1. Frage:
    Gefragt am: 22.10.2010, 16:13 von Gast
    Hetero, aber trotzdem gleichgeschlechtlicher Sex? Geht das? Wer hat Erfahrung?
    Ich bin männlich (44) und hetero-veranlagt. Hatte bisher nur Partnerschaften mit Frauen. Wenn es sich aber mal ergibt, ich in keiner Partnerschaft bin und ich die Lust verspüre, mache ich auch mal gleichgeschlechtlichen Sex und habe viel Spaß dabei (bisher ca. 30 x oral und 3 x anal passiv mit Kondom). Eine Beziehung käme aber nicht in Frage. Geoutet bin ich auch nicht. Wem geht es auch so? Was denkt ihr darüber?
    Antworten:
  2. 22.10.2010 19:37
    Lieber Fragesteller! Du bist nicht heterosexuelle, sondern ganz eindeutig bisexuell -- so ist einfach die Definition der Begrifflichkeiten. Bisexuell veranlagt sind etwa 5-10 % der Bevölkerung, in individuell stark unterschiedlichem Ausmaß.

    Ich denke darüber zweierlei:

    a) In einer Beziehung mit einer Frau darfst Du auf keinen Fall fremdgehen, weil Untreue Untreue ist, egal ob mit einem Mann oder einer Frau fremdgegangen wird.

    b) Du solltest einer potentiellen neuen Partnerin unbeding VOR irgendwelchen Intimitäten die Wahrheit sagen und sie darüber aufklären, dass Du bisexuell bist und auch Kontakte zu Männer hattest. Dies ist für sehr viele Frauen eine ganz entscheidende Information und jeder Mensch hat das Recht, über die Sexualität seines Partners aufgeklärt zu sein.

    c) Du solltest Du jeden Fall regelmäßig Tests auf HIV und Hepatitis A, B, C durchführen lassen. Das Ansteckungsrisiko bei homosexuellen Kontakten ist extrem hoch.

  3. 22.10.2010 19:47
    da bsit du doch ganz klar nicht hetero veranlagt sondern bi. Nur weil du dir keine Beziehung mit einem Mann vorstellen kannst, schläfst du doch mit Männern, daher scheinst du sie ja anziehend zu finden. Das du dir keine Beziehung vorstellen kannst hat meiner Meinung nach eher etwas mit der Gesellschaft zu tun, als das du sich nicht in einen mann verlieben könntest. und das du dich nicht outest, zumindest in einer Partnerschaft, finde ich schade, denn ich würde wissen wollen, wenn mein Partner auch mit Männer schläft, alleine wegen des Infektionsrisikos und das mir dann klar wäre, dass die Beziehung nicht ewig halten kann, denn du hast einfach sexuelle Bedürfnisse die ich als Frau nicht erfüllen kann und die früher oder später durchkommebn und da ich auf Treue wwert lege ist die Sache klar. Eine verschwiegene Bisexualität ist für mich schon alleine ein so großer Vertrauensbruch, dass ich mich trennen würde

  4. #3 Gast
    22.10.2010 20:29
    Klar geht das, Kommunikation und Aufklärung ist hier halt wichtig.

    <MOD: Sticheleien entfernt. Reißen Sie sich zusammen. Schreiben Sie selbst hilfreiche Beiträge, anstatt an anderen heurmzumeckern.>

    m

  5. #4 Gast
    22.10.2010 20:57
    Fragesteller, Du weißt schon, dass Du - nicht - hetero- sondern BISEXUELL bist?

    Ansonsten kann ich mich nur #1 anschließen, da die Ansteckungsgefahr hier größer ist, als bei lediglich heterosexuellen GV, solltest Du Dich schützen, regelmäßig testen lassen und auch potentiellen Partnerinnen über Deine diesbezüglich bereits gelebten Neigungen informieren.

  6. #5 Gast
    23.10.2010 08:02
    @ Frederika:

    Ich denke eher 5-10% sind NICHT bisexuell. Fast jeder ist jetzt bisexuell. Das ist total in.

  7. 23.10.2010 09:04
    @ #5:

    Das ist doch reine Spekulation. Bleiben wir doch bei der Realität! Die sexuelle Präferenz der Menschen ist doch kein Kleidungsstück, das man sich anzieht, je nach Mode und weil es gerade IN ist. Wer bestimmt das denn?

    Nur, weil uns in den Medien ständig Aussergewähnliches und Besonderes versprochen wird, das uns einen besonderen Kick gibt/geben soll, heißt das doch noch lange nicht, dass die Mehrheit von uns das auch alles wirklich praktiziert. Von denen, die sich so verhalten, wie sie es immer getan haben, von denen redet nur keiner - bringt ja keine Schlagzeilen und kein Geld ein.

