Thema geschlossen
  1. Frage:
    Gefragt am: 19.03.2010, 11:26 von Gast
    Was zieht man heutzutage in die Oper an?
    Bin von meinem Date eingeladen worden und schon gefühlte 100 Jahre nicht mehr da gewesen. Möchte weder under- noch overdressed auftreten. Wer kennt sich von Euch aus und kann mir einen Tipp geben? w/53
    Antworten:
  2. #1 Gast
    19.03.2010 12:09
    Nicht mehr im Abendkleid wie in unserer Jugendzeit, aber auch nicht unbedingt im Alltagsoutfit.
    Ich war kürzlich auch in die Oper eingeladen und stand ebenfalls mit einem Fragezeichen vor meinem Kleiderschrank.
    Ich habe mich dann für ein schlichtes, klassisches Kleid entschieden (eigentlich ein Sommerkleid), einen schwarzen Blaser drüber und einen schönen Schmuck. Das war goldrichtig, denn ich war weder over- noch underdressed.
    Du kannst auch eine schwarze Hose, Top und Jäckchen anziehen, ein Kostüm, Hosenanzug usw.
    Mit Abendkleid wäre ich eher vorsichtig.

    W 56

  3. #2 Gast
    19.03.2010 12:27
    Jaja... wir Frauen wieder ; )
    Also... wenn ich mich in der Oper so umsehe, zeigt sich alles... vom Abendkleid bis zur Jeans... Altersunabhängig. Ich würde darauf achten, dass ich stilsicher zur Begleitung passe. Ist er eher der Typ für den Anzug und würde dich vielleicht auch gern im Abendkleid sehen...? Oder ganz lässig und du kannst auch locker gekleidet sein. Eher zurückhaltend wäre ich mit Schmuck, Haarstyling und Makeup... aber ich bin auch lieber under- als overdressed.
    Gebt ihr optisch ein stilsicheres Paar her, kann das nur gut für's Date sein!

  4. #3 Gast
    19.03.2010 12:34
    Das ist ja eine nette Einladung von Deinem Date-Partner !
    Aufbretzeln muss man sich in der Oper nicht mehr, aber Jeans sind auch nicht angebracht.
    Eine schöne Hose und eine hübsche Bluse oder ein hübscher Pulli sind ganz o.k.
    In der Hamburger Staatsoper fällt mir immer auf, wie viele Leute in Schwarz rumlaufen, sieht immer ein bisschen nach Beerdigung aus, finde ich ;-)

  5. #4 Gast
    19.03.2010 12:42
    Kommt wesentlich darauf an, WO ihr in die Oper geht.

    Generell: je weiter südlich in Deutschland und je besser die Plätze, desto eleganter sind die Menschen gekleidet.

    München, Wien, Berlin (Deutsche Oper): elegant, kleines Schwarzes, dunkles Kostüm, dunkler Hosenanzug.

    Berlin (Unter den Linden): einige Leute sind angezogen als kämen sie gerade von der Straße rein (Alltagskleidung), die Mehrheit hat eine Art "Nachmittagskleidung" an, also normaler Hosenanzug oder Kostüm oder Kleid mit Jacke, einige sind elegant.

    Kleinstadtoper, z.B. Lübeck: überwiegend "Nachmittagskleidung".

    Langes Kleid kaum noch, höchstens bei Premieren/Galaabenden in München oder Wien oder bei Festspielen.

    Ich zieh mich IMMER elegant an wenn ich in die Oper gehe (immer Kleid oder Kostüm, nie Hose), allein schon als eine Würdigung der Sänger und Musiker.

    Viel Spaß!
    Karola,53

  6. #5
    19.03.2010 12:57
    Mir ging es neulich sowie dir, liebe Fragestellerin, denn dieses war mein allererster Opernbesuch. Kaum zu glauben! Ich fühlte mich total unsicher und wählte einen Hosenanzug in einer modischen Form und Farbe. Dabei nahm ich an, damit eher zu wenig festlich daher zu kommen.
    Die Sorge war völlig überflüssig, denn mein Outfit war genau richtig!

    Was ich sonst noch beobachten konnte:
    Statt der Hose einen Rock, oft in schwarz.
    Elegante Kleider, jedoch kein einziges war bodenlang.
    Bluse mit Rock oder Hose.
    Einige junge Mädchen trugen Jeans und Pulli.

