- Frage:
Gruscheln, anstupsen usw. - Nutzen Sie das Web 2.0 zum Online-Dating?Passend zum Artikel im Magazin https://www.elitepartner.de/km/magazin/kennenlernen/artikel/dating-online-in-zeiten-von-web-2-0.html interessiert uns, ob auch Sie im Web 2.0 online flirten? Oder nutzen Sie die neuen Möglichkeiten eher, um dem Partner hinterherzuschnüffeln?Antworten: -
Also ich sag mal so, wer sensible Daten von sich für jeden zugänglich macht und das am besten noch mit seinem vollen bürgerlichen Namen, der will gefunden werden und ist selbst Schuld, wenn es in die Hose geht.
Ich bin nur im StudiVZ registriert, weil ich studiere und zB Infos der Fachschaft über eine derartige Gruppe so am schnellsten zu mir gelangen, aber auch, weil ich so den Kontakt zu meinen Freunden (wohne jetzt 750km von meinem früh. Heimatort entfernt) halten kann, bzw. neue Freundschaften pflegen kann.
Zugänglich sind meine Daten nur für "Freunde" meiner Liste, aber auch mein Name ist nur ein Synonym.
Beim Flirten hat es sich bei mir jedoch nicht bewährt,
weil es einfach zu unpersönlich ist.
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Allein schon die Bezeichnung dieser Neologismen und Bussi-Blödelei-Wortschopfungen genügt, um mir mein Abendessen noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.
Eine fremde Person will ich nicht "gruscheln" und erst recht nicht "anstupsen".
Für Leute, die ich kenne, benötige ich dann auch kein Web2.0, hier gibt es bei weitem elegantere und effektivere Wege, um in Kontakt zu bleiben oder aber Kontakte herzustellen.
Und wozu sollte so ein Privatsphären-Striptease sonst noch dienen? Zum Flirten jedenfalls ganz sicher nicht. Irgendeine unbekannte Person dort auf gut Glück anzuschreiben ist verleichbar damit, jemandem im Bus oder U-Bahn einen Zettel mit der eignen Telefonnummer in die Tasche zu stecken, einen kleinen Text dazuzuschreiben und zu hoffen, dass sich sich derjenige meldet.
Kurzum, alle Web2.0 Angebote haben einen klaren Zweck: die Studi-Seiten dienen der Pflege sozialer Netzwerke im digitalen Zeitalter einer bestimmten Zielgruppe, Business-Portale der Knüpfung von Geschäftskontakten, Multimedia Profilseiten der Selbstbeweihräucherung und Profilierung, Blogs, Twitterkram & Co. der Selbstbehandlung vorherrschender Mitteilungsneurosen und Laberzwänge und schließlich die Partnerbörsen dem Flirten.
Aus meiner Sicht sind irgendwelche Web2.0-Flirts total bescheuert. Oder aber was für Menschen mit ernsthaften psychischen Schäden.
Ich flirte ausschließlich mit jenen, dir mir gefallen, mich interessieren oder auch faszinieren, das jedoch abseits des Web2.0 in einem privaten Bereich, sei dies nun elektronischer Natur oder ganz persönlich von Angesicht zu Angesicht.
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Wer ein Web 2.0 dafür braucht, um mit seinen _Freunden_ in Kontakt zu bleiben, der ist ein käsegesichtiger Nerd.
- Man muss sich im Portal einloggen,
- schreibt einen Brief im sehr begrenzten Editor des Portals, das keine Anhänge zulässt,
- das Portal schreibt dem Freund, dass ein Brief angekommen ist,
- der Freund muss sich im Portan anmelden
- dann kann er den Brief lesen
- und wenn er dann darauf antworten will, muss das ganze Gehampel noch mal rückwärts durchlaufen werden.
Wie gesagt, eine oberumständliche Spielwiese ohnegleichen für Nerds; die anderen telefonieren per Handy oder schreiben E-Mails.
Für Freunde brauche ich kein Web 2.0, die kennen mich sowieso, wissen meine Hobbys, kennen meine Lieblingszitate, und sie schreiben mich per E-Mail an.
Meine Web-2.0-Präsenz habe ich speziell und spezifisch für die Fremden, für diejenigen, die mich _nicht_ kennen. Ich habe das Profil daraufhin optimiert, dass es dasjenige enthält, was _Fremde_ über mich wissen können und sollen.
Niemand zwingt einen Menschen, in seiner Web-2.0-Präsenz deklassierende Fotos von sich zu veröffentlichen oder in Gruppen eigenartige Neigungen zu deklarieren.
Weil mein Profil betont "harmlos" ist, stehe ich mit vollem Vor- und Zunamen im Netz, mein Profil ist für jedermann und seine Tante freigeschaltet, und ich habe überhaupt kein Problem damit, dass es ggf. auch von Arbeitgebern o.Ä. gefunden und gelesen wird.
Zum Flirten ist die Präsenz genauso wenig da wie für Freunde; für die Partnersuche sind spezialisierte Portale besser geeignet, die ausschließlich Partnersuchende zusammenfassen.
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