1. Frage:
    Gefragt am: 25.01.2011, 22:05 von Gast
    Der ideale Partner für Frauen - Ernährer oder Unterstützer bei der Alltagsbewältigung?
    Wir hatten hier gerade zwei Threads, in denen geschiedene Frauen darüber nachgedacht haben, wie gerne sie wieder einen Partner ALS VERSORGER an ihrer Seite hätten. Andererseits hatten wir schon viele Dutzend postings von Frauen, die als Scheidungsgrund angaben, die Erwerbsarbeit hätte ihren Mann zu stark beschäftigt. Nun frage ich mich, wie stellen sich Frauen einen idealen Partner vor? Soll er eine Ernährerrolle ausfüllen, oder soll er sich gleichberechtigt bei Haushaltsführung und Kinderbetreuung einbringen. Um das Problem an einem Beispiel festzumachen: Soll es der Mann im Beruf Gas geben, um während der Babyphase den gewohnten Lebensstandard zu halten (ohne Einkommen der Frau)? Am Feierabend ist er dann aber erschöpft. Oder soll der Mann die Erwerbstätigkeit locker angehen lassen? Dann kann er die Frau bei der Babypflege voll unterstützen. Der gewohnte Lebensstandard bricht aber zusammen. Beide Rollen gleichzeitig wird ein Mann schwerlich ausfüllen können.
    Antworten:
  2. 25.01.2011 22:22
    Lieber Fragesteller, Deine Frage lässt sich ganz leicht beantworten, auch von Dir selbst, wenn Du mal etwas mehr drüber nachdenken würdest. Dann würdest Du nämlich unschwer erkennen, dass es VERSCHIEDENE Frauentypen gibt, die logischerweise auch verschiedene Idealvorstellungen haben.

    Der scheinbare Widerspruch zwischen den zwei von Dir genannten Wunschvorstellungen ist nämlich gar keiner, denn es gibt eben Frauen, die vorallem versorgt werden wollen, und es gibt Frauen, die vorallem auf Augenhöhe wertlegen -- und natürlich gibt es noch viel mehr und andere Wunschmodelle.

    Was eine Partnerschaft angeht, so muss letztlich jedes Paar für sich einen eigenen Weg und einen eigenen Kompromiss finden und die eigenen Wünsche und Lebensmodelle umsetzen.

    Was die Partnersuche angeht, so sollten beide Seiten früh darauf achten, dass sie in dieser Hinsicht zueinander passen und miteinander vereinbare Lebenziele erreichen und Lebensmodelle leben wollen. Dazu sei vorallem Aufrichtigkeit und Authentizität in der Kennenlernphase dringend angeraten.

  3. #2 Gast
    25.01.2011 22:22
    Lieber FS, Du bist sicher ein Mann, oder?

    Ich bin eine Frau. Zwei Kinder. Getrennt. Ich wollte noch nie einen Versorger an meiner Seite haben, sondern einen Mann, mit dem ich gemeinsam leben kann.

    Ein Kind ist ein Einschnitt. Wenn es da ein Entweder-Oder gibt, fühlt sich leicht irgendwann eine/r der beiden als Opfer. Das muss gar nicht unbedingt sein. Frauen und Männer sollten ihre Berufstätigkeit und ihre Lebensweise (vorübergehend?!) verändern. Dann schafft man es auch, Kinder ein Stück weit gemeinsam zu betreuen und zu erziehen. Das erfordert aber ein anderes Denken bei Frauen und Männern. Ziemlich viel Selbstbewusstsein und auch viel Kraft. Aber ich finde, es lohnt sich.

    Also, denk nicht in diesen Alternativen. Sondern such(t) nach einem neuen Weg!

    w

  4. #3 Gast
    25.01.2011 22:29
    Mir ist wichtiger, dass er möglichst viel Zeit mit mir und dem Baby, sollte ich je eines haben, verbringt :)
    Der Lebensstandard muss nicht so hoch sein.

  5. #4 Gast
    25.01.2011 22:31
    Oh ja, das ist eine gute Frage!

