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Schuld ist immer so negativ. Mir gefällt Verantwortung besser- und ja, die tragen beide Partner. Und auch wenn jemand fremdgeht hat der andere dennoch zu der Situation beigetragen- auch wenns nur 5% sind.
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@#30: Klar, "Schuld" ist negativ besetzt, wie auch "Fehler". Dennoch muss man dazu stehen, wenn man einen Fehler begangen hat. Schuld begrifflich oder gar inhaltlich zu leugnen, führt doch nicht weiter. Jeder Mensch muss erkennen, dass er Fehler begeht, nicht immer perfekt handelt und eben auch am Scheitern einer Beziehung schuld sein kann.
Schuld schließt moralische Verfehlung ein, genau deswegen sollte man diesen Begriff auch verwenden, wenn er zutrifft. Zum Beispiel beim Fremdgehen, bei häuslicher Gewalt, bei ehrverletzenden Beleidigungen oder bei Lügen. Genau dafür ist der Begriff Schuld gedacht!
Verantwortung hat man ohnehin als Mensch für sein eigenes Handeln, das ist unstrittig. Allerdings hat man nur dann Verantwortung, wenn man sich bestimmten ethisch-moralischen Richtlinien unterwirft. Sonst wären Handlungen wertfrei und ohne Verantwortung möglich.
Gründe und Ursachen sind die neutralen Ausdrücke für die kausalen Zusammenhänge. Sie können für neutrale Beobachter zur Beschreibung der Situation dienen. Jedoch kommen wir nicht umhin, in moralischen und ethischen Zusammenhängen zu denken und zu fühlen. Wer von Schuld nicht reden will, der verweigert sich dem Denken in Gut und Böse, von Richtig und Falsch. Das aber ist für menschliches Handeln entsprechend ethisch-moralischer Richtlinien zwingend erforderlich. Wir müssen entscheiden können, ob unser Handeln richtig und gut ist und wenn man von Verantwortung spricht, dann schwingt doch immer mit, dass es richtig und falsch gibt und dass wir uns an moralischen Werten messen lassen.
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Ich finde die Geschichten vom Kachelmann und seinen diversen Freundinnen beeindruckend.
Er hat die systematisch angelogen und getäuscht.
Auffallend ist die Naivität und die Geduld der Frauen.
Für ihre dusselige Gutgläubigkeit sind seine Frauen selber verantwortlich. Es ist ihr Teil der Schuld, dass sie nicht misstrauisch geworden sind und sein Spiel jahrelang mitgespielt haben.
Aber tragen seine Mädels 50% der Schuld ? Wirklich ?
Ich finde, sie sind eher Opfer in Kachelmanns selbstgefälliger Inszenierung.
Oder ?
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Zwei Kinder spielen. A schlägt B, B schlägt A zurück. A rennt zu den Eltern und sagt: "B hat mich geschlagen!". Ja so sind Kinder. Sie sehen nicht ihren eigenen Anteil. Dies ist aber noch vereinfacht in Wirklichkeit läuft es z.B. so:
1. Ein Mädchen und ein Junge spielen zusammen.
2. Der Junge spielt gerade mit ihrer schönsten Puppe.
3. Das gefällt ihr nicht, er soll sie ihr geben.
4. Er sagt Nein.
5. Das Mädchen wird handgreiflich und will ihm die Puppe entreißen.
6. Der Junge schubst das Mädchen.
7. Das Mädchen sagt Du blöder A....
8. Der Junge schlägt das Mädchen.
9. Das Mädchen rennt weg.
Wer hat hier ursächlich Schuld?
Wer hat die meiste Schuld?
Wenn die Kinder zu den Eltern gehen, sieht kein Kind seinen Anteil.
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1. Eine Frau und ein Mann sind zusammen und lieben sich wirklich!
2. Der Mann beschäftigt sich immer intensiv mit seinem Hobby und widmet seine Zeit nicht in dem Maße seiner Partnerin, wie sie es sich für sich wünscht.
3. Sie fordert mehr Zeit und Aufmerksamkeit von ihm für sie. (Das ist schon sehr reif, einige tun das nicht in klaren Worten!)
4. Er sagt Nein.
(Die Frau "erfriert". Dies ist offenbar ein ganz typisches Paarproblem, oft in genau dieser Geschlechtskonstellation. Wann "fordert" sie zu viel, wann "gibt" er zu wenig? Darüber lässt sich sicherlich vortrefflich streiten.)
