1. Frage:
    Gefragt am: 05.01.2012, 14:02 von Gast
    Vornamen spielen eine Rolle?
    Ich habe neulich in der Zeitung gelesen, dass eine Studie nachgewiesen hat, dass Menschen mit Vornamen wie Kevin, Jaqueline, Chantal oder Marvin viel öfter Single sind bzw. Probleme bei der Partnersuche haben - aufgrund ihrer Vornamen. Zitat: "Solche Namen werden von vielen erstmal mit der Unterschicht in Verbindung gebracht, wo sie auch häufiger vergeben werden."
    Habt ihr auch Vorurteile, wenn jemand z.B. Kevin, Jaqueline oder Chantal heißt? Ich habe mir über Vornamen bisher eigentlich nie große Gedanken gemacht.
    Antworten:
  2. 05.01.2012 15:27
    Klar, Vorurteile sind schon irgendwie da und viele sind ja leider auch Erfahrungswerte und nicht nur Vorurteile. Dass Namen wie Kevn oder Chantal unterschichtsassoziiert sind, ist wirklich so -- Ausnahmen bestätigen die Regel, aber die Regel ist eben so, dass gebildete Eltern solche Namen nur extrem selten vergeben, während die Unterschicht sie oft vergibt. Dieser tatsache muss man in die Augen schauen.

    Der Vorname sagt somit oft etwas über die soziale Herkunft und Umgebung aus. Das ist Fakt.

    Ich würde deswegen niemanden ausschließen, aber ich glaube, dass man zumindest unbewusst durchaus anders auf Menschen reagiert, je nach dem wie sie heißen.

  3. #2 Gast
    05.01.2012 15:39
    Da stimme ich dir, Frederika, mal zu. Ich arbeitete in einem Hartz4 Viertel als Hausmeisterin und die Namen Chantal und Kevin waren da auch vertreten. Sonst kenne ich keine.
    Mir würden diesen Namen im Traum nicht einfallen.
    ich tendiere aber auch nicht zu diesen Namen wie "Ann-Sophie", weil die so furchtbar intellektuell klingen. Das ist dann wohl das Angeber-Gehabe der Oberschicht.

  4. #3 Gast
    05.01.2012 15:39
    Nein, ich habe keine Vorurteile gegen Vornamen.

    Bin selbst keine gebürtige Deutsche und viel in der Welt umhergekommen, da stellt sich für mich dieses "Problem" nicht... Bei der Frage fiel mir ein, dass ich nur einen Jungen kenne, der Marvin heisst (im Freundeskreis), und das Kind ist ein toller, intelligenter Junge und hat "hochkarätige" (Bildungsstand) Eltern ;)

    w 42

  5. 05.01.2012 15:48
    Leider wird es gemacht, dass Menschen nach ihren Vornamen beurteilt werden.

    Da werden Menschen ein ganzes Leben lang für etwas bestraft, was die Eltern entschieden haben. Wie sollen diese Menschen sich gegen solche Vorurteile wehren?

    Egal, wo ein Kind herkommt, es kann doch niemand wissen, wie es sich wirklich entwickelt und was auch ihm als Erwachsener einmal wird.

    Da sollen auch nicht selten schon Eltern aus der tollen Oberschicht böse Überraschungen erlebt haben...

  6. #5 Gast
    05.01.2012 16:05
    Dabei klingen "Chantal" und "Jaqueline" französisch(!) ausgesprochen sehr elegant, allerdings passen solche Namen nicht zu einem deutschen Nachnamen, z.B. Chantal Müller oder Jaqueline Fischer - wie klingt denn das?! Ganz schlimm finde ich auch "Mandy"!
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass eher ungebildete Menschen solche Namen vergeben.
    Trotzdem würde mich der Name erstmal nicht abschrecken. Aber gerade im Online-Dating spielt das, denke ich, schon eine größere Rolle, weil man schließlich beim ersten Kontakt vorerst nur den Namen als Anhaltspunkt hat.

  7. #6 Gast
    05.01.2012 16:36
    ... und außerdem ist die richtige Schreibweise JACQUELINE (also mit einem "c" im Wort).

  8. 05.01.2012 17:03
    Naja ... hmm ... grübel ....

    1) ich denke mal der Ex prägt. Ich habs bei EP erlebt: Ich hatte das gleiche Sternzeichen wie ihr Ex - und sie sagte "Nee ...."

    2) Ich selber schau mir den Vornamen schon an, Susanne oder Kerstin kommt gut, bloß hinsichtlich Silke und Hedwig hab ich eben meine Erfahrungen ...

    3) Ich denke, daß manche Namen eben einen sexuellen bezug haben und manche weniger, Yasmin etwa Chantal etwa .. oder was sind noch die Vornamen auf die die Männer im Rotlichtbezirk stehen ?

