1. Frage:
    Gefragt am: 15.01.2010, 10:34 von Gast
    Blümchensex, belächelt oder gern gelebt?
    Mir kommt es so vor, als ob Menschen die gern Blümchensex haben oder diesen auch ausschliesslich machen, von anderen belächelt werden. So als ob Blümchensex ein nicht voll entwickelter Sex ist und sich Sex erst so richtig in SM und sonstigen Gleisen "entwickelt" oder entwickelt hat. Für uns ist der zärtliche Sex mit sehr viel Zeit der einzigste Sex, bei dem wir so dermassen intensive Gefühle und Höhepunkte erleben, wie bei nichts anderem. Als wir uns kennenlernten, hatten wir unsere Vergangenheit mit durchschnittlichen Menschen. Erst in unserer Beziehung haben wir gelernt uns voll fallen lassen zu können und die Liebe allem voran zu stellen. Die liebevolle Berührung oder Handlung, liebevoll im Detail, das ist der Wahnsinn. Sogar er bekommt mehrere Höhepunkte nacheinander, stöhnt und bettelt, bis ich ihn zärtlich erlöse (oder er mich). Wie ist hier die Meinung dazu?
    Antworten:
  2. 15.01.2010 14:32
    Ich habe mal gegoogled; auszugsweise aus Wikepedia:
    Blümchensex, auch Gänseblümchensex genannt, ist ein Begriff aus der Alltagssprache. Er bezeichnet eine sanfte, auf Zärtlichkeit ausgerichtete Sexualität, die sowohl Petting als auch – wenn auch nicht zwingend – Geschlechtsverkehr umfasst. Im Vordergrund steht die Romantik, auf besondere Experimente wird dabei verzichtet. Oft wird er auch als Kuschelsex bezeichnet.

    Manche empfinden Blümchensex als eintönig, langweilig und langwierig, besonders wenn es keine Abwechslung gibt. Manchmal wird der Begriff mit einer negativen Konnotation verwendet, dazu finden sich beispielsweise in Kontaktanzeigen entsprechende Wendungen. Manche versuchen es auch explizit als eine Art Schimpfwort zu benutzten. Blümchensex wird manchmal mit weiblicher Sexualität in Verbindung gebracht.

    Na, der erste Absatz hört sich doch phantastisch an. Wenn man nicht auf allzu harte Sachen steht, dann ist das genau das Richtige! Mancher mag es etwas ausgefallener, aber das ist doch jedem Paar selber überlassen!

  3. #2 Gast
    15.01.2010 14:51
    Das finde ich toll! Geniesst es solange es geht! Alles andere (spezielle Vorlieben) kommen doch dann sowieso spielerisch dazu. Solange ihr nicht bei den derzeitigen Temperaturen draussen im Schnee den Blümchensex einfrieren lasst... ;-)

  4. #3 Gast
    15.01.2010 15:29
    Eigentlich ist es falsch, von weiblicher Sexualität in Verbindung mit Blümchensex zu reden.
    Mein Mann wusste bis dahin gar nicht, zu welchen enormen Gefühlen er fähig ist und welches Feuerwerk zwischen uns entsteht, wenn es langsam, zärtlich und sehr liebevoll zu geht.
    Das Zusammensein dauert viel länger, es lässt alles offen. Manchmal tun wir dies, dann wieder bleibt es beim Kuscheln. Es ist totales Vertrauen ohne Anspruchsdenken.
    Ich selbst wusste schon, dass ich auf zärtliche Interaktionen enorm anspreche und antworte.
    Die meisten Männer denken anscheinend, dass es richtig "mächtig gewaltig" zugehen muss, damit die Frau es toll findet. Aber meistens bleibt die Frau auf der Strecke oder noch nicht mal das, und beim Mann ist es dann eine mehr oder weniger kurze Ejakulation.
    Blümchensex wird so gern abwertend verwendet, z.B. "Hilfe, das klingt nach Blümchensex, wie langweilig". Ich glaube, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, zu welcher Gefühlspalette und daraus folgenden körperlichen Reaktionen sie fähig sind, denn sie handeln die Zweisamkeit ab wie eine sportliche Leistung mit Erfolgs- und Erwartungsdruck.
    Da wird sich mit Fragen beschäftigt, ob jemand ein Korsett anhat, am besten noch in welcher Farbe, oder ob jemand keine Aussicht auf Liebe hat, weil "zu dick". Diese oberflächlich, abänderbaren Faktoren sind genau diese, die meiner Meinung nach behindern und aus dem Grund bleibt die breite Gefühlswelt diese Leuten versperrt.
    Ein kleiner Schmetterling kann einen Vulkan auslösen, wenn er am richtigen Zeitpunkt zum richtigen Ort einen Flügelschlag erbrachte. In diesem Sinne reagiere ich auf die nach aussen simplen Berührungen meines Partners, und er auf mich.
    Ich behaupte mal ganz dreist: da wo optisch viel abgeht, geht gar nichts ab, und da wo es nach aussen betrachtet ruhig abläuft, gibt es soviel innere Energie.
    Wenn ich mir so die Verhaltensweisen von vielen Menschen anschaue, also hinein höre, so kommt es mir vor, wie wenn sie ihren Körper/ihre Geschlechtsorgane zu Werkzeugen degradieren.

