    Verständnis kann ich für solche Menschen nicht aufbringen, auch mit irgendwelche Erklärungen, Kindheit, Erziehung, Sternzeichen.. kommt man nicht weit.

    Ich möchte jeder/ jeden ans Herz legen, sich solch eine Behandlung nicht gefallen zu lassen und ganz klar sagen, sein/ ihr Verhalten ist nicht in Ordnung. Denn so lange der Jähzornige Mensch ein Publikum hat, dass er mit seinem Verhalten beeindrucken kann, so lange wird er auch vor ihnen rumbrüllen.

  25. #24 Gast
    29.03.2010 18:30
    @22/19: Es scheint, als hättest Du ein grundsätzliches Problem mit Dir selber. Soweit so gut, wenn Du auch daran arbeitest und wahrhaftig selbst reflektierst.

    Soweit so schlecht, wenn Du hier zur Untermauerung Deiner Meinung auch noch die Aussage von Therapeuten heranziehst. Wir wissen alle, dass zu einer erfolgreichen Therapie eine sehr anstrengende Selbstreflektion gehört, zu der man erst mal bereit sein muss. Und wir wissen auch alle, dass es Therapie-Kandidaten gibt, die nur in Therapie sind, um ihr Leben NICHT verändern zu müssen. Um sich vom Therapeuten Absolution für ihr Verhalten erteilen zu lassen.
    Das sind dann diejenigen, die jedes 10er-Abo bei einem anderen Therapeuten absolvieren - denn alles andere ist zu anstrengend.

    Das ist das, was ich aus Deinen Beiträgen herauslese, sorry.

    Jähzorn kann frau nicht immer sofort erkennen, wenn man sich noch nicht lange kennt. Er tritt später in der Beziehung auf und kann den Partner seelisch sehr mürbe machen. Die Ursachen für Jähzorn sind vielfältig: Mangelndes Selbstwertgefühlt und daraus aufgesetzte Machtdemonstrationen um sich gegen den VERMEINTLICH stärkeren Partner durchzusetzen ist die häufigste Ursache.

    Meist geht es auch einher mit "tiefenpsychiologischen" Manipulationsversuchen - wenn sich der Partner aber nicht manipulieren lässt, sondern "Gegenwind" gibt - dann rastet der Jähzornige aus. Das kann schon mal bis dahin gehen, dass hysterisch rumgekreischt wird (auch Männer können das!) und die volle Bierflasche samt Öffner auf den Fußboden gepfeffert wird... trotzig wie ein kleines Kind, das seinen Kopf nicht durchsetzen kann...

    Hier hilft nur, an sich selber zu arbeiten und sich selber zu erkennen - das muss man aber auch wirklich wollen!

    w,42

  26. #25 Gast
    29.03.2010 21:57
    Dominante Männer sind nicht jähzornig. Dominante Männer wissen, was sie wollen und wie sie es bekommen. Wie schon von einigen beschrieben, sind nur dumme Jungs jähzornig, weil sie nicht wissen, wie sie sonst zu ihrem Ziel kommen können.
    Bisher habe ich immer sehr schnell gemerkt, woher der Wind weht, meist schon beim ersten Treffen. Wenn ein Mann keinen Widerspruch verträgt und sich schon von Kleinigkeiten herausgefordert fühlt, ist er für mich auch schon "gestorben".

  27. #26 Gast
    29.03.2010 22:45
    Mein Vater ist auch jähzornig und alle in der Familie können gut damit umgehen, auch meine Mutter (37 Jahre Ehe) . Es ist immer eine Frage wie man so jemanden entgegentritt. Wenn du dich duckst, dich klein machst, klein beigibst macht das meine Vater zb nur viel lauter. Er ist selbstständig und ich arbeite auch in seiner Firma und es gibt Tage da geht schon die Warnung durchs Haus "der Chef hat schlechte Laune" und da gibt es Mitarbeiter die ihn dann meiden wie der Teufel das Weihwasser, das reizt ihn dann noch zusätzlich. Wenn ich dann zu ihm gehe, dann habe ich keine Angst vor seinen Launen, sage was ich zu sagen habe und meißtens bekomme ich eine höfliche Antwort. Manchmal bekomm ich die Laune aber auch ab, aber ich weiß, dass sie nicht mir gilt, sondern dass er sich zb Sorgen über die Firma macht, ihn Vertragsverhaldlungen den Schlaf rauben oder oder oder. Körperliche Gewalt habe ich bei Ihm noch nie erlebt. Wenn er mich in einem Moment erwischt wo es mir selbst nicht so gut geht und seine Worte mich treffen dann sage ich ihm auch ganz klar, dass er seinen Ärger nicht an mir auslassen soll. Das hilft.

