1. Frage:
    Gefragt am: 14.08.2010, 03:03 von Gast
    Singledasein: Möglichkeiten? Oder vielmehr Bedürftigkeiten?
    Mitunter ist hier zu lesen, das Leben als Single biete ach so viele spannende Freiheiten und Möglichkeiten. Meint ihr das ernst? Ist das nicht ein Versuch, sich etwas schönzureden? Seit ich mich für Männer interessiere, wollte ich jedes Mal a. mit einem Mann zusammenkommen, aber er nicht mit mir bzw. er war vergeben oder b. mit einem Mann zusammenbleiben, aber er hat mich verlassen . Die ersehnte Nähe, gemeinsame Zeit, Verbindlichkeit ist also entweder von ihm aus nicht zustande gekommen oder von ihm beendet worden - ich war stets die Bedürftige, Suchende, Bittende. Niemals hätte ich mehr Raum für mich gewollt. Und niemals sage ich mir jetzt als Single: Ah wie schön, dass ich mich nach niemandem richten muss...etc. Worin besteht denn diese angebliche Freiheit? Fernsehprogramm? Sorte der Tütensuppe? ONS sind schal und riskant und... eigentlich ist man als Single doch nur allein und gar nichts ist toll.
    Antworten:
  2. #1 Gast
    14.08.2010 06:36
    Nun ganz so schlimm, wie Du es beschreibst, ist es nun wirklich nicht und man sollte wirklich versuchen die Zeit zu nutzen und auch zu genießen, denn das Leben ist auch als Single sehr lebenswert.

    Für meine Begriffe gehört zu den Freiheiten, dass man tun und lassen kann, was man will wie z.B. Urlaubsplanung, Einrichtung der Wohnung, kommen und gehen kann, ohne Rücksicht auf Verluste und sein Leben wirklich so leben kann, dass man zufrieden ist. Man kann spontan sein, wenn die Freundin am Freitag abend anruft, ob man z.B. einen Kurztrip am WE an die Ostsee macht. Es sind keine Absprachen notwendig, wie in einer Beziehung. Das kann sehr reizvoll sein.

    Natürlich kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man denkt: hmm, zu zweit wäre es vielleicht doch schöner? Man wäre sogar bereit (einige) Kompromisse einzugehen, einfach weil man liebt und den anderen schätzt. Aber nur weil man alleine ist (nicht zu vergleichen mit einsam!!!) darf man sich das Leben nicht vermiesen lassen. Schließlich ist man ein Individuum, welches ein eigenes ICH hat, mit oder ohne Partner

    So wie Du schreibst scheinst Du sehr verzweifelt auf der Suche zu sein, das spiegelt sich wieder in Deiner Ausstrahlung und Deinen Handlungen. Wahrscheinlich fängst Du sogar in einem frühen Stadium an zu klammern (ist immer schlecht, egal in welchem Stadium man sich befindet) Auch in einer guten Beziehung darf man sich selbst nicht aufgeben, ansonsten fällt man in eine gewisse Abhängigkeit und das spürt der Partner und könnte dadurch negativ beeinflusst werden und sich eingeengt fühlen.

    Du sagst, Du bist die Bedürftige, Suchende, Bittende .... das klingt sehr verzweifelt!!!!! Du darfst doch nicht bitten und betteln um Liebe und Zuneigung! Das ist sehr unterwürfig. Menschen sind Herdentiere und suchen die Gesellschaft, natürlich auch in der Partnerschaft, aber es sollte eine Ebene von Gemeinsamkeiten sein und Du darfst Dich auf keinen Fall selbst in diese Rolle drängen zu betteln!

    Ich würde einen Mann sofort zum Teufel jagen, wenn ich das Gefühl hätte, dass er NUR noch 100% für mich lebt (vor allem zu Beginn des Kennenlernens) und ich das einzige bin, was ihn am Leben erhält, sich an mich klammert wie eine Klette, weil er alleine nicht seine Freizeit verbringen kann. Das ist doch erbärmlich! Was ist das für ein Mensch, der sich derartig aufgibt und keine eigene Persönlichkeit und somit Selbstwertgefühl besitzt? Natürlich möchte man mit seinem Partner Zeit verbringen, viel Zeit sogar, aber das Leben muss auch einen anderen Sinn haben. Das allein ist doch nicht Ziel einer Partnerschaft!

