Brautkleid, Ehering, eingetragene Partnerschaft – in keinem anderen Bereich zeichnen sich gesellschaftliche Veränderungen deutlicher ab als im Bereich der Heirat. Pflicht wurde die Trauung erst Mitte des 16. Jahrhunderts, und bis zur Zulassung gleichgeschlechtlicher "Verpartnerungen" vergingen über vier Jahrhunderte. Das Brautkleid entstand erst in jüngerer Vergangenheit: Im 18. Jahrhundert konnten sich nur wenige Bräute ein spezielles Kleid eigens für die Hochzeit leisten, bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde daher meist im so genannten "Sonntagsstaat" geheiratet. Erst in den 1920er Jahren etablierte sich das weiße Brautkleid. Zuvor trug man bei Hochzeiten meist schwarz oder aber die jeweilige Landestracht. Bis heute hat das weiße Brautkleid in Europa Tradition, in Indien hingegen z.B. heiraten die Bräute in festlichen Saris in verschiedenen Farben.
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