    Ich bin sehr gespannt auf die Antworten nachdem es hier ja auch etliche Frauen gibt für die Männer, die Unterhalt für ihre Exfrauen zahlen oder mit einer Krankheit behaftet sind gar nicht erst als Partner in Frage kommen.

    w49

  6. 25.01.2011 22:33
    Lieber FS,
    ist doch ganz einfach ... Frau SOLLTE lernen, dass FRAU nicht ALLES haben kann!
    Frau muss sich entscheiden.
    Wissen, was sie will und was sie nicht will.

  7. #6 Gast
    25.01.2011 22:34
    Das einzige Modell, unter dem ich mir in den kurzen Zeiten, in denen ich überhaupt Kinderwusch hatte, die Realisierung vorstellen konnte, sah so aus:

    Zwei Akademiker, beide arbeiten halbtags bis 70% und teilen sich gleichberechtigt Haushalt und Kindererziehung. Aus 2 akademikergehältern wäre das finanziell problemlos möglich gewesen.

    Ich bin kinderlos geblieben, weil sich kein Mann ein solches Modell vorstellen konnte. Für Männer meiner Generation war leider immer selbstverständlich, dass Haushalt/ Kinder Frauensache sind. Schade eigentlich...

    w, 49

  8. #7 Gast
    25.01.2011 22:42
    FS @ #1

    Dass es in dieser Hinsicht verschiedene Frauentypen gibt, leuchtet mir schon ein. Das ist aber nur ein Teil des Problems. Es gibt auch Frauen, die sich mal am einen, mal am anderen Modell orientieren.

    Ich denke über das Thema auch deswegen nach, weil ich aus meinem Umfeld zwei Fälle kenne, wo sich Frauen einen Großverdiener geangelt haben. Die Frauen selbst hatten beide "nur" Realschule + Lehre. Die Männer müssen für das viele Geld natürlich auch Leistung im Beruf bringen. Entsprechend haben sie wenig Zeit/Energie für anderes. Das war natürlich vor der Ehe auch schon so, und alle haben das Problem gekannt.

    Eben diese Frauen haben nach dem ersten bzw. zweiten Kind ihre Männer wieder in die Wüste geschickt - mit allen Konsequenzen für die Kinder und die Finanzen. Die Begründung war in beiden Fälle, dass der Mann sie nicht bei Babystress, Kindererziehung, Haushalt etc. unterstützen würde.

    Das wundert einen als Außenstehenden natürlich. Die Männer hatten seit je her wenig Zeit und jeder wusste vorher schon, dass das nicht der Männertyp ist, der daheim die Spülmaschine einräumt.

    Warum haben die Frauen während der Ehe ihre Vorstellung von einem Partner ausgetauscht?

  9. #8 Gast
    25.01.2011 22:43
    Ein Mann der gut verdient und im Beruf "Gas gibt" muß keine Babysitterdienste verrichten und kann sich abends ausruhen, da dann genug Geld für Putzfrau, Tagesmutter, Au Pair u.ä. vorhanden ist.

    Es gibt keine Frau die einen Mann, der gut verdient und beruflich erfolgreich ist, nicht will. Selbst wenn sie auf "Augenhöhe" und eigene Berufsverwirklichung wert legt, kann sie das unter den Umständen auch leicht, denn sie wird niemals das Problem haben, wo sie ihr Kind läßt oder den Haushalt gebacken bekommt.

    Geld löst Haushalts- und Betreuungsprobleme und ein beruflich erfolgreicher Mann ist für mich eh wesentlich sexier als der neue Mann mit Brei am Hemd und Besen in der Hand.

  10. #9 Gast
    25.01.2011 22:44
    Lieber FS,
    mit dem richtigen Partner kann man beides.
    Ein befreundetes junges Paar schränkt sich seit 5 Jahren beim Weggehen am Wochenende ein und legt Geld zur Seite. Ein Bier oder ein Getränk am Abend reichen, ein Nachtisch muss nicht unbedingt sein und beim Kino brauchen sie kein Popcorn und Getränk.

