1. Frage:
    Gefragt am: 16.01.2011, 16:34 von Gast
    lange Arbeitszeit - ein Vorwand um Menschen aus dem Weg zu gehen?
    Wenn ich höre, dass jemand tagtäglich Tag 10 - 14 Stunden im Büro verbringt denke ich mir: abgesehen davon dass er ineffektiv arbeitet hat er noch ein Problem mit seinen Mitmenschen. Denen am Arbeitsplatz weil er Arbeit nicht delegieren oder anderen nicht traut - und außerhalb der Arbeit weil er sich nicht seiner eignen Beziehungsunfähgikeit stellen will.
    Antworten:
  2. #1 Gast
    16.01.2011 17:29
    Es soll auch Menschen geben, und die gibt es definitiv (ich gehöre teilweise dazu), die solange arbeiten, weil schlicht und ergreifend soviel Arbeit da ist und nicht noch mehr delegiert werden kann, weil einfach zu wenig Leute da sind (Personalmangel aus Kostengründen) und die Kollegen schon ihr Möglichstes tun. Abgesehen davon kann ich von meinen Mitarbeitern nicht mehr verlangen, als ich selbst bereit bin zu geben (dies gilt im Job ebenso wie in einer Partnerschaft).

    Dann gibt es noch welche, die an ihrem beruflichen Aufstieg oder am Geschäftsaufbau arbeiten, was bedeutet, dass man sich eben ein wenig mehr ins Zeug legen muss, um sich später dann etwas zurücklehen zu können.

    Was Du, liebe(r) FS, in diese Aussage hineininterpretierst kann ich nicht nachvollziehen, dazu bräuchte es, glaube ich, ein wenig mehr Hintergrundinfos.

  3. #2 Gast
    16.01.2011 17:33
    Wenn ich wählen kann, habe ich lieber die "Probleme" der beschriebenen Person als Dein Vorurteile.
    Du spekulierst, ohne die Person, um die es geht, mal anzusprechen. Und 10h Arbeitszeit pro Tag bereits in den Bereich der Ineffektivität zu schieben, heißt für mich eigentlich eher, daß Du noch nie so lange gearbeitet hast. Oberhalb von regelmäßig 12/13h kannst Du im Einzelfall richtig liegen; ansonsten halte ich Deine Theorie in dieser Form für sehr an den Haaren herbeigezogen.

  4. 16.01.2011 17:38
    Die Titelthese ist sachlich in dieser Pauschalität schlichtweg unzutreffend. Gewiss mag es Menschen geben, die sich in ihre Arbeit flüchten, um die Familie zu meiden, aber weitaus (!) häufiger sind viel arbeitende Menschen einfach nur fleißig und leistungsorientiert.

    So gut wie kein niedergelassener Arzt arbeitet wenig als 10 Stunden pro Tag und das im allgemeinen hart -- sowohl emotional als auch körperlich anstrengend. Auch viele Anwälte, Wissenschaftler oder Manager arbeiten einfach so viel, weil es die Umstände erfordern. Das hat mit schlechter Organisation oder Delegation rein gar nichts zu tun. Von nichts kommt nichts und fast alle Freiberufler und Selbständigen müssen halt richtig arbeiten.

    Nein, lieber Fragesteller, Du scheinst da ein Feindbild aufgebaut zu haben, das einfach nicht gerechtfertigt ist.

  5. #4 Gast
    16.01.2011 17:45
    Ich denke, Du, liebe/r Fragesteller/-in bist noch sehr jung bzw. hast es in Deinem Leben (noch) nicht allzu weit gebracht, sonst würdest Du ja kaum eine solche Frage stellen?

    In verantwortungsvollen Positionen kann man "den Griffel" nicht nach 7 1/2 Std. fallen lassen. Wärst Du in einer solchen, dann wüsstest Du das. Wir reden ja nicht über Beamte oder ganz normale Büro-Jobs. Dort kann man sicherlich pünktlich Feierabend machen oder Mehrarbeit abbauen. I Management Positionen gibt es solche Begriffe gar nicht.