5. Sie wird sauer und fängt an, ihm auf ihre Weise Liebe zu entziehen.
(Frauen können da sehr phantasiereich sein.)
6. Er wird manches Mal sauer und brüllt rum.
7. Sie beleidigt und provoziert ihn daraufhin.
8. Eines Tages, erwischt sie ihn so sehr, dass es ihm regelrecht die Sprache verschlägt, er sich nicht mehr verbal zu helfen weiß und sie schlägt.
9. Die Frau beendet die Beziehung.
Wer hat hier ursächlich Schuld?
Wer hat die meiste Schuld?
Wenn die Erwachsenen zum Psychologen gehen, sieht in der Regel kein Erwachsener seinen Anteil. Die Erwachsenen auch hier in diesem Forum und in diesem Thread sind KEIN Stück besser als die "albernen" kleinen Kinder. Das ist leider normal, daher kann man es nicht einmal verurteilen. Der einzige Weg: man kann die Kinder (auch die erwachsenen Kinder) nur mit Liebe betrachten und ihnen helfen, die Dinge zu verstehen, zu lernen und sich wirklich weiterzuentwickeln, reif zu werden.
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Sexentzug, fremd gehen etc. sind immer nur die letzten Eskalationsstufen eines langwierigen Prozesses. Die meisten wollen/können ihren Anteil am "Spiel" nicht sehen, nicht zugeben. Und behaupten, der Andere sei allein Schuld. Wer das nicht lernt, wird immer wieder in dieses Problem laufen, genauso wie die Kinder.
Einseitige Schuldzuweiseungen haben die Gerichte jahrzehntelange probiert, ABER NICHT geschafft! Wenn sie sich die Sache genauer angeschaut haben, wies jede Seite die Schuld dem Anderen zu mit Aussagen wie: "ja, aber der Andere hat zuvor ..." und darauf dann die Antwort: "ja, aber der Andere hat zuvor ..." und so geht es ewig weiter und BEIDE haben Recht! Kein Schritt auf keiner Seite passiert ohne Grund! Der eine oder andere kleine Schritt ist möglicherweise DUMM von der einen oder anderen Seite, vielleicht auch moralisch zu verurteilen, aber am Ende ist es immer eine Summe von kleinen Schritten und nicht wirklich ein großer Schritt. Wer das nicht wahrhaben will, wird dasselbe Beziehungsgericht in seinem Leben immer wieder serviert bekommen.
#15 hat Recht: "die Kategorie der "Schuld" ist auch für mich eine, die wenig konstruktiv ist. Sie verstellt den Blick für das "Dahinter"- also die Befindlichkeiten, Mechanismen, Menschen und Geschichten."
Wer glaubt, einen Schuldigen gefunden zu haben, denkt nicht weiter darüber nach. Da war angeblich Einer einseitig und ohne Grund/Motivation "böse" und Ende. Aber war der wirklich "böse" oder war er nicht einfach nur genauso menschlich wie viele andere auch? Wer einen Schuldigen gefunden hat, hört auf nachzudenken! Er wird dann niemals verstehen, was dahinter steht, wie das passiert, warum das passiert, was man dagegen tun kann.
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<MOD: Angriffe entfernt.>
Ich stimme Dir zu, dass reifere Menschen, es wenigstens schaffen, einen klaren Schlussstrich zu ziehen, z.B. "bevor" sie fremd gehen. Das macht die Sache einfacher. Aber nur ganz, ganz wenige, beenden die Beziehung nur allein weil sie nicht ganz "toll" ist, viele verlieben sich wahrscheinlich schon vorher. Ich schätze, das ist der Normalfall.
@24: Nur, dass Du dieses Beispiel konstruiert hast und es nicht real ist. Denn jeder normale Mensch fühlt sich bei so etwas schlecht und meidet solche Handlungen und zeigt eben doch Verantwortung.
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@#33: Ja, Du gibst ein sinnvolles Beispiel für verteilte Schuld. Das trifft auch auf viele gescheiterte Partnerschaften zu. Dennoch gilt auch hier ganz klar: Schlagen ist niemals erlaubt. Der Junge hätte zurückschreien können, aber weder schubsen noch schlagen. Das müsste man dem Kind als oberste Priorität beibringen. Kämpfe mit Worten, nicht mit Fäusten! Er hat auf jeden Fall eine Belehrung, wenn nicht eine Strafe verdient! Außerdem wäre natürlich einfach erzieherisch zu klären, wem die Puppe gehört und wer "bestimmen" darf, wer damit spielt. So kindlich sich das anhört, so wichtig ist genau diese Regelung für die kindliche Entwicklung. Sie vermittelt die Akzeptanz von Regeln, von Eigentum und von Fragen/Erlaubnis-Spielen, die so wichtig für gutes Sozialverhalten sind.