    Ich dachte, dass sie ein Eigenheim planen. Sie planen ein Baby. Dieses Geld ist für ein entspanntes erstes Babyjahr, vielleicht auch zwei Jahre.
    Sie möchte in Erziehungszeit gehen und er möchte nur 70 % arbeiten und so oft wie möglich zuhause sein.
    Fand ich sehr beeindruckend.
    So sollte man Familienplanung betreiben, wenn man es ernst meint.
    Beide wollen keine alten Eltern werden und möchten mit etwa 28 Jahren das erste Kind haben. Also leben sie auf dieses Ziel hin.

    Bei den finanziell anspruchsvollen Leuten hier werden die beiden vermutlich nur mitleidig belächelt, aber ich finde sie menschlich und beruflich einfach super. Sie sind Hotelfachleute und jedes Sterne-Hotel würde sich glücklich schätzen, solche Menschen anstellen zu dürfen.

    Lieber FS,
    Du siehst also, dass ein Mann sehr wohl beides kann. Keine Familie braucht zwei Autos und ein riesiges Haus, solange die Eheleute liebevoll zusammenhalten.
    Such Dir einfach eine Frau, die im Leben auch zupacken kann und nicht nur Dein Geld an Dir liebt..

  11. #10 Gast
    25.01.2011 22:48
    FS @ # 2

    Geht es in Deiner Branche, dass man "Berufstätigkeit ... (vorübergehend?!) verändert"? In meiner Branche geht das ganz klar nicht. Entweder man arbeitet mit voller Power, dann verdient man auch ordentlich Geld. Oder man arbeitet nicht mit voller Power, dann hat das Geldverdienen aber sehr schnell seine Grenzen. Außerdem wird man den Arbeitsplatz auch nicht dauerhaft behalten.

    Es gibt da - zumindest in meiner Branche - ein ganz klares entweder / oder. Nicht etwa wegen dem bösen Willen der Männer, sondern weil der Arbeitsmarkt so ist.

  12. #11 Gast
    25.01.2011 22:56
    Deine Optionen haben beide einen materialistischen Beigeschmack - so als ob der Mann lediglich seine Funktion als Ernährer oder Unterstützer bei der Babyversorgung auszufüllen hätte. Es geht doch darum, das Zusammenleben zu gestalten, um Familie und im Idealfall um Liebe. Dazu hat eben jeder seinen Teil beizutragen - sei es in Form finanzieller Mittel oder eben in Form von Erziehungsarbeit. Mir wäre ein Mann, der am Familienleben teilnimmt, um Längen lieber als ein reiner Versorger, mit dem ich nach 10 Jahren "Versorgung" wegen eines Burnouts beim Psychologen vorsprechen dürfte.

    w, 40

  13. #12 Gast
    26.01.2011 09:42
    Das von der Diskussionsteilnehmerin unter #6 apostrophierte Modell der Gleichberechtigung war auch für mich (m, Mitte 50) immer das ausschließlich denkbare und akzeptable. Es zu leben, bringt hierzulande unverändert Einschränkungen bezüglich beruflicher Möglichkeiten und Karrieren mit sich.

    Nicht nur Männer sondern ebenso Frauen, die dieses Konzept teilen/geteilt haben, sind/waren leider Minderheit und Ausnahme - nicht beschränkt auf meine Generation. Dass das logischerweise eine spätere partnerschaftliche Neuorientierung (aus welchen Gründen auch immer, das Spektrum reicht schließlich von Trennung bis zu Witwen/erschaft) nicht gerade einfacher macht, ist naheliegend. Lebenskonzepte sind naturgemäß nachhaltig.

  14. #13 Gast
    26.01.2011 09:57
    @11

    So unterschiedlich kann das sein.
    Meiner Ex wäre der Versorger lieber gewesen (ich nahm Erziehungsurlaub für das "Nesthäkchen") und somit durfte ich nach (insgesamt) 12 Jahren Familienleben wegen einer Trennung beim Anwalt vorsprechen.

    m44

  15. #14
    26.01.2011 10:17
    Lieber FS,
    das grundsätzliche Problem offenbart sich in deiner Fragestellung.
    Wenn man sie tatsächlich liest, erkennt man unschwer, daß du Familienleben und Kinder als "Frauending" betrachtest.
    Vielleicht sollte man sich mal das neue Ehegattengesetz zu Gemüte führen. Darin steht unmißverständlich, daß die Ehegatten gleichermaßen für die Betreuung der Kinder verantwortlich sind (nix von wegen "ich bin so freundlich und unterstütze die Mutter"). Wenn Väter sich zu 50% an der Kinderbetreuung und am Haushalt beteiligen (würden!!!), hat jede Frau und Mutter Zeit und Energie, sich um ihren eigenen Berufsweg zu kümmern.
    "Unterstützung" ist nicht das richtige, Beteiligung und echte Mitverantwortung ist notwendig.