  9. #8
    05.01.2012 18:11
    Ja, die Vornamen spielen bei der Beurteilung einer Person leicht mal eine Rolle, wenn man nicht bewusst damit umgeht. Es gibt Vornamen, die mit der sozialen Unterschicht verbunden werden; und es gibt andere, die bei Akademikern häufiger vorkommen. Zudem gibt es Namen, mit deren Trägern man negative Erfahrungen gemacht hat. So etwas setzt sich fest.
    Es gibt auch weitreichende Statistiken und Forschungen, die sich mit Namen beschäftigen. Die Häufigkeit der Vornamen ändert sich von Jahr zu Jahr, aber tendenziell kann man schon gewisse Vornamen gewissen Sozialschichten zuordnen. Das bedeutet jedoch auch, dass man sich in konkreten Fällen ganz schön irren kann - und das in beiden Richtungen.
    Vor allem früher (und in anderen Regionen der Welt noch heute) hat man seinen Kindern Vornamen gegeben, mit denen Wünsche verbunden waren. Frömmigkeit (Gotthelf, Gottlieb), Erfolg (Laurentius, Lorenz - der Erfolgreiche, mit Lorbeeren gekränzte, etc.), Aussehen (Bruno, Bianca), Eigenschaften (Amanda - die Liebende, Beate - die Glückliche), oder man benennt Kinder nach Heiligenfiguren oder Figuren aus der Bibel (Josef, Maria), Helden (Nikolaus, Nikolai) oder Romanfiguren (Smilla). Natürlich bedeuten Wohlklang, Ahnen und andere Faktoren auch viel bei der Namensgebung.
    In der Ex-DDR hat man häufig den Kindern ausländische Namen gegeben, um der Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, das Land verlassen zu können.
    Nach dem 2. Weltkrieg gab es viele kleine Wolfgang's in Deutschland - ein positiv besetzter Name (Goethe z.B.), der eben keine Assoziationen zum Dritten Reich hat. Kaum einer heißt heute Adolf. ;-)
    Ich habe drei erwachsene Kinder; ich habe ihnen Namen gegeben, die ich einfach ohne Assoziationen schön fand und finde. Das Komische dabei ist, dass sie sich so entwickelt haben, dass sie der Bedeutung ihrer Namen wirklich sehr entsprechen. Das ist mir erst vor kürzlich bewusst geworden. Reiner Zufall? - Ja, ich denke schon, aber werkwürdig schon!

  10. #9 Gast
    05.01.2012 19:42
    Zitat Zitat von Björk Beitrag anzeigen
    Ich habe drei erwachsene Kinder; ich habe ihnen Namen gegeben, die ich einfach ohne Assoziationen schön fand und finde. Das Komische dabei ist, dass sie sich so entwickelt haben, dass sie der Bedeutung ihrer Namen wirklich sehr entsprechen. Das ist mir erst vor kürzlich bewusst geworden. Reiner Zufall? - Ja, ich denke schon, aber werkwürdig schon!
    ich habe 2 Kinder und gleiche Erfahrungen mit Kindernamen. Ich mag französiche Namen (bei Frauen) und kenne zwei sehr intelligente Chantal's (eine Deutsche und eine Schweizerin). Für mich bedeutet dieser Name vor allem Charakterstärke und auch gute "französiche" Optik . Jacqueline, Monique, Vanessa finde ich auch sehr schön, elegant und auch intelligent. Anyway besser als "Sabine, Heike, Silke, Kerstin" usw. usf. Aber es ist halt eine Geschmack- und Wahrnehmungssache.

  11. #10 Gast
    06.01.2012 08:26
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    ich habe 2 Kinder und gleiche Erfahrungen mit Kindernamen. Ich mag französiche Namen (bei Frauen) und kenne zwei sehr intelligente Chantal's (eine Deutsche und eine Schweizerin). Für mich bedeutet dieser Name vor allem Charakterstärke und auch gute "französiche" Optik . Jacqueline, Monique, Vanessa finde ich auch sehr schön, elegant und auch intelligent. Anyway besser als "Sabine, Heike, Silke, Kerstin" usw. usf. Aber es ist halt eine Geschmack- und Wahrnehmungssache.
    Jetzt bin ich aber beleidigt. Ich heiße Heike, meine Freundin Silke, die Ex meines Freundes Kerstin. Das waren nun mal die Namen der Kids in den 70/80er Jahren. Die einzigen abgehobenen Namen kamen damals von den Ausländern.
    Und da ich mit einem Italiener zusanmmen bin würde ich auch einen italienischen Namen geben.
    Es ist dort Tradition die Namen der Väter an die Söhne weiter zu geben.

  12. 06.01.2012 09:52
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Jetzt bin ich aber beleidigt.
    Warum? Der andere Beitrag wollte offensichtlich nur provozieren. Das wra doch nie und nimmer ernst gemeint. Welcher nicht völlig umnachtete Mensch hält "Vanessa" oder "Monique" für Namen des Bildungsbürgertums? Ich finde Monique ganz süß -- für einen französischen Film oder so, aber nicht für ein deutsches Mädchen. Der Beitrag war Verarschung pur und das konnte man auch einfach merken.