  7. #6 Gast
    19.03.2010 12:59
    Auch in der Semperoper eher elegant, ich bevorzuge Kostüm, Abendkleid (langes Schwarzes ohne große Schnökel), langer Rock und Bluse. Ich trage diesen Chick wie Karola, um mich in den Abend einzufühlen, einzustimmen, mich festlich und wohl zu fühlen und zu genießen.
    Ergo, etwas elegant, feminin, so dass Du Dich wohl fühlst.
    Die_Felsenfeste.
    Viel Spaß, fast beneide ich Dich.

  8. #7 Gast
    19.03.2010 13:42
    Hallo Liebe Fragestellerin,

    ich ziehe mich in der Oper auch ehr schick an.
    Meistens kaufe ich mir ein neues Kleid um mich auf den Abend einzustimmen. (Muss nicht das teuerste Designerkleid sein. z.B. von C&A; aber auch "Russenläden" haben haben oftmals sehr schicke und günstige Kleider... mehr wie 50-100 € gebe ich nicht aus.)
    Dann lege ich schönen Schmuck an, ein bisschen Makeup (nicht zu viel) und mache mir lange wallende Locken. Und schon bin ich fertig...

    Es kommt aber auch wie #2 geschrieben hat ein bisschen auf dein Date an. Wenn er sich nicht so gerne schick anzieht wärst du wahrscheinlich zu overdressed.

    Liebe Grüße und viel Spaß bei deinem Date in der Oper. "Bin auch fast ein bisschen neidisch, hatte auch länger keine Einladung in die Oper :-) "

    w26

  9. #8 Gast
    19.03.2010 14:59
    Kann mich @ 4 nur anschließen.
    Ich gehe immer elegant angezogen, es kann auch sehr schlicht sein. Wenig Schmuck, das kleine Schwarze oder etwas buntes. Persönlich finde ich ein Kleid oder einen Rock besser als Hose. Das ist allerdings eine Geschmackssache. Wenn ich lang trage, dann nur knöchellang und sehr schlicht.
    Die Hanttasche sollte klein sein und nicht einem Koffer ähneln. Die Schuhe müssen der Garderobe passen und auf jeden Fall etwas eleganter sein.

  10. #9 Gast
    19.03.2010 18:34
    Ich danke Euch für Eure Hilfe. Werde Eure Tipps beherzigen und adäquat erscheinen.

    Die Fragestellerin, 53 J.

  11. #10 Gast
    21.03.2010 10:59
    Ich war erst kürzlich in der Oper, in der Deutschen Oper in Berlin, nach längerer Abstinenz. Ich war überrascht, wie das Kleidungsniveau inzwischen gesunken ist.
    Für mich ist Teil des schönen Abends, sich selbst auch schön zu machen (wann hat man schon mal die Gelegenheit): Ein schönes Kleid, nicht zu übertrieben, (Länge egal), festlicher Hosenanzug/Kostüm, je nach Typ und persönlichem Befinden.
    Ich würde nicht auf die Idee kommen, in Jeans in die Oper zu gehen, obwohl viele es tun. Ich habe sogar welche in Trainingsjacken gesehen.

    Für wichtig halte ich natürlich auch, wie bereits erwähnt, sich mit der Begleitung abzustimmen.

    Als Mann würde ich zumindest ein (dunkles) Sakko tragen, dazu gehen auch dunkle (gute) Jeans, wenn's dann sein muss. Ich persönlich würde meinen Begleiter im Anzug sehen wollen.

    Also, gegen den Trend: Macht Euch schön!

    w, 42

  12. #11 Gast
    03.04.2010 22:16
    Ich zwar ein Mann, aber ich stimme #6 und #4 völlig zu. Die Leistung der Personen auf der Bühne und das eigene Gefühl etwas besonderes zu sehen oder zu hören verlangt einfach ein angemessenes Outfit. Ich trage immer Nadelstreifenanzug mit Weste jedoch immer ohne Krawatte, die letzte hatte ich bei der Armee vor 30 Jahren.
    Ich kann nur #10 wiederholen " Macht Euch schön!"