  16. #15 Gast
    26.01.2011 10:20
    Lieber FS, ich kann mir jemand als "Versorger" vorstellen (bedeutet: ich werde zur 100% Hausfrau oder mache einen "Mini-Job"), wenn die finanzielle Situation es zulässt und wenn ich diesem Mann absolut vertrauen kann. Ich kann es mir , wie gesagt, durchaus vorstellen. das ist das alte & bewährte Modell und das tut Kindern eindeutig sehr gut. Natürlich versteht man dann, dass BEIDE einander unterstützen. Das Leben (Beziehung) besteht nicht nur aus finanziellen Dingen.

  17. #16 Gast
    26.01.2011 11:09
    @12, ich bin #6 mit dem "gleichberechtigten Modell".

    Ich gebe Dir recht, karrieremäßig ist eine Teilzeitbeschäftigung nicht förderlich. Allerdings kann man ja mit dem Größerwerden der Kinder die Arbeitszeit wieder aufstocken... o.k., ist branchenabhängig, in meinem Beruf als Ärztin würde das wegen Ärztemangel jetzt gut gehen.

    In der Familienphase damals herrschte allerdings Ärzteschwemme. Für ein Kind daheim zu bleiben hätte für mich bedeutet, dass ich aus dem Beruf draussen bin mit einem Wiedereinstieg allenfalls noch eine langweilige Amtsarztstelle bekommen hätte -wenn überhaupt. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich keine Kinder habe.

    In meinem Bekanntenkreis ist ein Arztehepaar, die teilen sich eine ganze Stelle in der Form, dass sie im Wechsel 1 Jahr daheim bleiben bzw. Vollzeit arbeiten. Sie erzählen, dass sich der jeweils Daheimgebliebene nach einiger Zeit dann wieder sehr aufs Arbeiten freut, der Arbeitende aufs daheimbleiben. Klingt auch gut, dieses Modell, finde ich.

    Das ist auch heute noch die Crux in vielen akademischen Berufen, wenn man nicht gerade im Lehramt oder verbeamtet ist. Für die Frau heisst die Entscheidung oft nicht "will ich für ein Kind eine befristete Zeit daheim bleiben", sondern "will ich Familie UND dafür meinen erlernten Beruf zeitlebens aufgeben müssen?".

    Interessant hier im Thread finde ich daher, dass bei den Überlegungen zum Modell von fast allen Schreibern selbstverständlich vorausgesetzt wird, dass die Frau die beruflichen Einbussen hinzunehmen hat, wenn ein Paar Kinder hat. Ich denke, da ist ein gründliches Umdenken auch der Männer nötig... die 2 Monate Elternzeit, die immerhin ein paar Männer nehmen, führt nicht zu einer grundlegenden Änderung der herrschenden Gesellschaftsstrukturen.
    Meine Hoffnung ist, dass die neue Scheidungsgesetzgebung etwas verändert. Der Deal "Kind gegen Beruf" ist nicht mehr lebensabsichernd und lukrativ, sondern nun ziehen Hausmütter im Scheidungsfall wirklich die totale A...karte. Ich erwarte zunächst einen "Gebärstreik" als Reaktion, dann aber ein energischeres "Verhandeln und Fordern" der Frauen mit Kinderwunsch. Daraus erhoffe ich dann einen Wandel der Lebensmodelle hin zu selbstverständlicherer Berufstätigkeit von Müttern und Familienarbeit von Vätern. Die "neuen neokonservativen Frauen" -allen voran auch der Familienministerin Schröder- die mit Gewalt das tradierte Versorgermodell leben wollen, hindern diesen Prozess aber sehr.