  13. #12 Gast
    06.01.2012 13:07
    Man muss doch nur lesen, welche Frauennamen (xyz ... auch Hausbesuche) in den eindeutig/zweideutigen Kleinanzeigen der Tageszeitungen stehen. Wie Eltern dann so grausam sein könne, ihrer Tochter ausgerechnet so einen Namen zu verpassen, werde ich wohl nie verstehen. Und ja, in bildungsfernen Schichten sind diese Vornamen deutlich beliebter.

  14. #13 Gast
    06.01.2012 17:33
    #9 an #10. SORRY! Ich wollte wegen beleidigen noch provozieren. ich selber habe einen etwas ausgefallenen Namen, den ich als Kind hasste und als Erwachsene mag und denke, dass gerade dieser Name sehr gut zu mir passt. Meine Tochter hat einen französichen Namen und ist hochbegabt. Wer würde übrigens einen z.b. französichen Namen (Vanessa etc.) in Frankreich in Verbinding mit dem Begriff "bildungsfern" oder mir Namen in "entsprechenden" Anzeigen bringen?? Höchstens mit bestimmten Merkmalen der Persönlichkeit und nur darum geht es. Im Kindergarten und in der Schule gibt es heutzutage so gut wie keine Mädchen, die z.b. Heike oder Kerstin heissen, die heissen so wie z.b. Alessandra, Aylona, Alissa, Jessica, Samantha, Nora usw.usf. Es ist nun halt so. Ob sie alle deswegen Single werden sollen oder sonstige Nachteile davon bekommen, bezweifele ich schlichtweg.

  15. #14 Gast
    06.01.2012 18:28
    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Man muss doch nur lesen, welche Frauennamen (xyz ... auch Hausbesuche) in den eindeutig/zweideutigen Kleinanzeigen der Tageszeitungen stehen. Wie Eltern dann so grausam sein könne, ihrer Tochter ausgerechnet so einen Namen zu verpassen, werde ich wohl nie verstehen. Und ja, in bildungsfernen Schichten sind diese Vornamen deutlich beliebter.

    Weißt du wirklich so genau, welche Vornamen wann benutzt werden (eindeutige Kleinanzeigen), ich staune! Denn ich hab keine blassen Schimmer, wie die Mädels vor ein paar Jahren hießen.

    Als ich z.B. vor vielen Jahren meine Tochter bekam, war ihr Name (nein, keiner der genannten) eine Rarität, aber inzwischen ... :(
    Die Zeiten ändern sich und niemand hat die berühmte Glaskugel zu Hause.

  16. #15 Gast
    07.01.2012 18:29
    In diesem Zusammenhang zitiere ich einen Lehrer aus meinem Bekanntenkreis: "Kevin ist kein Name sondern eine Diagnose".

    Ich sehe das ähnlich.

  17. #16 Gast
    07.01.2012 19:20
    #14 Ja, weiß ich. Ich kann ja lesen. Es gibt einfach Namen, die sehr vorbelastet sind. Klar, ändert sich das im Laufe der Zeit, aber es dauert. Einge Vornamen sind schon seit Jahren äußerst beliebt. Die typischen 70er Jahre Vornamen findet man heute kaum noch. In der Jahrgangsstufe meiner Tochter (immerhin 120 Schüler) ist eine Katrin, aber sehr viele Annas, Lenas, Maries, Lisas, Louisas und Doppelnamen-Kombinationen aus diesen Namen. In der Hauptschule, in der meine Schwester unterrichtet, häufen sich die Namen Chantal, Vanessa u.ä., in allen Schreibweisen.
    #15 hat es sehr treffend gesagt.

  18. #17 Gast
    07.01.2012 20:07
    Was mir hier völlig fehlt, ist der Zusammenhang Vor- und Nachname.

    Eltern mit entsprechendem Bildungshintergrund werden auch diesen Aspekt mit berücksichtigen. Damit erledigen sich "Kevin Schmitz" oder "Chantal Hubermayer" schon von selbst. Da gibt es die Möglichkeiten von Alliteration, Silbengleichzahl oder -kontrast, hell/dunkel Vokalkombinationen. Daneben kommen (gerade bei längeren Nachnamen) selbstverständlich auch Doppelvornamen in Frage (die dem Erwachsenen später oft eine Auswahloption geben), und nicht zu vergessen, Namen, die im internationalen Sprachkontext verwendbar sind (z.B. Phillip).

    Schließlich wer erfährt, dass seine Eltern sorgfältig und überlegt bei der Namenswahl vorgegangen sind, wird zumeist auch in anderer Hinsicht einen sorgsamen Umgang mit seiner Person erfahren haben ... was sich dann auch bei der Partnersuche auswirkt.

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