    Versuche mal Dein Leben zu genießen mit Deinen Freunden und vor allem mit Dir selbst, mache Dir erst mal klar, was an Dir großartig ist und versuche Dich selbst zu lieben. Ich habe das Gefühl hier hast Du etwas Nachholbedarf!

    Alles Gute!

  3. #2 Gast
    14.08.2010 07:41
    Liebe FS, ich finde du hast da ein paar Wahrheiten angesprochen. Ich kann auch nicht verstehen was Personen, welche angeblich einen Partner, oder Partnerin suchen, an einem Single-Dasein so interessant und erstrebenswert finden. Ich denke auch, dass solche Leute sich etwas schönreden.

    Wenn ich ja mehr Raum und Freiheiten wünsche, dann suche ich sicherlich keine Partnerin, oder Partner, denn in einer festen Beziehung ist niemand FREI. Die einzige Freiheit in einer Beziehung ist, zu entscheiden ob ich kompromissbereit bin oder nicht.

    Wenn man so gewisse Profile durchliest, so muss man sich wirklich ernsthaft fragen, was suchen die eigentlich ? Freiheit ? Eine Spielpuppe ? Ein Dornröschen, oder einen Prinzen, oder einfach nur soziale Sicherheit. Es gibt doch sicher einen Grund, warum man denn noch Single ist. In den meisten Profilen wird aber immer nur gefordert. Da suchen sie Niveau, da suchen sie möglichst Akademische Partner, oder Partnerinnen. Gab es denn in der Studienzeit keine dem entsprechende Menschen ? Ich weiss nicht, aber ich denke, dass sich Gegensätze eher anziehen, denn abstossen. Also, wenn ihr Suchenden, wenn ihr denn wirklich solche seid, so denkt doch einmal an das Sprichwort mit dem Ende........denn das Gute liegt so nah. ja ?

    Und eines weiss ich aus eigener Erfahrung, als Single ist man wirklich ALLEIN.

    Alles Gute liebe FS und gib einfach nicht auf.
    m 70

  4. #3 Gast
    14.08.2010 08:41
    Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei...
    Ich empfinde, die Tatsache, dass ich alleine bin, als schrecklich.
    Trotzdem genieße ich mein Leben, meine Arbeit, meine Freizeit, Urlaube. Ich kann doch nicht mein Leben damit verbringen, zu warten bis der Richtige kommt oder nur noch zu suchen.
    Immerhin habe ich nur ein Leben hier, wenn ich daraus nichts mache, bin ich vordringlich selbst schuld.
    w,50

  5. 14.08.2010 09:32
    Liebe Fragestellerin, mit dieser Herangehensweise kannst Du nicht glücklich sein/werden! Ich weiß nicht, wie alt Du bist, aber Du wirst doch nicht Dein ganzes Leben, alles, was Dir wichtig ist oder wird auf einen Mann ausrichten?

    Jeder Mann merkt sofort, wie sehr Du eine Beziehung überfrachtest und ergreift die Flucht, bzw. hat nur eine Affäre mit Dir, weil er "vergeben" ist und auch lieber dort bleibt.

    Nein, es geht nicht um die Freiheit-der-Wahl-von-Tütensuppen, es geht darum, dass Du erst eine eigenständige Persönlichkeit (mit Interessen und Unternehmungen, die auch ohne Mann funktionieren) werden musst, um für einen anderen - egal ob Mann oder Frau - anziehend und interessant zu werden. Solange Du nicht allein sein kannst, ohne Dich zwanghaft dabei "selbst beschäftigen zu müssen", kannst Du einem Partner nicht viel geben. Es sei denn, er sucht nichts anderes, als eine "Versorgerin", die sich um sein körperliches Wohl, seine Wäsche, seinen Sex kümmert.

    Nein, das wäre nix für mich - und wohl auch absolut nichts für all die Singles, von denen Du (oben) meinst, sie würden sich "etwas schön reden". Das brauchen sie gar nicht, denn sie sind auch ohne Partner/in voll im Leben!

  6. #5
    14.08.2010 11:06
    Ich denke, es geht doch nicht darum, ob/dass man als Single glücklicher oder freier ist, sondern dass man diese mehr oder weniger ungewollte Zeit des Alleinseins trotzdem sinnvoll und für sich erfüllend und glücklich verbringt. Und v.a. dass man nicht einen Partner für sein ganzes Glück (oder Unglück) verantwortlich macht. Denn dafür ist jeder selbst zuständig.