    Übigens, es wäre sehr effizient gewesen, wenn Du -neben Deinem Alter- im Abseer angegeben hättest, ob Du m oder w bist, dann müsste nicht jeder der Antwortenden rätseln.

  6. #5 Gast
    16.01.2011 17:50
    FS @ 1, 2 3
    Arbeitszeit hat nur bedingt etwas mit tatsächlich verrichteter Arbeit zu tun - viele verwechseln auch Anwesenheit am Arbeitsplatz mit Arbeit - um die handelt es sich nämlich nur wenn tatsächich etwas getan wird. Kenne genug Anwaltskollegen die an einem Fall stundenlang herumdoktern, nichts zu Papier bringen und ihr Umfeld mit fehlerhaften Schriftsätzen von der Arbeit ablenken, extra lange im Büro bleiben um ihren Schrott nicht auffliegen zu lassen - es gibt Arbeiten und Zeiten die lassen sich nicht delegieren - aber wenn jemand sagt er finde keinen Partner weil er immerzu, ein Leben lang von morgens bis abends nur schuften muss ist Hinterfragen der Person angezeigt

  7. #6 Gast
    16.01.2011 18:08
    @4 hier nochmal #1

    Vielen Dank für die Klischeepflege :-)

    Ich bin im öffentlichen Dienst tätig (auch verbeamtet) und auch da läuft es schon länger nicht mehr so, wie es das allgemeine Klischee gern ausdrückt, zumindest nicht in dem Geschäftsbereich, indem ich seit 22 Jahren tätig bin. Auch hier ist es mittlerweile nicht mehr unüblich 3stellige Überstundenzahlen mit sich herumzutragen oder auch mal Urlaubstage für den Job zu "opfern", auch hier gibt es leistungsorientierte Bezahlung bzw. Aufstiegsmöglichkeiten.

    Aber nix für ungut :-)

  8. 16.01.2011 18:10
    Liebe/r FS,

    es gibt Branchen sowie Berufe, wo es gar nicht anders geht, möglich ist.

    Ich selbst arbeite in einer Branche, da geht es gar nicht anders, als dass zwischen 7 und 8 Monaten tagtäglich geklotzt wird und das bedeutet nicht unter 10 Stunden (das ist sogar ein ganz erträglicher Zeitrahmen) und 12 Stunden sind der Schnitt (kann auch mehr sein; das hängt dann von Zuarbeit, ungebärdigen bzw. unorganisierten Kollegen/innen etc. ab).
    Und da ist schon delegiert, was delegiert werden konnte.
    Da bedarf es einen hohen Maßes an Verständnis, Toleranz, Zuneigung etc. von Seiten des Partners.

    Es gibt auch diejenigen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit und am WE damit rechnen müssen, aus dem Bett bzw. der wohlverdienten Freizeit geklingelt zu werden, weil im Unternehmen Not am Mann ist und nur diese Person geeignete Hilfe leisten, geeignete Lösungen finden kann.
    Da bedarf es einen hohen Maßes an Verständnis, Toleranz, Zuneigung etc. von Seiten der Partnerin.

    Aber es gibt sie, diese Partner und Partnerinnen ... die mit Verständnis, Toleranz, Zuneigung etc. ... wenn auch nicht in Hülle und Fülle.

    Du gehörst wohl eher nicht dazu.
    Sondern pflegst lieber 'Vorurteile' und 'Unterstellungen'.
    Naja, wenn's hilft und dich ans gewünschte Ziel führt ...
    Bist ja offensichtlich ein/e ganz Schlaue/r.

