Nicht nur in Österreich ist 2010 ein Mahler-Jahr. Am 7. Juli 2010 wäre der große Gustav Mahler 150 Jahre alt geworden. Auf der ganzen Welt widmen sich zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen dem genialen Komponisten. Das musikalische Werk von Gustav Mahler ist so beeindruckend, dass private Aspekte schnell aus dem Blickfeld geraten. Dabei ist gerade das Leben von Gustav Mahler ein überzeugendes Beispiel dafür, wie sehr eine große Liebe und eine glückliche Partnerschaft unser Leben positiv beeinflussen können.
Gustav Mahler war sechs Jahre alt, als er erstmalig echte Verliebtheit spürte. Ob es danach eine einzige Minute in seinem Leben gab, in der Gustav Mahler nicht verliebt war, darf stark bezweifelt werden. Seine Leidenschaft für Frauen trieb ihn an, so dass Liebesglück und Liebeskummer sich abwechselten und in seine Musik einflossen. Als er zwanzigjährig einseitig in eine hübsche Telegrafistentochter verliebt war und zur gleichen Zeit erfuhr, dass sich ein Mädchen aus unerwiderter Zuneigung zu ihm das Leben genommen hatte, verfasste er das romantische Gedicht Vergessene Liebe (1880): "Wie öd mein Herz! Wie leer das All! Wie groß mein Sehnen! Oh, wie die Fernen Tal zu Tal sich endlos dehnen!" Hier zeigt sich, dass Gustav Mahler nicht nur ein begnadeter Musiker war, sondern auch anspruchsvolle romantische Texte schreiben konnte. Sehr viele seiner zahlreichen Liebschaften hinterließen Spuren in seiner Musik, und nach der Heirat der wunderschönen und intelligenten Alma Schindler war es seine Ehefrau, die sein Werk beeinflusste, das den Übergang von der Romantik zur Moderne markiert.
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Gustav Mahler in Literatur und Film
Anfang des Jahres 1911 erkrankte Gustav Mahler schwer. Was zunächst als Grippe diagnostiziert worden war, stellte sich als schwere und letztlich unheilbare rheumatische Herzkrankheit heraus. Am Gesundheitszustand des verehrten Künstlers zeigte die Öffentlichkeit reges Interesse. Auch Thomas Mann, der gerade seine große Künstlernovelle Der Tod in Venedig (1912) verfasste, informierte sich in der Zeitung täglich über den dahinsiechenden Gustav Mahler, der schließlich am 18. Mai 1911 verstarb. Thomas Mann war Gustav Mahler, dessen Musik er sehr schätzte, einmal persönlich begegnet und von dessen Charisma und Persönlichkeit tief beeindruckt gewesen. Daher verlieh Thomas Mann seiner Figur Gustav von Aschenbach den Vornamen und habituelle Züge des großen Musikers. Als Luchino Visconti 1971 die Novelle grandios verfilmte, modifizierte er seine Hauptfigur vom Schriftsteller direkt zum Musiker und wies dem Adagietto aus der 5. Symphonie von Gustav Mahler leitmotivische Funktion zu.
Obwohl sie ihren Ehemann wirklich geliebt hatte, war Alma Mahler zu sehr illustre Gesellschaftsdame und umworbene Femme Fatale, als dass sie lange hätte allein leben können. Nach zahlreichen Affären, u.a. mit dem expressionistischen Maler Oskar Kokoschka, heiratete sie den berühmten Bauhaus-Architekten Walter Gropius und später den großen expressionistischen Lyriker Franz Werfel. Dennoch trug sie Gustav Mahler stets in ihrem Herzen, auch viele Jahre nach dessen Tod.