    'Normalität' (unter der jeder verstehen kann, was er will) war halt schon immer 'langweilig'. Besonders für diejenigen, die sich mit Modeerscheinungen profilieren müssen, weil sie sonst wahrscheinlich wenig zu bieten haben.

    @ FS:
    Ich glaube nicht wirklich, dass du in deinem Alter deine sexuelle Ausrichtung ernsthaft als 'hetero' bezeichnest. Lasse dir doch mal von absoluten Heteros erklären, ob sie sich eine Lebensform wie deine auch nur ansatzweise vorstellen können...

    Meine Vermutung ist, dass du selbst nicht zugeben willst, dass du homosexuell bist. Wahrscheinlich eher noch, als bisexuell. Warum kannst du das nicht? Ist doch alles heute kein Problem mehr!

    Ein Leben zu führen, das von den meisten Lebensweisen abweicht, erfordert Mut; auch Mut zum Bekenntnis (Outing) dazu. Darüber solltest du einmal nachdenken.

    Besonders, wenn du weiterhin mit Frauen und Männern sexuell verkehrst, mußt du dir über die Gefahren im klaren sein und deine jeweiligen Sexualpartner darüber aufklären. Du gefährdest ja nicht nur dich, sondern auch deine Partner.

    Das 1. Gebot deines Lebens muss 'Safer Sex' heißen.

  8. #7 Gast
    23.10.2010 10:33
    Also ich halt mich für ziemlich hetero und kann mir absolut nicht vorstellen gleichgeschlechtlichen Sex zu praktizieren. Ich empfinde schon reinen Körperkontakt mir Männern als sehr unangenehm, mehr als Handschlag oder Schulterklopfen geht gar nicht. Ich kann schon an eine Frau nicht mehr sexuell ran, wenn ich damit rechnen muss, dass kurz vorher ein Anderer dran war (darum auch niemals ONS). Was du betreibst hat glaub ich mit hetero nicht mehr viel zu tun. Ich mein klar, vielleicht hab ich nur Angst davor, dass es mir gefällt, aber mit dieser Angst komm ich bislang sehr gut zurecht ;).

  9. #8 Gast
    23.10.2010 21:10
    Du bis BI sexuel.

    Datei:Kinsey-Scale de.svg

    http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kinsey-Scale_de.svg

  10. #9 Gast
    23.10.2010 23:54
    @7: nach dem was du schreibst klingt es eher so als ob du weder heterosexuell noch bisexuell sondern vollkommen homosexuell bist. Du solltest dich vll. damit mal intensiv auseinandersetzen damit du dir über dich selbst klar wirst.

  11. #10 Gast
    25.10.2010 08:35
    Hier ist nochmal der FS: Nein, ich bin definitiv nicht homosexuell. Im Zweifel würde ich immer eine Frau vorziehen. Ich hab mich noch nie auf der Straße nach einem Mann in sexueller Absicht umgeschaut. Aber das schließt ja nicht aus, dass ich für rein sexuelle gleichgeschlechtliche Aktivitäten offen bin. Klar, ich bin bisexuell. Und ich bin auch froh darüber! Und bitte haltet mir doch keine Moralpredigten i.S.v. "wenn Du eine Partner hast, mußt Du es ihr erzählen" und "Ansteckungsgefahr". Diesbzgl. weiß ich schon, was ich zu tun habe. In erster Linie interessiert mich hier, wem es ähnlich geht und wie er/sie damit umgeht? Wer hat auch Interesse an gleichgeschlechtlichem Sex oder hat praktiziert es sogar?

  12. #11 Gast
    26.10.2010 23:20
    <MOD: Fake entfernt. Warnung: Nochmal, und wir werden gar keine Beiträge mehr von Ihnen veröffentlichen!>

  13. #12 Gast
    27.10.2010 20:54
    Hallo FS: Ja, es geht mir ähnlich wie du. Ich bin ein Mann, über 50, grundsätzlich hetero, aber hatte auch eine lange Beziehung (7 Jahre oder so) mit meinem besten Freund währenddem ich glücklich verheiratet war. Ich schäme mich nicht!

