- Frage:
Ich glaub ich hab mich verliebt ...Ich (m Anfang 30) bin seit 6 Jahren mit meiner Freundin zusammen. Sexuell ist zwischen uns nie viel gelaufen, ich weiß, dass ich eigentlich schwul bin und habe mich jetzt in einen Mann verliebt. Ich will mich auf jeden Fall von ihr trennen, weiß nur noch nicht, was ich ihr sagen soll. Soll ich ihr die Wahrheit sagen? Aber das wäre ja wie eine schallende Ohrfeige, wenn sie erfährt, dass ich ihr jahrelang was vorgemacht habe oder soll ich auf die Standardfloskel: "Wir haben uns auseinander gelebt." zurückgreifen? Ich will ihr in dieser blöden Situation nicht noch unnötig wehtun.Antworten: -
Sag ihr die Wahrheit.
Du musst ihr doch nicht sagen, dass du ihr jahrelang was vorgemacht hast.
Du hast dich in einen Mann verliebt. Fertig. Sowas kommt vor.
Das wird sie vielleicht erstmal für einen schlechten Witz halten, aber du kannst ihr klarmachen, dass es wirklich stimmt.
Wehtun wird ihr die Trennung bestimmt, wenn sie dich liebt.
Aber die Wahrheit ist vielleicht nicht wirklich verletzend, denn du sagst ja nicht, dass mit ihr was nicht stimmt.
Nur, dass sie eben kein Mann ist ... aber daran wird sie nichts ändern können.
Ich hatte mich vor vielen Jahren mal heftig in einen Mann verliebt, mit dem nichts gelaufen ist, aber ich hätte mir das gewünscht. Er hat mir dann gesagt, dass er schwul ist. Also, erfreut war ich nicht gerade, denn damit war klar, dass da nichts zu machen ist. Aber es hat mir weit weniger wehgetan, als wenn er gesagt hätte, ich gefalle ihm nicht oder er mag mich nicht.
Okay, der Fall war anders gelagert, denn wir hatten nichts zusammen, schon gar nicht 6 Jahre ... wie hast du das nur gemacht???
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Lieber FS, ich glaube nicht, dass wir Dir hier sagen können, wie Du Dich am besten Deiner Freundin erklärst. DU kennst sie (nicht wir!) und DU müsstest nach 6 Jahren wissen, wie Du ihr was am besten sagen kannst. Schön finde ich aber, dass Du ihr "nicht unnötig weh tun" möchtest!
Bestimmt kannst Du ihr vermitteln, dass Du ihr in den gemeinsamen Jahren nichts vorgemacht hast, was eben auch nicht der Fall ist, da Du erst jetzt sicher bist, schwul zu sein. Bestimmt kannst Du ihr vorsichtig mitteilen, dass Deine Entscheidung nicht an ihrem Verhalten oder an ihrer Person hängt.
Das mit dem "auseinander gelebt" würde ich an ihrer Stelle wohl nicht akzeptieren, sie wird schon auch spüren, was mit Dir los ist. Dann lieber offen sein, dabei sensibel bleiben. Denn wie könntet Ihr später wieder etwas miteinander zu tun haben wollen, wenn sie dann erst erfahren würde, was der Trennungsgrund war? Ich selbst (w) habe viele schwule Freunde und finde das absolut toll! Warum sollte sie auf diese Möglichkeit verzichten? Klar, sie wird vorerst einen zeitlichen Abstand brauchen. Aber die Aussicht auf eine spätere Freundschaft wird Euch beiden die heutige Trennung erleichtern!
Du bekommst das schon hin!
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Nein. Sag ihr die Wahrheit. Aus Sicht einer Frau kann ich dir verraten, dass da eventuell sogar Verständnis vorhanden sein könnte. Wenn du ihr ehrlich schilderst, warum du bisher nichts davon gesagt hast (warst dir vielleicht selber nicht ganz sicher, wolltest ihr nicht weh tun...), wird sie nach dem ersten großen Schock vielleicht gar nicht so verletzt sein. Bitte, egal was kommt, lüg sie nicht noch mehr an... Auch wenn die Wahrheit hart ist, sie hat ein Recht darauf nicht noch weiter belogen zu werden, denn damit machst du alles nur noch schlimmer!
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Eine Standardfloskel wäre verlogen. Ich finde, das hat sie nach den sechs gemeinsamen Jahren nicht verdient. Zumal: Bei der Wahrheit erkennt sie sehr deutlich, dass sie erstens keinen großen Fehler gemacht hat, der zur Trennung führte, und dass es zweitens wirklich das Aus ist und sie nicht auf eine Fortsetzung hoffen kann. Beides ist hilfreich, um den Schnitt zu vollziehen und nach der Liebeskummerphase etwas Neues zu beginnen.
