1. Frage:
    Gefragt am: 03.12.2010, 07:35 von Gast
    Mutter Beginn Wechseljahre - Tochter Beginn Pubertät
    Beide mit Gefühlsschwankungen, unausgeglichen, sensibel und zickig - Wie findet Frau da den Königsweg? Es gibt oft Streit und heftige Diskussionen. u.a.: Was tun, wenn Kind alles andere, nur die Schule nicht mehr wichtig findet? Aufregen? Aussitzen? Desinteresse? Verbote?
    Antworten:
  2. #1 Gast
    03.12.2010 08:50
    Du könntest die Tochter in ein Internat, vielleicht sogar eines in Großbritannien, geben, wenn sie einverstanden ist. Ich kenne einige Mädchen im schwierigen Alter, die das ganz klasse fanden und dort prima Abschlüsse gemacht haben.

  3. #2 Gast
    03.12.2010 09:32
    Liebe FS:

    Ich kenne das! Habe ich auch gerade durchgemacht. Es ist FÜRCHTERLICH !!!
    Dann ist meine Tochter (17) zu dem einen älteren Bruder gezogen, der leider ein äußerst schlechtes Vorbild ist. Der andere Bruder wäre da wesentlich besser, aber uninteressant, weil er nicht so aufregendes Leben hat, sondern sein Studium gerade fleißig und erfolgreich beendet.
    Was hilft anderes als aussitzen? Manchmal durchatmen, die Situation von ausen betrachten, die Ruhe bewahren. Versuche, die Tochter zu verstehen. Sie hat es nicht leicht. Du hast es auch nicht leicht. Verbote nützen wenig. Verständnis eher.

    Viel Glück !!!

  4. #3 Gast
    03.12.2010 10:51
    Habe ich auch hinter mir. Ist wirklich eine fürchterliche Zeit. Ich habe immer darauf gesetzt, dass in der Zeit davor so viel an Vertrauen und Grundfähigkeiten und Grundhaltungen entstanden ist, dass sie insgesamt schon vernünftig nach der Pubertät wieder aufschlägt. War auch so. War deine Pubertät einfach? Hast du das gemacht, was sich deine Eltern vorgestellt haben? bist du insgesamt einigermaßen durchgekommen? Dann vertrau da im Grundsatz auch auf deine Tochter. Wenn sie jetzt die Schule mal an die zweite oder dritte Stelle setzt, ist das vielleicht auch zu ertragen.

    Einige Dinge gibt es nach meiner Erfahrung, auf deren Einhaltung du bestehen solltest: jeden Tag hingehen in die Schule. Und feste Zeiten vereinbaren, wann sie zu Hause ist (aber nicht als Disziplinierungsinstrument, sondern um auch für dich Ruhe zu bekommen und Sicherheit. Sei da aber insofern flexibel, als es wichtig ist, dass sie nicht allein nach Hause kommt, sondern zusammen mit Freundinnen, notfalls hole sie ab). Ihr werdet immer wieder kleine Punkte haben, an denen ihr auch ganz normal miteinander reden könnt. Diese Punkte musst du genießen und würdigen und darauf bauen, dass das wieder mehr wird.

    Vor allem ist es wichtig, dass du viel für dich tust. Denn nur so findest du auch die nötige Geduld, um deine Tochter zugleich durch die Pubertät zu begleiten.

    Viel Glück.Und immer daran denken: das ist eine begrenzte Zeit!

  5. #4 Gast
    03.12.2010 11:58
    Liebe FS,

    kenne ich auch, derzeit haben wir eine gute Phase. Als allererstes habe ich mir hoemöpatische Mittel geholt, die mir als Mutter und auch meiner Tochter gut helfen, damit wir ausgeglichener werden.

    Dann habe ich mir Erziehungsberatung geholt, mich bestärken lassen, dass klare Grenzen setzen das einzige Mittel ist, damit der Teenie klar kommt und auch einen als Mutter respektiert.

    Klare Forderungen stellen! Wenn keine halbwegs gute Leistungen in der Schule kommen, vorausgesetzt das Kind kann diese Leistungen erbringen, dann gibt es keine Vergünstigungen wie Internet, Verabredungen, schicke Klamotten etc.. Mama kann nur gut arbeiten gehen und Kohle ranschaffen, wenn Teenie als Familienmitglied auch seinen Beitrag leistet.

    Wenn gute Leistungen erbracht werden, wenn das Zimmer aufgeräumt wurde etc. dann umgehend belohnen, um die Motivation für das nächste Mal zu stärken. Konsequent bleiben!

    Das setzt voraus, dass schon früher eine klare Erziehung mit Konsequenzen etc. erfolgt sein muss. Wenn jetzt erst damit angefangen wird, wird es sehr schwer werden, dem Teenie das bei zu bringen.

    Wichtig ist, dem Kind immer wieder Gesprächsangebote zu machen. Mein Mädel erzählt mir noch sehr viel, ich frage aber auch nach, sie kennt es seid der 1. Klasse so und wir haben eine gute Kommunikationsstruktur und ich nehme mir auch Zeit für sie. Oft verbinde ich solche beziehungspflegende Gespräche mit einer Einladung zum Pizza-Essen oder so. Dann ist meine Tochter eher bereit und offen, mit mir zu reden.