  14. #13 Gast
    30.05.2011 11:48
    ich bin auch vh, mußte/wollte aber auch mal eine anale erfahrung mit einem mann machen. Es war o.k., aber ich weiß, das ich doch den hetero-sex vorziehe. Es war eine einmalige sache und ist 3 jahre her. m/39

  15. #14 Gast
    31.05.2011 14:49
    Hallo Fragesteller,
    ich weiß nicht, ob du nach der relativ langen Zeit die Antworten noch liest, aber ich schreib mal. Ich bin w, 43 und hetero (mit gaaaanz viel Fantasie schaffe ich bei Kinsey ne 1 ). Durch absoluten Zufall bin ich auf dieser Seite gelandet. Ich bin froh, dass ich in einer festen Partnerschaft lebe (seit 17 Jahren) und mich nicht (hier) auf die Suche begeben muss. Was mir hier an (oft auch versteckten) homophoben Äußerungen aufgefallen ist (so ganz allgemein in den Fragen zu Sexualität), hätte ich mir nicht vorstellen können, wahrscheinlich auch, weil mein privates Umfeld von Toleranz und Akzeptanz geprägt ist (ob sich zwei Männer, ein Mann und eine Frau oder meine lesbischen Freundinnen küssen, ist mir herzlich egal, wenn es für beide stimmt!) und bei meinen Freunden (egal welcher sexuellen Orientierung) ist das ähnlich.
    Aber nun zu deiner Frage: vor ca. 1 ½ Jahren hat sich mein Mann seine Bisexualität eingestanden. Ich hatte (und habe) keinerlei Probleme damit! Und unsere Beziehung hat eine Zukunft (vielleicht mehr als vorher, weil mein Mann mehr mit sich im Reinen ist), egal ob und wie er seine Bisexualität auslebt. Bis zu diesem Zeitpunkt lebten wir in einer monogamen Zweierbeziehung (ohne Fremdgehen auf beiden Seiten …und ja, ich bin mir da sicher, auch was meinen Mann angeht), aber nicht unter dem Zwang zur sexuellen Treue, sondern weil wir beide es so wollten. Die Basis unsere Beziehung ist Ehrlichkeit, es ist mir sicherlich nicht egal, wenn er mit anderen Menschen Sex hat und / oder eine (Liebes)beziehung, aber ich kann damit umgehen. Aber: ich will es wissen (nicht unbedingt in Einzelheiten)! Ich weiß, dass das unser Beziehungsmodell ist und nicht unbedingt auf andere übertragbar, Menschen entwickeln sich weiter und dass ich auch eine Liebesbeziehung zu einem anderen zulassen kann, hat sich bei mir auch erst in den letzten Jahren entwickelt.
    Beziehungen sind so individuell wie Menschen –und nicht starr.

  16. #15 Gast
    03.06.2011 15:15
    an die Frau, die den vorherigen Bericht geschrieben hat:

    hier ist der FS. Vielen Dank und sehr toller Artikel. Gibt mir vllt. den Mut, auch mit meiner Frau zu sprechen. Ich weiß, das ich auch Homo-Sex brauche. Ich kann darauf nicht verzichten und habe mit verschiedenen Männern gelegentlich (geschützten) Sex. Daheim bin ich der Ehemann und Familienvater. Wenn meine Frau so reagieren würde wie Du, wäre das toll. Dann könnte ich mir einen fesen Partner für gelegentlichen Sex suchen. Aber ich habe Angst, das meine Frau meine Bisexualität nicht verkraften würde ich ich bald ohne Familie dastehen würde...

  17. #16 Gast
    06.06.2011 10:19
    Hallo Fragesteller,
    hier ist noch mal die Frau von 14. Ich kann verstehen, dass du Angst hast. Ob eure Beziehung das Outing verkraftet, kann keiner wissen. Es gibt sicherlich keine Garantie, dass deine Frau verständnisvoll reagiert, auf jeden Fall wird es eine Belastungsprobe für eure Beziehung. Dir wird es mit einem Outing sicher besser gehen (emotional), aber für sie wird von einem Moment auf den anderen ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt sein. Wie sie es verkraftet, wird aus meiner Sicht auch davon abhängen, wie viel Verständnis und Liebe du ihr dann entgegenbringen wirst. Und sie wird jemanden zum Reden brauchen, der sie versteht. Damit sind „normale“ Freundschaften meist überfordert (meine Erfahrung). Ich habe das Glück, das eine meiner besten Freundinnen lesbisch ist und mir in der Situation sehr verständnisvoll zuhören konnte (ohne die sonst übliche Bewertung „ach, du Arme“ oder auch „toll, das du das so gelassen hinnimmst“, das half mir nicht wirklich), auch die Gespräche über ihr eigenes coming out haben mir sehr geholfen.
    Das klingt jetzt sehr nach erhobenem Zeigefinger, aber so ein entscheidendes Thema in einer Beziehung zu verheimlichen, bringt aus meiner Sicht auf Dauer nichts. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es irgendwann heraus kommen wird und besser wird es mit einem unfreiwilligen Outing nicht. Wenn mein Mann nicht offen mit mir geredet hätte, wäre die Situation für mich auch deutlich schwieriger geworden. Das Wissen, von ihm hintergangen worden zu sein, hätte die Belastung unsere Beziehung noch mal potenziert.
    Such dir (euch) Hilfe bei Menschen, die das selbst durch haben oder such dir einen Profi, der Erfahrung mit diesem Thema hat. Ein persönlicher Kontakt wird dir und ihr sicher mehr helfen als die Anonymität hier.
    Ich hoffe, dass trotz der strengen Moderation hier dieser Hinweis gestattet ist: Google mal nach BiNe und z-bi, die Seiten haben mir sehr geholfen, da findest du (und sie auch, wenn du dich outest) eher Hilfe.
    Ich wünsche dir ganz viel Mut!