Ich würde allerdings nicht sagen, dass Du ihr "jahrelang was vorgemacht hast", das klingt so böse. Warst Du Dir vielleicht über Deine Gefühle noch nicht ganz im klaren? Hattest Du sie nicht trotzdem lieb? Hattest Du Angst, Dich zu Deiner Homosexualität zu bekennen? Überleg also, warum Du trotz Deiner Homosexualität solange mit ihr zusammen warst und bring das auf ihre zu erwartenden Nachfragen (etwa: Wie lang weißt du das schon?) auch mit ein. Vielleicht kann sie es dann sogar eines Tages verstehen.
Ich wünsche Dir viel Kraft und dass Du die richtigen Worte findest.
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Thread vom 21.08.2010
"Wozu brauchen Männer Frauen? Die Neigung z. gleichgeschl. multipliziert sich extrem"
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Hallo FS,
meinst Du nicht sie würde es eh erfahren wenn Du plötzlich was mit einem Mann hast?
Bleib bei der Wahrheit, eine Ohrfeige verpasst Du ihr mit Deinem Schlussstrich nach 6 Jahren vermutlich sowieso!
Lg
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Lieber FS,
Du tust deiner Freundin etwas Gutes, wenn du es ihr so schnell wie möglich sagst.
Alles Andere wäre weitaus schlimmer für sie, als diese einmalige Ohrfeige.
Alles Gute!
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@2 LaStrada
An deinem Beitrag finde ich alles richtig und nachvollziehbar, bis auf diesen Satz:
"Aber die Aussicht auf eine spätere Freundschaft wird Euch beiden die heutige Trennung erleichtern!"
Auch ich habe viele schwule Freunde (bin #1), aber ich habe mit KEINEM Mann eine Freundschaft, mit dem ich mal liiert war. Und ich glaube absolut nicht, dass die Aussicht auf eine Freundschaft eine Trennung leichter macht, wenn man eigentlich Liebe will.
Freundschaft ist in dem Fall wie ein Trostpreis, wenn man den Millionengewinn möchte.
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Du bist seit 6 Jahren mit ihr zusammen und weißt, dass Du eigentich schwul bist?
Ihre erste Frage wird sicherlich sein, seit wann Du das weißt?!
Seit 6 Jahren? Ich würde Dir den Hals umdrehen.
w, 47
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Ich bin auch dafür ihr unbedingt die Wahrheit zu sagen - evtl schöngefärbt, wie oben beschrieben ("war mir nie ganz sicher, erst jetzt"). Das ist für sie der einfachste Weg es hinzunehmen. Bei allen anderen - vorgeschobenen - Begründungen wird sie ewig grübeln und überlegen warum und wieso es zur Trennung gekommen ist, was sie falsch gemacht hat, etc. So fällt es ihr viel leichter die Trennung zu akzeptieren.
Homosexualität ist vielleicht eine der besten Begründungen, warum man nicht mehr mit seiner Freundin zusammen sein kann und will.
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Liebe #1 und #8: grundsätzlich hast Du recht mit der Freundschaft zu einer früheren Beziehung.
Ich sehe das im Fall von einer Beziehung zu einem schwulen Mann anders: die Freundin wird (mit gesundem Abstand) erkennen, dass sie keine Liebesbeziehung mehr zum FS haben kann. Aber aus Liebe kann in einem solchen Fall wirklich eine schöne Freundschaft werden. Hatte ich auch schon. Also mich würde diese Möglichkeit trösten ...
Sogar zu meinem Mann, mit dem ich 27 Jahre zusammen war, habe ich heute eine lockere, liebevolle Freundschaft (wir sind beide wieder neu gebunden). Das geht alles, wenn bei der Trennung nicht zu viel Porzellan zerschlagen wurde.
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Ja, #11, mich würde die Möglichkeit auch trösten. *seufz* Aber ich glaub, ich hab die Brücken nicht erkannt. Und jetzt tut's mir leid, weil er jetzt stocksauer auf mich ist. Dabei würd ich so gern mit ihm sprechen - aber er nicht mit mir.
Das kommt von sowas, wenn mann 's der fraunicht sagt, glaub ich. Kann aber auch sein, dass ich mich total täusche. Auch möglich. Dann hab ich was gesehen, was sooo gar nicht gestimmt hat.
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ich finde es aller unterste Schublade mit einem Menschen zusammen sein und wissen, das man ihn nicht liebt und noch nicht mal sexuell anziehend finden.
Klar kann es passieren, dass man feststellt das man schwul ist, aber da müssen doch die Karten auf den Tisch und mit einander geredet werden.
Was es für charakterschwache Menschen gibt die nicht zu sich und seinen Gefühlen stehen und mit denen der anderen spielt. Wem willst du denn erzählen, dass du 6 Jahre mit einer Frau zusammen bist und erst jetzt weißt das du schwul bist. In meinen Augen hast du dir die Frau warm gehalten, weil du nicht alleine sein wolltest und schön bequem von eine Kiste in die andere wechseln kannst.
