1. Frage:
    Gefragt am: 02.04.2011, 20:03 von Gast
    Verliebt = brav? verliebt = stark? Welche Gefühle, welche Lüste werden wach?
    Liebe EPler, es interessiert mich mal sehr. Verliebt sein, das heißt beziehungsmäßig- u. gefühlsmäßig auf einem höheren Level leben. Wachen bei Euch nur Gefühe für Gemeinsamkeiten und Nähe auf, die es nur in der intensiven verliebten Beziehung gibt? Oder auch Gefühle, die eigenen Stärken und auch Überlegenheiten zu leben? Verliebt sein = weicher? Oder auch anderes: z. B. selbstbewußter? stärker? mehr leidenschaftliches Gefühlschaos? Mich interessiert auch: kraftvoller, aggressiver? impulsiver? weniger kontrolliert brav? Bitte ehrlich und gerne mit Alter und Geschlecht. (Und als Nebenfrage: Was darf und wünscht Ihr Euch hier vom anderen?)
    Antworten:
  2. #1 Gast
    02.04.2011 22:07
    Interessante Frage, ich glaube das ist wirklich bei jedem unterschiedlich. In erster Linie macht es weicher-seitdem ich, mit 26 allerdings erst, das erste Mal verliebt war, bin ich viel näher am Wasser gebaut, auch in Freudensituationen. In einer Verliebtenphase ist man auch selbstbewusst, man hat das Gefühl, man könnte alles packen,man hat Zukunftsfreude, weil man gespannt ist was sie bringt. Man sieht alles um sich her plötzlich anders an( Ute Freudenberg hatte mit dieser Aussage in "Jugendliebe"mehr als recht, auch wenn man sich erst später im Leben verliebt, da gilt das genauso). Man ist auch in anderen Situationen leidenschaftlicher. Alles in allem ist man einfach etwas beschwingter. Eine Erfahrung ist auch Angst. In diesem Zusammenhang ist sie wohl immer dabei, weil man weis ja nicht wie fühlt der/die andere, was hat es für Auswirkungen auf mein Leben, auf meine Lebensbereiche, was passiert wenn der andere nicht so empfindet, Verlustangst usw. FS wie alt / was für ein Geschlecht bist du? w/32

  3. #2 Gast
    03.04.2011 08:29
    Ich bin froh, NICHT mehr verliebt zu sein, und zwar seit Jahren. Das Gefühl des Verliebtseins bewirkt, dass man in einer biochemisch erschaffenen Illusion lebt - und wer will schon dauerhaft unter Drogen stehen?

    Sobald ich merke, dass eine unrealistische Schwärmerei beginnt, sammele ich mich wieder, um klar sehen und fühlen zu können.

    Ergebnis: Ich bin seither Single, UND ich hatte nie wieder dieses unangenehme, zum Teil auch sehr schmerzliche Erwachen nach der Verliebtheit.

    Verliebtheit ist immer eine Illusion, das sollte man sich deutlich machen. Diese Illusion ist eine Projektion der eigenen Wünsche auf einen anderen Menschen.

  4. #3 Gast
    03.04.2011 12:05
    @#1: Mein Alter und Geschlecht verrate ich später, nach hoffentlich regen Antworten. Ich möchte die Antworten nicht beeinflussen, nach dem Motto "typisch Mann-Frage oder typisch Frau-Frage". Die Frage ist für mich eine Frage, die Frau und Mann stellen könnte.

  5. #4 Gast
    03.04.2011 13:16
    Es ist alles richtig, was Du schreibst, liebe/r FS. Verliebtheit ist wie ein Wirbelsturm, der das Leben und einen selbst gründlich verändert. Man sieht sein eigenes Leben in einem ganz neuen Licht, findet neue Antworten auf die Fragen des Lebens, fühlt sich von der - wenn erwiderten - Zuneigung des anderen getragen, beschwingt, durcheinander, unverwundbar stark und gleichzeitig unendlich verletzlich, solange ungewiß ist, ob die Gefühle erwidert werden. Verliebtsein bewegt einen dazu, aus lauter Leidenschaft unrealistische Pläne zu entwerfen, oder aber auch realistische, wenn man dieser magischen Begegung eine Zukunft geben will.

