1. Frage:
    Gefragt am: 23.06.2009, 21:10 von Gast
    Kann man einen Menschen "lieben" und von einem anderen sexuell abhängig sein ?
    Mein "Nochpartner", wir sind gerade dabei uns zu trennen (wir versuchen es jedenfalls), behauptet er liebt mich über alles, sei aber von einer anderen Frau sexuell abhängig und könnte dagegen auch nicht an. Unsere "Beziehung besteht eigentlich nur noch aus einem Scherbenhaufen, aber trotzdem können wir nicht loslassen.
    Antworten:
  2. #1 Gast
    23.06.2009 21:37
    Also ich würde das mit nein beantwortet. Gerade wenn er sagt er würde dich über alles lieben, vielleicht weiß er gar nicht was richtig lieben bedeutet bzw. was man dann fühlt....

  3. #2 Gast
    23.06.2009 21:51
    Ich glaube schon, dass das geht. Vor 6 Monaten am eigenen Leib erfahren - aber aus der anderen Perspektive. Mein Mann (bzw. zukünftiger Ex-Mann) mit dem ich 17 Jahre verheiratet bin, behauptet auch, dass er mich über alles liebt, aber seine (ebenfalls verheiratete Freundin) nicht sein lassen kann, weil er den "geilsten Sex seines Lebens" mit ihr lebt. Also, würde ich ihn erpressen indem ich ihn auffordere sie zu verlassen und an unserer Beziehung zu arbeiten. Wir leben jetzt ein halbes Jahr getrennt und werde sobald es geht die Scheidung einreichen.
    Warum erzähle ich das? Im Nachhinein, mit Abstand betrachtet, ist es tatsächlich so, dass es ihm unendlich leid tut, aber er dieses Gefühl des - ich will nicht sagen "Ausgeliefert-seins", aber irgendwas in dieser Richtung, in vollen Zügen genießt und es sicherlich Dinge im sexuellen Bereich gibt, die man mit einem Menschen ausleben kann und mit dem anderen nicht.

    UND: muss mann denn mit dem eigenen Partner alle Bereiche/Bedürfnisse abdecken? Heute bin ich der Meinung: NEIN. Mit einer "Einschränkung": beide sollten sich auf Augenhöhe begegnen. D.h. keiner sollte in irgendeiner Weise vom anderen Partner abhängig sein und das Zusammenleben aus reiner Freiwilligkeit geschehen. DANN denke ich, ist es möglich eventuell dem anderen seinen "Freiraum" zu lassen. Sofern man selbst so sicher und gefestigt ist, dass man damit umgehen kann. Es gehört sehr große Liebe dazu, den Partner seine Freuden genießen zu lassen ohne ihm dabei die Freiheit nehmen zu wollen... Schließlich ist ein Partner doch nicht mein Besitztum? Oder in welcher Zeit leben wir? Wohlgemerkt, wenn beide gleichberechtigt sind.

  4. #3 Gast
    24.06.2009 06:31
    @Nr. 2
    Mit "die Freiheit genießen lassen" meinst du hoffentlich nicht die sexuelle Freiheit, oder?
    Ich wünsche dir, daß du die Scheidung einreichst.
    Wenn Männer sagen, daß sie zwischen zwei Frauen stehen, dann wollen sie sich glaube ich alle Optionen möglichst lange offen halten bzw. genießen es, von zweien gewollt zu sein.
    Mein (inzwischen zum Glück) Ex-Mann hat das auch so gemacht. Ich habe die Scheidung eingereicht. Irgendwann rutschte seinem besten Freund heraus "Gut, daß du dich scheiden lassen hast. Er hat letztendlich mit euch beiden gespielt."

    Wenn ein Mann sich entscheiden muß, wird er sich entscheiden. Wenn der Weg sich gabelt, dann kann kein normal denkender Mensch sagen "Ich will gleichzeitig nach rechts und nach links gehen."

    (Was ich hier über Männer geschrieben habe, gilt natürlich auch für Frauen.)

  5. #4 Gast
    24.06.2009 08:04
    Mit Liebe hat beides nichts zu tun. behaupte ich. Es sind beides Abhängigkeiten in anderen Formen.
    Überlege mal für Dich, wie du dir Partnerschaft wünschst und vorstellst und ob Dein Partner das erfüllt. Oder bist Du gar selbst irgendwie "abhängig" von ihm? ;-)
    Ganz einfach.

  6. #5 Gast
    24.06.2009 09:17
    Urtrieb versus Disziplin würde ich mal sagen?

    Hatte der gute Freud also doch recht:

    Offensichtlich scheint Sexualität DIE Triebfeder schlechthin zu sein?

    (Freud sah allerdings die Möglichkeit der "Kultivierung" dieser Energie. Nichts anderes haben ja z.B. die Kirchen mit der "Ehe vor Gott" im Sinn gehabt...)

    Enorm, wieviele Menschen doch regelrecht zum Spielball der sexuellen Energie werden - und dafür langjährige Partnerschaften, Kinder, Haus und Hof stehen und liegen lassen...

    Anders herum: Wenn Menschen die Disziplin nicht aufbringen, auch einmal "Nein!" zu sagen und jeder Erregung hinterher laufen (und das scheint derzeit Trend zu sein), dann sind Partnerwechsel - ganz im Sinne der Evolution / Streuung des Erbgutes - eben das Resultat.