@#34: Die Parallelität ist Dir sehr gut gelungen. Auch hier liegt natürlich eine verteilte Schuld vor. Genau das habe ich ja auch als Hypothese aufgestellt, nur eben nicht 50:50, sondern schon verstärkt auf seiten des Mannes. Er hat sich als erster wenig um die Frau gekümmert, dann noch nicht einmal ihre Bitte ernstgenommen, dann auch noch ihren Hilferuf des Erfrierens ignoriert, dann auch noch gebrüllt und sich danebenbenommen und letztlich geschlagen. Hier gilt das gleiche wie im Fall #33, nur noch viel extremer: Ein Mann darf seine Frau einfach unter KEINEN Umständen schlagen, ganz egal, wie es ihm die Sprache verschlägt, ganz egal was vorfällt. Dieser Mann muss so hart bestraft werden wie möglich. Er muss eine Lektion lernen, die er offensichtlich als Kind schon nicht ausreichend eingebläut bekommen hat.
Nuns ag bloß nicht, Du siehst die Schuld in dem Beispiel #34 nicht eindeutig auf Seiten des Mannes, sagen wir 80:20? Nun sag bitte nicht, dass die verbalen Provokationen der Frau häusliche Gewalt rechtfertigen? Das wäre absolut erschreckend!
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@#35: Das ist mit Verlaub gesagt völliger Quatsch. Wer Schuld leugnet, leugnet auch moralisches Handeln. Beides geht untrennbar Hand in Hand.
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@36:
Die Schuld muss nicht eindeutig auf der Seite des Mannes sein.
Die Frau kann sicher sein, sich eindeutig ausgedrückt zu haben. Der Mann kann sie trotzdem missverstanden haben.
Es gehört viel Offenheit und guter Wille dazu, den/ die andere/n verstehen zu wollen und zu können. Das Leben ist komplex und lässt sich gerade in zwischenmenschlichen Belangen kaum eindeutig und klar auseinanderdifferenzieren.
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@#38: Nun, JEDER sollte es schaffen, sich zu trennen, bevor es zum äußersten kommt, also zu Fremdgehen oder häuslicher Gewalt. Beides ist absolut inakzeptabel und sollte beides vom Gesetzgeber hart bestraft werden. Schade, dass auf Fremdgehen und die damit verbundenen erheblichen Gefahren für Leib und Seele nicht verfolgt werden, wie es bei anderen Formen von Gewalt und Gefährdung der Fall ist.
Nein, "warme Übernahmen" sind die Ausnahme und werden nur von ganz besonders charakterlosen Typen durchgezogen. Viel verachtenswerter geht es nicht. Das ist allerunterste Schublade.
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Huch, nee, Frederika, jetzt übertreibtst du aber ein bisschen.
Man kann doch einen Fremdgänger nicht mit einem Schläger auf eine Stufe stellen.
So viel Platz ist doch den Knästen dieser Welt nicht, dass man alle Fremdgänger einsperren könnte. Man stelle sich das Gedrängel in den Zellen vor ;-)
Trotzdem: Ich finde es gibt einfach Menschen, die anderen Menschen Übles wollen, die keine Rücksicht nehmen und nur ihre eigenen Interessen im Auge haben.
Die sollen doch bitte die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und nicht herumlabern, dass die Schuld "gerecht" verteilt werden müsse.
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@#41: Na gut, ein wenig Provokation schwang da mit... ;-)
Trotzdem: Wer Böses tut, hat Schuld. Ohne moralische Dimension ist Verantwortung wertlos. Wer schlägt oder fremdgeht macht sich zumindest diesbezüglich schuldig, egal was sonst gelaufen ist.
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@36: Soso, so eindeutig ist es also für Dich? Schön, wenn die Welt so einfach ist.