  5. 15.01.2010 15:53
    Lieber Fragesteller! Ja, richtig, ich finde schon den Ausdruck "Blümchensex" eine reine Frechheit und er wird eigentlich nur abwertend benutzt. Es ist ein KAMPFBEGRIFF, mit dem jene Menschen, die eher zu sexuellen Abartigkeiten oder Sonderheiten neigen, es geschafft haben, liebevollen, ganz natürlichen Sex in den Dreck zu ziehen. Kein normal veranlagter Mensch wird die natürliche Sexualität mit so einem Ausdruck belegen. Sex beruht auf Zärtlichkeit, körperlicher und emotionaler Verschmelzung und sorgt für sexuelle Befriedigung.

    Welche Praktiken zu angeblichem "Blümchensex" dazugehören oder nicht, ist völlig unklar. Es ist ein Un-Begriff. Auch ganz normale Paare können mehr oder weniger experimentierfreudig sein, mal kuschliger, mal wilder, mal zuhause, mal unterwegs Sex haben -- es ist für mich nicht erkennbar, was davon nun genau als Blümchensex deklassifiziert wird und was darüber hinaus geht.

    Wenn jemand von Blümchensex spricht, dann sagt es mir nur eines ganz deutlich: Er hat ein gestörtes Verhältnis zu normaler Sexualität und bevorzugt ungewöhnliche Varianten. Meistens sind entsprechende Leute SM-nahe oder frönen sonst einem Fetisch.

  6. #5 Gast
    15.01.2010 16:21
    @1 - erster Absatz: das ist genau das, was ich liebe und lebe. Die Gefühle sind dabei so intensiv, dass es für ein Leben ausreicht, auch ohne akrobatische Stellungen aus dem Kamasutra, Sex toys oder Strapse.

  7. 15.01.2010 16:46
    Blümchensex ist wohl eher eine Art Schimpfwort oder zumindest sehr negativ gemeint.
    "Blümchensexliebhaber" darunter verstehe ich eine langweilige Person, welche immer dieselbe Stellung macht, vielleicht auch nur im dunkeln, nur im Bett (andere Orte kennt dieser nicht), immer Nackt (anderes kennt dieser nicht), ... kurz um einfach langweilig, einfaltslos, experimentierunfreudig und immer das selbe.

    Ob jemand wirklich so langweilig ist, wie man ihn vermutet, weiß man natürlich nicht, woher auch. Also ist dieses Wort wohl eher auch ein Vorurteil.

    @4.2 Frederika : Wenn Paare experimentierfreudig sind oder werden oder zeitweise sind, dann sind sie KEINE Blümchensexliebhaber, aber soviel Selbstbewußtsein sollte jeder dann haben um sich eben nicht angesprochen zu fühlen.

    @4.3 Dann hätten wir mehr Kranke als gesunde Menschen in Deutschland ... das ist unwahrscheinlich ...

  8. #7 Gast
    15.01.2010 16:52
    @6 gut, dass DU weisst, was alles unter Blümchensex verstanden wird!
    In Deutschland gibt es wie auf der ganzen Welt sicherlich nicht unwesentlich wenige Kranke.

  9. 15.01.2010 17:11
    @#6: Na, auf jeden Fall sind wir uns einig, dass Blümchensex ein Schimpfwort ist und keine neutrale Bezeichnung.

    Dass man langweiligen, einfallslosen Sex, der nur im Dunkeln stattfindet, nicht toll findet, kann ich nachvollziehen, denn das geht mir genauso. Das hat aber mit dem Ausdrick "Blümchensex" eigentlich nichts zu tun, denn der hebt vom Wortlaut her doch eher auf Romantik, Vorsicht und mädchenhaftes Anfängertum ab, oder? Die Assoziationen mit Blümchen sind doch in erster Linie nicht Langeweile, sondern eher harmloser, zärtlicher Sex.

    Schlecht finde ich vorallem, dass letztlich oft der ganz normale Sex, der auf liebevoller Zärtlichkeit, Romantik, durchaus mit etlichen Stellungswechseln, Vaginal- und Oralverkehr beruht, auch schon so bezeichnet wird. Und da sage ich dann: Nein, ganz normaler Sex dieser Art ist eben kein Blümchensex und verdient auch keine Abwertung.

    Ich finde daher, wer selbst auf ungewöhnlichere Spielarten steht, der sollte dafür einfach den passenden Ausdruck verwenden und seinen eigenen Sex so titulieren, wie es ihm recht ist. Aber ein Herabsehen auf die überwältigende Mehrheit, die einfach abwechslungsreichen, spielerischen, erfüllenden Sex möchte, ist nicht gerechtfertigt.