  9. #8 Gast
    16.01.2011 18:17
    @5
    Vielen Dank für die Belehrung.
    Wenn Du nur eine Bestätigung Deiner Aussage haben möchtest und kritische bzw. andere Meinungen nicht erwünscht sind, dann erwähne das bitte in Zukunft gleich in der Fragestellung. Unter diesen Umständen kann man sich nämlich die Zeit für eine Antwort sparen.

  10. 16.01.2011 18:21
    @#5: Ne, da hast Du aber eine besonders negative Sichtweise. Welcher niedergelassene Arzt dödelt zwischendurch herum? So gut wie keiner!

    Welche Führungskraft überhaupt Zeit zu dödeln? Quasi keine! Durchgeplant von der Sekretärin, einMeetings nach dem nächsten, gute Vorbereitung, Entscheidungen treffen, ... ne, klingt für mich nicht nach künstlich ausgedehnt.

  11. #10 Gast
    16.01.2011 18:23
    Hey, hey, #5, FS, nicht so hastig mit den jungen Pferden! Wenn die (erfahreneren ?) Kollegen an einem Fall "stundenlang herumdoktern", kann es schlicht daran liegen, das manche Fälle eben nicht so simpel einzuordnen sind, wie es auf den ersten Blick scheint.

    Gerade im Anwaltsbereich liegt hinter der einen Wahrheit eben oft nicht nur eine zweite, sondern häufig sogar noch eine dritte oder vierte. Das, was ein Anwalt zu simpel macht, kann das Leben von Mandanten unter Umständen jahrelang beeinflussen. Oder einen RA jahrelang beschäftigen, wenn dadurch ein Prozess verloren geht. Das ist doch ein sehr guter Grund für einen verantwortungsbewußten Anwalt, an einem Sachverhalt lange zu arbeiten.

    Und wenn ein Anwalt "stundenlang nichts zu Papier bringt", liegt´s vielleicht an einem Sachverhalt, der viel Recherche oder viel Gehirnarbeit zur Durchdringung braucht.

    Haben wir darüber schon einmal nachgedacht? Na, dann ist es ja fein, das es das EP-Forum gibt. Das trägt sogar zur Weiterbildung junger Anwälte bei, ganz ohne DAV-Akademie.

  12. #11 Gast
    16.01.2011 18:36
    Ich habe das Gefühl, dass es in manchen Betrieben schon Methode hat, chronisch zu wenig Personal zu acquirieren, damit die - oft äußerst verantwortungsbewussten - Mitarbeiter geneigt sind, alle Last auf ihre Schultern zu nehmen, und eben regelmäßig 10 Std und mehr im Büro bleiben. Es ist natürlich erst mal schön, wenn viel Arbeit da ist, aber man muss auch persönliche Grenzen anerkennen.

    Ich wundere mich doch immer wieder darüber, dass Kollegen - gerade die mit Frau und Kindern - besonders lange im Büro sind, und zwar so lange, dass man sich fragt, wann sie denn überhaupt ihre Familie noch sehen. In gehobenen Positionen dürfte dabei wohl auch kaum die Angst eine Rolle spielen, bei weniger Arbeit am Hungertuch zu nagen. Es ist also schon zu vermuten, dass hier möglicherweise psychopathologische oder arbeitsorganisatorische Komponenten beteiligt sind.

    Und auch bei Selbständigen/Freiberuflern würde ich die These unterstützen: wer dauerhaft (also nicht nur unmittelbar nach Gründung) mehr als 10 Stunden täglich arbeiten muss, ist entweder schlecht organisiert, oder hat Beziehungsprobleme.

    m41

  13. #12 Gast
    16.01.2011 18:38
    @6
    Doch, es gibt sie die Führungskräfte, die die Zeit verdödeln. Mein Chef geht sogar nachmittags nach Hause, lässt PC an und kommt abends halb 6 wieder um zur Not noch eingegangen Anrufe oder Mails zu beantworten.

