1. #30 Gast
    01.08.2010 09:37
    zu 28

    Gebe dir gerne recht. So handle ich es mit meinem fast 15järhigen Kind auch, bin aber froh, eine Tochter zu haben. Mich haben Eltern auf dem Elternabend ganz erstaunt angeschaut, dass mein Kind keine eigenen PC hat, sondern meine Notebook nutzen darf, wenn sie ihre Pflichten erfüllt hat. Hat sie das nicht, gibts halt kein Chaten. Inzwischen hat sie das sehr gut kapiert, weil ich sehr streng und konseuent war, was unheimlich anstrengend war, aber jetzt ernte ich und sie fängt sogar schon von alleine an, ihren Freundinnen am Telefon zu sagen, dass sie jetzt was tun muss, weil sie noch ins Internet will.

    Ich glaube auch, dass viele Eltern mit einer liebevollen aber "strengen und konsequenten" Erziehung viel zu spät anfangen und auch nicht dafür sorgen, eine ruhige und entspannte Schwangerschaft zu haben. Wenn dem Kind schon im Bauch permanentem Stress ausgesetzt wird, kann nur ein gestresstes Kind rauskommen und das geht immer so weiter.

    Ich finde, dass viele Eltern wegen Geld und Status viel zu sehr über ihre Verhältnisse leben und die Kinder das unbewußt durch Verhaltensauffälligkeiten etc. ausdrücken. Nicht umsonst gibt es auch das Wohlstandsverwahrlosungssyndrom. Und natürlich gibt es leider auch die Schicht des "H4-Adels", die seit Generatironen vom Staat leben und ihren Kindern auch kein gutes Vorbild sind.

    Ich habe früher jahrelang regelmäßig an Erziehungsschulungen vom Kinderschutzbund teilgenommen, um mich fit zu machen bzw. um auch zu schauen, wie weit ich bin und war teilweise schon entsetzt, wie studierte Leute teilweise die einfachsten Regeln in einer Kindererziehung nicht wussten.

    Parallel habe ich auch damals Therapie gemacht, um meine nicht so schöne Kindheit aufzuarbeiten, damit ich mein Kind anders behandle und erziehe, als meine Mutter es mit mir gemacht hat und heute immer noch lieblos mit mir umgeht.

    Es war ein sehr harter Weg mit viel Tränen, aber inzwischen sehe ich sehr gut und höre/lese es von der Schule und aus dem Verein, dass meine Tochter ein toller, selbstbewußter Mensch ist, die sehr wohl weiß, was wichtig ist und was nicht und worauf es im Leben ankommt.

    Trotzdem hat sie immer ein chaotisches Zimmer und zickt oft pupertär rum, aber das geht auch mal vorbei, aber der gute Rest ist schon fest programmiert und kann nicht mehr gelöscht werden.

    Ich kann allen Eltern nur empfehlen...., eure Kinder sind eure Spiegelbilder. Ihr müsst anfangen, bei euch zu schauen, denn ihr seid der Kapitän. Eure Mannschaft ist so drauf, wie der Kapitän es vorlebt und vorgibt. Holt euch Hilfe, es gibt genug Möglichkeiten sich teilweise kostenlosen und annonym von Fachleuten bei der Erziehung helfen zu lassen. Es gibt viele gute Bücher zu einer liebevollen, achtsamen und trotzdem konsequenten Erziehung.

    w (46)

  2. #31 Gast
    03.08.2010 16:30
    Habe nicht alle Beiträge gelesen, schliesse mich aber Nr. 10 an.

    Sollte das Kind auch ADHS haben (tatsächlich Modeerscheinung), so wäre dies längst keine Erklärung für die beschriebenen Probleme.

    Da brauchts einen Profi bzw. Kinder- oder Familienberater mit psychotherapeutischer Erfahrung,.
    Übrigens. Absolut empfehlenswert das Buch von Dr. Med. Michael Winterhoff (Jugendpsychiatrie): "Warum unsere Kinder Tyrannen werden".

    m (45)

  3. #32 Gast
    03.08.2010 16:50
    @30 ein Kind mit ADHS ist anders als ein Kind ohne ADHS und die Ratschläge die bei einem Kind ohne ADHS zum Ziel führen, führen nicht zum selben Ziel bei einem Kind mit ADHS.

