1. Frage:
    Gefragt am: 15.03.2011, 23:54 von Gast
    Die Mutter eines Mannes - wie verhält frau sich taktvoll im Krankheitsfall?
    Die Mutter des Mannes, an dem ich Interesse habe, liegt wohl im Sterben. (Hintergrund: Wir kennen uns schon länger, ich wünsche mir mehr von ihm; neulich hier gepostet). Ich habe dies frisch über eine dritte Person erfahren und frage mich, wie ich ihm nun begegnen sollte. Solange er nichts erwähnt, erwähne ich es natürlich auch nicht; wenn er es aber erzählt? Oder wenn sie stirbt und es an mir ist zu kondolieren? Zum Ersten habe auch einen Elternteil verloren und kenne den Schmerz sehr wohl (aber aus weiblicher Perspektive). Zum Zweiten bin ich nicht naiv und auch nicht selbstlos genug auszublenden, dass Umbruchszeiten auch emotionale Ausnahmezustände sind. Zum Dritten der alte weibliche Wunsch zu helfen... Ich tippe: Als "nur Bekannte" auf jeden Fall erstmal in Ruhe lassen und wenn er etwas erwähnt, anbieten, ob und welche Ablenkung gewünscht ist. Was meint ihr? Was raten die männlichen Foristen?
    Antworten:
  2. #1 Gast
    16.03.2011 08:17
    Wenn ich deine Frage so lese, habe ich den Eindruck, dass du Angst vor der Situation hast und dir insgeheim wünscht, dass er nichts sagt.

    Bei mir ist es so, dass wenn mir jemand am Herzen liegt, ich gern wissen möchte wie es ihm geht. Wenn er auf dich den Eindruck macht, als würde ihn etwas belasten oder nachdenklich stimmen, was spricht dann dagegen, ihn zu fragen, was ihn so nachdenklich stimmt?!

    Je nach Umstand, würde ich ihm auch sagen, dass ich gehört habe, dass seine Mutter krank sein soll. Die Frage wie es ihr geht ist sicher nicht verwerflich und wenn es so schlimm ist wie du schreibst, kannst du nicht mehr tun, als ihm sagen, dass du für ihn da bist, wenn er Hilfe oder jemanden zum Reden braucht. Und wenn er darüber (erstmal) nicht reden will, wird er es dir sicher sagen.

    Nicht so viele Kontaktängste, wäre er deine Freundin, würdest du doch auch fragen was los ist. w

  3. #2
    16.03.2011 08:33
    schliesse mich als Mann der#1 an

    Natürlich kannst Du Ihn darauf ansprechen und ihm anbieten einfach da zu sein wenn er mal Ablenkung braucht (kino, was trinken gehn etc.) oder nur jemand zum quatschen. Nur halt nicht gleich anbaggern, dafür dürfte er grad keinen Nerv haben.

    Manchmal hilft es schon wenn die Freunde einfach nur da sind.

  4. #3 Gast
    16.03.2011 09:09
    Warum muss man jemanden ablenken, der Sorgen hat oder trauert?

    Viel wertvoller (und schwieriger!) ist es, einfach da zu sein, die Trauer, den Schmerz auszuhalten - das ist es, was ich mir in solchen Fällen von Freunden erhoffe und was ich selbst versuche zu tun.

    Liebe Fragestellerin, verhalte dich wie eine Freundin, nicht wie eine verliebte Frau - zum Anbaggern ist es, da hat Kalle ganz recht, sicher der falsche Zeitpunkt. Natürlich kannst du ihn auf die Situation ansprechen ("Ich habe gehört, deine Mutter ist krank"), das ist ganz natürlich.

  5. #4 Gast
    16.03.2011 10:55
    Offiziell weisst Du es nicht, also ich würde nichts sagen...

    w

  6. 16.03.2011 11:29
    Hallo FS,

    an Deiner Stelle würde ich mich aus dieser doch sehr privaten und nahegehenden Geschichte komplett heraushalten, zumal Du nur eine Bekannte bist und offiziell nichts davon weißt, was dem Mann derzeit und noch ein paar Monate beschäftigt.

    Sollte er von sich aus das Bedürfnis haben, Dich in sein Vertrauen zu ziehen, ist es ok.