    Vor ein paar Jahren hatten wir einen Geschäftsführer, der regelmäßig seine Freundin für ne Stunde zu sich einlud. Ne Frau hatte er auch. Im leerstehendem Dachgeschoss (Büro) wurden dafür 3 Matratzen übereinander gelegt.Das flog alles auf, als in seinem PC plötzlich eine Porno-CD gefunden wurde. Danach durfte der Mann ganz schnell für immer die Firma verlassen.

    @Fragestellerin
    Naja, aber ich sehe das auch so. 10 Stunden Arbeit dürften für eine Führungsperson jetzt nicht so ungewöhnlich sein. Als Führungsperson muss man Vorbild sein. Man muss für die Kollegen ansprechbar sein. Und auch normale Angestellt arbeiten heute zeitweise über 10 Stunden.

    Selbst ich als Teilzeitkraft arbeite zur Zeit 10 Stunden am Tag, weil durch eine Softwareumstellung und anstehender Messe einfach so viel zu tun ist.

    Heutzutage sind 10 Arbeitsstunden fast normal.

  14. 16.01.2011 18:51
    @#12: Der Mann aus Deinem Beispiel hat keine Zeit verdödelt, sondern ganz bewusst gelogen und betrogen und herumgehurt. Das ist doch ein ganz anderer Fall.

    @#11: Wer dauerhaft viel arbeitet, kann auch einfach Spaß daran haben oder will mitnehmen, was es gibt, solange es läuft. Als Selbständiger kann man guten Kunden auch nicht unbedingt einfach nein sagen. Desorganisiert sind die bestimmt nicht -- allenfalls setzen sie die in Deinen Augen falschen Prioritäten.

    Gewiss gibt es Menschen, die sich mit ihrem Partner nicht soviel zu sagen haben und freiwillig lieber arbeiten als sich zuhause anzuschweigen oder volljammern zu lassen. Verständlich, wenn auch maßlos traurig.

  15. #14 Gast
    16.01.2011 18:56
    @7
    Danke für die Aufklärung, Du bist mir zuvorgekommen. Mir geht´s genau SO!!!!
    Ich könnte da immer schreien, wenn Beamte als arbeitsscheu bezeichnet werden.
    10- 14 Stunden Arbeit haben mittlerweile auch Menschen, die in nichtakademischen Jobs beschäftigt werden oder die wenig qualifiziert sind. Überstunden werden meist erwartet und müssen geleistet werden, wenn man seinen Job behalten will. Wer den 8-Stunden Job will, wird dieser Tage lange suchen müssen!

  16. #15 Gast
    16.01.2011 19:16
    Na ja, ich arbeite soviel, weil ich Arbeit für 1,5 VK habe, und weil viele Termine und Telefonate am Tag mich zwingen, Den Schriftkram nach 16 Uhr erst zu beginnen. Davor habe ich einfach keine Zeit, mich mit Schreiben, Ausarbeitungen und Denken zu beschäftigen, die über mehrere Stunden Ruhe am Stück erfordern.
    Die ineffektivstgen Zeiten, die ich selber beklage, sind die Zeiten, in denen ich mich mit Mitarbeiterangelegenheiten beschäftigen muss, um deren Produktivität aufrecht zu erhalten und Fehlzeiten durch Demotivation zu minimieren, und dann wären da noch regelmäßig die Zeiten, die ich verwende, um mich den üblichen Intrigen von den lieben machthunrigen Kollegen, die Führungskräfte im Allgemeinen kennen, zu erwehren. Ich verwende also täglich auch Arbeitszeit wie viele andere Manager auch, um meine Position und meine Karriere im Unternehmen zu sichern. Mag sein, dass einige dieser Aktivitäten ineffizient aussehen, sind sie aber keinesfalls ;) Als ich noch am Anfang und unerfahren war, habe ich diese Belastung auch nicht gesehen und deren Sinn natürlich auch nicht erkannt.