    Am Ende ist einfach die Frage in wie weit du dir diesen Jähzorn zu Herzen nehmen würdest. Du kannst ihn nicht ändern. Wenn du ihm klar entgegentreten kannst und ihm zeigen kannst, dass er sich bei dir beherrschen soll und du seine Wutausbrüche nicht persönlich nimmst dann kann das gut funkionieren, sollte das Gegenteil der Fall sein hab ich ehrlich gesagt meine Zweifel.

    Eine böse Absicht konnte ich bei meinem Vater nie erkennen, es ist pure Verzweiflung oder Sorge die seine Nerven dünn werden lässt. Die ganzen Unterstellungen und beleidigenden Urteile die über meinem Post zu finden sind kann ich ehrlich gesagt nicht immer ganz nachvollziehen- klingt für mich teilweise so, dass die ein oder andere Dame alles mit sich machen lässt und sich dann wundert wenn auch alles mit ihr gemacht wird.

  28. #27 Gast
    12.10.2010 23:30
    Wenn so ein Anfall ( ohne Gewalt ! , nur halt laut ) nach ca. 3 - 5 Minuten vorbei ist ; muß man lange suche ehe man einen ehrlicheren , treueren , liebevolleren und großzügigeren Partner findet.
    Wenn dieser Luxus alle 3 Tage 3 -5 Minuten " Mach ruhig " kostet - Glück gehabt !
    Besser wie so ein Langeweiler !

  29. #28 Gast
    27.11.2011 21:35
    Seit 9 Jahren bin ich mit so einem jähzornigen Mann verheiratet. Vorher haben wir uns über 2 Jahre gekannt. Wir haben einen fast 9-jährigen Sohn zusammen, der uns beide sehr liebt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Zusammenleben mit so einem Menschen extrem anstrengend ist. Mich haben an ihm anfangs seine Zielstrebigkeit und Aktivität (ein Macher eben) sehr angezogen. Es stimmt, dass dieser Typ Mann auch etwas sehr maskulines an sich hat, was gefällt. Er ist beruflich sehr erfolgreich, was mich anfangs auch sehr beeindruckt hat. Vorher war ich mit einem Partner zusammen, der genau die gegenteiligen Eigenschaften hatte ... gemütlich, sehr ausgeglichen, vielleicht etwas phlegmatisch. Damit war ichdamals auch nicht zufrieden. Mittlerweile empfinde ich meinen Ehemann als sehr dominant, rechthaberisch, sehr leicht reizbar - wie eine wandelnde Bombe, unausgeglichen. Meine Meinung ist eher nicht gefragt. so lange ich alles toll finde, was er macht, ist alles im grünen Bereich. Wehe aber ich habe eine andere Meinung. Diese wird von ihm sofort als Kritik an seiner Person empfunden. Auch er erinnert mich manchmal an einen 3-jährigen, der sich auf den Fußboden schmeißt und rumbrüllt, weil er seinen Willen nicht bekommt. Über konkrete Vorfälle zur Klärung zu reden, hilft übrigens nicht. Er nimmt die Situationen scheinbar nur so wahr, dass er sich keine Vorwürfe machen muss, er also auch keinen Grund zu einer Änderung seines Verhalten hat. Inwieweit ich mich durch sein Verhalten verletzt fühle, ist seiner Ansicht nach allein meine Schuld. Zurückbrüllen habe ich auch schon einmal probiert, da ist er vollständig ausgerastet - und das noch dazu alles vor unserem damals 6-jährigen Sohn. Da unser Sohn sehr unter Missstimmungen leidet, also in gewisser Weise hier schon über sensibilisiert ist, versuche ich Knatsch zu vermeiden oder einfach aus der Situation zu gehen. Manchmal hilft dabei auch etwas Humor. Ist aber teilweise schwierig, wenn ich mich verletzt fühle. Insgesamt sind mir Trennungsgedanken nicht fremd. So lange ich die Kraft dazu habe, halte ich aber an meinem "Traum" einer vollständigen Familie fest.. getreu dem Motto, was einen nicht umbringt, macht einen stark.