  13. #12 Gast
    18.04.2010 12:09
    Liebe Opernfreunde,
    ich bin ebenfalls ein Mann, wie Nr. 11, bin aber im Gegenteil davon überzeugt, dass man als Opernbesucher über die eigene Kleidung den Musikern keine Ehre erweisen muss. Ich gehe sehr häufig in die Oper und tue dies in "normaler" Kleidung, mit der ich auch meinen Dienst als Lehrer versehe. D.h. ein Jacket darf es zur Jeans mal sein, muss aber nicht.
    Ich habe eher den Eindruck, dass die Leute, die sich besonders "aufbrezeln", dies zur Selbstdarstellung tun. Ich gehe dort schließlich der Musik wegen hin und nicht, um mir andere Leute anzusehen. Und letztendlich ist es seit nun gut 120 Jahren im Opernhaus während der Vorstellung dunkel, sodass man eh' auf die Bühne konzentriert ist.
    Also: Erlaubt ist, was gefällt!
    Viel wichtiger erscheint mir übrigens das Verhalten während der Vorstellung! Die mittlerweile häufigen geflüsterten Unterhaltungen, die um einen herum geführt werden, stören mich jedenfalls viel mehr, als ein Trainingsanzug in der Pause!
    In diesem Sinne: sempre la musica.

  14. #13 Gast
    18.04.2010 12:38
    @12
    Aber leider sind es nach meiner Erfahrung meistens genau die lässig Angezogenen, die dann auch während der Vorstellung quatschen.

  15. 30.04.2010 08:00
    @12: Hallo Berufsgenosse!

    Ich sehe das anders als Du: Ich unterrichte meistens im Anzug (ohne Krawatte) oder in Kombination Jackett + Hose (zuweilen auch Jeans) - in die Oper, ins Theater, ins Konzert etc. gehe ich konsequent mit Anzug und Krawatte. Jeans in die Oper finde ich eine Frechheit.

    Es stört mich, dass man heute immer einen besonderen 'externen' Grund finden muss für eine schicke Aufmache. Eine schicke Aufmache gehört für einen Opernbesuch (genauso wie bspw. auch für ein Hochzeit) einfach dazu, da gibt es von mir aus gesehen gar kein 'wenn' und 'warum'. Wenn Du trotzdem einen Grund brauchst: ich fühle mich persönlich durch schlecht gekleidete Leute an solchen Anlässen gestört, um nicht zu sagen belästigt. Das Ganze hat also auch mit Respekt gegenüber den Mitmenschen zu tun.

    Man mag mich jetzt 'oberflächlich' schimpfen - ich sehe es genau andersrum: Meiner Meinung nach ist eine Haltung à la 'es geht mir nur um die Musik, die Aufmache ist mir nicht wichtig' viel die oberflächlichere Haltung. (Ich gehe ja nicht in die Oper, nur um mich zu präsentieren, sondern um die schöne Musik in einem schönen Ambiente zu geniessen, und da gehört eben das Drum und Dran auch dazu. Trinke ja dann z.B. in der Pause auch nicht ein Bier aus der Flasche wie zuhause vor dem TV, sondern eher ein Glas Sekt - usw.)

    Abgesehen davon - machen wir uns doch nichts vor: Oper ist eine Freizeitbeschäftigung für die oberen Schichten, und da will man sich doch entsprechend abgrenzen. Wenn Du in ein Fussball- oder Eishockeystadion gehst, hast Du dort ganz andere Schichten, und dann sind die Leute halt auch entsprechend gekleidet... und verhalten sich entsprechend...!

    Habe es übrigens noch nie erlebt, dass Leute während einer Opernaufführung oder sonst im Theater oder Konzert sich nebenher unterhalten hätten. Kenne das Phänomen nur aus der Schulstube! ;-)

    In diesem Sinne: prima il vestito, dopo la musica!

  16. #15 Gast
    01.05.2010 19:18
    Zwar stimme ich grundsätzlich meinem Vorredner zu, die Kleidung in der Oper sollte eher elegant sein , aber bei dem Abgrenzungsgelaber zu den unteren Schichten stellen sich mir alle Haare auf!

  17. #16 Gast
    03.05.2010 04:09
    Man sollte staatsbürgerlichen Tugenden wie Redlichkeit, Bescheidenheit und Rückrat - auch in der Oper - durch bewußt einfaches und unbemühtes Auftreten unterstreichen. Ne gute Jeans und ein Kapuzenpulli - mehr braucht kein Mensch. Schon gar nicht um jeden sozialen oder kulturellen Abgrenzungsversuch von vorne herein im Keim zu ersticken. Kleider und Statussymbole sind völlig bedeutungslos. Was einen Menschen auszeichnet sind charakterliche Züge und nicht ein paar Quadratmeter teuren Stoffes.