Sei wenigstens jetzt ein Mann und übernehme Verantwortung für dein Handeln und mach reinen Tisch und sag die Wahrheit. Die Frau kann froh sein wenn sie dich los ist
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Ich würde es ihr nicht sagen,wie #9 schon sagte-sie dreht dir sicher den Hals um(wegen den 6 Jahren) und vermutet sicher,daß du homosexuelle Kontakte schon während eurer Beziehung nebenher gepflegt hast.
Du liebst sie nicht"mehr" und möchtest deiner Wege gehen--sags ihr so-eine Entäuschung für sie ist es allemal----aber dann ist dein Weg frei, für deine Gefühle.
m48
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Ich finde das sehr verlogen, dass du ihr 6 Jahre nichts von deinen Neigungen erzählt hast.
Du könntest es ihr erleichtern, indem du ihr sagst, dass sie die einzige Frau ist, die dir jemals etwas bedeutet hat, aber das mit ihm eine ganz neue Dimension ist.
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Okay, jetzt beziehe ich vermutlich gleich Prügel aus allen Seiten. Aber ich habe damals schon irgendwie gemerkt, dass etwas nicht stimmig ist, obwohl alles stimmt. Wir haben uns nach vielen Jahren getrennt und eigentlich wusste keiner so richtig warum. 7 Jahre lang habe ich gedacht, er ist alleine und plötzlich erfuhr ich, von ihm selbst, dass er seit 6 Jahren einen Freund hat. Er hatte nur nicht den Mut mir das zu sagen. Ich war erleichtert, ich war froh, ich war glücklich für ihn. Ich habe ihn geliebt und es ist doch völlig egal, ob er jetzt eine andere Frau oder einen Mann liebt. Es geht ihm gut!! Es hat nicht gepasst - fertig. Viele Menschen finden doch erst im Laufe der Zeit heraus, dass das, was Ihnen moralisch vorgegeben wird, als Korsett nicht passt. #13 sorry, mein Weg ist auch nicht zweigleisig, aber es gibt Menschen, die sich verdammt hart damit tun, sich zu outen, überhaupt zu wissen, was nicht stimmt... und ich zolle jedem höchsten Respekt, der ein anderes "Ich" für sich herausfindet, erlebt und leben will. Liebe ist, wenn man jeden so sein lässt, wie er ist .... Nur so am Rande: mein Ex-Freund, sein Mann und ich, sind die besten Freunde, die man sich vorstellen kann. Danke an meine Eltern, meine Erziehung, dass ich nicht engstirnig urteile ....
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Sag ihr auf jeden Fall die Wahrheit!
Wenn du 6 Jahre mit ihr zusammen warst, wird es für sie vlt ein Schock sein, aber ich finde sie hat es verdient die Wahrheit zu erfahren.
Stell dir nur mal vor, sie erfährt von jemand anderem dass du schwul bist...also ich würde auf jeden Fall die Wahrheit wissen wollen, auch wenn sie noch so schmerzhaft wäre!
Finde es allerdings auch ein wenig egoistisch von dir, ihr so lange zeit etwas vorzuspielen. Natürlich kann ich verstehen, dass es nicht leicht sein muss sich zu outen, aber das ist noch lange keine Entschuldigung dafür, denn es geht nicht nur um dein Glück...sondern auch um ihres, welches du ihr mit deinem Verhalten in gewisser Weise verwehrt hast,denn in der Zwischenzeit hätte sie einen Mann finden können der sie wirklich liebt und nicht auf Männer steht!
Und deine Aussage, dass du ihr nicht unnötig weh tun willst, finde ich, hat etwas ironisches...
denn genau das hast du in den 6 jahren sozusagen getan, sie weiß es nur nocht nicht, was die Sache für mich noch trostloser macht.
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[mod: Verhaltensregeln beachten]
Auch ich bin der Meinung, daß Du ihr die Wahrheit sagen solltest. Du müßtest ja eigentlich wissen, wie sie damit umgeht. Ob sie damit hausieren geht (was Du vielleicht vermeiden möchtest), Dich im Bekanntenkreis bloßstellt, auch diese Möglichkeiten gibt es. Du schreibst ja selbst, daß sexuell zwischen Euch nicht viel gelaufen ist. Also wird sie vielleicht froh sein, Dich noch als guten Freund behalten zu dürfen, was bei einer Trennung wegen einer anderen Frau ja oftmals schwierig ist.
Mach es bitte auf keinen Fall so, wie #14 vorschlägt: "Du liebst sie nicht mehr". Das find ich so was von verletzend und feige - erst recht nach 6 Jahren , weil keine Frau (ich denke auch kein Mann) nachvollziehen kann, wie das auf einmal passieren konnte, ohne daß es davor irgendwelche Anzeichen gab.
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