    w, 49

  18. 26.01.2011 11:21
    @#7: Tja, das sind natürlich Fälle, die dumm gelaufen sind, und Du hast wahrscheinlich recht: gar nicht so selten. Ich führe das auf Einfältigkeit, Naivität, je geradezu Dummheit zurück. Das ist die Gier, alles zu wollen, das Unvermögen, solche Männer richtig einzuschätzen und die allgemeine gesellschaftliche Tendenz, Dinge von Männern zu fordern, die sie schon faktisch gar nicht alle zusammen bieten können, geschweige denn, dass solche Facetten in einem Typ leicht zu vereinigen sind.

  19. #18 Gast
    26.01.2011 12:19
    Wo lebt ihr denn alle? Ich kenne es aus meinem Umfeld in Berlin ganz selten, dass Frau zu Hause bleibt und Mann das Geld verdient. Das gibt der Arbeitsmarkt hier gar nicht her, auch wenn er sich langsam zu erholen scheint.

    Wenn Frau dann allerdings zu Hause bleibt, sind es meistens relativ unqualifizierte oder Haschel´s, wo der Mann, um sich stark fühlen zu können, den Ernährer der Familie spielt. Bei mir im Haus habe ich so einen Fall von junger, stark übergewichtigen Frau (war sie schon lange vor der Schwangerschaft), wo sie eigentlich wieder arbeiten gehen müsste/könnte, das das Kind jetzt über 1 Jahr alt ist. Sie bleibt weiterhin zu Hause, abends um 20.30 Uhr werden 3 Pizzen geliefert...., während Mann, wie ich jeden Morgen, um 7.30 Uhr das Haus verlässt. Bin gespannt, wie das bei dieser Familie weitergeht.

    Ich denke, wo ein Wille ist, ist auch oft ein Weg. Mir ist Zeit für Familie und Partnerschaft wichtiger, als ein Zweitwagen, 3 Urlaube oder ein neuer Flachbildschirm, weil der Andere ja schon wieder 1 1/2 Jahre alt ist. Leider definieren sich in Deutschland zu viele Menschen über Konsum, obwohl sie es sich mit links leisten könnten, dass Beide 70% arbeiten, um gerade in den ersten Jahren gemeinsam für das Kind, die Kinder, da zu sein. Manche Scheidung könnte dadurch sicherlich erspart bleiben.

    w 47

  20. #19 Gast
    26.01.2011 15:49
    Hier noch mal der FS:

    Vielen Dank für Eure Antworten. Ich habe jetzt auch ein etwas besseres Bild von der Frauen-Mentalität. Was mir Rätsel aufgibt, sind aber immer noch zwei Dinge:

    a) Oft wird vorgeschlagen, der Mann solle beide Rollen zugleich wahrnehmen. Er solle die Familie mit Geld versorgen und GLEICHZEITIG für Haushalt und Kinderbetreuung da sein. Erscheint Euch das machbar? Ich hätte da große Zweifel. Auch für einen leistungsfähigen Mann mit Familiensinn hat der Tag nur 24 Stunden.

    Werden hier nicht Forderungen an die Männer gestellt, die objektiv einfach unerfüllbar sind?

    b) Eine faire Teilung von Erwerbs- und Familienarbeit zwischen beiden Partnern sieht auf alle Fälle sinnvoll aus. Meistens interessieren sich Frauen aber vorwiegend für Männer, die es beruflich weiter gebracht haben, als sie selbst.

    Praktische Folge davon: Wenn der - in der Karriere weiter fortgeschrittene - Mann seine Berufstätigkeit um 50 % reduziert, kann die Frau dies nicht auffangen, indem sie ihrerseits zu 50 % arbeitet. Dann ist erst recht kein Geld in der Haushaltskasse.

    Stehen sich Frauen hier mit ihrem Bestreben, nach oben zu daten / zu heiraten selbst im Weg?