  30. #29 Gast
    20.01.2012 11:50
    Hallo,
    ich bin so traurig,dass man auf dieses Thema so viele herzzerreissende Geschichten findet!
    Ich (37,22 J.zusammen,14 verheir.) stecke grad wieder selber tief drin.Mein Mann (37) ist mal wieder ausgeflippt,weil ich das Hähnchen im Bratbeutel gemacht habe und nicht ohne,dass es knusprig wird.Hat vor den Kindern (7+11) auf dem Hähnchen rumgehackt,erst i.d. Küche,dann brachte ich es an den Tisch,es war doch geniesbar!Wieder:"ich will knusprige Hähnchen...Du mit Deinem Backofen! usw."Hackt wieder auf dem Hähnchen rum.Ich immer lauter"Hör auf!"und verziehe mich nach oben.Er kommt mir nach,auf dem Weg fliegt der Wäscheständer um und er befiehlt mir wieder an den Tisch,dann solle ich das Hähnchen auch essen!Ich kann u. will nicht,bin fertig.Er geht runter,ich doch nach,da er so wütend ist,ich rufe immer nur weinend "Hör auf!"er hat den Tisch in den Händen will ihn kippen,die Kinder springen auf,rennen weinend zu mir!Er sagt wüst:"setz´Dich hin oder ich zieh dir die Flasche drüber!"
    Ich bin erledigt.Die Kinder auch.4 Tage elend sein.Er will sich am gleichen Abend entschuldigen,was ich nicht schon wieder so hinehmen kann.Er macht mir daraus den Strick,dass ich keine Entschuldigung wollte u. straft mich durch hartes Garnichtmehr-annähern.Gestern fange ich das Thema wieder an,weil es mir schlecht geht.Er macht stur weiter:"Du wolltest keine Entschuldigung!"Ich erkläre ihm wieder unter Tränen,wie grausam er mich getroffen hatBis die Kinder wieder alles in ihrem Bett mitkriegen,mir bricht das Herz!Er würde mich gehen lassen i. seiner Wut,obwohl ich weiß,dass er leiden würde wie ein Tier.Habe dann ein "Es tut mir leid!"akzeptiert.
    Eigentlich bin ich seine große Liebe,seit wir 16 sind kennen wir uns.Wir haben so schöne Zeiten und auch liebevolle.Dieses mal hat er meine Würde verletzt.Er beschwichtigt,wenn ich glaube,er würde wirklich mit der Flasche zuhauen.
    Wir haben ein stabiles,gutes Leben ohne große Sorgen.Nach aussen ist alles toll.Doch er kann alles zerstören.Er nimmt voll in Kauf,dass er sein Glück zerstört.Nicht mal,wenn die Kinder dabei stehen bremst er sich.Bin ich mal wegen was wütend,wird er umso wütenderUnd wenn ich nicht gleich wieder gut bin,bin ich selber schuld.Wehe ich teile mich jemand mit.Niemand darf erfahren,wenn wir uns gestritten haben.Ich muss alles schlucken und immer gute Miene nach aussen machen.Einmal habe ich mich seinen Eltern anvertraut,weil ich dort hin bin unter Tränen,da war wieder Zoff,das gehe niemand was an.
    Ich bin langsam am Ende meiner Kräfte...wenn die Kinder nicht wären,wäre ich ihm schon längst abgehauen,obwohl ich ihn liebe.Aber die Liebe bröckelt.Ich weiß ich würde dabei zu Grunde gehen,wenn ich gehe,aber wie oft kann man das noch hinnehmen?Wie oft kann man diese Kraft aufnhemen um den Körper,das Herz,die Seele wieder einigermaßen herzustellen.Wann kapiert er es endlich?

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