  6. #5 Gast
    03.04.2011 13:18
    Ich beziehe mich jetzt mal auf die Situation "glücklich verliebt" zu sein (also die Verliebtheit wird erwiedert):

    Ein unbeschreiblicher Rauschzustand, alle Emotionen ob positiv oder negativ werden deutlich verstärkt empfunden, bis hin zur absoluten Übertreibung... Ich persönlich fühle mich dann glücklich, voller Tatendrang und Leidenschaft, selbstbewusst, gestärkt und kampflustig, ohne Agressivität aber mit viel Nachdruck. Opfer werden mit Freuden gebracht und entgegengenommen, alles erscheint möglich. Brav fällt mir in dem Zusammnhang nicht ein. Eher im Gegenteil. ;-) Der Andere sollte im besten Fall auf der gleichen Welle mitschwimmen und den Rausch mit mir zusammen voll auskosten solange er anhält. Dieser umtriebige und beglückende Zustand hält ohnehin nur kurz an (im Vergleich zum Zeitraum einer langjährigen Partnerschaft).

    @2: du tust mir ganz ehrlich einfach nur leid. Ein Rausch hin und wieder ist das was das Leben für mich lebenswert macht. Dein Szenario kling grau und trostlos. Und dauerhaft ist dieser "verklärte" Zusand absolut nicht. Man muss eben vorher versuchen hinter die Fassade zu gucken und sich erst gehen lassen wenn's passt. Ich bin trotz aller Enttäuschungen (die nie ausbleiben werden) immer weider wahnsinnig gern verliebt und koste diesen Zustand absolut aus.

    w29

  7. #6 Gast
    03.04.2011 14:00
    Da der Rauschzustand bereits so schön beschrieben wurde, gehe ich nun auf Deine "Nebenfrage" ein. Sobald klar ist, dass sich diese Gefühle auf Gegenseitigkeit beruhen, würde ich erwarten, dass man sich so oft wie möglich sieht, spricht oder schreibt - man denkt sowieso fast in jeder freien Minute an den anderen und hat das Bedürfnis, den Kontakt mit ihm zu intensivieren.
    Ich erlebe gerade die verfahrene Situation, dass die beruflichen Verpflichtungen so stark im Vordergrund stehen, dass die Verliebtheit nicht in dem Maß gelebt werden kann, wie ich es mir wünsche. Diese Verpflichtungen nicht einzuhalten, würde die eigene Existenz aufs Spiel setzen, so dass wir sehr schnell auf dem Boden der Realität ankamen. Das ändert nichts an der Faszination füreinander, und trotzdem ist es etwas schmerzlich.
    Interessant ist auch die Frage "Was darf der andere": das ist sicher individuell verschieden, über wieviele Anrufe man sich noch freut, und wann es nervt. Das gilt auch für die Frage, wie oft man sich sieht, Sex hat, welche Unternehmungen gefallen, was finanzielle Spielraum zulässt etc. Hier ist beiderseits etwas Fein-/Taktgefühl gefragt... w, 34

  8. 03.04.2011 14:02
    Verliebt hat man das Gefühl, einfach alles erreichen zu können, ist aktiver, leidenschaftlicher und mutiger. In bezug auf den Partner übersieht man Macken und Schwächen und überhöht die positiven Aspekte.

  9. #8 Gast
    03.04.2011 14:31
    @ FS: ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Interessierten hier anders antworten würden, wenn sie Dein Alter und Geschlecht kennen. Vielleicht gäbe es ein paar mehr pauschalisierende, klischeehafte und undifferenzierte Kommentare. Trotzdem wäre es aus meiner persönlichen Sicht für die, die sich ernsthaft Gedanken machen, schön, gleich etwas mehr über Deine Identität zu erfahren. Andernfalls möchte ich dann zumindest vom selben Recht Gebrauch machen dürfen und mich am Thread geschlechts- und alterslos beteiligen....