  7. #6 Gast
    14.08.2010 11:10
    Mir geht es auch so. Als Single ist man definitiv alleine!! Da ist die eine Freundin oder andere Bekannte. Ich habe noch nicht erlebt, dass es mal heißt, "komm doch mal mit" und ich habe keine Freundin, die alleine lebt (wg. spontaner WE-Fahrt). Keiner kann mir erzählen, d. es schön ist, alleine ins Theater, Kino, Cafe u. w. zu gehen. Ich mitte 40 habe noch total Lust auf das Leben i. all seinen Facetten und möchte es zu zweit genießen. Teilnehmer wie #1 haben sich meistens arrangiert und sind i. d. Regel auch nicht mehr ganz so jung. Meine Wohnung ist edel eingerichtet, aber was ist das schon gegen erfüllende zwischenmenschliche Wärme?

  8. #7 Gast
    14.08.2010 11:43
    #6 hat vollkommen recht, ebenso die fragestellerin.

    eine gute beziehung bedeutet immer auch ein maximum an freiheit. ich habe mich als single nie freier gefühlt als in guten beziehungen. allein die arbeitsteilung (im positiven sinne) schafft schon viel freiheit. viele hier machen sich nur etwas vor und sind trotz toller berufe und tollen hobbys zur selbstfindung und tollem status innerlich mehr als einsam.... nichts kann zwischenmenschliche wärme ersetzen!!!

  9. #8 Gast
    14.08.2010 11:52
    Das Single Dasein zu geniessen, hat nichts damit zu tun, seine momentane Situation schön zu reden. Es gibt aber sicher nur sehr wenige Menschen, die so überzeugte Singles sind, dass sie sich nie auf eine feste Beziehung einlassen. Die meisten Menschen wünschen sich natürlich eine Partnerschaft. Wenn man aber sein Glück allein von einem Partner abhängig macht, finde ich das sehr gefährlich, sehr einseitig, ziemlich egoistisch und unrealistisch. Denn ich möchte auch nicht für das Glück meines Partners allein verantwortlich sein. Eine Partnerschaft soll eine weitere Bereicherung eines auch sonst erfüllten Lebens sein. Und was die Einsamkeit betrifft, kann man auch zu zweit sehr einsam sein!

    Nein, ich bin überzeugt davon, dass eine langjährige ausgefüllte und glückliche Partnerschaft darauf beruht, dass sich zwei Menschen gefunden haben, die auch sonst mit sich und ihrem Leben zufrieden waren und ihr Glück nicht ausschliesslich von einem Partner abhängig machen. Ich habe meine Beziehungen immer genossen, aber auch immer die Zeit dazwischen als Single. Allerdings pflege ich einen langjährigen Bekanntenkreis und finde immer jemanden, der mit ins Kino, Theater usw. kommt. Und diesen Bekanntenkreis pflege ich natürlich auch, wenn ich in einer Beziehung bin. Es würde mir nie einfallen, mein Leben auf eine einzige Person auszurichten.

    Und es stimmt tatsächlich, dass Menschen die mit ihren Lebensumständen zufrieden sind, viel einfacher einen Partner finden als die anderen - unabhängig vom Alter. Gerade Frauen, die nicht in der Lage sind, ihr Leben interessant und ausgefüllt zu gestalten und verzweifelt denjenigen suchen, der sie glücklich macht, suchen oft vergeblich. Denn eine solche Einstellung schreckt nun wirklich die meisten Männer ab. Jeder der glücklich sein möchte, muss auch lernen, zuerst mit sich selber glücklich zu werden, dann ist es auch einfacher, zu zweit glücklich zu sein. Wenn die meisten Singles das beherzigen würden, gäbe es in einem solchen Forum nicht so viele Hilferufe von verzweifelt Suchenden.

  10. #9 Gast
    14.08.2010 11:53
    Mädel, deine Verzweiflung steht dir auf der Stirn geschrieben.

    Vielleicht solltest du auch dein Haar wachsen lassen, um dass es dann lang genug ist, für einen potenziellen Eroberer, der in den nächsten Jahrzehnten bei dir vorbeireiten könnte. Konservierte Lebensmittel für den Fall der Fälle daheim zu haben, ist dann auch anzuraten. Man weiß ja nie.