  17. #16
    16.01.2011 19:27
    Nein, das gilt sicherlich nur in Einzelfällen. Was mich eher nervt, ist das Rumgejammer vieler dieser Exemplare. Dass sie immer mal wieder erwähnen, welch später S-Bahn sie nach Feierabend nach Hause genommen haben. Oder was sie wieder vom Vorgesetzten um die Ohren gehauen bekommen haben. Am liebsten würde ich da fragen, ob sie jemand mit vorgehaltener Waffe zu dieser Arbeit gezwungen hat oder ob sie das doch freiwillig tun, um etwas für sich zu erreichen. Bei vielen trifft eben der Grundsatz "Leistung aus Leidenschaft" nicht zu. Sie nutzen das eher, um sich die "Selbstgerechtigkeit" verdient zu haben. Das merkt man an ihrem Lästern gegenüber den "Faulen" (auch die, die "nur" 50 Stunden pro Woche arbeiten) oder den "Nachlässigen". Also manche dieser Vielarbeiterexemplare sind schon recht wehleidig. Von mir gibt es Respekt, aber keine dauerhafte Bestätigung oder gar Huldigungen. Wer es dafür tut, wird keine Erfüllung finden.

  18. #17 Gast
    16.01.2011 19:50
    solche Arbeitszeiten sind in meiner Branche gang und gäbe. Ich habe mich davon gelöst, um den Preis, dass ich jetzt deutlich weniger verdiene. Mein Job macht mir aber nach wie vor großen Spaß. Glücklicher bin ich nicht dadurch geworden.

    Mein Ex-Partner verläßt jeden Tag um 7 Uhr das Haus, kommt um 20 Uhr zurück. Und dann hatte er noch Arbeit in seinen 2 Wochen Jahresurlaub, die er nicht abgeben konnte. Natürlich war er abends platt. Aber es gibt nun einmal Positionen, in denen das normal ist - ich kenne das nur zu gut. Leider ist die Beziehung aus anderen Gründen gescheitert. Mit Beziehungsunfähigkeit hat das (hoffe ich) wenig zu tun.

    Im Moment packe ich mich nach der Trennung den Terminkalender tatsächlich wieder voll, um mich abzulenken. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Thesen in der Fragestellung auf mehr als einen Einzelfall zutreffen. Es ist eher umgekehrt - wer hat bei solchen Arbeitszeiten die Möglichkeit, auch noch einen Partner zu suchen, und wenn dann doch einmal einer gefunden ist, muss es ja auch noch jemand sein, der für solche Zeiten Verständnis hat. Das engt den Kreis ein.

  19. #18 Gast
    16.01.2011 19:52
    @1 und 7/ hier die #4. Sorry, ich kenne MEHRERE Beamte (sowohl engste Familie als auch Freunde) und absolut ALLE feiern ihre Überstunden ab. Da wird sehr darauf geachtet, dass auch ja jede Minute korrekt erfasst wird, damit auch immer mehrere Wochen zusätzlichen Urlaub gewonnen werden. Ich rede sowohl von Landes- als auc vvon Staatsbeamten.

  20. #19 Gast
    16.01.2011 20:28
    Ja, viele Jobs sind ungemein zeitintensiv, aus vielen Gründen. Geht mir auch so, und ich arbeite gern.

    Aber dennoch gibt es auch durchaus Menschen, die sich hinter ihrem Job verstecken. Vielleicht gegenüber Ihrem Partner/PArftnerin oder gegenüber ihren Kindern. Auf jeden Fall aber auch vor sich selber. Denn wenn man viel arbeitet, hat man scheinbar auch viele Gründe, nicht nachdenken zu müssen, wie man eigentlich lebt und was man aus seinem Leben machen will. Diesen Aspekt sollten wir nicht ganz vernachlässigen, finde ich..

  21. #20 Gast
    16.01.2011 21:03
    Das ist ein ziemlicher Unsinn.
    Aber mit so einer Einstellung solltest Du Dich einfach an Menschen halten, die sich aus ihrer Karriere nicht viel machen und punkt den Hammer fallen lassen können.
    Aber erwarte dann nicht viel Status oder gar Geld...