  21. #20 Gast
    26.01.2011 17:36
    Nochmal die #12:
    Das „alte & bewährte Modell“ (#15) ist definitiv nicht das einzige das Kindern gut tut. Meine ganz persönlichen Beobachtungen im Freundeskreis lassen mich sogar eher annehmen, dass Kinder, wenn sie mit beiden (teilzeitigen) Eltern aufwachsen, selbständiger und selbstsicherer agieren. Auch und gerade jetzt mit zwischenzeitlich Anfang/Mitte 20. Das Problem scheint mir allerdings für die Eltern zu sein, dass es eben keine “bewährten“ Vorbilder zur Orientierung dafür gibt und dass man sich häufig rechtfertigen muss, im Arbeitszusammenhang ohnehin, aber oft auch im Verwandtenkreis. Freunde kann man sich glücklicherweise selbst aussuchen.

    (#6 und #17) Sehe ich ganz genauso. Natürlich gibt es zwischenzeitlich Arbeitgeber, die zumindest bis zu einer bestimmten Position in der Hierarchie weitgehende Teilzeitoptionen einräumen, für Männer und Frauen. Klar ist aber immer, dass das eine Karrierebremse ist, soweit man Karriere anstrebt. Und dies in der Bundesrepublik erheblich stärker als in anderen europäischen Ländern. Die Frau an Herd und Wiege als einzige dem Kindeswohl zuträgliche Option ist politisch und gesellschaftlich gewollt und eine Bastion, die mit Zähnen und Klauen verteidigt wird. Der gerade veröffentlichte und von dem Mädel, das bei uns derzeit die Familienministerin gibt, schamhaft verschwiegene Bericht zur Chancengleichheit von Frauen spricht Bände.

    Sicher sind etwa Lehrer privilegiert in diesem Zusammenhang, manchmal kann auch Freiberuflichkeit helfen, z.B. auch bei Ärzten, die sich auf gemeinschaftliche Praxen einlassen. Aber alle Lösungen sind individueller Natur und politisch nicht gewollt und schon gar nicht unterstützt. Auch die Angebote für Karriereaspiranten/innen im Hinblick auf umfassende und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung sind ja katastrophal – und ihre Nutzung wird auch noch gesellschaftlich diskriminiert, im Gegensatz zu Frankreich etwa. Im katholischen (!) Spanien trat übrigens die letzte Verteidigungs(!)ministerin ihr Amt bereits schwanger an. In der Bundesrepuplik wäre diese Kombination wohl gleichbedeutend mit dem drohenden Untergang der glorreichen Armee gewesen (aber das klappt ja auch so gut).

    (#19b) Ich frage mich immer wieder, was für eine gutausgebildete Frau daran erstrebenswert sein soll, täglich die lieben Kleinen im SUV von der Schule, zum Musikunterricht, zum Ballettunterricht, zum Tennisplatz zu fahren. Und wieso sie sich dann darüber wundert, wenn der gutverdienende und erfolgreiche Gatte irgendwann für die junge Assistentin nicht nur den väterlichen Mentor sondern auch den Liebhaber spielt. Und Frau mit Anfang 50 aus ihrer bisher gelebten Familenrolle katapultiert wird. Und für einen Mann, der eine gleichaltrige (!) Partnerin auf Augenhöhe (!) sucht, sind solche Frauen nun mal in keiner Form attraktiv. Es ist eben eine Falle, aber eine selbstgewählte.

  22. #21 Gast
    26.01.2011 17:46
    Zu 19 a) Da muss ich jetzt ein bißchen schmunzeln: jede berufstätige Mutter versorgt die Familie mit Geld und ist gleichzeitig für Haushalt und Kinderbetreuung da. Jede/r berufstätige Alleinerziehende ebenfalls - mit dem Unterschied, dass diese/r eben keine andere Person zur selbstverständlichen Unterstützung im Alltag zur Verfügung haben. Objektiv unerfüllbar würde ich diese Forderung jetzt nicht nennen.
    Aber ich denke, Du sprichst hier wieder von Gehaltsklassen oder Branchen, in denen zeitliche Einschnitte nicht so ohne weiteres möglich sind.