  10. #9
    03.04.2011 16:10
    In der Verliebtheitsphase ist man mit Sicherheit gerade in so einer Art Zwischenwelt. Man nimmt das,was um einen herum passiert nicht richtig war und lebt nur für den Moment, wenn man den oder die Geliebte wieder sehen kann. Alles Andere prallt an einem ab. Man ist insgesamt vielleicht doch etwas selbstbewusster, aber auch verplanter..Selbstbewusstheit aber im Sinne: Es gibt einen Sinn im Leben: Sie oder Ihn. Man fühlt sich gewertschätzt und denkt vielleicht weniger über die eigene Person nach!

  11. #10 Gast
    03.04.2011 20:36
    Das hab ich gerade: Mal wieder verliebt sein (w 53) und ich kann für mich feststellen, dass sich dieses Gefühl mit den Jahren ganz erheblich verändert. In meiner ersten Jugend spielten deutlich mehr Äußerlichkeiten eine Rolle. In der zweiten Jugend fokussierte ich mehr auf Status, Bildung, Sicherheiten...
    Und nun, in der dritten Jugend habe ich eine neue Erkenntnis: Wir sind jetzt irgendwo "einsortiert", was Etabliertheit angeht und damit ist sie nicht mehr wichtig und es gewinnen Charakter und Einstellungen erheblich an Bedeutung und siehe: Nicht Aussehen, Verdiens, politische Überzeugung..., sondern die globele Fähigkeit, z.B. politisch aggressiv zu werden, den Freund total anzuheizen oder auch zu verteufeln in seinen Gesinnungen, sich zu fetzen und zu treffen in ideologischenHaltungen, das macht Lust aufeinander, das macht das Bett knarren und quitschen.
    Und klar natürlich auch, dass die konstruktive Reibungsfläche mit dem Partner und die damit verbundenen Enthusiasmen uns beide vitaler, lebensfroher und fröhlich- bissiger erscheinen lassen.

  12. #11
    04.04.2011 10:12
    Verliebtsein bedeutet für mich das absolute Gefühlschaos und große emotionale Unsicherheit. Das empfinde ich in nicht als positiv, sondern eher als einen unschönen Zustand.

    Auch wenn ich einerseits beschwingt wie auf Wolken durch meinen Tag gehe, so habe ich auf der anderen Seite immer enorme Zweifel an meinen Gefühlen und analysiere ständig, warum ich IHN so anziehend finde. So versuche ich diese Gefühle zu relativieren. Das geschieht allerdings nicht bewusst und gewollt, sondern ist ein ganz automatischer Reflex, der dem Selbstschutz dient. So versuche ich nämlich, Entäuschungen (die ja so kurz nach dem Kennenlernen schnell passieren können) möglichst wenig schmerzhaft zu halten. Mir ist durchaus bewusst, dass ich mir damit manchmal selbst im Weg stehe, wenn es darum geht, offen und unbefangen den anderen kennenzulernen. Aber ich kann dieses Programm in meinem Kopf leider (noch) nicht abschalten.

    @FS: Ich bin 32 Jahre alt.

  13. #12 Gast
    04.04.2011 11:37
    Ja klar, auch Gelüste werden in diesem Gefühlschaos der Verliebtheit geweckt! Man fühlt sich wie magisch zum anderen hingezogen und verspürt den fast unwiderstehlichen Wunsch nach körperlicher Vereinigung. w, 35

  14. #13 Gast
    17.11.2011 15:58
    Verliebtheit ist für mich ein gehobenes Gefühl-erst mal !

    ich fühle mich begehrt, wenn erkennbar ist, dass Ich auf Gegenliebe stosse.

    Wenn nicht--dann ist es Frust---Ich möchte etwas mit jemand teilen: meine Zeit, Zärtlichkeit, Gedanken, mein Leben vielleicht....und der andere geht da nicht mit !

    Es ist trotzdem ein Gefühl, das mich weiter bringt, so , oder so........

    w, 51 Jahre

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