  22. #21 Ulrike
    16.01.2011 22:03
    @ 18
    Was spricht dagegen?

  23. #22 Gast
    16.01.2011 23:40
    Warum immer diese Pauschalisierungen?
    es gibt alles: Die, die wirklich viel und effizient arbeiten und trotzdem nie vor 22h nach hause kommen, weil Ihnen ihr Beruf einfach abartige Arbeitszeiten abverlangt, bsplsweise M&A Branche
    die die langsam sind und deswegen spät nach hause kommen und in der Zeit trotzdem nicht ihr komplettes Pensum schaffen,
    fleißige und faule Beamte, Beamte die wirklich gefordert sind und die, die gnadenlos überbesetzt sind
    und es gibt natürlich auch Leute, die gerne lange im Büro sitzen, weil sie nicht gerne nach Hause gehen.
    w32

  24. #23 Gast
    16.01.2011 23:55
    Sorry,es gibt einfach Jobs,wo es so läuft!!!Glückwunsch denen,die"um 16Uhr den hammer fallen lassen können"-aber es soll Leut geben,die anders arbeiten-Einfachste Antwort!

  25. #24 Gast
    17.01.2011 07:48
    @6
    Doch, die Zeit wird künstlich ausgedehnt. Effektiv arbeitende Vorgesetzte machen kein Meeting nach dem anderen. Wer ehrlich zu sich selbst ist, mach so wenige Meetings wie möglich. Meetings sind in vielen Fällen nur dazu da, anderen zu zeigen, wie toll man ist. Verschwendete Zeit, in der man viel wegschaffen könnte.
    Ich habe mal für einen bekannten Filmproduzenten gearbeitet, und da habe ich mitbekommen, wie die langen "Arbeitstage" zustande kommen: Der Vormittag wurde grundsätzlich mit halbprivatem Gelaber verplempert. Gegen 16 Uhr dann wurde er plötzlich hektisch und fing an, Briefe zu diktieren.
    In einer Broker-Firma hatte ich plastisch vor Augen, wer effizient arbeitete und wer nicht: Exakt einer verließ grundsätzlich nach 8 Stunden das Büro - dann hatte er seine Arbeit komplett und mit besten Ergebnissen erledigt. Er war Amerikaner, unglaublich fleißig und lehnte die üblichen 10-, 12-, 15-Stunden-Tage ab.
    Oft (außer bei Ärzten) dienen die vielen Stunden am Arbeitsplatz dazu, zu "beweisen", wie wichtig man ist, und auch, Problemen oder der Leere im Privatleben auszuweichen.

  26. #25
    17.01.2011 09:06
    Und es ist auch so, dass eine hohe Zahl an Arbeitsstunden auch zum Statussymbol gehört. Und das Gejammer geht auch hier seinen Weg. Die Vielarbeiter sollten dann auch fähig sein, völlig allein, also auch ohne Lebenspartner leben zu können. Wer wirklich gern so viel arbeitet, sollte ohne Probleme verzichten können. In vielen Jobs wird das Arbeitspensum scheinbar nicht kritisch hinterfragt und bald gehört auch das Burn-Out zum Statussymbol. "Wie, du hattest noch kein Burn-Out? Arbeitest du denn nicht?"

    Es ist nicht das Ziel, mit viel Arbeit Menschen aus dem Weg zu gehen - garantiert nicht. Aber es ist doch sehr praktisch, denn Freunde, Geschwister oder Eltern sind nicht nur zur Erholung da. Vor allem dann nicht, wenn sie einem mit ihren Problem kommen. Und das will man sich dann doch nicht auch noch zumuten, gel?

