1. Frage:
    Gefragt am: 17.12.2010, 19:25 von Gast
    Unerfülltes bedürfnis nach liebe,geborgenheit und zärtlichkeit
    Ist dass bedürfnis nach liebe, geborgenheit und zärtlichkeit normal für einen Menschen? Kann dass stark Seelisch Krank machen als dauer Single wenn dass bedürfnis viele jahre unerfüllt bleibt?
    Antworten:
  2. 17.12.2010 20:11
    Der Mensch ist ein hochsoziales Tier, d.h. er braucht den Familien- und Gruppenverband und hat ausgesprochen viele evolutive, biologische Optimierungen in diese Richtung, allen voran die Sprache, aber auch Mimik, Gestik und Gefühle sind auf Gruppenleben hin ausgerichtet.

    Geborgenheit, Zugehörigkeit, menschliche Nähe sind natürliche Grundbedürfnisse des Menschen. Auch Körperkontakt, Zärtlichkeit und Sexualität gehört zum Menschsein dazu und ist jedem ein Bedürfnis.

    Gerade Ausgeschlossenheit, Ablehnung durch andere sowie fehlende Sozialkontakte können in der Tat krank machen. Nichtsdestotrotz sind viele dieser Aspekte durch Willen, durch innere Überzeugung beeinflussbar und ob fehlende Kontakte krank machen, ist zum Beispiel vor allem dadurch bestimmt, ob der Mensch dies freiwillig wählt oder unfreiwillig darunter leidet. Seelische Probleme haben ihre Ursachen in erster Linie eben auch in der Seele -- also was wir fühlen und denken, aber nicht primär darin, was wir tatsächlich erleben und wahrnehmen.

    Bezogen auf die Titelfrage bedeutet das, dass man jahrelang glücklich und zufrieden Single sein kann, ohne dass einem der Mangel an Zärtlichkeiten, Geborgenheit oder Sexualität krank machen würde. Ganz im Gegenteil, viele Singles sind in der Tat mit ihrem Leben zufrieden.

    Umgekehrt bedeutet das aber eben auch, dass ein Single, der darunter leidet, dass er keinen Partner hat, dass er keine Sexualität genießen kann, dass Geborgenheit und Liebe fehlen, eben auch dadurch tatsächlich krank werden kann. Auch dafür gibt es mehr als genug Beispiele.

  3. #2 Gast
    17.12.2010 20:46
    Ich war lange auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit und habe mich an Männer gehangen und gemeint, jetzt finde ich, was mir fehlt. Leider nein! Es hat lange lange Jahre gedauert, bis ich keine Ressourcen mehr hatte und am Ende meiner Kräfte war. Dann habe ich gelernt und gelesen (nach etlichen Büchern), dass ich Liebe und Geborgenheit nur in mir selbst finde. Als mir das bewusst wurde, fühlte es sich leichter an und ich war glücklich. Das ist ein Lernprozess und kann man nicht gleich erfahren, das muss man spüren. Fazit: Suche nicht im AUSSEN nach Liebe und Geborgenheit, sondern in Deinem INNERN.

  4. #3 Gast
    17.12.2010 21:11
    Liebe Fragestellerin, lieber Fragesteller, vermutlich kann das unerfüllte Bedürfnis nach Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit krank machen, meiner Meinung nach gibt es jedoch Möglichkeiten dieses Bedürfnis zu kompensieren. Mir persönlich gelingt das manchmal besser und manchmal schlechter.

    Ich bin jedoch überzeugt davon, und schreibe dies auch hin und wieder in meinen Beiträgen hier im Forum, eine schlechte Beziehung mit dem falschen Menschen macht in viel höherem Maße krank.

    w/48

  5. #4 Gast
    17.12.2010 22:13
    Genau wie #2 habe ich das auch erst verstehen müssen, dass schon ganz viel Liebe in meinem Leben war. Das macht mich mittlerweile wirklich total entspannt. Ich habe nicht mehr die Angst den falschen Männern zu begegnen, die mir nicht gut bekommen. Das geht wirklich.
    Wenn man diese Erkenntnnis oder Erfahrung noch nicht hat, kann das schon zermürben.

    Denk mal darüber nach.

    w/38

  6. #5 Gast
    17.12.2010 22:20
    Hier fühlt sich offenbar besonders die Fraktion angesprochen, die die Erfahrung gemacht hat, dass Partnerschaften nicht der Heilsgral für Glück und Zufriedenheit sind.
    So wie ich auch.