    Zu b) Es kommt darauf an, was man unter "kein Geld in der Haushaltskasse" versteht. Zwei halbe Gehälter, die zusammen 3000 € ergeben, sind so schlecht auch nicht, ist meine Meinung. Und ich übe meinen Beruf nicht nur zum Geldverdienen aus, sondern weil er mir unglaublich Spaß macht und ich mich jeden Morgen freue, auf die Arbeit zu gehen. Das ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen (aber das sag ich meinem Arbeitgeber nicht, sonst meint er noch, ich muss fürs Arbeiten bezahlen...).

  23. #22
    26.01.2011 21:12
    zu 19a)

    Ja, es ist schwer, die alleinige Verantwortung für die Finanzen, die Kinder, den Haushalt, die Freunschaftspflege und dergleichen zu haben. Egal ob für Mann oder Frau.
    Deshalb gilt es, Arbeitsteilung zu machen. Alles eine Frage der Absprache, ob alle Bereiche geteilt werden, oder ob bestimmte Bereiche vorwiegend in einer Hand liegen.

    Letztere Variante birgt die Gefahr:
    Kommt es einmal zur Trennung, kommt es für den zu Hause gebliebenen Partner zum großen Einbruch. Plötzlich muss er aus dem Nichts ALLE Verantwortungsbereiche abdecken, während der beruflich engagierte einfach weitermacht wie bisher.

    Dass es finanzielle Einbußen gibt, wird für beide Partner immer so sein. Zusammen lebt es sich nun mal günstiger.

  24. #23 Gast
    26.01.2011 21:22
    Würde wirklich eines dieser beiden Modelle konsequent verwirklicht, weil sich beide Partner darauf geeinigt haben, wäre es doch okay. Meistens passiert aber etwas anderes:

    a) Ein Alleinversorger-Mann übertreibt. Nicht zuletzt weil es zu Hause mit kleinen Kindern laut, nervig und arbeitsaufwändig ist, vor allem aber weil es sich so ohne Quengeln der Partnerin an der Karriere basteln lässt, kann er bei keiner Zusatzschicht und zu keiner Dienstreise Nein sagen. Wie herrlich ist es doch, gut gekleidet unter Erwachsenen mit einem heißen Kaffee vor dem Rechner zu sitzen, ICE zu fahren, mit Kunden essen zu gehen etc. Vielleicht ergibt sich ja auch mal was links und rechts, auf jeden Fall kommt man raus, hat Abwechslung, erhält Anerkennung usw. Für den Heiligenschein sorgt bei alledem die Rechtfertigung des jungen Familienvaters: das Geld! In Wahrheit tut er aber nur, was er ohnehin möchte.

    b) Ein Unterstützer-Mann untertreibt: Weiterhin bleibt die Frau der Chef in puncto Zuständigkeit, er ist nur der widerwillig Ausführende und fragt ständig nach, was er einkaufen soll, wie er was mit dem kranken Kind machen soll usw. Hausarbeit wird unterlassen mit dem Argument, IHN störe der Dreck ja nicht etc. etc.: Einige Männer kennen da tatsächlich erstaunliche Ausreden und erledigen Aufgaben mit Absicht schlecht, um nicht erneut mit so etwas behelligt zu werden. Das Daheimbleiben wird so buchstäblich 9 to 5 erledigt, um sich dann, sobald die Frau nach Hause kommt und den Haushalt angeht, den Hobbies und dem PC zu widmen.

    In beiden Fällen geht es genau besehen weder ums Geldverdienen noch um die Babypflege, sondern um die eigenen Interessen, die doch wieder nur die alten sind: Freiheit und Freiraum.

  25. 26.01.2011 22:06
    Lieber FS,

    der Ansatz ist ganz einfach. Man gehe einfach davon aus, daß Mann wie Frau Alltagsprobleme zu bewältigen haben (Haushalt) und man gehe einfach davon aus, daß beide in ihrem gelernten Beruf weiterarbeiten wollen. Dazu gehe man davon aus, daß man in der Zeit, wo die Kinder klein sind und/oder häufig krank sind, beruflich ETWAS kürzer treten muß.