  27. #26 Gast
    17.01.2011 13:12
    @21/ hier die 18. Frag die #7. Sie kennt offenbar Beamte, die sie so in ihrem Job engagieren, dass sie Urlaubstage opfern. Ich kenne (leider) nur die, die "den Griffel pünktlich fallen lassen". Ich zähle mal den Querschnitt meiner Verwandten/ Bekannten und Freunde auf: städtische Beamte (Rathaus - Touristen-Information, Standesbeamte und Baubehörde), Polizeibeamte (Kommissare und IT-Bereich), Finanzbeamte, Steuerfahnder und Lehrer. Und damit decke ich schon ein sehr großes Spektrum ab.

  28. #27
    17.01.2011 15:39
    Lieber FS
    war doch klar dass Deine Aussage provoziert. Ich glaube dass die wenigsten das machen damit Sie nicht nach Hause müssen. Einige schon, das ist mal sicher.

    Generell, Leute eines ist mal klar: wer über Jahre hinweg tatsächlich 12-14h am Tag hart arbeitet ist entweder ein Überirdischer oder danach völlig ausgebrannt. Normal ist eher dass man eine gewisse Zeit das macht/machen kann, aber dann auch wieder Zeiten brauchtin denen man entspannt oder auch mal nur 6h am Tag im Büro ist. Die besten Manager die ich erleben durfte haben genau danach gehandelt.

    Es ist unbestritten dass kein Mensch über längere Zeit wirklich effektiv mehr als 10h am Tag arbeiten kann. Das geht einfach nicht. AG´s die das von Ihren Leuten verlangen verbrennen diese.

    Und man kann durchaus auch Karriere machen wenn man effektiv arbeitet und seinen Leuten einfach mal vertraut und was zutraut- das ist nämlich der verbreitetste Fehler der Manager. Meetings und ständige Überwachung der Arbeit seiner Mitarbeiter ist in den meisten Fällen völlig unnötig verplemperte Arbeitszeit.

  29. 17.01.2011 16:15
    Überlange Arbeitszeiten sind "en Vogue" da ändert auch das vielerorts beschriene "unglaubliche" Arbeitspensum nichts.. Ich kenne nicht wenige Manager die arbeiten unter der Woche fernab von ihrem familien, und haben einfahc nichts anderes zu tun als Abends entweder in die angemietete (leere) Wohnung am Abreitsort zu gehen oder eben in der Firma zu bleiben.. grade die ach so tollen und super fleissigen Japaner die 16 Stunden am Stück "arbeiten" sind bei genauerer Betrachtung eher Zeittotschläger.. ich hab noch nie so viele Zigarettenpausen gesehen wie dort.. Bei einer meiner früheren Arbeitsstellen habe ich eine Kollegin gehabt die Überstunden im oberen 3 stelligen Bereich hatte, diese wurde imemr als "leuchtendes Beispiel" hingestellt. Bis ich mal freundlich gefragt habe wieviel "Leistung" sie denn in der Zeit erbracht hat. Da war dann auf einmal betretendes Schweigen weil es einfach niemand wusste. Andererseits habe ich während meines Studiums als Selöbstständiger auch ganze Nächte auf den Veranstaltungen zugebracht die ich betreut habe , wäre aber nie auf die Idee gekommmen das als "Überstunden" zu deklarieren.. Fazit: sicher gibt es Berufe die mehr engagement erfordern, aber grade im management bereich ist es sehr "schick" sich das Label des gestressten Managers umzuhängen.. Darunter einen wirklich hart schuftenden zu identifizieren, und den dann von den zu unterscheiden der einfach überfordert ist, ist nicht immer leicht..

    Praktisch gilt aber wer dauerhaft 12 und mehr Stunden regelmäßig und täglich arbeitet an Dingen die ihm nicht selbst wirklich Spass machen (wie z.B Musiker, der neben den Auftritten tagelang probt ) der kann nicht wirklich lange konzentriert "Leistung" bringen. Auch wenn das gerne, grade bei Einstellungsgesprächen behauptet wird.