    Ja, vielleicht bricht sich die Natur halt doch immer wieder ihre Bahn? Wir sehen das z.B. auch bei den "Haushälterinnen" der Enthaltsamkeit predigenden Pfaffen... ;-)

  7. #6 Gast
    24.06.2009 10:44
    "Kann man einen Menschen "lieben" und von einem anderen sexuell abhängig sein ?"

    Falls diese Frage jemand ernsthaft mit Ja beantwortet, vermute ich, dass er noch nie wirklich Liebe verspürt hat, sonst käme der Wunsch nach körperlichem Zusammensein mit einem anderen Partner überhaupt nicht auf.

    Seien wir mal ehrlich: Wenn das eintritt, ist es mit der Liebe doch vorbei. Du solltest also diese Beziehung, die ohnehin nur noch ein "Scherbenhaufen" ist, beenden und Dich nicht weiter erniedrigen.

    Das wäre meiner Meinung nach auch die Voraussetzung, um hier unbelastet und ehrlich nach einer neuen Partnerschaft zu suchen.

  8. #7 Gast
    24.06.2009 11:33
    "Kann man einen Menschen "lieben" und von einem anderen sexuell abhängig sein ?"

    Der Volksmund nennt das "Marienkomplex".

    Es gibt Männer, die eine (Ehe-)Frau verehren, mit ihr jedoch keinen befriedigenden Sex haben können. Dies Frau wird eher wie Maria verehrt. Dahinter steht meinst eine problematische (bindungsgestörte) Mutterbezieheung. Mutter (!) Maria hat ja angeblich UNBEFLECKT empfangen. Eine "befleckende" Sexualität wird dann vom Mann als schuldhaft erlebt.

    Befriedigende Sexualität ist dann im Grunde nur mit einer Frau möglich, die (unbewusst) als Prostituierte empfunden wird.

    Das Beziehungsmuster läuft aber nicht allein über die "Spaltung" des Mannes.

    I.d.R. ist die (Ehe-)Frau tatsächlich in der Sexualität eher zurückhaltend, wobei die "Andere in diesem Punkt vielleicht sogar fordernd ist.

    Die zurückhaltende (Ehe-)Frau bestätigt den Mann in seiner Zurückhaltung, die sexuell fordernde nimmt dem Mann die möglichen Schuldgefühle......
    Nicht er ist aktiv verantwortlich für das "befleckende" Geschehen, sondern er erfüllt nur die Wünsche der "Anderen".

    Vor einer Trennung wäre m.E. die Inanspruchnahme einer Paartherapie sinnvoll.
    Bleibt das eigene TUN unreflektiert, setzt sich die Paardynamik in den jeweils neuen Partnerschaften wieder durch.

    Vitti

  9. #8 Gast
    24.06.2009 11:34
    Ich kann das als Mann durchaus sogar nachvollziehen:

    Je wohler ich mich in Beziehungen fühlte, umso eher kam das Begehren auf, eine andere f.... zu wollen. Ich fand das nun keineswegs gut, war aber so.

    "Ambivalent", würde vermutlich ein Psychologe sagen? Angst, sich festzulegen (evolutionstechnisch verständlich), die Freiheit zu verlieren?

    Am liebsten hätte ich natürlich BEIDES: Eine "Mami" UND gelegentliche Abenteuer, die evtl. zu einer neuen "Mami" werden könnten?

    Ist nicht sonderlich "fair", aber vermutlich Natur? Und ehrlich? Ähnliche Ansinnen/Emotionen würden andere vermutlich weit von sich weisen! Die TATSACHE der Seitensprünge und Scheidungsquoten samt munterer Patchworkerei sprechen da aber eine andere Sprache.

    Dieses gedankliche (moralische) Konstrukt der langfristigen, exklusiven Zweisamkeit entspricht vermutlich schlichtweg nicht der menschlichen Natur, das ist wohl einfach alles.

    Dir würde ich auch raten: Weg da und auf zur nächsten (und daran anschließend übernächsten) Runde. SO ist das Leben. ;-) ("Life happens while you are buisy making plans"... ;-) )

  10. #9 Gast
    24.06.2009 22:08
    Du fragst eine Frage, die du selber schon beantwortest.
    'Warum zum Beispiel könnt ihr nicht voneinander loslassen? Es ist doch bei euch genau dasselbe.
    Geht es dir da nicht genauso, wie ihm, eben bei seiner Ex?
    Natürlich kann sowas passieren, aber eigentlich nur, wenn man sich gehen lässt und Sklave seiner eigenen Emotionen ist.
    Denn dieses Abhängigsein kommt meistens mit dem REIZ. Der sich ja nicht unbedingt bei harmonischer Partnerschaft einstellt, sondern bei Reizsituationen, wie Streit und Zoff. Danach sexuelle Befriedigung und man ist auf dem Weg zur Abhängigkeit.

  11. #10 Gast
    25.06.2009 12:06
    für mich wäre die antwort nein. jemanden zu lieben bedeutet doch auch sexuell von ihm angezogen zu werden und mit dem jenigen schlafen zu wollen. wenn man jemanden liebt sehnt man scih doch nicht nach jemand anderen, sondern möchte dies doch mit dem partner den man liebt.