    Ich sage ganz klar zu meiner Tochter: Wenn ich das bekomme, was ich möchte, Respekt, gute Noten, halbwegs aufgeräumtes Zimmmer etc., dann bekommst du das, was du möchtest. Jeder bekommt das, was er will und Beide sind zufrieden. Es ist ein Deal.

    Ich habe seitdem Kleinkindalter immer auf feste Tagesabläufe geachtet, die sich bis heute nicht geändert haben. Gerade Teenies, man mag es nicht glauben, brauchen diese Tagesabläufe, auch wenn sie sich dagegen wehren. Aber das liegt an der psychologischen Entwicklung bzw. Abnablung von der Mutter. Trotzdem muss man immer hinterher sein und nicht locker lassen, zwar an der langen Leine, aber sofort eingreifen, wenn was schief läuft.

    Ich arbeite immer noch Teilzeit und hätte früher nicht geahnt, dass mein Teenie gerade jetzt sehr viel Energie, Aufmerksamkeit und Kraft von mir braucht. Wenn ich Vollzeit arbeiten müsste, könnte ich mir gut vorstellen, dass ich nicht so eine gute Verbindung zu meiner Tochter hätte, weil der Zeitrahmen gar nicht dafür da wäre.

    Ich unterstütze 100% das Hobby meiner Tochter, wo sie fast jede freie Minute ihrer Freizeit verbringt und was sie körperlich und auch sonst fordert. Wenn sie weg ist, erhole ich mich in dieser Zeit für den nächsten Sturm :-).

    Es gibt im Buchhandel gute Bücher, was bei den Teenies so abläuft, das es Unterschiede auch zwischen Jungs und Mädels geben kann und was man als Eltern tun muss bzw. schon hoffentlich vorher getan hat, um halbwegs gut durch die Pupertät zu kommen.

    Interessanter Weise habe ich festgestellt, je strenger und verbindlicher ich bin, desto besser läuft es.

    Kennt ihr das aus der Schule nicht auch so? Die strengsten, aber trotzdem netten Lehrer hat man am meisten geschätzt und respektiert :-).

    w 47

  6. #5 Gast
    03.12.2010 12:44
    @4 Danke für deine ausführlichen Erläuterungen. Ja, konsequent war ich schon immer, daher kennt sie es. Wir hatten auch klare Regeln abgesprochen, die sie nun jedoch einseitig gebrochen hat. Nun habe ich, genau wie du sagst, die Zügel angezogen, weil auch ich der Meinung bin, dass Teenies Regeln und Grenzen brauchen und wer seine Pflichten kennt und einhält, dann auch gerne anderen Freiraum / Vergünstigungen erhalten.

    danke @all -
    Das mit der Gelassenheit - nun ja, dazu bin ich auch im Job zu sehr eingespannt, zumal ich für das Familieneinkommen zuständig bin. Doch auch das kennt sie seit ihres Lebens. Dass ich etwas für mich tun muss, weiß ich, tue ich auch, doch manchmal habe ich das Gefühl, es ist zu wenig.

    - es gibt wohl einfach Tage im Hamsterrad - FS

  7. #6 Gast
    03.12.2010 13:19
    Interessehalber;

    wer ist anstrengender? Die Mutter oder der Teenie?

    stell mir grad die Sache mit der Erziehung der Mutter vor.......

  8. #7 Gast
    03.12.2010 13:22
    zu #5

    Sei getröstet, diese Tage kenne ich auch nur zu genüge ...

    die #4

  9. #8 Gast
    03.12.2010 14:36
    @6: sicherlich lernen beide in dieser Phase dazu und fürs Leben. doch wenn du so ein großes Interesse hast, kannst es ja mal mit so einem Gespann ausprobieren, dann weißt du es. FS

  10. #9 Gast
    08.12.2010 07:44
    @3: ich bin ziemlich streng erzogen worden, so dass ich wenig bis garnicht rebelliert habe und deshalb einfach funktioniert habe. Auch gehörte ich nie in die "In-Gruppe" der Schule, sondern stand mit gute Noten als Streber da. Ich bin einen sehr geraden Weg gegangen, der von mir erwartet und verlangt wurde. Daher kann man meine Pubertät nicht mit den Auswüchsen meiner Tochter vergleichen, ein Ratsuchen bei meiner Mutter ist daher zwecklos.

  11. #10 Gast
    08.12.2010 10:31
    Ich fand den gestrigen TV-Film-Bericht, Die strengsten Eltern der Welt, wo ein 15jähriges Mädel und ein 17jähriger Junge für 14 Tage nach Finnland auf eine Farm geschickt wurden sehr interessant.

    Vor allen Dingen, WIE der Gast-Vater mit den Kindern kommuniziert und auch gehandelt hat, seine Gestik und seine Mimik dazu, fand ich sehr gut.

    Man hat die positive Wirkung bei den Teenies relativ schnell sehen können.

    Also, klare Ansage, sofortige Konsequenzen, Regeln, Pflichten und trotzdem viel und sofortiges Lob für gut gemachte Arbeiten.

    w 45

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