Nach wie vielen Stunden X pro Woche hat der Mann denn spätestens "objektiv" genug Zeit für sie genommen? Und warum meinst, Du, dass Deine Zahl X richtig ist? Was ist, wenn ein Mann noch mehr Zeit "gibt", als Du sagst, und die Frau trotzdem mehr Zeit "braucht", weil sie eben so "anhänglich" ist? Wer hat dann Schuld? Und wieso hast Du gemeint, dass mein Beispiel so gemeint war, dass Mann weniger als X "gibt"? Es war DEIN Vorurteil, dass der Mann WENIG gibt! Auf diese Weise kriegen wir es natürlich immer hin, dass der Mann Schuld ist. Das zeigt dieses Forum auch immer wieder, in allen möglichen Anschuldigungen.
Es geht hier nicht um eine Rechtfertigung, sondern um die Wahrheit, um das Verstehen, was passiert, wie es funktioniert! Ich rechtfertige keine Gewalt. Wenn die Natur es so eingerichtet hat, dass die Spinnenweibchen die Spinnenmännchen umbringen oder ähnliches, dann ist das einfach Fakt. Man kann es beobachten und man kann nichts daran ändern. Man kann es nur verstehen.
Warum glaubst Du schlagen manche Männer ihre Frauen? Und warum glaubst Du schlagen manche Mütter ihre Kinder? Warum? (Wer nicht aufhört, diese Frage zu stellen und absolut ehrlich sich selbst zu beantworten, wird verstehen.)
Weil sie sich nicht mehr anders zu helfen wissen. Und diese Grenze gibt es immer und bei jedem, aber sie ist bei jedem verschieden weit. Und der Andere hat immer die Möglichkeit, die Grenze anzugehen und die Grenze zu provozieren. Und am Ende stellt sich heraus, dass es nach der Statistik in Paarbeziehungen meistens die Männer sind, deren Grenzen enger sind, die eher "ausrasten", die mit provokativen Situationen "schlechter" klarkommen und es sind die Frauen, die damit nicht rechnen, weil sie meinten, es wäre nicht so schlimm gewesen, man(n) hätte es aushalten können, aber mindestens diesen einen Mann, der sie gerade schlägt, haben sie falsch eingeschätzt.
Und warum noch schlagen die Männer die Frauen? Wahrscheinlich, weil sie stärker sind und es sich "leisten" können.
Aber wie ist das mit den Müttern? Ist es dort vielleicht genau so? Sind manche Frauen als Mütter möglicherweise genauso schlimm bzw. menschlich wie die Männer? Lassen sich von ihren Kindern in JEDEM Alter aufs Äußerste provozieren und schlagen schließlich, weil sie sich nicht weiter zu helfen wissen und "stärker" sind?
So hat die Natur uns gebaut! In uns stecken Emotionen, die überhand nehmen können und wir Menschen haben uns nicht immer mit unserem Verstand im Griff. Von klein auf an und es ist ein Erziehungsprozess, dem Einhalt zu gebieten, aber der Erziehungsprozess ist niemals perfekt. Deswegen gibt es gewalttätige Menschen und es wird sie wohl auch immer geben. Und Gewalt ist nur eines der Übel, fremd gehen ist da meiner Meinung nach, nicht auf gleicher Stufe, wenn auch tatsächlich sehr schmerzlich.
Das ist nur meine Meinung, nicht wissenschaftlich belegt.
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@#43: Ich hatte angenommen, dass #34 aus der Perspektive des neutralen Beobachters geschrieben wurde und "widment sich immer intensiver seinem Hobby" klingt nach inkrementell steigender Intensität und auch faktisch abnehmender Zeit und Beschäftigung mit seiner Frau. War das nicht so gemeint?
Bitte beachte auch, dass ich in meinen zahlreichen Beiträgen immer wieder diejenige bin, die hier eben gerade nicht immer dem Mann die Schuld zuweist. Im Gegenteil versuche ich immer wieder neutral und objektiv zu sein und verteidige beide Geschlechter, wo es angebracht ist. Zum Beispiel, wenn Männern alle möglichen Ängste vorgeworfen werden, nur weil sie sich gegen eine Frau entscheiden. Um es klar zu sagen: Nein, der Mann hat bei weitem nicht immer Schuld an Trennungen. Ganz im Gegenteil sind heutzutage auch sehr oft die Frauen schuld.
Ich stimme Deiner Analyse zu, dass Überforderung und das Erreichen der eigenen Grenzen der Hauptauslöser für Gewalt ist. Dennoch ist sowohl moralisch als auch juristisch Gewalt nicht entschuldbar. Ein erwachsener Mensch muss sich soweit im Griff haben, in Abwesenheit von akuten Bedrohungen für Leib und Leben auf Gewalt zu verzichten. Das setze ich als Grundfähigkeit einfach voraus.