    Natürlich gibt es in Beziehungen sehr schöne Lebensmomente und Verliebtsein ist sowieso sehr schön. Aber genauso stressen Beziehungen meiner Erfahrungen nach. Man ist frustriert, enttäuscht, verletzt, unglücklich ... IN der Beziehung. Ich kenne niemanden, der das nicht schon ertragen musste und nicht aus den Frustphasen von alleine raus kam, weil einen die Liebe zurück hält und man sich am Ende selber quält, egal in welche Richtung man sich bewegen wird.

    Ich bin heute ein sehr zufriedener Single. Ich genieße mein Leben, meine Freiheit und die Leichtigkeit, dass mich niemand belastet.

  7. #6 Gast
    17.12.2010 22:59
    Leider hat unsere postmoderne Gesellschaft immer noch zu wenig Verständnis für die Wichtigkeit von Zärtlichkeit und Geborgenheit (und allgemeiner: unvoreingenommener Herzlichkeit).
    Produktivität und Perfektion, das rein Materielle wird "auf Kosten" der seelischen Gesundheit überbewertet. So ist es gar nicht verwunderlich wenn diese elementaren Bedürfnisse als "nicht normal" angesehen werden. Es lohnt sich der Versuch etwas zur "gesellschaftlichen Klimaerwärmung" beizutragen, Z.B. in gemeinnützigen Vereinen, Kirchengemeinden usw-.,in denen man auch eher warmherzige Menschen trifft, an denen man sich orientieren kann.

  8. #7 Gast
    18.12.2010 15:32
    @1: Der Mensch ist ein Tier? Nun wirds aber sehr sonderbar.

    @ alle anderen: leider versteht man erst im fortgeschrittenem Alter, dass es die Selbstliebe ist, die soziales Verhalten erst möglich macht. Womit allerdings nicht Egoismus gemeint ist. Man kann erst geben, wenn genug zum Verschenken da ist. Dann bekommt man auch viel zurück. Wenn das ausbleibt, hat man immer noch sich selbst und muss sich nicht so grämen.

  9. #8 Gast
    18.12.2010 16:22
    Ich muss # 2 beipflichten.

    Mir fällt dazu ein trefflicher Satz von A. Schopenhauer ein, der sehr wahres beinhaltet:

    "Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen ! Denn alle äußeren Quellen des Glückes und Genusses sind - ihrer Natur nach - höchst unsicher, misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen."

    Meine Erfahrung ist ebenfalls, dass man zuerst lernen muss, sich selbst zu lieben (i. S. von Selbstbewusstsein entwickeln) bevor man irgend jemandem anderen ehrliche Liebe zu Teil werden lassen kann.

  10. #9 Gast
    18.12.2010 16:44
    Nö, bin schon sehr lange Single. Den "Richtigen" zu finden ist aber wie ein sechser im Lotto, sagte mal Gabi Hauptmann und das stimmt leider finde ich zumindest.
    Somit genieße ich mein Leben als Single. Bestätigung und Wärme habe ich in Familie und Freundeskreis. Dieses "mal in den Arm genommen werden" vermisse ich nicht und brauche auch
    keinen Sex, der für mich sowieso nur mit starken Gefühlen in Verbindung steht.
    Geborgenheit ist für mich nicht unbedingt mit einem Partner verbunden, ein gemütliches Heim, gerade im Winter, Kerzenlicht, Gemütlichkeit, ein paar Freunde einladen, lachen, reden, sich was gönnen, einen Wellnes-Urlaub zum Beispiel, ein schönes Hobby haben.
    Wie viele haben einen Partner und wären froh, wieder Single zu sein, man muss alles mal von zwei Seiten sehen, dann vermißt man nicht mehr so viel.

  11. #10 Gast
    18.12.2010 19:09
    Stimmt, es gibt auch Einsamkeit bei Paaren.

    Schaff Dir doch eine Katze an!

    Ansonsten, verteile Liebe und Du wirst Liebe zurückbekommen.

    w/43

  12. #11 Gast
    19.12.2010 00:22
    Der Mensch ist ein Rudeltier und leidet, wenn er allein ist. Das ist normal. Wer keine Zuneigung, keine Zärtlichkeiten mehr braucht, ist verroht.
    Natürlich kann man das ausgleichen. Durch ein Haustier, durch Freunde und Familie, aber nicht jeder hat sie.
    Ich selbst habe nur noch eine Mutter, sie ist zwar seit der Trennung finanziell für mich da, aber durch eigene böse Kindheit sehr kalt. Liebe und Geborgenheit konnte sie nie geben.

