- Frage:
Ist Kritik in der Kennenlernphase ein NoGo?Ich (40) habe vor kurzem einen Mann (42) kennengelernt.
Es war gleich große Sympathie auf beiden Seiten vorhanden. Er wirkte auf mich sehr ehrlich, zuverlässig und einfühlsam.
Er sagte mir gleich, dass er keine Probleme damit habe, wenn ich ihm sage, was mich an ihm störe. Ich antwortete, dass das gleiche auf mich zuträfe und gestand ihm auch, dass ich ein schwieriger Mensch bin.
Wir telefonierten sehr viel und trafen uns auch zweimal. Es war beide Male sehr schön und harmonisch.
Ich bemerkte, dass er sich in mich verliebt hatte, während ich noch keine näheren Gefühle für ihn hatte. Ich schloss allerdings nicht aus, dass sich mehr entwickeln könnte.
Doch dann fing er an mich mit Übertreibungen hinsichtlich seiner zahlreichen Talente und tollen Leistungen zu nerven. Immer wieder betonte er, was er alles könne und dass er der einzige Akademiker in seiner Familie sei. Dabei war nie die Rede davon, dass er studiert hat.
Bei näherer Nachfrage druckste er herum und sagte, er habe neben seiner Ausbildung noch sein Diplom in BWL gemacht.
Letzte Woche reichte es mir und ich sagte ihm, dass er ziemlich arrogant erscheine mit seiner ständigen Prahlerei. Er reagierte verärgert und meinte, dass noch niemand aus seiner Familie oder Bekanntenkreis ihn als arrogant bezeichnet habe.
Es tat mir dann ein wenig leid und ich rief ihn am gleichen Abend noch mal an um nachzufragen, ob er mir meine Kritik jetzt übelnehme. Seine Antwort war, ich brauche mir keine Sorgen zu machen.
Ein paar Tage später wolle ich wieder mit ihm sprechen, doch er legte einfach auf, als er meine Stimme hörte.
Ich dachte zuerst an eine technische Störung und versuchte es später noch mal.
Er sprach kurz mit mir, aber sehr abweisend. Dann mitten im Gespräch legte er wieder auf.
Für mich war klar, dass er den Kontakt abbrechen wollte.
Gestern lief er mir in der Stadt zufällig über den Weg. Als er mich sah, wechselte er gleich die Straßenseite.
Ich bin irritiert, dass er sich so voller Verachtung von mir abgewandt hat.
Ist es denn so schlimm, dass ich in der Kennenlernphase Kritik angebracht habe?Antworten: -
Was willst du mit so einem verdrehten Mann?
Was findest du überhaupt noch sympathisch an ihm?
Auf mich wirkt das, was du schreibst, durch und durch abschreckend.
Zu diesem Mann würde ich keinen Kontakt mehr haben wollen.
Er zu dir auch nicht, das ist sonnenklar.
Mach dir weiter keine Gedanken über ihn (ja, ich weiß, das ist gar nicht so einfach!)
und wende dich angenehmen Zeitgenossen zu.
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Dazu hattest Du kein Recht. Ihr kennt Euch doch kaum. Im Übrigen ist es doch wirklich schön, wenn jemand neben seiner Ausbildung noch ein Studium abgeschlossen hat. Vor denen habe ich am meisten Respekt! Die klassischen Abitur-direkt Uni-Absolventen wissen doch oftmals gar nicht, wo´s im Leben langgeht.
Also, lerne daraus.
w46
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Es gibt Konstellationen, wo man zu Recht stolz darauf sein kann, auch auf dem berufsbegleitenden Weg ein Diplom o. ä. erlangt zu haben. Er hat das Recht, darauf stolz zu sein. Das zum einen.
Zum anderen scheint sein Ego nicht sehr stark entwickelt zu sein und er hat mit der Angeberei offenbar übertrieben.
Wenn das ein Charakterzug ist, den du grundsätzlich nicht leiden kannst, ist das ebenfalls dein gutes Recht. Aber in der Kennenlernphase möchte man sich doch immer im besten Licht zeigen, meistens legen sich diese Übertreibungen doch irgendwann. Er hat einfach Angst, dir nicht zu genügen mit seinem Werdegang und hat versucht, es etwas anders darzustellen. Ich wäre an seiner Stelle auch gekränkt, wenn du mir dann Arroganz unterstellt hättest.
Allerdings ist es kein guter Stil, dann einfach aufzulegen, das zeugt wiederum von keiner guten Kinderstube und der Unfähigkeit, Konflikte auszutragen. Das wäre für mich an deiner Stelle der Punkt, der mich am meisten stören würde.
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Liebe FSin,
ich finde es überhaupt nicht schlimm, in der Kennenlernphase an einem potentiellen Partner Kritik (angebracht und konstruktiv) zu üben.