    "Be excellent to each other and party on, dudes!" - Bill and Ted's Most Excellent Adventure

  18. #17 Gast
    06.05.2010 13:29
    Hallo, also in die Oper geht man eher schick und ich finde under gibt es nicht! Das liegt sicher auch daran, das ich in Berlin lebe. In einer Kleinstadt sollte man es vielleicht nicht so machen aber wenn man in Berlin in die Oper geht sollte man auch mal richtig schick und pompös weg gehen. Wann hat man schon mal die Möglichkeit eine schöne Abendrobe auszuführen?! Darum nur Mut und rein in den schicken Fummel...lach...und zickt mal nicht so ...locker bleiben...

  19. #18 Gast
    06.05.2010 16:26
    @16: "Ne gute Jeans und ein Kapuzenpulli..." = absolutes No go. Passt auf den Fussballplatz -und hier eher in die Fan-Kurve-, aber auf keinen Fall in die Oper! Schon bei der Vorstellung stellen sich mir die Nackenhaare auf!

  20. #19 Gast
    06.05.2010 17:22
    Wann dürfen wir uns denn dann angemessen schick kleiden, wenn nicht zu solchen Anlässen? So ein Kleid ist "schweineteuer" und ich habe viel zu wenige Gelegenheiten sie alle einmal zu tragen. Ich finde es toll wenn es noch Regularien gibt, an die man sich hält, schließlich dachte ich, dass wir in einer kultivierten Gesellschaft leben. Dazu gehört auch sich bestimmten Normen anzupassen und dazu zählt ua. eine Kleiderordnung einzuhalten. Übrigens hatten früher ALLE Schichten IMMER mindestens einen/ein schwarzen/schwarzes Anzug/Kleid im Schrank hängen um für solche Anlässe gerüstet zu sein. Lebt doch bitte Euren Individualismus dort aus wo Ihr Niemanden mit unangemessenem Äußeren belästigt...und alle sind glücklich.

  21. #20 Gast
    06.05.2010 17:24
    @16

    Die Musiker tragen Frack und du Kapuzenpulli? Wie passt das? Du willst "bewusst unbemüht" sein und respektierst damit aber die Bemühungen der Musiker und der Sänger nicht?

    Du kannst Charakter zeigen, indem du die Leistung der Musiker honorierst, und nicht indem du dich demonstrativ von den herrschenden Sitten abgrenzt.

    Die Oper ist nicht dazu da, soziale Statements abzugeben.

    Angemessene, festliche Kleidung ist kein Statussymbol, sondern ein Zeichen von Zivilisation. Alles zu seiner Zeit, und wie #18 schon schreibt, der Kapuzenpulli passt genausowenig in die Oper wie das Abendkleid in die Fankurve.

    Obwohl, wenn ich so drüber nachdenke: ich finde die Leistung des FC Bayern München so großartig, dass ich vielleicht zum Meisterschaftsspiel am Wochenende im langen Kleid gehen sollte :-)

    Karola,53

  22. #21 Gast
    06.05.2010 17:26
    warum orientieren wir uns an dem, was andere in der oper tragen? warum tragen wir nicht das, worin wir uns wohl fühlen und das auch ausstrahlen? sieht man es den menschen nicht an, wenn sie sich "verkleidet" fühlen oder es gar sind? letztendlich fühle ich mich nicht von menschen belästigt, die einen anderen stil bevorzugen, sondern von menschen, deren benehmen zu wünschen übrig läßt.

  23. #22 Gast
    07.05.2010 00:10
    Hallo zusammen, natürlich geht ein Lehrer in die Oper um Musik zu hören und nicht andere Leute zu beobachten. Natürlich gehe ich in die Oper um auch andere Leute anzusehen, egal, wie sie gekleidet sind. Ich kleide mich angemessen, so schön es geht! Ich will ja den anderen auch gefallen, zudem ist ein Opernbesuch immer noch ein klassisches "Event", da ist man einfach toll be- oder verkleidet. Warum nicht? Genau, wohl fühlen und Ausstrahlung zeigen, nicht provozieren wollen oder um alles in der Welt auffallen. Ich finde es ganz toll wenn junge Leute in die Oper gehen, vor mir aus in Jeans oder zerrissen oder wie auch immer. Hauptsache, sie benehmen sich und da ist mir ein schlecht angezogener lustiger junger Mensch lieber als ein toll gekleideter Lackaffe. Ich fühle mich mal in meinem Anzug wohl und dann wieder in der schäbigsten Kleidung. Das Auge sieht nur das Äußere, das eigentlich wichtige sieht nur das Herz! Nun denn, auf mit Spaß in die Oper! Viele Grüße aus München. Klaus