    Hast du auch noch andere Interessen, außer daheim zu sitzen und auf den Prinzen zu warten?? Eine glückliche Partnerschaft profitiert voneinander. Was bietest du? Bzw. was gibst du, außer Tüte aufreißen? Was hast du für Interessen, außer zu warten? Das Glück nur darin zu suchen, ist grundlegend falsch. Such es zuerst bei dir selbst. Dann hast du auch schon einen Beitrag, worüber ein potenzieller Kandidat u. U. auch mal Lachen kann oder zumindest sein Interesse geweckt wird.

    Also, richte deinen Fokus auf dich und streich mal den schon sehr verkrampft wirkenden Gedanken an eine Beziehung. Das wirkt schon arg bedürftig.

  11. #10 Gast
    14.08.2010 11:56
    Kann #6 nur zustimmen,bin seit 13 verwitwet und seit 4 1/2 Jahren nach 7-jähriger Beziehung wieder allein (verlassen/betrogen worden).
    Weiß mittlerweile die Vorteile,die das Singleleben bietet durchaus zu schätzen,obwohl sie in keinster Weise das Bedürfnis nach Wärme, Nähe und Zärtlichkeit je ersetzen können.
    Bin w/45 und meine Hoffnung einen Partner zu finden liegt tendenziell eher bei Null.
    Was natürlich bei einigen meiner Freunde,Bekannten oder Kollegen Kopfschütteln,Unverständnis und Traurigkeit auslöst.
    Aber es ist meine Entscheidung,deshalb versuche ich aus jedem Tag das Beste zu machen (Sport,VHK,Kultur,Reisen meist mit frisch getrennten Frauen aus meinem Umfeld),um die aufkeimende Traurigkeit/Depression zu kompensieren.

    Liebe FS,das alles ist kein Trost.Auf alle Fälle bist Du nicht allein!

  12. #11 Gast
    14.08.2010 15:21
    Nichts kann die zwischenmenschliche Nähe ersetzen!
    Als Single bin ich todunglücklich, da vollkommen allein und einsam!
    Meine Wohnung spiegelt nur meine innere Leere wieder!

    Mal im Ernst: wer so redet, wer das Ohne- Partner- sein als Unglück betrachtet, das Leben nur zu Zweit als erfüllend und lebenswert empfindet, der will doch leiden und sich jeden Tag im Selbstmitleid baden. IHR habt es in der Hand! Wir sind nunmal Single! Aber ich werde mich deswegen nicht in ein Leichentuch einwickeln lassen. Von euren Single-Dogmen schon mal gar nicht!

    MOD [Dieser Beitrag wurde gekürzt. Antworten sollen bitte konkret, hilfreich und respektvoll auf die Frage eingehen.]

  13. 14.08.2010 15:27
    Wer sich als Single immer und ständig alleine fühlt hat ja per se schon was falsch gemacht. Auch Familie und Freundschaften können das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Nähe geben. Man kann mit anderen Menschen seine Freizeit abwechsungsreich und spannend gestalten. Natürlich hat man zu einem Partner den man liebt eine ganz besondere Beziehung, Nähe und Verbindlichkeit, aber dies macht einfach nur Sinn und ist erfüllend, wenn das Gefühl für einander einfach stimmt. Das läßt sich nicht erzwingen und mit Kompromissen erreichen. So lange das Gefühl für einander vorhanden ist, finden die beiden Partner sicherlich auch immer einen Weg miteinander. Aber auch ohne eine solche Beziehung kann man ein ausgefülltes glückliches Leben führen. Und die meisten Beziehung sind ja auch scheinbar eher Zweckgemeinschaften wo in keiner Weise das Gefühl da Zusammengehörigkeit, Nähe und bedingungsloser Liebe erfüllt wird.

  14. #13 Gast
    14.08.2010 16:11
    Faktisch ist das Leben ungerecht! Ich liebe sehr meinen Freiraum, habe mich vor einigen Monaten von einem "tollen" Mann (wohlhabend, lieb, erfolgreich, rücksichtsvoll) getrennt, weil er begann mir auf die Nerven zu gehen und der Sex nicht so toll war- und suche jetzt so ein bisschen herum... Kann dauern, aber egal...

    Natürlich haben bei mir auch nicht alle Beziehungen geklappt, der Mann, der mir am Besten gefiel, ging zu seiner Frau zurück, weil sie das Geld hat und sonst seine Firma pleite gewesen wäre- das war ziemlich bitter. Aber ansonsten dackeln mir viele Mannsbilder hinterher, wahrscheinlich, weil sie spüren, dass sie nicht so wichtig sind... Sind sie auch nicht, ich habe großartige Kinder und Freunde (Männer und Frauen) und für die und meine Familie und Alleinsein und Motorradfahren und Arbeit und... brauche ich Zeit! Und Freiraum!