Im Gegenteil: Ich halte es für notwendig, mich störende Eigenschaften, mit einem möglichen Partner zu besprechen. Nur so kann ich heraus finden, ob eine Beziehung überhaupt in Frage kommt.
Nun weiß ich nicht, "wie" du Kritik an dem Mann geübt hast. Welche Tonart du angeschlagen hast.
Sollte das alles sehr konstruktiv von statten gegangen sein, scheint mir der Mann sehr kritikunfähig, sich selbst nicht refektierend könnend.
Schlimmer noch: Er straft dich jetzt mit Nichtachtung und Verachtung?
Was willst du mit so einem Mann? Er zeigt dir bereits jetzt "sein wahres Gesicht".
Sei froh darüber und hak ihn ab.
W,41
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Allgemein: Kritik an persönlichen Eigenschaften ist in der Kennenlernphase absolut nicht angebracht. Anfangs sollte man füreinander schwärmen, die tollen Seiten genießen und die Schwächen bemerken, aber nicht thematisieren, insbesondere solche nicht, die man ohnehin kaum ändern kann.
Speziell in diesem Fall: Die zentrale Frage wäre doch schon mal, ob er wirklich arrogant ist oder nur stolz auf das, was er erreicht hat. Arroganz ist schon ein sehr harter Vorwurf unter der Gürtellinie und ich finde es verständlich, dass man mit niemandem verpartnert sein will, der einen für arrogant hält. Damit hast Du Dich doch selbst ins Aus geschossen -- selbst wenn es zuträfe.
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Also ganze ehrlich, ich bin auch eine Frau der direkten Worte, aber ich würde nie einem Mann sagen, dass er arrogant ist, weil er so viel prahlt. Ich würde ihm vielleicht sagen bzw. fragen, warum es ihm so wichtig ist, mir gegenüber ständig zu erwähnen, wie toll er wäre. Das würde ich doch auch so sehen!
Männer prahlen gerne, um eine Frau zu beeindrucken, dass muss Frau einfach wissen und vielleicht am besten drüber hinweg sehen, oder geschickt ihm vermitteln, dass er auch so ein toller Typ ist.
Ich finde es von dir auch sehr komisch und fragwürdig, dass du IHM relativ schnell erzählt hast, dass du ein schwieriger Mensch bist. Taktisch unklug. Da rennt doch jeder halbwegs kluger und psychisch gesunder Mensch weg.
Wenn du tatsächlich ein schwieriger Mensch bist, würde ich lieber an mir arbeiten, Therapie machen, um meine schwierigen Anteile wegzubekommen, damit ich besser beziehungsfähig werde.
w 48
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liebe fs,
ich denke, du hast einfach nicht verstanden, dass das in beziehugen niemals so funktioniert, dass der eine dem andern unverblümt sagt, was ihn stört, der andere, sein verhalten daraufhin ändert und das lässt, aber noch genauso zugewandt mit dem kritiker umgeht.
das funktioniert nie. und wenn du dich als schwierig einschätzt, kann das durchaus sein, weil du diese simple wahrheit nicht kennst oder bewusst für dich außer kraft setzt.
jeder mensch will beachtet und gut gefunden werden, insbesondere, wenn er/sie sich bei der partneranbahnung ins zeug legt. jemanden direkt zu sagen, er sei ein arroganter prahler, ist wie auszuholen und ihm eine runter zu hauen, nur eben verbal. seine reaktion ist völlig normal, auch wenn das auflegen auch ein nogo ist, er vergillt gleiches mit gleichem. ich wundere mich, dass du dich wunderst....
den mann bist du los, was ja kein verlust ist, wenn er dich nervt. wenn du einen menschen und das gilt nicht nur für männer nicht los sein willst, dann musst du lernen, kritik so vorzubringen, dass du die wahrheit sagst, aber so verträglich, dass der andere damit leben kann. dein ansatz scheint mir davon weit entfernt zu sein. wenn du das angehen willst, empfehle ich dir kommunikationstrainigs oder therapie, das brauchst du dein leben lang.
dir alles liebe und gutes gelingen
w55
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Ich habe auch ein paar dieser ewigen Prahler kennengelernt und keiner von ihnen hat auch nur den Hauch einer Kritik aushalten können. Sie haben vermutlich eigentlich keinerlei Selbstbewusstsein.
Ich finde solche Männer einfach nur nervig und ein Kennenlernen ist reine Zeitverschwendung.
Sieh dich lieber nach einem Mann um, der nicht so bedürftig ist.
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ich denke man sollte taktvolle, konstruktive Kritik von plumper, destruktiver Beleidigung unterscheiden.
Ich würde mich auch nicht beleidigen lassen. Du hast beleidigt, plump, vorlaut und destruktiv. Ja, lerne daraus.
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Den Mann kann ich voll und ganz verstehen.