  24. #23 Gast
    17.05.2010 10:29
    Wer wirklich nur für die Musik hingeht ist mit bequemer Alltagskleidung sicherlich vollkommen richtig eingekleidet. Wer jedoch repräsentativ erscheint, Kontakte knüpfen oder aufrecht erhalten will oder sonst noch welche Absichten hat außer der hoffentlich guten Vorstellung darf auch gerne eleganter gekleidet sein.
    Für den normalen Fall trag ich Jacket, schwarze Hose und ein weißes Hemd. Je nach Absicht wird aber auch ein kleiner Gesellschaftsanzug getragen.
    Und ich muss meinen Vorrednern absolut recht geben. Ich finde das Getuschel auch äußerst nervaufreibend. Damit kann man doch wirklich warten bis man an der Bar ist.
    Viele Grüße

  25. #24 Gast
    22.05.2010 00:13
    Also ich würde ganz leger hingehen, also als Mann... Hemd, Jeans, Sakko und vernünftige Schuhe und schon ist man gut angezogen.

    Es ist ja im Grunde ein Konzert. Ein Unterhaltungsspiel. Ich gehe ja auch nicht im Anzug ins Kino. Und meiner Meinung nach kann auch Frau ganz leger gehen. Denn wichtig ist, dass man sich wohl fühlt und einfach die Musik genießen kann.

    Viele Grüße

    Markus, 23

  26. #25 Gast
    24.06.2010 10:26
    Wie schon ein paar andere geschrieben haben: es hängt sehr davon ab, wo man in die Oper geht, welche Plätze man hat und (natürlich immer) wie die eigene Begleitung angezogen ist. Letzten Faktor mal ausgeklammert bietet sich ein interessantes Bild. In Deutschland gibt es da eine gewisse Korrelation zwischen Platzkategorie und "Eleganz"-Faktor. Mit Ausnahme jener, welche zum ersten Mal in der Oper sind - die erkennt man oft an der ganz besonders eleganten Gardrobe. In anderen Ländern (ich kann da eigentlich nur für Frankreich, v.a. Paris sprechen) scheint diese Korrelation nicht unbedingt zu gelten. Da saß ich selbst im ersten Rang bei der Wagner-Premiere zwischen Leuten in ganz normaler Straßenkleidung (und ich rede jetzt nicht von Business-Outfit).

    Wenn ich selbst alleine in die Oper gehe (also meistens) trage ich das, was ich fast immer trage: Jeans und schwarzes Hemd oder Poloshirt (je nach Wetter). Wenn ich nicht alleine gehe versuche ich mich ein wenig nach meiner Begleitung zu richten. Aber übertrieben wird nicht: wer nur in die Oper geht, um sich selbst in seiner Abendgardrobe zu präsentieren, hat dort eigentlich nix verloren. Es geht um Kunst!

  27. #26 Gast
    28.06.2010 19:29
    Kleider machen Leute! Und es hängt dann eher davon ab, wie die Fragestellerin auf ihr Date wirken will. Mein Tipp: nachfragen, damit die Garderoben aufeinander abgestimmt sind ;-)

  28. #27 Gast
    04.07.2010 10:24
    Das erste Date bei einer Oper würde meinen Hörgenuss für die tolle Musik begrenzen und eine Prüfung der Person gleichkommen – Undenkbar für mich… wenn doch - mich würde nur das Sinnvermögen der betreffenden Person interessieren …

    Nur die Musik zählt - die Bekleidung ist vollkommen uninteressant - man sollte die Etikette weglassen - der Anzug bestimmt nichts - weder die Person, noch den Genuss noch das Hörvermögen.....!
    Durch diese Einstellung bin ich vor ca. 4 Wochen zu meinem schönsten Opern Erlebnisse gekommen, mit der Walküre von Wagner gekommen…. Ich bin Opern Fan - mochte aber nicht die langen Wagner Opern-
    Ich bin in Hannover aus der S-Bahn gestiegen und zufällig beim Opernhaus ..... - ich wohne in einer Kleinstadt. 3 Minuten später begann der Vorverkauf und ich habe spontan eine von noch möglichen 3 Karten gekauft....