    Such Dir ein eigenes Leben, tu, was Dir gefällt!

  15. #14 Gast
    14.08.2010 16:25
    Liebe Fragestellerin, okay, ich war älter als Du, als mein Ex-Mann und ich uns trennten - nach 30-jähriger Ehe. Wir hatten uns schlichtweg auseinander gelebt, er hat sich -noch während der letzten Monate unserer Ehe- eine Freundin gesucht, die eher asozial lebte, ein finanzielles Desaster zu bewältigen hatte (mit Ofenbarungseid) und bei der er als "Retter" auftreten konnte und die ihn auf einen Sockel gestellt hat. All das hatte er bei mir nicht, da ich beruflich äußerst erfolgreich war und bin (bzw. heute die Früchte meiner Arbeit ernte).

    Als ich dann plötzlich -mit Anfang 50 Single war, habe ich diesen Status SEHR genossen. Ich bin viel gereist, habe mir insbeosndere Städte und Gegenden angesehen, die mein Ex nie besuchen wollte und habe auf diesen Single-Toure unwahrscheinlich nette Single-Frauen kennen gelernt, mit denen mich noch heute eine Freundschaft verbindet (inzwischen sind wir alle 3 wieder in festen Beziehungen!

    Ich fand's toll, mich Samstag Nachmittag -bewaffnet mit einem spannenden Buch, einer Käsefplatte, einem Brötchen und einer Flasche Rotwein- im Wintergarten "hin zu lümmeln" und den Tag zu geniessen. Keiner störte mich mit dem Satz: "Was machst Du zu essen?" Selbst mein Gewissen erinnerte mich nicht: "Du musst Hemden bügeln, damit der Berg nicht unübersehbar hoch wird!"

    Ich konnte mit meinem Patenkind (damals 16) shoppen gehen und großzügig die Rechnungen übernehmen, ohne dass der vorwurfsvolle Hinweis kam: "Bekommt mein Patenkind die gleiche Summe auf's Sparbuch?"

    Ich bin mit meinen Freundinnen (3 waren nzwischen verwitwet) abends essen gegangen, habe mit denen verlängerte Wochenend-Reisen gemacht und auch gelegentlich Urlaube. Das Lebn war schön und ich habe mir das nicht eingeredet. Ja, ich war allein, aber eben nicht einsam. Das ist ein großer Unterschied.

    Nach gut 5 Jahren habe ich mich dann hier angemeldet, aber immer mit der Idee: Okay, wenn es klappt und Du Deinen Mr. Right findest, freust Du Dich, wenn nicht, ist das aber auch okay, weil Du ja inzwischen festgestellt hast, dass Du auch ganz gut alleine leben kannst!

    Nch 2 1/2 Jahren hat es dann gefunkt und wir sind seit 1 1/2 Jahren ein sehr glückliches Paar. Dennoch möchte ich meine Sindlge-Zeit nicht missen. Sie war auch schön, aber eben anders!

    Ich wünsche Dir viel Glück!

  16. #15 Gast
    14.08.2010 20:01
    Es mag Personen die sich ihr Singledasein schön reden, aber die meisten die sagen das sie als Single glücklich sind, sind das auch. Das muss aber nun mal nicht auf jeden zutreffen, jeder Mensch ist anders und manche brauchen die Nähe zu einem anderen Menschen sehr viel mehr als andere und manchen Menschen ist die Freiheit jederzeit tun zu können was man will ohne auf einen Partner Rücksicht nehmen zu müssen wichtiger als anderen Menschen.

  17. #16
    15.08.2010 16:11
    Für mich persönlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

    Bevor ich meinen jetzigen Freund kennenlernte, war ich 5 Jahre lang Single. Und in dieser Zeit war ich meistens ziemich zufrieden und ausgeglichen. Ich habe mich besser gefühlt als in den schlechten Zeiten vergangener Beziehungen. ABER ich habe mich auch nicht so glücklich gefühlt wie in den guten oder ganz besonderen Momenten der vergangenen Beziehungen. Wenn man so will, war mein Single-Leben-Empfinden irgendwo auf einer guten Mittelebene eingependelt - zufrieden und o.k. aber auch nicht vollkommen glücklich.