Kritik kann man auch anbringen, ohne sich wie der Elefant im Porzellanladen aufzuführen.
Der Mann will doch (höchstwahrscheinlich) einfach nur die Frau beeindrucken und von ihr toll gefunden werden, gerade in der Kennenlernphase. Als Frau kann man da einfach das Gespräch auf andere Themen lenken oder einfach nur still sein. Dann sollte er merken, dass ein Themenwechsel angesagt ist. Wenn ihm die Empathie dazu fehlt, dann ist das ein anderes Problem...
Man kann ihm auch sanft zu verstehen geben, dass permanente Erfolgsberichte nicht notwendig sind, z.B. indem man ihm sagt, dass man sich viel mehr für ihn als für seine geschäftlichen Erfolge interessiert. Wahscheinlich würde ich das so machen, wenn ich mit "Ablenkungsversuchen" nicht weiterkomme.
Aber so wie Du - die FS - damit umgegangen bist, hast Du ihm keine Möglichkeit gelassen, sein Werben um Dich fortzusetzen ohne sich komplett zum Idioten zu machen. Was hätte er denn machen sollen? Sich für sein bisheriges Verhalten entschuldigen und kleinlaut Besserung geloben? Und das in der Kennenlern-/Werbungsphase?
Du hast ihm mit Deiner Art der Kritik einen deutlichen Vorgeschmack darauf gegeben, wie Du auch in einer Beziehung mit ihm umgehen würdest, nämlich ohne jeden Versuch einer diplomatischen Kommunikation.
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Kritik zu üben in der Kennenlernphase finde ich durchaus angebracht, wenn sie sachlich geäussert wird und nicht zu oft geübt wird. Es gibt nämlich kaum zwei Menschen, die bei allen Fragen einer Meinung sind. Deshalb finde ich es durchaus angebracht, dass man mal Kritik übt.
In deinem Fall habe ich aber den Eindruck, dass ihr einfach nicht zusammenpasst, das hat mit deiner Kritik nichts zu tun. Wenn Du dich so schnell von seiner Prahlerei genervt fühlst und er seinerseits so empfindlich reagiert, dann geht es einfach nicht zwischen Euch zwei.
(m, 31)
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Auch wenn ihr Euch beide offen für die "konstruktive Kritik"(das ist für mich mittlerweile ein "BS-Bingo"-Wort) gestellt habt,so erscheint es mir,dass ihr nicht wirklich auf der gleichen Welle schwimmt.
Für mich persönlich völlig abstrus,sich solche Dinge gleich von Anfang an um die Ohren zu hauen.
Schön wäre eher für mich nach einem schönen Rendezvous entspannt zu sein.
Sich aufeinander zu freuen.
Aufs nächste Date.
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Das glaube ich jetzt nicht! Hallo?! Du bist 40 Jahre alt und lässt dich von so einem unausgegorenen Fuzzi irritieren?
Ich kann mir nicht vorstellen, daß du ihm die Kritik so schonungslos um die Ohren geballert hast - das macht man eigentlich nur sehr, sehr selten, wenn einer wirklich fürchterlich nervt.
(Damit man seine Ruhe hat, wird man dann vielleicht ganz bewusst so deutlich, daß es schon fast unhöflich ist.)
Laß den doch laufen - du warst doch sowieso nicht ganz sicher, ob sich wirklich noch mehr entwickelt.
DAS ist z. B. Bauchgefühl!
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Wenn Deine Kritik als Beziehungshindernis verstanden werden kann, mußt Du Dich nicht wundern, wenn es von diesem Punkt an nicht mehr weitergeht. Generell ist eine fundiert kritische Haltung natürlich besser als zu allem ja und amen zu sagen, aber bitte mit Maß und Ziel. Entweder der Mann ist trotz seiner Prahlerei für Dich interessant, dann hole ihn schonend wieder auf den Boden, oder es stört Dich zu sehr, dann geige ihm die Meinung und Schluß is. Aber jetzt wieder hinterherlaufen?!
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Liebe Fragestellerin:
Offensichtlich warst du sehr genervt, als du die Kritik angebracht hast - da kann sie schon mal etwas härter ausfallen. Günstig war es dennoch nicht, du hättest sie vielleicht schonender verpacken können.
Der Mann selbst allerdings dürfte nur ein hauchdünnes Selbstbewusstsein haben. Wer so viel kann, sollte auch einstecken können, zumal er dich vorher sogar eingeladen hat Kritik zu äußern. Seine Art dir aus dem Weg zu gehen zeugt nicht von Klasse, ist aber offenbar sein Stil.
Und jetzt mal ehrlich...
wenn dich jemand schon zu Beginn so nervt, dann kann es nicht "Mr. Right" sein. Also lass ihn gehen oder würdest du ein so leicht schmollendes Leberwürstchen gern zum Freund haben wollen?
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