Mir ging es in diesem Thread gerade darum zu zeigen, dass zwar oft BEIDE Schuld haben, aber längst nicht immer beide zu GLEICHEN Anteilen Schuld haben. Es geht um Argumentation gegen das billige 50:50, nicht aber für ein 100:0. Bist Du damit einverstanden?
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Was sagen die aktuellen Nutzer zu dieser Frage?
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Als ich Frederikas Beitrag las war ich mit ihr einer Meinung, denn es fühlt sich für mich, die ich mich belogen und benutzt fühle, exakt so an. Doch dieser Beitrag lässt mich sehr nachdenklich werden, denn ich habe diesen Menschen in mein Leben gelassen, viel zu weit und habe nicht gut auf mich achten können... ABER.. dieses nicht-auf-mich-achten-Können, das hat mein Ex-Partner ausgenutzt. Da war ich in einer hilflosen Situation in der ich mich selbst zum Opfer gemacht habe, weil mir die Kraft gefehlt hat, dass ein Anderer das ausnutzt fühlt sich für mich aber nach Schuld an. Was meint ihr?
w/47
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Mein Trennungsgrund war immer folgender:
Ich konnte die Beziehungen , so wie sie waren nicht mehr ertragen.
Ich hatte sehr viel , und über eigentlich immer zu lange Zeit versucht, die Beziehung , oder meine Ehe zu retten. ( 1. Beziehung :14 Jahre/ die Ehe: 10 Jahre/ letzte Beziehung :4 Jahre)
Meine positiven Gefühle waren verbraucht- und leider anstatt wütend zu sein....habe Ich mich meist, eigentlich bis vor kurzer Zeit, in die Gegenseite der Liebe begeben---die Depression-.
Und dann musste Ich endlich gehen, war für den anderen unattraktiv auch---was will man mit jemand, der kaum noch aus dem Bett aufstehen will, der alles nur schwarz sieht-die schönen Seiten des Lebens ablehnt!
Ich habe dann jeweils lange gebraucht wieder auf die Beine zu kommen, mit Hilfe guter Freunde, und Therapie und Rückzug.
Heute, gehe Ich aber bevor es so weit kommt---denn Ich liebe mich zuerst-und dann einen anderen Menschen.Und geht es nicht....., dann ist es so, ohne verbale Gwalt, ohne körperliche Gewalt...
aber von mir deutlich ausgesprochen, so und so waren meine Grenzen , meine Bedürfnisse, und Ich muss leider feststellen-es passt nicht-Ich gehe!
w 51 Jahre
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Die "Verantwortungsidee" ist aus meiner Sicht die hilfreichste. Zahlenwerte finde ich hier unangebracht und unsinnig.
Es gibt immer kritische Momente, in denen entweder einer nicht gehandelt hat, wenn er hätte handeln müssen, oder einer hat durch sein Handeln Grenzen verletzt. Betrachtet man die Situation bei der Rückschau nochmal objektiv, wird schnell klar, dass beide immer auch die Möglichkeit gehabt hätten, etwas anders zu machen. Manchmal kann man rückwirkend den Schaden begrenzen, manchmal bleiben Verletzungen unverzeihbar.
Damit man seinen Frieden findet, ist es aus meiner Sicht wichtig, dass beide bereit sind, ihr Handeln grundsätzlich in Frage zu stellen und die Verantwortung für sich zu tragen.
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Also bei körperlicher Gewalt, da kann man nicht sagen, der geschlagene Partner hat um die Schläge mit seinem Verhalten gebettelt. Es liegt fast immer eine psychische Vorgeschichte vor, entweder bei einem Partner oder bei beiden. Also für mich wäre das der Nonplusultra -Grund warum ich sofort die Koffer packe und gehe.
Fremdgehen ist so eine Sache, das machen oft Mensche die unsicher sind und nicht genug Bestätigung in der Beziehung finden. Wie weit das den Fremdgeher von seiner Tat frei spricht, ist auch fraglich. Also in der Schwangerschaft, das ist schon ein Unding. Geschlechtskrankheiten, sind wahrscheinlich auch nicht viel besser. Aber hier verzeihen trotzdem viele, wenn auch nicht alle.