  7. #6 Gast
    16.03.2011 11:36
    Also Ablenkung anbieten wie: kino, was trinken gehn etc. oder nur quatschen, finde ich nicht gut, würde ich nicht begrüßen! Wer Sorge hat und trauert, so meine ich, möchte keine Ablenkung! Es ist viel besser und viel wertvoller, die Trauer, den Schmerz mitzutragen und abzunehmen! Ich habe gehört, deine Mutter ist krank, kann auch sehr unpassend und unsensibel sein! Trauer und Schmerz bei einem Menschen spürt man. m/45

  8. #7 Gast
    16.03.2011 14:35
    Du bist nicht in die Sache eingebunden. Was hast Du vor?
    Hätte er DIch eingeweiht, na ja dann ist alles klar. Hat er aber nicht.
    Misch DIch nicht ein-so vergraulst Du ihn doch. Frau und Mann verarbeiten angespannte Situationen inkl. Trauer unterschiedlich.
    w/57

  9. #8 Gast
    16.03.2011 14:55
    Ich würde ebenfalls sagen, dass du es offiziell nicht weisst und Dich das auch nichts angeht - wie willst Du den mitfühlen? Als Aussenstehender kann man beim sog. "Mitgefühl" auch Vieles falsch machen. Warte lieber ab, ob er ggf. Dir davon erzählt.

    w/39

  10. 16.03.2011 15:37
    Liebe FS,
    solange er dich nicht über die/seine Situation in Kenntnis setzt bzw. dich in irgendeiner Form involviert, lass ihn ... einfach in Ruhe ... (und) sein Ding machen.

    Selbst ich als Frau entscheide je nach Lage der Gegebenheiten, ob und wieviel ich jemanden über meine persönlichen Angelegenheiten und zu durchlebenden Situationen wissen lassen möchte oder nicht und diesen - eventuell - einbinden möchte oder nicht.
    Wenn er will, wird er entscheiden, wann und wieviel und ob überhaupt.
    Alles Weitere ergibt sich. Oder halt nicht.

    Meine Meinung insgesamt:
    Frau (natürlich auch Mann) sollte in der Lage sein, die eigenen Bedürfnisse und Emotionen bzw. emotionsgetriebenen Verhalten- und Handlungsweisen hinten anzustellen, wenn es die Situation erfordert und nicht die eigenen Belange bzw. die eigene Bedürfnislagae über das Schicksal bzw. die Bedürfnislage des anderen stellen.
    Zuneigung und Interesse an der anderen Person drückt sich für mich darin aus, das zu tun, was der andere mir signalisiert bzw. mich wissen lässt und von mir wünscht.

    Er hat (bisher) dergleichen nicht getan.

    Also, Füße stillhalten und einen "kühlen Kopf" bewahren. Es wird doch wohl noch anderes geben, womit du dich beschäftigen kannst, während er seine Situation meistert.

    Es ist halt im Leben oft so, das nicht alles wie gewünscht geschieht. Dann sollte man sich auch mal in Geduld üben können.
    Einfach abwarten. Kommt Zeit, kommt Rat.

  11. #10 Gast
    16.03.2011 16:19
    Ich kenne deinen anderen Beitrag nicht. Was genau bist du für den Mann? Gute Bekannte? Nachbarin? Wie oft seht ihr euch? Worüber unterhaltet ihr euch normalerweise?

    Jeder Mensch geht mit Trauer und Leid anders um. Einige behalten es für sich und wünschen auch keinen Trost, andere erzählen darüber, weil es Erleichterung verschafft.

    Der Mann hat dir nichts erzählt. Wenn du eine gute Bekannte bist, ihr euch also auch über Privates unterhaltet, das über Kochrezepte hinausgeht, kannst du ihn ruhig ansprechen. Wenn es ihm peinlich ist oder er mit dir darüber nicht reden möchte, bekommst du es mit. Ablenkung würde ich nicht anbieten. Man kann von der sterbenden Mutter nicht abgelenkt werden, und es ist auch nicht sinnvoll, sich ablenken zu lassen. (Meine Eltern sind tot, ich schreibe also aus eigener Erfahrung. Bei meiner Mutter habe ich die Sterbebegleitung übernommen.) Diese Zeit ist für den Mann eine wichtige Zeit, sich von seiner Mutter zu verabschieden.

    Sag ihm mit schlichten, einfachen Worten, dass du von der Erkrankung seiner Mutter gehört hast, und dann überlasse ihm, was er daraus macht. Biete ihm auch nicht einfach so Hilfe an, wenn euer bisheriges Verhältnis eher oberflächlich war. Hierfür hat er seine Freunde und seine Familie, und du bist weder das Eine noch das Andere.

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