    Also für beide keine 12-Stunden-Tage auf Arbeit mehr, verläßliche und begrenzte Arbeitszeiten, außerhäusige Unterstützung (sei es Putzfee, Oma oder Au Pair-Mädchen). Unter Geld-Verdienen verstehe ich, daß man über die Runden kommt und vielleicht ein bisschen was übrig bleibt. Mehr nicht.
    Ich finde, das klingt nach einer entspannten Beziehung. Falls diese Beziehung doch mal auseinander gehen sollte, gibt es zumindest keine so eklatanten Verlierer.

    Davon abgesehen ist mir als ehem. Ostdeutscher die Fragestellung sowieso suspekt. Ich habe noch nie verstanden, wieso man sich zwischen Kind und Beruf entscheiden müsse. Einen solchen Entscheidungszwang fände ich pervers.

  26. #25
    26.01.2011 22:40
    @ 23

    Ich finde deine Unterscheidung und deren Konsequenzen fantastisch!

    Nur, ist es nicht immer so, dass diese Entscheidung immer gemeinsam getroffen wird? Und ist es nicht auch so, dass die von dir aufgeführten (eventuellen) Konsequenzen gar nicht absehbar sind, weil sie mit dem Partner bis dato auch gar nicht ausprobiert werden konnten?

    Und wer will schon Familie so leben, dass der Fall der Trennung abgesichert ist.
    Ach, es ist fatal. Es kann immer das Falsche gewesen sein...

  27. #26 Gast
    27.01.2011 07:08
    @ # 23 a

    Oh weh # 23. Deine Vorstellung, dass alleinernährende Familienväter nur zum Spaß so viel auf der Arbeit sind, die kann ganz schnell zu einer schweren Belastung für eine Ehe werden.

    Stelle Dir mal vor, so ein armer Mann muss alleine die Familie ernähren. Er hat Stress auf Arbeit, bekommt endlose Zusatzschichten und nervige Dienstreisen aufgebrummt. Hin und wieder gibt es auch Ärger mit dem Chef oder mit Kunden...

    Dann kommt er endlich mal heim und dort bekommt er von seiner Frau gleich Vorwürfe übergebraten. Er würde nur zum Vergnügen so viel arbeiten, wolle nur dem lauten, nervigen und zeitaufwändigen Kind aus dem Weg gehen, an seiner Karriere basteln ...

    Es ist für einen Mann nicht einfach, mit den Veränderungen zuhause umzugehen, gleichzeitig auf Arbeit Leistung zu bringen und die eigenen Konsumwünsche hinanzustellen. Ein rechter Mann muss sich aber zusammenraufen und muss da durch. Dafür von der Partnerin aber noch Vorwürfe zu kassieren, geht einfach zu weit.

    Es ist in höchstem Maße unfair, wenn eine Frau einerseits zuhause bleiben möchte und von dem Geld leben will, das der Mann verdient. Andererseits macht sie dann dem Mann die Hölle heiß, weil er eben dieses Geld verdienen geht.

    m (45)

  28. #27 Gast
    27.01.2011 09:05
    zu #19

    FS, du scheinst ein sehr einseitiges Bild von Arbeit, Beziehung und Kind zu haben.

    Es gibt genug Menschen, die sich ihr Einkommen teilen und trotzdem genug Geld zu leben haben. Es gibt leider auch Menschen, wo beide arbeiten müssen, damit das Gesamteinkommen nicht auf H4 liegt. Ich denke da nur an die Neuen Bundesländer oder an die Eltern, die nicht hoch qualifiziert sind und deshalb von einem Gehalt nicht leben können.

    Richtig ist, dass es unfair ist, wenn Frau von Mann verlangt, dass er den ganzen Tag arbeiten gehen soll, sie bleibt zu Hause und er soll dann noch helfen. Unfair ist es aber auch vom Mann, dass von einer Frau zu verlangen, dass sie zu Hause bleibt, anstatt mir ihr gemeinsam eine Lösung zu überlegen, die bessere Chancen bietet, dass alle Familienmitglieder auf die Dauer gut zurecht kommen und zufrieden sind.

    Solange sich noch viele Menschen aber über schicke teure Autos und Markenklamotten und 3 x im Jahr dicker Urlaub definieren und die Gefahr, dass sie damit ihre Ehe auf Spiel setzten, wird es weiterhin zu solchen Trennungen kommen.

    w 47

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