Also ich denke nicht, dass es 50:50 Schuld gibt und es ist die Frage, ob beide Seiten die Schuld nur auf der einen Seite sehen. Oft sind bei Trennungen Vorwürfe da, die an die andere Seite gerichtet sind. Z.B. du hast immer nur gearbeitet, hattest keine Zeit für mich, darum habe ich das getan, ich war einsam. Die andere Seite drauf; wir haben ein Haus ab zu bezahlen und das Auto was du fährst ist auch nicht günstig. Antwort drauf zurück; ich wollte das Auto gar nicht, du hast drauf bestanden, ich sage dir schon seit Jahren, du arbeitest zuviel und du arbeitest immer mehr und mehr, da ist es passiert und ich bin mit ihm ins Bett gegangen. Antwort drauf; wenn ich zuhause bin, bist du nur am keifen und hast schlechte Laune. Antwort drauf; soll ich wie ein Honigkuchenpferd strahlen, wenn du mir mal 5min schenkst?
So welche Seite ist schuld, die die arbeitet und immer seltener zuhause ist oder die Seite, die fremd gegangen ist? Oft ist es wirklich einfach so, irgendwann hat es angefangen und es trennten sich die Wege, dann fragen sich oft viele, wie konnte das so kommen, wir waren doch mal so verliebt?
Ich denke, oft versucht man sich selber damit zu beruhigen, man ist dann nicht alleine schuld, die andere Seite hat auch was falsch gemacht, hätte die andere Seite das oder das nicht gemacht, dann wäre es zur Trennung nicht gekommen. Es ist ja auch nicht nur einer dafür verantwortlich, dass eine Beziehung funktioniert, also ist auch nicht nur einer am Scheitern schuld.
Oft gibt es auch den Vorwurf, du wusstet von Anfang an, dass ich so bin, also warum geht es jetzt nicht mehr, warum trennst du dich deswegen? Antwort drauf; du hast gesagt, du willst dran arbeiten, ich habe gehofft du änderst dich?
Trennungsgründe sind so verschieden wie die Beziehungen. Ich denke, das wichtigste ist, man sollte für sich was aus der Beziehung und vor allem Trennung lernen, was man bei einem neuem Versuch besser macht oder auf was man mehr achtet. Was ich persönlich total doof finde, sind Trennungen auf Probe.
Wenn eine Beziehung scheitert, dann scheitern oft Träume und Wünsche mit und die Schuld dann bei sich zusuchen, das schaft kaum einer, man gibt lieber dem anderen die Schuld, weil wenn der das und das gemacht hätte, dann wäre man noch ein Paar.
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Die simple Opfer-Täter-Geschichte läßt sich eigentlich selten erzählen. Natürlich ist derjenige Schuld, der den Anlaß zu Trennung liefert, die letzte Grenze überschreitet. Die Ursachen liegen tiefer. Am Ersten Weltkrieg ist auch nicht der Attentäter von Sarajevo schuld.
Die von Frederika in #1 angeführten Männer waren A...löcher. Daß sie trotzdem eine Frau gefunden haben, spricht nicht unbedingt für das Urteilsvermögen der Frau, sondern eher für ihre Oberflächlichkeit.
Bei den Trennungen in meinem Freundeskreis kann ich die Schuld nicht nur einem zuweisen.
1. Fall: Junge, hübsche Krankenschwester wird von älterem Künstler geheiratet, weil sie ein Kind von ihm bekommt. Sie bricht ihre Ausbildung ab. In den 15 Jahren ihrer Ehe ist sie mehr Hausmädchen als Partnerin, er ist ständig unterwegs, geht fremd. Sie hat irgendwann einen Liebhaber, zögert noch lange, ob sie nicht beide Männer halten kann, auch wegen der Kinder und des Hauses, aber am Schluß zieht sie aus.