    Es gibt einfach viele Dinge, die zu zweit doch mehr Spaß machen. Einen schönen Film gucken? Alleine ganz o.k. Zu zweit abends auf der Couch sitzen, vielleicht etwas kuscheln, etwas Leckeres dabei essen, bei romantischen Momenten des Films den anderen verliebt angucken, bei lustigen zusammen lachen. Das ist alleine nur halb so schön. Beim Spazierengehen ist es das gleiche, finde ich. Ein entspannter Spaziergang bei schönem Wetter, in schöner Landschaft? Alleine kann das sehr entspannend und auch erfüllend sein. Zu zweit kann es ein Höhepunkt an Romantik werden. Alleine im Bett und lange ausschlafen? Gemütlich, erholsam, schön. Zu zweit kann man sowohl Nähe und Geborgenheit, Romantik, Leidenschaft und Aufregung erfahren.

    Zwar hat man als Single generell alle Freiheiten. So kann man z.B. mit wem auch immer Sex haben. Für mich war das keine Option, ich bin nicht für ONS und Affären gemacht. Insofern hat mir diese Freiheit auch nichts gebracht. Man kann die Wohnung so nutzen und einrichten, wie man selbst möchte, klar. Aber zu zweit kann man sich doch auch meistens auch auf eine gemeinsame Nutzung und Einrichtung einigen. Da sehe ich überhaupt kein Problem, es macht doch sogar viel Spaß, sich gemeinsam zu überlegen, wie man die Wohnung verschönern kann. Das Einzige, an das ich mich erst wieder gewöhnen mußte, war, dass ich nun jemandem sagen mußte, wann ich was mache (um die gemeinsame Zeit irgendwie planen zu können) und wann ich ungefähr wiederkomme. Das war ich vorher über Jahre ja nicht mehr gewöhnt.

    Als Single sollte man schon versuchen, sich das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Auch Familie, Freunde, Bekannte und Kollegen können einem ein Zugehörigkeitsgefühl und Wärme vermitteln - wenn auch auf eine andere und nicht so intensive Art wie eine Partnerschaft, wie ich finde. Man muss sich nicht langweilen und sich auch nicht ständig einsam fühlen. Dass man sich ab und zu mal einsam fühlt, ist jedoch klar und normal.

    Es geht meiner Meinung nach um einen Mittelweg. Weder sollte man das Singledasein künstlich hypen und zur eigentlich besseren Lebensform erheben - denn das ist es für die meisten Menschen, die nicht desillusioniert sind, einfach nicht und der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen, dass enge und vor allem auch partnerschaftliche Strukturen braucht. Aber wer nicht alleine klarkommt, ist in meinen Augen auch nicht in der Lage, eine Beziehung aktiv, konstruktiv und auf eine für beide Seiten erfüllende Art zu füllen ohne in Abhängigkeit zu geraten. Und eine tatsächliche große emotionale Abhängigkeit ist das Gegenteil von Selbstbewußtsein und Souveränität. Dies wiederum ist aber wichtig, um mit sich und der Welt zufrieden zu sein, wie ich finde...

  18. 15.08.2010 18:31
    als Single kann man ganz gut überleben.
    Der Wert des Singlelebens befindet sich zwischen eine schlecht und einer gut laufenden Beziehung.
    Wer nicht bereit ist, die schlechten Seiten einer Beziehung kennenzulernen, kann auch nicht deren gute geniessen.

  19. #18 Gast
    15.08.2010 21:10
    Hier die Fragestellerin, die rückfragt:

    @1:

    Nein, mich rufen keine Freundinnen an, die haben doch ihre Partner und Ehemänner. Wenn mal jemand vorschlägt, etwas gemeinsam zu unternehmen, dann mit der Begründung: "Matzi/ Spatzi/ Hase/... ist an dem Wochenende weg und da dachte ich..." Was für eine Beleidigung, die Singlefreundin mal wieder als Lückenbüßer. Die hat ja ohnehin Zeit. Deswegen bin ich auch der Meinung, dass ich keine Freundinnen mehr habe, sondern nur noch Bekannte mit mehr Glück. Freunde würden doch den Kontakt mit MIR ab und zu für ein, zwei Stunden dem Alltag mit Partner vorziehen.

    Und leider: Doch, um Zuneigung muss betteln, wer um Zuneigung betteln muss. Wer das nicht muss, bekommt bereits genug davon oder gibt dies nur vor. Außer Lügen, um dem zögernden potentiellen Partner gegenüber mein Gesicht zu wahren, bleibt mir nichts übrig.