    Niemand käme auf die Idee, den Trainingsplan der einen Gesunden zum Marathonläufer gemacht hat einem Menschen mit Herzfehler anzubieten und zu sagen "mach mal" mit der Erwartung , dass dann auch ein Marathonläufer herauskommt.
    Mit dem Begriff ADHS wird zu grosszügig umgegangen und daher drängt es sich auf, an eine Modediagnose bei Erziehungsversagen zu glauben, das ist aber nicht die ganze Wahrheit.

  4. #33 Gast
    03.08.2010 16:58
    Habe nicht alle Beiträge gelesen, schliesse mich aber Nr. 10 an.

    Sollte das Kind auch ADHS haben (tatsächlich Modeerscheinung), so wäre dies längst keine Erklärung für die beschriebenen Probleme.

    Da brauchts einen Profi bzw. Kinder- oder Familienberater mit psychotherapeutischer Erfahrung,.
    Übrigens. Absolut empfehlenswert das Buch von Dr. Med. Michael Winterhoff (Jugendpsychiatrie): "Warum unsere Kinder Tyrannen werden".

  5. #34 Gast
    07.08.2010 14:14
    Liebe Fragestellerin,

    ich kann deine Sorgen und Emotionen sehr gut verstehen.
    Mein Sohn ist jetzt 11 Jahre alt und ich lebe mit ihm allein. Schon im Kindergarten fiel er mit 5 Jahren auf, weil er häufig, wenn die Erzieherinen ihm etwas sagten, anfing, zu diskutieren und schnell laut wurde. Häufig endete eine solche Situation dann darin, daß er irgendetwas, das er gerade in seinen Händen hielt, durch die Gegend schmiß und anfing, zu weinen oder herumzuschreien. Zu Hause gab es zwar auch häufig Auseinandersetzungen, da er sich nicht ohne Diskussionen an Regeln hielt, aber es war nicht so extrem wie im Kiga.
    Mehrmals wurde ich zum Gespräch eingeladen. Schließlich legte man mir nahe, ich möge doch bitte einmal unseren Kinderarzt aufsuchen und meinen Sohn auf ADS/ ADHS hin untersuchen lassen, was mir garnicht gefiel, da heute viel zu viele Kinder in dieses "Krankheit"sbild gedrängt werden. Hinzu kam, daß es auf ihn definitiv nicht paßte, da er sich manchmal stundenlang mit einem Puzzle oder einem Bild, das er malte, beschäfigte.
    Um nicht gegen die Einrichtung zu arbeiten, besuchte ich also unseren Kinderarzt, der dann einige Tests machte, mir zustimmte, daß ADS/ ADHS im Falle meines Sohnes nicht zutraf und vewies mich an einen Psychologen mit dem Hinweis, daß er vermutete, mein Sohn sei hochbegabt, was sich dann auch bestätigte.

    [Mod: Wegen Überlänge gekürzt. Bitte bringen Sie Ihre Aussagen kürzer auf den Punkt!]

  6. #35 Gast
    11.08.2010 23:55
    Meiner Meinung nach hat die Mutter das Problem, sie hat es selber benannt.

    Eine Depression nach der Geburt ( was leider viel zu selten erkannt und behandelt wird, weil die meisten Frauen sich nicht trauen, darüber zu sprechen. Wer gibt schon gerne zu, dass sie keine Freude am Kind hat, nicht stillen mag, nur genervt ist, ihren Körper doof findet seit der Schwangerschgaft etc) kann eine ganze Weile dauern!! Und die grundlegenden Beziehungserfahrungen zwischen Kind und Mutter ( und da geht es um die Aufmerksamkeit der Mutter gegenüber dem Kind) sind dann massiv gestört. Das Kind ist früh überfordert wegen der fehelenden Einstimmung von der Mutter und dann irgendwann überfordernd. Jahre später kriegt das ganze einen namen: ADHS.
    Die ersten 2 Jahre sind absolut entscheidend. Bis zum 6. Lebensjaht ist die Entwicklung so gut wie geformt und mit 12 sind die Eltern out und die pee-groups dran.

    Also Mutter: bitte Therapie machen, dann auch gerne als Familientherapie und retten, was zu retten ist.

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