    Ich war nicht auf derartiges vorbereitet und hatte meine Jeans und Kurzes Hemd an - und meinen Rucksack dabei.... und habe in keiner Sekunde über eine falsche Kleidung nachgedacht - war nur in Erwartung der Oper…. GIGANTISCH!!!
    Eine Stunde später genoss ich dann die Oper..... ein tolles Erlebnis, ich habe mich nur auf die Oper eingelassen... die Leute waren mir vollkommen egal, selbst der lange zweite Aufzug war für mich sehr kurzweilig, gefühlte 3 Minuten.....
    Ich weis nicht wie die anderen Besucher darauf reagiert haben - es ist mit einfach vollkommen egal.....Nach der Aufführung habe ich dem Regisseur auf der Treppe auf dem Weg zur Premierenfeier angesprochen und ihm für die tolle Inszenierung gedankt..... und das ich jetzt ein Wagner Fan bin.... er hat sich für diese Aussage besonders bedankt, er hat mich ja in meiner Bekleidung gesehen - und meinem strahlendes Gesicht und in mir die Begeisterten gesehen – NUR das zählt....

    PS: Erstaunliches
    Bei den Pausen und dem Getränkekauf sowie auch bei Abholung der Garderobe , meines Rucksacks, fiel mir auf, dass wohl nur sehr wenige Andere und ich-als echter Liebhaber toller Musik - Trinkgeld– gegeben habe…..

  29. #28 Gast
    09.07.2010 17:05
    Hallo zusammen,
    von der Kleidung beim Opernbesuch zu Trinkgeldern ... phantastisch! Unter einem Schulaufsatz würde hier sicher eine Anmerkung stehen. Gut, letztlich scheint auch das zum Opernbesuch zu gehören. Also wieder zurück von Trinkgeld zum Outfit. Ich war noch nie in er Oper, da ich zu klassicher Musik keinen Bezug habe, ihn nicht lernte bisher. Was nicht ist, kann ja noch werden, denn es ist niemals zu spät. Ich glaube nicht, mit meinem Outfit einen Musiler oder Sänger zu ehren. Ich glaube nicht einmal, dass die Akteure auf der Bühne mich sehen würden, die haben ganz andere Sorgen, als auf die Kleidung des Puplikum im Einzelnen zu achten! Sie werden durch Applaus geehrt, denke ich, und das war schon immer so.
    Dennoch denke ich, ich würde mich elegant kleiden, Hosenanzug, Bluse, denn ein Opernbesuch ist schon ein Highlight, nichts alltägliches. Folglich muss man sich auch nicht unbedingt alltäglich kleiden.
    Ganz energisch lehne ich das Gelaber von Schichten ab und deren Abgrenzung!!! So etwas ist für mich ein Fall für die Couch beim Psychiater! Auch der höchste Berg, den du erjkklommen, macht dich selbst nicht größer! Also immer hübsch mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Niemand hat das Recht, einen Obdachlosen zu verurteilen, denn schon morgen könnten wir alle dazu gehören! Also mal darüber nachdenken, wen man mit seinen Worten kränken könnte! Das Opernhaus sollte für alle offen sein und ist es auch! In diesem Sinne viel Spaß!

  30. #29 Gast
    13.07.2010 23:06
    Witzig, dass sich hier so eine Diskussion entspannt. Ein Sonderfall ist, wenn man selbst Musiker oder auch Musikwissenschaftler ist. Ich bin quasi beruflich mit Komillitonen sehr regelmäßig in der Oper gewesen, da wird das Rausputzen irgendwann zu anstrengend. Dennoch habe ich festgestellt, dass der Dresscode in Berlin wesentlich legerer ist als in Süddeutschland, und auch der Altersdurchschnitt niedriger.

    Noch zwei Bemerkungen als männlicher Teilnehmer an dieser Diskussion:

    1) Es freut mich, die positiven Reaktionen der Frauen hier auf die Einladung zur Oper zu lesen. Als Mann fürchtet man teilweise eher, mit einer Einladung in die Oper als zu aufdringlich oder angeberisch rüberzukommen.

    2) Als Mann freue ich mich immer, wenn meine Begleitung richtig schick ist, einfach weil es toll aussieht und jeder Mann gern eine gutaussende Frau an seiner Seite hat. Ich würde mich aber in diesem Fall auch nicht scheuen, mich mit meinem Date abzusprechen. Wenn die Frau sehr aufgeputzt erscheint und der Mann sich underdressed fühlt, oder andersherum, ist es auch nicht gut.

Thema geschlossen