    @4:

    Ja, genau: Eine gelingende Partnerschaft und nichts anderes ist es, was ich mir vom Leben erhoffe. Dass immer jemand bei mir ist, mit mir wohnt, schläft, isst etc.

    Vieles andere bekommst du dann zudem auf dem Silbertablett dazu: einen größeren Freundeskreis, zwei Einkommen etc. Möglichst noch - wie es an deutschen Universitäten jetzt nach amerikanischem Vorbild Mode ist - eine Stellung nach dem DoubleCareer-Programm! So weit ist es schon, ich weiß, wovon ich rede, das wird alltäglich gemacht!

    @6:

    M.E. beschreibst du es absolut zutreffend: Natürlich DARF eine Frau heutzutage allein ins Cafe o.ä. gehen. Nur ist es eben kein schönes Erlebnis. Was hat sie davon? Ich mache das am Wochenende ständig, weil ich es alleine zu Hause schlichtweg nicht aushalte, aber ich fühle mich dabei nicht gut. Ich denke etwa: Du musst das üben, weil du vielleicht allein bleibst; du hast das Recht hier zu sein; wenigstens ein Stück Kuchen kannst du dir gönnen am Sonntag; vielleicht wirst du ja angesprochen etc.

    Und es ist ganz wie du schreibst: ob du alleine mit möchtest, fragt niemand. Du musst schon darum bitten oder selbst etwas vorschlagen und bist dann auf die Entscheidung der anderen angewiesen. Die Rechnung ist ja ganz einfach: Ich bin allein und möchte unbedingt Kontakt. Freundin X hingegen ist verheiratet und hat ohnehin genug Kontakt. Sie entscheidet also nach Kust und Laune und der Sache nach; sie ist daher viel weniger kompromissbereit. Sie braucht nichts. Ich schon! Ergo: Ich bin die Unterlegene.

    @8:

    BeziehungEN, ZeitEN DAZWISCHEN. Ja, dann ist es ja nicht so schlimm! Dann glaubst du ja daran, dass sich die Dinge ändern können - und auch für dich! Ich hingegen hatte erst ein paar unerwiderte Wünsche, dann einmal eine vom Mann beendete Beziehung und jetzt wieder seit viereinhalb Jahren nur unerwiderte Wünsche. Nie eine kleine Affäre oder so etwas, was mir gezeigt hätte, dass im Leben ETWAS MÖGLICH ist. Das ist eine ganz andere Ausgangsbasis.


    @9

    Was ich biete: Dass ich die Jahre zwischen 20 und 30 ständig an mir herumverbessert habe, um endlich so "gut" zu werden, dass mich ein Mann haben will. Ab 55kg kein Abendessen mehr, Geld investieren in Kleidung, Wohnung, Friseur, hier noch ein Englischkurs und da noch Altgriechisch, Sprecherziehung, zwei Hochschulabschlüsse... Über Filme reden können und einen Musikgeschmack haben... usw.... Ich weiß ja nicht, ob es reicht. Offenbar nicht. Aber Mühe gegeben habe ich mir wirklich! Und bei anderen Frauen sehe ich dann, dass man das gar nicht muss, sondern einfach "man selbst sein" soll. Aber halt - - da "ich selbst sein" schon nicht geklappt hatte, habe ich mir doch solche Mühe gegeben... ! Wo genau liegt mein Denkfehler?

    @14:

    ANFANG 50! Ich bin 31 und hatte nur mit Mitte 20 einmal ein paar Monate Sex und hätte vorher und nachher so gern welchen gehabt und während der Beziehung auch noch mehr! Und "andere getrennte Frauen" - o nein! Das ist wieder so ein Zweckbündnis, wo man sich einredet, es sei "trotzdem" okay. Ist es aber nicht! Wenn du dich jedoch damit nicht abfinden kannst und rebellierst gegen den Zwang, trotzdem weiter zu funktionieren, wirst du von deinem Umfeld ständigt zurechtgewiesen. Arbeite! Sei dankbar für das, was du hast! usw.


    @16: Mit "wem auch immer" Sex haben, wie geht das?! Wenn ja keiner will?!

    Ehrlich, ich finde nichts Gutes daran,sich Dinge schönzureden und dann noch stolz auf die eigene optimistische Einstellung und das Selbstbewusstsein zu sein!