2. Fall: Ein gleichaltriges Paar. Sie aus einfachen Verhältnissen, er aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, lernen sich bei der Arbeit kennen, heiraten. Sie hört auf zu arbeiten, hält ihm den Rücken frei, bereitet ihm ein schönes Heim, kümmert sich um die gesellschaftlichen Kontakte und pflegt seine Mutter. Er macht Karriere und ist kaum zu Hause. Die beiden bekommen keine Kinder, weil sie keinen Sex miteinander haben. Ursache: Er. Der Mann fordert die Frau in den Ehejahren öfter auf, wieder arbeiten zu gehen, zumindest Teilzeit, damit sie sich nicht nur damit beschäftigt, sein Geld auszugeben und wieder eine adäquate, interessante Partnerin für ihn ist. Sie will das nicht. Er geht fremd, hat jahrelang eine junge Geliebte. Die Frau bemüht sich währenddessen, ein kriegsverletztes 15jähriges Mädchen aus Jugoslawien zu adoptieren. Der Mann ist entsetzt, weil er das nicht will, das mit ihm nicht besprochen ist und er nun als moralisches A...loch dasteht, wenn er nein sagt. Die Frau trennt sich von ihm mit der Begründung, daß sie endlich wieder Sex haben, aber nicht fremdgehen will und macht eine riesige Unterhaltsrechung auf, mit der sie aber vor Gericht nicht durchkommt. Sie lebt nun von den Zinsen einer einmaligen Abfindung, die den gesamten Ersparnissen der beiden entspricht.
Wer st schuld? Die Frauen, die sich trennten? Diejenigen, die fremd gingen? Die, die eine von vornherein humpelnde Verbindung forcierten?
Das Leben hat keine einfachen Lösungen parat.
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Und weil es angeblich der Normalfall ist, sind die wirklich Anständigen, die sich schon vor dem Neuverlieben trennen, die Dummen.
Warum? Nun, wenn ein Paar sich verliebt, erwartet ein jeder vom anderen, daß der sich trennt (Normalfall). Geschieht das nicht, herrscht Mißstimmung. In Wirklichkeit kann der andere sich gar nicht mehr trennen, weil er/sie es eben vorher schon war. Und spricht, wenn er nicht ausdrücklich gefragt wird, natürlich auch nicht darüber. So entsteht sehr schnell der Verdacht des Fremdgehens.
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Wenn jemand den Partner, die Partnerin nicht wirklich liebt, achtet, respektiert oder will, wird sich sein Verhalten wie auch immer verschlechtern. Unzufriedenheit, Unehrlichkeit und die innere
Abneigung machen sich im täglichen Alltag, im Umgang bemerkbar. Den Partnern die lieben
und versuchen die Beziehung zu retten, die versuchen die schlechten Zeiten z.B. freundlich auszusitzen, zu tolerieren kann man keine Mitschuld geben. Das immer beide Schuld haben ist nicht wahr. Es ist mies und bequem so oberflächlich zu urteilen. Vor allem für die Verantwortlichen oder gelangweilte Aussenstehende, die ihren Senf nicht anderweitig los werden.
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Die Trennung ist eine interaktive Eskalation an der beide intensiv beteiligt sind.
Angenommen jede Tat und verbale Aussage kann einer Eskalationsstufe zwischen 0 und 100 zugeordnet werden, z.B. beleidigt sein, Zunge rausstecken, "Du bist doof", Arschloch, Lügen, Sexentzug, Betrügen, Mobbing, Gewalt etc.
Die Zahlen wären bei jedem hier verschieden.
A ist sauer, weil B das Radio "zu laut" gemacht hat, die Zahnpasta falsch ausgedrückt, ...
A schimpft (seine Barriere 10)
B nimmt eine Eskalation wahr auf seiner Stufe10 und schimpft zurück
A nimmt auch eine Eskalation wahr, Radio war 10, schimpfen ist 30! A beleidigt.
B nimmt Eskalation wahr, Beleidigung geht gar nicht, das ist 50! B spricht die Trennung aus.
In Wahrheit ist es feiner, öfter etc.
Dabei ist es aber so, dass einer niedrigere Schwellen als der andere haben kann und dann auch noch stärker eskaliert. Die Eskalation kann übrigens auch nach einer Trennubg weitergehen.
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@ 53 die Struktur kommt häufig auf, aber nicht in jedem Fall. So z.B. wenn sich jemand aus der
Partnerschaft ausschleichen will. Dann funktioniert das so :
B lässt die Tube offen und stellt das Radio laut um A zu ärgern
A toleriert
B lässt sich was neues einfallen
A toleriert und lässt B die Freiheiten
B geht weiter
A bleibt locker
B trennt sich
Trennt sich hingegen A hat B was er wollte erreicht. Da sich A manipuliert vom armen B getrennt hat kann B in manchen Fällen auch zurück zu A falls ihm wieder danach ist. A der B noch liebt
und ohnehin meistens mit seiner Entscheidung hadert gibt ihm dann auch noch die " neue " Chance.
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