    Viele Freunde hatte ich in der Ehe nicht, da mein Mann mit seiner despotischen Art recht unbeliebt war. So blieb nur ein befreundetes Paar, dass ich aber für ihn und seine Neue entschieden hat, ist bequemer.

    Ich baue mir langsam neue Freunde (nein, eher Bekannte) auf, das tut mir ganz gut.
    Besser als nichts, einen Partner ersetzt es aber nicht.
    Ich laufe nun weiß Gott nie mit Trauermine rum, im Gegenteil, gerade jüngere andere Singles holen sich bei mir manchmal ihre Kuscheleinheit und ihre Geborgenheit. Ich gebe sie gerne.
    Aber auch ich hätte mal gerne jemanden, bei dem ich mich wirklich Geborgen fühlen kann.

    Wirklich konnte ich das in meiner Ehe auch nicht, weil man Mann auch nie wirklich für mich da war. Aber ganz alleine finde ich es fast noch schlimmer.

    Zu ändern ist es aber nicht. Ich kann mich trotzdem nicht auf "Irgendwen" einlassen, nur um nicht allein zu sein...

  13. #12 Gast
    19.12.2010 11:13
    Ich denke, man sollte den Grad des Bedürfnisses unterscheiden:
    Wunsch nach Nähe, Zärtlichkeit, Geborgenheit ist natürlich und macht Nähe in einer Beziehung überhaupt möglich.
    Sucht danach, viel ganz persönliche Aufmerksamkeit durch einen bestimmten geliebten Menschen zu bekommen, ist krankhaft und führt zu klammernder Bedürftigkeit. In diesem Fall überstrahlt dieses Bedürfnis evtl. alle anderen Themen im Leben.

    Aus der Frage kann man nicht lesen, wo auf der Skala Du Dich gefühlsmäßig befindest, aber wenn es eher bei "Suchtartiger Bedürftigkeit" ist, solltest Du etwas für Dich tun, um in Deine Mitte zu kommen und Kontakt mit Dir selbst zu finden. Das ist dann die Ausgangsbasis für gesunde Beziehungen. Aber Du wärst nicht auf einen Partner angewiesen, sondern kannst auch allein glücklich und zufrieden sein.

    w45

  14. #13 Gast
    18.03.2011 19:04
    Ich weiß nicht wie ihr darauf kommt...
    Ich selbst sehe mich nicht als Rudeltier, ich meide menschliche Nähe, und empfinde auch nicht das Bedürfnis einer Partnerschaft ( außer wenn es fotzpflanzungsbedingt sein MUSS, um einen Nachkommen hervorzubringen )

    So normal wie ihr Zärtlichkeit etc. preist, ist sie garnicht, und man kann gut ohne sie auskommen.

    MfG

    [Mod.= Signaturen sind NICHT gestattet !!]

  15. #14 Gast
    19.03.2011 12:56
    @13 Irgendwie tust du mir leid! Natürlich braucht der Mensch Zärtlichkeit, Zuneigung und Liebe. Das was du schreibst hört sich echt schräg an. Ich hoffe du meinst esnicht ernst. Die Katholische Kirche wäre froh, so einen Mann zu haben wie dich.
    Ich jedenfalls vermisse zärtliche Momente in meinem Leben. Ich muss nicht täglich einen Mann um mich herum haben, aber Liebe und Vertrautheit sehr gerne.

  16. #15 Gast
    12.05.2011 15:44
    dann sag was du möchtest, ich bin in einer sehr glücklichen Partnerschaft aber die Zärtlichkeit und der Sex der mir fehlt macht mich Krank. man sieht immer in einer anderen Frau dich könnte ich Glücklich machen... Doch ist es wirklich so. ich denke für den Moment ist es sex der uns Männer so Denken lässt . Aber mir geht es genau so ...In die Augen schauen , die Hände der Frau halten und streicheln mit der man gerne alleine sein möchte um die Sonne zu sehen gemeinsam wenn sie aufgeht.......Habe mein Alltagstrott und liebe das Leben ,......

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