  18. #17 Gast
    11.06.2011 00:31
    liebe Frederika,bin m/50 und habe bereits gelesen das ich definitiv nicht deine Zielgruppe bin,das ist auch okey und nicht das Thema,ich lese deine Beiträge immer mit großem Interesse und stimme denen oft zu,doch hier liegst du etwas falsch,denn 5-10 % der Bevölkerung mag bisexuell sein,aber bisexuell veranlagt sind bei weitem mehr als 5-10 %,der feine Unterschied liegt hier zwischen Ausübung und natur gegebener Veranlagung ohne das es zur Ausübung/Anwendung kommt.

    Liebe Grüße und Schöne Pfingsten :)

    übrigens,bin hetero,glücklich liiert und das mit einer tollen 8 Jahre jüngeren Frau,die mit 31 Witwe wurde und das mit 3 kleinen Kindern,nach dem Tod ihres Mannes war sie 5 Jahre ohne Partner und ist nun seit 6 Jahren mit mir zusammen,wir sind beide sehr glücklich miteinander und ineinander verliebt wie am ersten Tag,trotz 8 Jahre Altersunterschied und mein beruflicher Status spielte da keine Rolle und Selbstüberschätzung ist mir auch fremd.

  19. #18 Gast
    23.08.2011 11:46
    Das ist zweifellos grenzwertig. Man betrügt seinen heterosexuellen Partner. Ich hatte mal etwas Erfahrung mit einer Freundin von mir machen können. Aber damals waren wir beide solo. Es war sehr schön, aber nun, wo wir beide Männer haben, ist das auch kein Thema mehr. "Zum Glück" wohnt meine Freundin nun auch 200km weg. Wir sehen uns nur selten und ein Rückfall ist unwahrscheinlich.

  20. #19 Gast
    05.03.2012 21:56
    hallo:
    nun mal ein paar key-facts: 46 m seit 14 jahren glücklich mit einer meiner frau zusammen und 2 kinder.
    bisexuelle veranlagung schlummert in den allermeisten von uns nur es sich einzugestehen geschweige denn auszuleben ist eine sache die auch viel offenheit, mut, vertrauen und toleranz benötigt, nicht nur dem partner gegenüber sondern auch sich selbst gegenüber.
    meine frau brauchte bis zu ihrem 35 jahr um es offen zu kommunizieren und es auch mal auszuleben obwohl sie oft die phantasie und auch einige male das verlangen hatte.
    ich selbst hatte schon gleichgeschlechtliche erfahrungen. Wir haben eine sehr offene kommunikation miteinander und eine sehr hohe vertrauensbasis
    ich toleriere (zum teil genieße ich es auch) das meine partnerin es genießt ebenso umgekehrt.
    Wir haben für uns dadurch so eine Spielvariante entdeckt wo meine frau in die rolle eines mannes schlüpft (phallus zum umschnallen) und wir quasi es wie 2 männer machen bzw ich sie nur verwöhn und mit ihr spiele ohne mein geschlecht zum einsatz zu bringen.
    Dies ist nicht nur eine stets sehr anregende erfahrung für uns beide sondern auch ein weg der erfüllung der phnantasien bzw. verlangen.
    Vertrauen, ehrlichkeit offenen kommunikation und respekt sind absolut unumgänglich nur dann kann es auch funktionieren vor allem sollte man die grenzen einhalten - es muss beiden spass machen und beide müssen es wollen sonst kann es auf lange sicht weder halten noch funtionieren.

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