  10. 15.01.2010 21:24
    Hallo zusammen,
    ich verstehe gar nicht so richtig eure Aufregung ... Blümchensex empfinde ich nicht als negatives Wort für diese Art von Zärtlichkeit.
    Andere als "Abartig" zu bezeichnen, nur weil sie öfters mal was Neues ausprobieren, das finde ich eher abartig! Tut mir leid, versucht es doch mal mit etwas mehr Toleranz ... ich meine, zieht doch mal die Scheuklappen aus und schaut euch um!
    Ich vermisse hier im Forum ein gewisses Fingerspitzengefühl, was man eigentlich, bei halbwegs gebildeten Menschen voraussetzen sollte!
    (m,44)

  11. #10 Gast
    16.01.2010 11:06
    @ # 9, das geht mir genauso. Ich finde auch, dass viele ihre Ansichten im Forum überspitzter darstellen, als sie das im "richtigen" Leben vermutlich machen, was vielleicht auch an diesem Medium liegt. Ich empfinde "Blümchensex" auch nicht als abwertende Bezeichnung, sondern fand es immer einen irgendwie netten Begriff.

    @ Frederika: Die "meisten", die Blümchensex abwerten kommen aus der SM Ecke? Das hat mich total erschreckt, hast Du da entsprechende Erfahrung, das hört sich nicht gut an. Ich dachte bislang immer, dass manche Männer sich drüber lustig machen, weil sie das Wort "Blümchen" halt nicht so gelungen finden. Ich dachte aber nie, dass diese Männer die Sache an sich ablehnen oder gar aus der SM Ecke kommen? Habe ich da was verpasst was ich wissen sollte?

    @ Fragestellerin: Das hört sich alles so toll an, warum muss das denn dann öffentlich diskutiert werden? Vertehe ich absolut nicht. Hast Du Angst etwas zu verpassen? Denn die Angst, dass andere Dich "belächeln" kann es ja nicht sein. Andere haben keine Ahnung was ihr im Bett macht, außer Du sagst es ihnen...

  12. #11 Gast
    16.01.2010 16:37
    Fragestellerin

    @10 Angst habe ich freilich keine. Mich hat lediglich in einem anderen Thread die abwertende Bemerkung bezüglich Blümchensex geärgert, ebenso wie ähnliche Fälle zuvor.
    In der Öffentlichkeit scheint mir Blümchensex so dargestellt, als tun das Rückschrittliche, Leute die nicht ernst zu nehme sind. Das was mit sehr viel Gefühl zu tun hat, wird als angebliche Ausnahme belächelt und wenn jemand sagt, er mache SM oder ähnliches, das wird nicht belächelt oder hinterfragt. Das wirkt "schick, cool". Diesbezüglich greife ich mir schon mächtig an den Kopf. Naja, vermutlich Bildzeitungsleser, wie in einem anderen Thread schon bemerkt wurde. Die Bildzeitungsleser vermehren sich seit geraumer Zeit am meisten, deshalb ist dies auch die grösste Bevölkerungsschicht. Diese Leute machen eben gerne was nach, was die Medien populär gemacht haben. Früher war es der Pfarrer, heute ist es die Bildzeitung.

  13. 16.01.2010 22:10
    @#11: Ich kann Deine Ansicht absolut nachvollziehen. Der Ausdruck degradiert ganz normalen Sex. Es ist quasi die verbale Rache derjenigen, die anderen Praktiken ausüben, an der breiten Masse sexuell normal veranlagter.

    @#10: Gewiß ist es so. Niemand, der ganz normalen Sex in seiner wunderschönen Bandbreite hat, würde davon als Blümchensex sprechen. Nur jene, die seltenere Praktiken ausüben, versuchen damit auch dem normalen Sex ein Wort aufzudrücken, das irgendwie degradierend ist. Sicherlich nicht NUR jene aus der SM-Szene, auch alle möglichen anderen Richtungen versuchen das.

  14. #13 Gast
    16.01.2010 22:28
    siri
    nun hängt euch doch nicht so an dem wort "blümchensex" auf. solange es gefällt, ist doch alles ok.
    manche nenne diese art sex "normal" und erklären folglich jede andere art für "unnormal".
    das empfinde ich sehr viel unangenehmer als diese nette bezeichnung für eine nette sache.
    nett ist in diesem fall übrigens nett gemeint. :-)

  15. #14 Gast
    16.01.2010 22:43
    siri
    #12 frederika
    warum sollten diejenigen, die andere praktiken ausübern, sich verbal an der breiten masse sexuell normal veranlagter rächen wollen? diesen gedanken kann ich nicht nachvollziehen.

    ich nehme, daß auch die, die andere praktiken ausüben, dabei wunderbare bandbreiten haben. es ist doch nicht entscheidend, ob praktiken seltener oder häufiger ausgeübt werden, sondern daß die beiden, die sex haben, sich einig sind und freude daran haben -

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